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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Videosignal über Kopfhörerkabel?


Autor: Georg K. (gjani2ck)
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Hallo,

zu meinem Projekt:
ich habe vor ein Modell-u-boot zu bauen, das ein Videosignal liefert. Da 
eine Funkübertragung unter Wasser schwer geht, würd ich ein ca. 50 m 
langes Kabel zwischen U-boot und Ufer benutzen. Im Uboot und an Land ist 
dann jeweils ein µC und die "reden" über die Steuerung des Uboots. Nun 
hab ich die Idee, ein einfaches Stereo Köpfhörerkabel zu verwenden. Dann 
würd ich den einen Kanal (z.B. Links) für das Viedeosignal benutzen und 
den zweiten Kanal (rechts) für die Steuerungssignale (Motor ein/aus, 
Ruder links/rechts,...). Ich hab vor folgende Komponenten zu verwenden:

Kameramodul: Conrad Best.Nr: 190988-62
µC: ATmega16/Atmega8

Das Kameramodul liefert ein PAL Signal. Das würd ich mit Fernsehkarte am 
Laptop Anzeigen lassen.

Meine Fragen:
Hat jemand schon probiert ein Videosignal über ein Kopfhörerkabel zu 
leiten?
Gibt es eine andere preiswerte Kabelalternative?
Seht ihr ein anders Problem, das auftreten wird?

Danke für euere Antworten schon im Vorraus!

Autor: foobar (Gast)
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http://www.sc-weber.de/vsz-610-miniatur-videozweid...
So etwas in der Art?
(Ich kenne "sc-weber.de" nicht, habe nur nach "Videozweidrahtsender" 
gesucht, daher soll es keine Werbung darstellen.)

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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Wenn du keine hohen Ansprüche an das Video-Signal hast, dann würde es 
gehen.
Allerdings kann es zu einem Übersprechen der µC-Kommunikation auf das 
Videosignal kommen.
Die Lösung wäre, ein Kabel mit getrennten Schirmen zu verwenden.
Es gibt aber auch fie Möglichkeit, ein Twisted-Pair-Kabel wie für 
Ethernet zu benutzen.
Da dürfte allerdings die Längsdichtigkeit nicht so gegeben sein (das 
Kopfhörerkabel dürfte damit auch Probleme haben).
Längsdichtigkeit bedeutet, dass sich Wasser innerhalb des Kabels nicht 
ausbreitet, wenn der Mantel an einer Stelle ein Loch hat.

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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Was vergessen:
Einen Video-Balun wie foobar ihn "beworben" hat, gibt es auch schon für 
weniger Geld...

Autor: Georg K. (gjani2ck)
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Danke für eure schnellen Antworten,

ich werde das Kabel in ein Seil spleißen, und gehe davon aus das das 
Kabel kein Loch bekommt, weil es mechanisch kaum belastet wird. Um die 
Störung des Videosignals durch die µC Kommunikation klein zu halten, 
könnte ich das Videosignal mittels OPV verstärken. Die µC Kommunikation 
muss ja nicht schnell sein.
Werde mal schaun, wo ich günstig eine 50m Rolle Kabel bekomme...

mfg Georg

Autor: Peter (Gast)
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wie groß ist denn das Uboot das es 50m Kabel in einem Seil ziehen kann? 
Kommt es dann überhaupt noch voran?

Autor: ms (Gast)
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Also übertragung von VideoSignalen geht selbst über 200m Telefonkabel. 
Dazu ist aber dann Frequenzgangkorrektur des Kabels nötig. Ohne 
Netzwerkanalysator wird das nicht gerade simpel....

Autor: Georg K. (gjani2ck)
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damit das Uboot noch vorran kommt will ich hald ein dünnes Kabel. Das 
Seil gibt es in allen Stärken, das kauf ich dann dementsprechend. Ich 
hab am anfang an ein Kopfhörerkabel wie die iPod Standardohrenstecker 
haben gedacht. Ich weis aber nicht, wie gut die Qualität von dem ist...
Wenn das Uboot langsam schwimmt is das nicht so schlimm aber es soll von 
der Stelle kommen!

Autor: Olaf (Gast)
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> könnte ich das Videosignal mittels OPV verstärken.

