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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ferritperlen oder Ersatz gesucht


Autor: Herbert (Gast)
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Guten Tag zusammen,

ich (Anfänger und Autodidakt) möchte ein Projekt nachbauen, bei dem im 
Schaltplan am Signaleingang Ferritperlen mit der Bezeichnung 
"2200R@100MHz/100mA" verwendet werden. Da noch nie was mit den Dingern 
gemacht habe, wollte ich mal nachfragen, wie man herausfindet, welche 
dafür geeignet sind. Bei Reichelt z.B. finde ich zwar 
"Dämpfungsperlen", aber ohne irgendwelche weitere Angaben.

Mit den 2200R wird wohl die Reaktanz bei 100MHz gemeint sein. Könnte ich 
da auch eine kleine Spule mit 3,3uH verwenden?

Danke

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Das kommt darauf an, was man daraus macht...
Evtl. kannst du das Ding ganz weglassen  ;-)
Was ist das für ein Projekt? Schaltplan?

Autor: Andreas R. (rebirama)
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Im Prinzip ja, aber...

Eine Ferritperle ist auf eine hohe Dämpfung getrimmt 
(Ummagnetisierungsverluste). Eine Drossel ist auf geringe Verluste 
getrimmt.
Kann also sein, dass du dir unerwünschte Resonanzen einhandelst, die bei 
Verwendung der Perle nicht aufgetreten wären.

Eventuell ließe sich die Drossel duch einen RC-Filter ersetzen. Kommt 
auf die Schaltung an.

Autor: Herbert (Gast)
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Ich würde ja bevorzugt die Ferritperle verwenden, weil Sie so im 
Schaltplan drin steht. Das mit der Drossel war nur so eine spontane 
Idee.

Ich würde den Schaltplan ja hochladen, hab aber gerade keinen Scanner 
hier. Und in ASCI ist er mir ein wenig zu umfangreich. Aber vielleicht 
tut es ja auch eine kurze Beschreibung:

Sensorsignal (+-xxmV Wechselspannung 0 bis 5 Hz ---> 
Tiefpassfilter/Verstärker --> AD-Wandler --> Anzeige

Sensor ist so was ähnliches http://www.gereonics.com/respitory.html

Die Perlen könnte man mit Sicherheit auch weglassen, aber ich bau das 
nicht nur nach, damit es funktioniert, sondern auch damit ich was 
dazulerne, deshalb würde ich es gerne so machen, wie in der Vorlage 
beschrieben.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>ich (Anfänger und Autodidakt) möchte ein Projekt nachbauen, bei dem im
>Schaltplan am Signaleingang Ferritperlen mit der Bezeichnung
>"2200R@100MHz/100mA" verwendet werden.

Schau mal hier:

http://katalog.we-online.de/kataloge/eisos/index.p...

>Mit den 2200R wird wohl die Reaktanz bei 100MHz gemeint sein. Könnte ich
>da auch eine kleine Spule mit 3,3uH verwenden?

Nein, daß geht in der Regel nicht, weil du die kräftigen ohmschen 
Verluste eines Ferrites haben willst, wenn du Ferritperlen einsetzt.

Leider ist die Angabe der Impedanz bei einer bestimmten Frequenz nur die 
halbe Miete. Entscheidend für viele Projekte ist, ab welcher Frequenz 
die ohmschen Verluste einsetzen. Das kann darüber entscheiden, ob du 
unerwünschte Resonanzen hast oder nicht. Den meisten 
Schaltungsentwicklern ist das aber garnicht bewußt. Die schauen nur wie 
die kleinen Kinder an Weihnachten mit leuchtenden Augen auf große 
Impedanz...

Kai Klaas

Autor: Herbert (Gast)
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Kai Klaas schrieb:
> Nein, daß geht in der Regel nicht, weil du die kräftigen ohmschen
>
> Verluste eines Ferrites haben willst, wenn du Ferritperlen einsetzt.

Aha. Als Laie hatte ich mir das einfach so gedacht:

Die vom Sensor kommenden Signale machen nur Sinn im Bereich von 0 bis 
5(?)Hz. Alles was darüber liegt ist Müll und muss gefiltert/gedämpft 
werden. Und eine Möglichkeit dazu sind Ferritperlen.

Aber so einfach scheint es wohl doch nicht zu sein :-)

Danke für den Link, aber SMD ist leider nicht für meine dicken Dinger 
geeignet. Deshalb würde ich gerne die "normalen" Ferritperlen verwenden.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Danke für den Link, aber SMD ist leider nicht für meine dicken Dinger
>geeignet. Deshalb würde ich gerne die "normalen" Ferritperlen verwenden.

Die Bezeichnung "2200R@100MHz/100mA" läßt aber schon auf einen 
SMD-Ferrit schließen, denn über Drähte gefädelte Ferritperlen halten 
wesentlich mehr Strom als 100mA aus. Außerdem wirst du 2200R mit einer 
Ferritperle kaum hinbekommen. Das schaffst du vielleicht mit einer 
6-Loch-UKW-Drossel, aber da hast du dann soviel Induktivität zusammen, 
daß es mit Sicherheit irgendwo eine Resonanz gibt.

