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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Geheimhaltungsklausel


Autor: sumsim (Gast)
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Hallo,

ich habe grade einen Stellenangebot bekommen und im Vertrag fand ich 
eine Klausel zur Geheimhaltungsvereinbarung. Demnach sollen "... die 
gegenseitig mitgeteilten geheimen Erkenntnisse und Informationen zur 
Zusammenarbeit, die insbesondere im Zusammenhang mit Neuentwicklungen, 
Vorführungen, Versuchen, Gesprächen und zusammenhängenden Vorgängen und 
Daten aller Art stehen, Stillschweigen gegenüber Jedermann 
(Geheimhaltung) zu wahren. ..." Weiterhin soll der Auftraggeber und 
derer Mitarbeiter ebenfalls gegenüber Dritter geheimgehalten werden.

Ich würde gerne wissen, ob diese Klausel soweit in Ordnung ist bzw. in 
der Wirtschaft gang ung gebe ist?

Dies interessiert mich vor allem, weil später ich mich bestimmt bei 
anderen Arbeitgebern bewerben muss. Was soll ich denen erzählen, wenn 
selbst der Auftrageber geheim bleiben muss?

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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1/ Ist Auftraggeber gleich Arbeitgeber? Wenn nicht, kannst du den 
Arbeitgeber doch ruhig nennen.

2/ Normalerweise ist im Vertrag ein Zeitraum genannt für den die Klausel 
gilt.

Autor: Stefan (Gast)
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Damit ist wohl der Auftraggeber der Firma gemeint, die dich anstellen 
will. Also deren Kunde.
Verschwiegenheitsklauseln sind allgemein üblich. Verschwiegenheit bez., 
wer der Kunde ist, in dessen Projekt du arbeitest, ist eher unüblich.
Wenn Du mit einer solchen Klausel das Recht hergibst, später in deinem 
Lebenslauf zu schreiben, dass du bei XY (dem Kunden) gearbeitet hast - 
statt dessen nur irgendein Verleiher seinen Quatsch reinschreibt, würd 
ich der Firma was husten. So agieren normalerweise nur 
Billig-Dienstleister, die letztendlich ihre Mitarbeiter mit der 
permanenten Drohung eines schlechten/unbrauchbaren AZ im Griff haben 
wollen.

Gruß
Stefan

Autor: Besserwisser (Gast)
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Hallo,
bei uns gibt es ebenfalls diese Geheimhaltungsklausel.
Die benötigt die Firma, da wir für Konkurrenzunternehmen die Teile 
herstellen. Wenn die voneinander wüssten, gäbe es Zoff.
Ich habe auch schon öfters von Zulieferern Geheimhaltungsvereinbarungen
unterzeichnen müssen, da die Teile noch absolut neu waren.
Auch ist es bei uns gang und gebe, dass mit den Kunden bzw. den
Auftraggebern eine Geheimhaltung vereinbart wird,
da diese Einblicke in ihr Know-How geben.
Die wollen natürlich nicht, dass dieses Wissen an die nächsten 
weitergetragen wird.
Unsere Firma bekäme Probleme, wenn wir der Konkurrenz des Kunden etwas
ausplaudern würden.
Für eine Bewerbung benötigt man keine Referenzen von Kunden.
Warum denn auch ?

Autor: Wurst (Gast)
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sumsim schrieb:
> Weiterhin soll der Auftraggeber und
>
> derer Mitarbeiter ebenfalls gegenüber Dritter geheimgehalten werden.

Völliger Unsinn. Man muss ja schon bei seiner Steuererklärung den 
Arbeitsplatz = Adresse des Auftraggebers angeben.

Autor: MaWin (Gast)
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Die ist in Ordnung.

Sie enthält vor allem den Satz
"mitgeteilten geheimen Erkenntnisse"
d.h. daß nur das nicht weitererzählt werden darf,
welches explizit als geheim gekennzeichnet ist.

Zusätzlich (auch ohne Geheimvermerk) sollen
"Auftraggeber" (also die Kundennamen der Firma,
interpretiere ich hier mal) nicht genannt werden.

Das ist etwas grenzwertig und deutet darauf hin,
daß die Firma einige Sachen in Grauzonen macht,
oder die Leute übereifrig sind.

Aber richtig weh tut der Satz nicht, zumal im
Falle eines Versehens auch Richter sagen werden
"was soll der Unsinn" (selbst wenn der Kunde das
Pentagon sein sollte).

Irgendeine Form der Geheimhaltung hast du als
Arbeitnehmer durch das "Betriebsgeheimnis" sowieso,
allerdings auf keinen Fall über dein Gehalt und
den Inhalt des Arbeitsvertragesm, wie es widerrechtlich
viele Arbeitgeber reinschreiben, die wissen, daß sie
ihre Arbeitnehmer widerrechtlich unterschiedlich behandeln.

Autor: IGBT (Gast)
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Aha - und man hört doch ständig das allein das reden über das Gehalt 
einen ordentlichen Kündigungsgrund darstellt.

Autor: hanswurst (Gast)
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nicht-anonym über sein Gehalt mit Dritten zu sprechen, ist doch in den 
meisten Fällen arbeitsvertragrechtlich eh verboten.