Wenn du soetwas machen willst dann kannst du auch spezielle Linedriver 
nehmen. Es gab/gibt sowas z.B als analoges Frontend fuer DSL-Modems von 
Maxim. Damit kannst du auch auf Telefonleitung (POTS) ein paar hundert 
Meter schaffen.
Vielleicht waere es auch klueger Steuerung und Video zu einem Signal 
zusammenzumischen und das dann symetrisch zu uebertragen.

BTW: Wie gross wird denn das U-Boot? 50m Kabel sind ja schon einiges an 
Gewicht das dann am Boot zieht oder?

Olaf

Autor: Georg K. (gjani2ck)
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Das Uboot wird, so wie ich es mir vorgenommen hab, ca 60 - 70 cm lang 
werden. Die zusammenführung von Steuerung und Video stell ich mir 
kompliziert vor. Denn die Steuerungssignale gehen vom Ufer zum boot und 
die Videosignale vom boot zum ufer. Ich bin mir nicht sicher ob ich mir 
das zutraue.
Ich hab vor am Wörthersee zu tauchen, dort gibt es kaum Strömung. Daher 
glaub ich dass ich, dass das Uboot 50m ziehen kann.

Autor: oszi40 (Gast)
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Kopfhörerkabel gibt es viele. Ob die alle wasserfest sind und wenig 
Kapzität haben würde ich erst mal bezweifeln.

http://www.manufactum.de/Produkt/0/1445514/Textilk...

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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Was vielleicht noch interessant sein könnte:
Das Kabel wird sich nicht auftriebsneutral verhalten.
Auftriebsneutral bedeutet, dass das Kabel weder aufsteigt noch absinkt.
Kabel, die für Unterwasser-Anwendungen benutzt werden (z.B. ROV) haben 
Auftriebskörper, die das Kabelgewicht im Wasser so kompensieren, dass es 
weder aufsteigt noch absinkt.

Autor: Peter (Gast)
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STK500-Besitzer schrieb:
> Auftriebsneutral bedeutet, dass das Kabel weder aufsteigt noch absinkt.
> Kabel, die für Unterwasser-Anwendungen benutzt werden (z.B. ROV) haben
> Auftriebskörper, die das Kabelgewicht im Wasser so kompensieren, dass es
> weder aufsteigt noch absinkt.

da muss man ja vorher wissen wo das uboot unterwegs ist, der Salzgehalt 
spielt dabei ja eine rolle.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Peter schrieb:
> da muss man ja vorher wissen wo das uboot unterwegs ist, der Salzgehalt
> spielt dabei ja eine rolle.

> Ich hab vor am Wörthersee zu tauchen,

Der dürfte recht problemlos als Süßwassersee mit eher geringem 
Salzgehalt durchgehen.

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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>da muss man ja vorher wissen wo das uboot unterwegs ist, der Salzgehalt
>spielt dabei ja eine rolle.

Wenn das Kabel etwas Auftrieb (positiv wie negativ) hat, sollte das 
nicht wirklich ein Problem sein. Es geht ja nur darum, dass das Uboot 
nicht mehr als nötig gegen diesen Widerstand anarbeiten muss.

>Der dürfte recht problemlos als Süßwassersee mit eher geringem
>Salzgehalt durchgehen.

Eben.

Autor: Georg K. (gjani2ck)
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> Vielleicht waere es auch klueger Steuerung und Video zu einem Signal
> zusammenzumischen und das dann symetrisch zu uebertragen.

ist es eigendlich dann möglich, wenn ich Steuerung und Video zu einem 
Signal zusammenzumische, dass ich den See als "Masse"/"Schirm" benutze 
und dann nur ein Kabel mit einer Ader benötige? Dann hat das Uboot am 
Gehäuse ein Stück Metall und die Uferstation ist auch mit dem See 
verbunden.

Autor: Georg K. (gjani2ck)
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Mir ist noch eine bessere Idee gekommen! Ich könnte ein billiges, 
zweiadriges Kabel nehmen. Die eine Ader ist GND und die andere das 
zusammengemischte Signal. Dann könnte ich zusätzlich den See am Ufer und 
am UBoot mit GND verbinden. Die Idee ist das der See als Schirm wirkt 
und ich einen geringen Leitungswiderstand der GND Leitung hab. Hätte ich 
keine GND Ader im Kabel würde sich der Widerstand der GND Verbindung mit 
dem Abstand von UBoot und Ufer ändern.