Letztlich läßt sich ohne Schaltplan gar nicht viel mehr sagen. Poste mal 
den Schaltplan, dann kann man weitersehen...

Kai Klaas

Autor: Herbert (Gast)
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Kai Klaas schrieb:
> Die Bezeichnung "2200R@100MHz/100mA" läßt aber schon auf einen
>
> SMD-Ferrit schließen


Ja, Du hast recht. Aber ich dachte ich könnte da auch ein 
Nicht-SMD-Bauteuil verwenden.


Kai Klaas schrieb:
> Außerdem wirst du 2200R mit einer
>
> Ferritperle kaum hinbekommen.

Ok, dann werde ich Sie wohl doch weglassen.

Vielen Dank für die Auskunft.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Ja, Du hast recht. Aber ich dachte ich könnte da auch ein
>Nicht-SMD-Bauteuil verwenden.

Ich verwende gerne die BL02RN2 von Murata. RS hat sie:

http://de.rs-online.com/web/search/searchBrowseAct...

Die ohmschen Verluste dieser "Perle" sind besonders hoch, was das 
Problem mit den Resonanzen deutlich entschärfen kann. Zwei solcher 
Ferrite in Serie, in Verbindung mit rund 330...470p Kapazität nach Masse 
ergibt ein hochwertiges Tiefpaßfilter gegen EMI, beispielsweise für 
Mikrofonverstärker. Die Resonanzfrequenz liegt bei rund 5MHz. Darunter 
reicht in der Regel die Schwirmwirkung des Kabels.

Kai Klaas

Autor: Ernestus Pastell (malzeit) Benutzerseite
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Es handelt sich wohl eher um eine Funkentstördrossel als eine 
Ferritperle. Der unterschied ist dabei die höhere Windungszahl.

Die schwierigste und wohl unlösbare Frage dürfte den Frequenzgang der 
Impedanz betreffen. Es gibt verschieden Ferritmaterialien. Die meisten 
haben ab 50MHz starke Verluste, andere legen schon bei 5 MHz los. Wenn 
du keine besseren Hinweise auf das Ferritmaterial findest wäre denke ich 
ein  Funkenstördrossel mit 3,3µH oder weniger von Reichelt eine Lösung. 
Geringere Induktivität bedeute geringeres Resonanzrisiko, jedoch auch 
geringere Störunterdrückung.

Autor: Michael Lenz (hochbett)
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Hallo Herbert,

> ich (Anfänger und Autodidakt) möchte ein Projekt nachbauen, bei dem im
> Schaltplan am Signaleingang Ferritperlen mit der Bezeichnung
> "2200R@100MHz/100mA" verwendet werden. Da noch nie was mit den Dingern
> gemacht habe, wollte ich mal nachfragen, wie man herausfindet, welche
> dafür geeignet sind. Bei Reichelt z.B. finde ich zwar
> "Dämpfungsperlen", aber ohne irgendwelche weitere Angaben.
Bei Farnell und RS-Components wirst Du fündig, z. B. hier:

http://de.farnell.com/jsp/search/browse.jsp?N=5000...

> Mit den 2200R wird wohl die Reaktanz bei 100MHz gemeint sein. Könnte ich
> da auch eine kleine Spule mit 3,3uH verwenden?
Eine Ferritperle ist eine stark verlustbehaftete Spule. Bei niedrigen 
Frequenzen verhält sie sich näherungsweise wie eine Induktivität, bei 
hohen Frequenzen (100 MHz ist der gängige Referenzwert) verhält sie sich 
jedoch näherungsweise wie ein ohmscher Widerstand und wandelt die 
Störenergie in Wärme um.

Die Ferritperlen sind nur sinnvoll, wenn tatsächlich hochfrequente 
Störungen auftreten. Bei Anwendungen wie Du sie beschreibst 
(Atemerkennung, 0-5 Hz), ist das nicht ersichtlich.


Gruß,
  Michael

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Die Ferritperlen sind nur sinnvoll, wenn tatsächlich hochfrequente
>Störungen auftreten. Bei Anwendungen wie Du sie beschreibst
>(Atemerkennung, 0-5 Hz), ist das nicht ersichtlich.

Handy...

Kai Klaas

Autor: Michael Lenz (hochbett)
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Hallo Klaas,

>>Die Ferritperlen sind nur sinnvoll, wenn tatsächlich hochfrequente
>>Störungen auftreten. Bei Anwendungen wie Du sie beschreibst
>>(Atemerkennung, 0-5 Hz), ist das nicht ersichtlich.
>
> Handy...
ja, vielleicht. Die Ferritperlen schaden zumindest nicht.

Gruß,
  Michael

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