Hallo,
wie seht ihr die wirtschaftliche Entwicklung in der Luft- und
Raumfahrttechnik? Vielleicht auch im Vergleich zu anderen Branchen wie
Automotive, Telekommunikation, Automatisierungstechnik usw. Vielleicht
sind einige von euch sogar in der Branche tätig und können aus "erster
Hand" berichten.
Unternehmen Stichworte EADS, Thales, etc.
Gruss Gast
Moin,
die aktuellen Entwicklungen im Raumfahrtbereich sind relativ schwer
einzuschätzen. Aufgrund der Finanzkriese und durch systembedingte
Effekte kann man davon ausgehen, dass mögliche negative Einflüsse erst
in ein bis zwei Jahren eintreten werden/können. Die aktuellen ESA
Projekte, insbesondere das FLPP (neue Trägersysteme) aber auch die
Midlife Evolution der Ariane 5 laufen recht gut und generieren
entsprechend Arbeit. Ebenso die Produktion aktueller Ariane Komponenten
und die Satelliten-Industrie im kommerziellen Bereich. Leider ist stark
davon auszugehen, dass wissenschaftliche ESA Projekte momentan und in
naher Zukunft stark zurück gefahren werden. Bleibt die Frage wie sich
das auswirkt. Schaust Du z.B. bei OHB, die ja bekanntlich die erste
Trange an Galileo Satelliten bauen werden, kommt der Verdacht auf, dass
die Branche boomt. Momentan sieht´s hier schon noch recht gut aus. Das
DLR und EADS sowie einige Mittelständler suchen auch stetig neue
Mitarbeiter.
Leider kann ich Dir über einen Vergleich mit anderen Branchen nicht viel
sagen. Habe zwar mal im Automotive Bereich gearbeitet, bin aber nu in
der Raumfahrt tätig.
Cheers
***die aktuellen Entwicklungen im Raumfahrtbereich sind relativ schwer
einzuschätzen.***
Ja, ist ganz einfach: Es brummt, viele Schmieden suchen dringend
Personal, am Besten mit 3-5 Jahren Projekterfahrung.
Viel Erfolg
Mein Eindruck als Aussenstehender:
Raumfahrttechnik:
Immer irgendwie von irgendwelchen politisch gewollten Programmen
abhängig.
Sicherlich hoch komplex und anspruchsvoll, aber meine "Lebensplanung"
wollte ich darauf nicht aufsetzen.
Die Amis (und davon abhängig die EU) können ja nicht mal mehr selber in
das All fliegen.
Luftfahrt:
Läuft irgendwie fast immer, es sei denn man erlebt wieder einen
11.09.2001.
Automotive:
Läuft auch, aber Preisdruck??! Sicherlich nur bei einer ganz grossen
Firma erträglich.
Telekom:
In D auf dem absteigenden Ast. Festnetz sowieso, Mobilfunk naja,
Kostendruck. Welcher deutsche Netzbetreiber wollte unlängst seine Netze
aufrüsten? Mit Technik von HUAWEI (Made in China). Ich weiss gar nicht,
wohin NSN seine Gerätschaften noch verkauft.
Halbleiterei:
Produktion geht nach Fernost, Entwicklung folgt. Auftragslage extrem
schwankend, siehe Infineon. Vergleiche ich die heutigen Zustände mit
denen vor 15 Jahren: ein trauriger Abwärtstrend in D.
Wenn du unter "Luftfahrt läuft wie immer" verstehst ,daß diese
Firmenklientel wie in den letzten 15 Jahren selbst L+R-leutz net mal
zum Gespräch einlädt ( beachte Plural, also keine singulären
Imponderabilien) dann magst du recht haben.
Man muß sich genau umschauen dort , es läuft effektiv wenig bis nichts
Man hört auch nichts davon ,daß trotz enormer bestellungen bzgl A380 in
diesem Sektor massiv eingestellt wird etc ....
Faktenschreiber schrieb:> Man muß sich genau umschauen dort , es läuft effektiv wenig bis nichts> Man hört auch nichts davon ,daß trotz enormer bestellungen bzgl A380 in> diesem Sektor massiv eingestellt wird etc ....
Woher auch? Hier werden eher die Ing-Jobs gemeint sein, nicht so sehr
die CFK-Teppichknüpfer, und diese Tätigkeiten sind mit Anlaufen der
Serienfertigung doch zu 90% gelaufen.