Genauso gelten auch diverse Geheimhaltungsklauseln, sodass man 
vielleicht keine Passwörter ausplaudern darf.

Autor: Dr. Hasenfuß (Gast)
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Geheimhaltung gibt es an vielen Stellen des Lebens.
Frage wäre noch ob evtl. zukünfige Tätigkeiten damit ausgeschlossen 
sind.
Bsp. gestern geheimm morgen Bildzeitung ?

Autor: hanswurst (Gast)
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... ich bin z.B. - fällt mir gerade ein - in so einer "Insiderdatenbank" 
für "Investorrelations" drin. Da muss ich auch aufpassen, was ich sage 
und verrate.

Autor: Walter Tarpan (nicolas)
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Hm, ich plane auch gerade ein lukratives Geschäft mit dem Sekretär der 
Witwe des ehemaligen Präsidenten von Nigeria, darf aber natürlich auch 
nichts darüber erzählen - wenn das klappt, muß ich dann allerdings nie 
wieder arbeiten.

Was Deinen Vertrag angeht: Schau mal ob das "für ewig" gelten soll oder 
nur ein befristeter Sperrvertrag sein soll. Letzteres ist allgmein 
üblich.

Grüße
Nicolas

Autor: eklige Tunke (Gast)
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hanswurst schrieb:
> Genauso gelten auch diverse Geheimhaltungsklauseln, sodass man
> vielleicht keine Passwörter ausplaudern darf.
Sowas muss meiner Meinung nach nicht in einem Vertrag erwähnt werden, 
das ist selbstverständlich.

Autor: Lochrasterfan (Gast)
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> Hm, ich plane auch gerade ein lukratives Geschäft mit dem Sekretär der
> Witwe des ehemaligen Präsidenten von Nigeria, darf aber natürlich auch
> nichts darüber erzählen - wenn das klappt, muß ich dann allerdings nie
> wieder arbeiten.

... echt ?? Du auch ??

Autor: Testfall (Gast)
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> ... echt ?? Du auch ??

Tja, Leute, ihr habt geplaudert und seit raus. Es freut sich der Dritte.

Autor: Testfall (Gast)
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Ähh, "seid". Dieses Nigerianisch -> Deutsch Konvertierungstool, hat aber 
auch ein Noob geschrieben ;-)



PS:
In meinem Arbeitsvertrag steht, dass ich "...im Sinne Luthers..." 
handeln werde ... ratet mal, wo ich angestellt bin.

Autor: Georg (Gast)
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Es gibt rechtswidrige Passagen in vielen Arbeitsverträgen. Daher auch 
die "Salvatorische Klausel" zum Schluß, weil sonst durch einen einzigen 
Punkt der gesamte Vertrag nichtig wäre.

------------------------------------------------------------------------ 
--
Wenn der Arbeitsvertrag, gekündigt wird. erlöschen nach der 
Kündigungsfrist alle gegenseitigen Vereinbahrungen. Sperrklauseln, also 
etwa das Verbot zur Konkurenz zu wechseln muß nach erlöschen der 
Arbeitsvertrag angemessen vergütet werden. steht noch nicht einmal ein 
Zeitraum wäre das quasi eine Sofortrente!
------------------------------------------------------------------------ 
--
Das Du Betriebsgeheimnisse während Deines Vertrages nicht ausplaudern 
darfst ist ok. Was Du danach machst, ist vielleicht nicht nett, aber 
erlaubt.
------------------------------------------------------------------------ 
--
Bei einer Arbeitnehmerüberlassung darfst Du bei Deiner Bewerbung 
natürlich den Kunden nennen! Diese Klausel ist unverhältnismäßig 
nachteilig für Dich und damit ungültig für Dich!
------------------------------------------------------------------------ 
--
In manchen Verträgen gibt es auch Vertragstrafen. bei Schädigung der 
Firma angedroht. Die Firma muß jedoch u.a. die Verhältnismäßigkeit, 
Tarifverträge waren,  und den Schaden sehr konkret bestimmen.
Bsp:
Wenn Du einen Kundenauftrag nicht hinbekommst Dein Kollege, so erhält 
der Kunde sein Produkt, der AG sein Geld, also kein finanzieller 
Schaden.
Bsp:
Wenn etwas nicht hergestellt wird und es keinen Kundenauftrag gibt, kann 
der AG auch schwerlich Verlust nachweisen, das "wenn" gilt es 
nachzuweisen!

Autor: MaWin (Gast)
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> Was Deinen Vertrag angeht: Schau mal ob das "für ewig" gelten soll

Arbeitsverträge gelten immer nur bis zur Kündigung.

Sollte irgendetwas nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses Bestand 
haben, muß dazu ein anderer Vertrag her, und auch was bezahlt werden.

> nicht-anonym über sein Gehalt mit Dritten zu sprechen, ist doch
> in den meisten Fällen arbeitsvertragrechtlich eh verboten.

Du wolltest sagen: ...steht doch als ungültige Klausel in vielen 
Verträgen,
weil Arbeitgeber gerne ihren Angestellten wie Sklaven den Mund verbieten 
wollen...
Glücklicherweise gibt es in Deutschland noch eine Rechtsprechung, die 
solchem Humbug gleich den Stinkefinger zeigt.

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