Glaubt ihr, dass der See als Schirm die übertragungstechnischen 
Nachteile eines billigen Kables kompensiert?

Autor: Dussel (Gast)
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Spontan würde ich sagen, dass der See einen zu großen Widerstand hat, 
als dass er sich als Leiter eignet. Und wenn du sowieso eine Masseader 
hast, wird der Strom, der durch den See fließt komplett zu 
vernachlässigen sein. Der See hat zwar einen riesigen
'Leiterquerschnitt', aber der Kontakt zwischen Elektronik und Wasser 
wird zu klein sein. Du willst ja wahrscheinlich keine riesige 
Kontaktplatte aufbauen.

Autor: micha (Gast)
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Üblicherweise wird für so was ein BNC Kabel verwendet. Bei 
MariScope(jedenfalls bei dem Zeugs was ich mal zwischen den Händen 
hatte) ist über dem Schirm noch ein PVC-Geflecht und dann erst der 
eigentliche Kabelmantel. Das ganze Kabel ist aber etwas steif für ein 
(kleines) ROV, ich würde einfach mal 2-3 mm Antennen/Sat-Kabel 
versuchen. Den Abtrieb kannst Du ggfs. mit Schwimmern alle x Meter 
ausgleichen.

Nebenbei, die Stromversorgung für ROVs oder geschleppte System läuft oft 
auf Wechselspannung ~ 600 V mit aufgeprägter Steuer/Video-Leitung, aber 
da sind dann auch Kabellängen von >> 1 km drin ;-)

Autor: gerd (Gast)
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Warum nicht einfach ein Schwimmkörper mit einer kleinen Antenne 
versehen, mit einem entsprechend dünnen Koax-Kabel versehen, das runter 
zum U-Boot geht und dann die Videosignale per gängigen Funksystem 
übertragen?
Spart die Problematik mit dem Hinterherziehen des Seils... vielleicht 
ist das aber auch wieder zu aufwändig... ;-)

- gerd

Autor: dirrty little helper (Gast)
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>Warum nicht einfach ein Schwimmkörper mit einer kleinen Antenne
>versehen, mit einem entsprechend dünnen Koax-Kabel versehen, das runter
>zum U-Boot geht und dann die Videosignale per gängigen Funksystem
>übertragen?

ich würds auch so machen..... auch wenn es etwas mehr Arbeit bedeudet. 
Ist meiner Meinung nach die intelligentere Lösung

Autor: Torpedo (Gast)
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Hallo,

bei steuerbaren Torpedos wird ein zweiadriger Kupferdraht verwendet,

der Draht hat nur eine Lack-Isolation, beide Adern kleben zusammen und 
sind sehr dünn, ein wenig dicker als ein Haar.

Um ein reißen zu verhindern hat der Torpedo eine Spule die den 
benötigten Draht abwickelt, und für die Bewegung des U-Bootes hat dieses 
auch eine Spule die den Draht abwickelt. Der Draht liegt also nur im 
Wasser.

Der Draht (zweiadrig) wird bidirektional über Strecken größer 10 km 
verwendet.

Autor: g457 (Gast)
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> bei steuerbaren Torpedos wird ein zweiadriger Kupferdraht verwendet

..ich glaub "die" haben für ein einzelnes derartiges Projekt mehr 
(Forschungs)Geld als ein Privatmensch im ganzen Leben in die Finger 
bekommt.

Ich würde mich am ehesten mit dem Funk anfreunden. 50m Kabel (ggf. mit. 
Seil dran/drum/..) bremsen ziemlich - probiers ggf. einfach mal aus. 
Funk (von einem Schwimmer aus) hätte auch den Vorteil dass man gleich 
sieht, wo man gerade am kentern ist.. ;-)

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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>Üblicherweise wird für so was ein BNC Kabel verwendet. Bei
>MariScope(jedenfalls bei dem Zeugs was ich mal zwischen den Händen
>hatte) ist über dem Schirm noch ein PVC-Geflecht und dann erst der
>eigentliche Kabelmantel.

Meinst du das gelbe Kabel?
Das hatte noch einen PU-Schaum-Mantel.
Im Innern befanden sich ein Koax-Kabel und Leitungen für die 
Stromversorgung.
Die Daten in beide Richtungen noch HF-Moduliert übertragen.
(Ich hab da mein Praktikum gemacht)

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