Faktenschreiber schrieb:> Man muß sich genau umschauen dort , es läuft effektiv wenig bis nichts> Man hört auch nichts davon ,daß trotz enormer bestellungen bzgl A380 in> diesem Sektor massiv eingestellt wird etc ....
Ist mir schon klar.
Klar geht nix NEUES, aber wenn Du drin bist, geht es halbwegs.
Was hab ich im Gegenteil von einer Branche, die permanent je nach
Wirtschaftslage ihre Kopfzahl anpasst (Halbleiterei meine ich).
Da kann man schonmal gar nicht in die Zukunft planen.
Ich kenne auch L+R Leuts russischer Ausbildung, die ihren
Lebensunterhalt mit Übersetzung verdienen.
Luftfahrt geht klar rückwärts - speziell der Bereich Defense. Diehl und
EADS "rüsten ab", wenn man das so sagen möchten.
Alles wird mit Leiharbeitern gemacht. Auch die Entwicklung.
Hallbergmooser(er) schrieb:> Luftfahrt geht klar rückwärts - speziell der Bereich Defense. Diehl und> EADS "rüsten ab", wenn man das so sagen möchten.
Dafür rüstet China mssiv auf. Wahrscheinlich gibt es da mehr Stellen.
Hallbergmooser(er) schrieb:> Alles wird mit Leiharbeitern gemacht. Auch die Entwicklung.
In Entwicklungsjobs von Hightech&Rüstungsbetrieben? Interessant. Fördert
Firmentreue und Loyalität sicherlich ungemein. Entwicklungshilfe mal
anders.
A. K. schrieb:>In Entwicklungsjobs von Hightech&Rüstungsbetrieben? Interessant.
Kann ich bestätigen. War mal mit ner Leihbude bei so einer Firma zum
Gespräch, hatte aber nicht gepaßt.
pustekuchen schrieb:>in China wird die L+R richtig groß (J-10, C-212, ..) da wird>in Europa nicht mehr viel übrigbleiben.
2008 war ich mal bei einer Asphaltbude ausgeliehen. Dort sprach man von
mindestens 420 neuen Flughäfen in China...
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Man hört auch nichts davon ,daß trotz enormer bestellungen bzgl A380 in
diesem Sektor massiv eingestellt wird etc ....
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Massiv nicht...Qualität und nicht Quantität...
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Luftfahrt geht klar rückwärts - speziell der Bereich Defense. Diehl und
EADS "rüsten ab", wenn man das so sagen möchten.
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Blödsinn, gruß aus Überlingen
Was für Idioten geben eigentlich hier immer ihre Kommentare ab?
MfG
Gerd
Hallo Gerd
tja , der Idiot bist leider du selbst. Du kleiner Fliegenschiß von
Angestellter - um da mal klarzustellen.
Es ist ja das Kernproblem ,daß die Personalabteilungen sogar massivste
Probleme haben QUALITÄT zu erkennen .
Hinzu kommt ,daß plötzlich und unerwartet wer gesucht wird, idealerweise
als Leiharbeiter -und damit soetwas wie Langzeitgedächtnis mit völliger
absens glänzt.
Es ist bisweilen interessant , wenn man als hitec-Unternehmer via
diverser Kontakte auch gewisse Themenfelder anspricht und dem Herrn u.a.
vor
Augen hält , wie sie selbst effektiv schon vor Jahren verfahren sind.
Natürlich will man dies nicht glauben/wahrhaben nur Fakten eben lassen
sich nicht beiseite wissen.
Woher kommen denn die vielen u.a Qualitätsprobleme in dieser Branche ?
Wenn man desinteressiert ist, gewisse Topkräfte einzustellen und die
natürlich an relevanter Position zu allokieren .......vorallem deren
Meinung auch akzeptieren und letztlich umsetzen
Wenn man übrigens in anderen Beiträgen so querliest ,fällt einigen
auch nix bessres ein als hier vom frustrierten Haufen zu sprechen . Nur,
das ist äusserst bequem, oberflächlichst und versucht von eher
gravierenden Problemfeldern bis hin zu Systemfehlern wegzuwischen.
Hallo Gerd aus Überlingen
> Was für Idioten geben eigentlich hier immer ihre Kommentare ab?
Offenbar Leute, die eine vulgäre Aussprache pflegen.
Weist Du Gerd: Nicht alle internen kriegen es mit, wenn Externe für eine
Firma arbeiten. Selbst Frau Godineau war der Meinung dass sie mich noch
nie gesehen hatte, als ich mich dort vor eineger Zeit vorstellte, obwohl
ich ihr kaum ein Jahr zuvor im Flur mehrfach begegnet war, als ich dort
als externer Entwickler tätig war.
Ist ja auch klar, daß die Personalmenschen einen nicht kennen: Die gute
Nicole wird nämlich regelmäßig von den Abteilungen übergangen, wenn es
um Projektingenieure geht: Die bekommt sich gar nicht zu Gesicht und hat
folglich auch keine Zahlen, wie viele es dort von uns gibt.
Für Dich, Gerd scheint dasselbe zu gelten.
...na dann werden wir in den nächsten tagen mal auf den Fluren Ausschau
halten, ob unserer Großmäuler und Klagegeister ihrer Arbeit auch
hocheffektiv nachkommen.
Wir sehen uns,
Gerd
hallo
@Saftpresser ...
Wenn einer solche Sprüche wie Quantiät / Qualität bringt sollte er
eher vorsichtig sein . Heute ist es durchaus üblich ,daß gerade
Macher oder eben auch Topleute z.T. sogar freiwillig gehen und nur
noch ein gewisser Reststamm ,der sich garnet zu helfen weis das
Firmensystem "erduldet" ....
Ergo ist es mitnichten derart ,daß überhaupt noch Qualität ,sprich
gute Leute überhaupt noch bewerben ,weil Quantität sich in der Existenz
gefährdet sehen , wenn die wirklich mal arbeiten dort.
Typischerweise scheitert das ja schon am Primitivsten - dem (AT-)Gehalt.
Vulgär ist was ganz anderes . Dies war nur eine Klarstellung des
StatusQuo
Die Herren ,mit denen ich aus dem besagten Werken konversiere , kennen
G wahrscheinlich genauso wenig . Auch dies hat mit "vulgär" oder besser
formuliert Arroganz auch nix zu tun ....
@saftpresser, Gerd
da ihr bei diehl bgt defence zu arbeiten scheint wollte ich mal
nachfragen wie es da so ist.
würdet ihr mir empfehlen mich da zu bewerben als student für ne
diplomarbeit oder eventuell fürs trainee programm?
gruss
Leiw schrieb:>da ihr bei diehl bgt defence zu arbeiten scheint wollte ich>mal nachfragen wie es da so ist.
Die haben wohl viele Leiharbeiter. Mit richtig Know-How. Kannst es ja
mal direkt versuchen.
@Gerd
Also nachdem was ich so gehört habe, sieht man bei Diehl Defence äußerst
skeptisch in die Zukunft. Es lief zwar in den letzten Jahren alles
prima, was auch zu einem hohen Auftragsbestand geführt hat. Aber der
Auftragseingang scheint mit der Staatsschuldenkrise dauerhaft
einzubrechen. In ein paar Jahren wird sich es schmerzhaft bemerkbar
machen, dass die Staaten nicht mehr so viel Geld in teure
Militärhightech-Produkte stecken können. Und Lösungen für
Guerilla-Kriege in Afghanistan etc. liefern neue Lenkraketen auch nicht.
Die Stellenangebote sehen btw ziemlich nach Einstellungstopp aus.
ich bin echt hin und her gerissen, bleibe ich für meine Diplomarbeit in
der zivilen Luftfahrt oder wechsle ich in den Defence Bereich an dem ich
mehr Interesse habe aber dann halt schlechtere (sollten die
Verteidigungshaushalte abgebaut werden wie man es in den News liest)
Jobaussichten nach dem Studium.
Leiw schrieb:>oder wechsle ich in den Defence Bereich an dem ich mehr>Interesse habe aber dann halt schlechtere (sollten die>Verteidigungshaushalte abgebaut werden wie man es in den>News liest)
Ist die Geschäftslage etwa nicht ähnlich sicher wie bei
Beerdigungsinstituten?
... schrieb:> In ein paar Jahren wird sich es schmerzhaft bemerkbar> machen, dass die Staaten nicht mehr so viel Geld in teure> Militärhightech-Produkte stecken können. Und Lösungen für> Guerilla-Kriege in Afghanistan etc. liefern neue Lenkraketen auch nicht.
Eine Fehleinschätzung.
Aber ich muss sagen, dieser Thread ist witzig - da treffen so ein paar
oberperformer auf andere Performer.