Hallo,
ich bin Dipl.-Ing. Elektrotechnik (Uni) und suche ein Job, wo 4 Tage pro
Woche (max. 8St./Tag) arbeiten kann. Mir ist die Freizeit sehr wichtig,
deswegen kann ich auf höheres Gehalt zugunsten der Freizeit verzichten.
Kennt jemand, wo und wie man so ein Job kriegen kann?
Gruß,
André
Die meisten Arbeitgeber werden so etwas nicht gerne sehen, vor allem
nicht mit deiner Argumentation. Sie wollen ja auch häufig mal
Überstunden verlangen, und das widerspricht sich deinem Wunsch nach
Freizeit.
Eine Möglichkeit ist, sich eine Geschichte auszudenken. Zum Beispiel
dass du ein Familienmitglied pflegen muss und deshalb die Zeit benötigt.
Das ist aber moralisch eher grenzwertig.
Ansonsten hat man am meisten Chancen in manchen Bereichen bei großen
Konzernen. Wenn man eine echte 35h-Woche hat, kann man vielleicht
verhandeln, dass man seine Stunden in vier Tagen ableistet. Das sind
dann schließlich nur 8,75h am Tag.
Und schließlich hätte man noch die Möglichkeit, selbstständig zu werden.
Aber um da auf eine so geringe Arbeitszeit zu kommen, muss man sich
schon sehr geschickt anstellen.
Stefan , der Zusammenhang mit 35 Std.-Woche ist dir nicht bekannt?
Das bieten doch nur Sklaventreiber an, und dann hast du ganz schlechte
Karten, was die Arbeitszeit anbelangt.
JSBH - den Wunsch würde ich mal in ganz weite Ferne stellen, so du erst
mal einen Job brauchst um deine Freiezit dann irgendwann genießen können
solltest.
Das hört sich nämlich ganz schön abgehoben an.
Noch dazu, daß du wohl bisher sehr wenig berufl. Erfahrungen und Praxis
hast.
Kannst es ja gern mal mit ein paar Versuchen probieren, auch gibt es da
ein passendes Sprichwort - Lehrjahre sind keine .....jahre !
Versuch es doch mal bei einer ZA (Sklaventreiber)!
Viel Glück bei deinem Vorhaben - es läßt aber schon sehr tief blicken,
was es da für Vorstellungen der Arbeit von deiner Seite her gibt.
Die einzige Möglichkeit sehe ich im öffentlichen Dienst. Evtl. bieten
Ämter oder Einrichtungen wie das Fraunhofer Inst. entspr. Betätigungen.
In der freien Wirtschaft kannst du das vergessen.
> In der freien Wirtschaft kannst du das vergessen.
Nö.
Es gibt haufenweise 400 EUR Jobs die keine 20 Stunden die Woche gehen.
Warum nicht auch den 400 EUR Ing ?
Franz schrieb:> - es läßt aber schon sehr tief blicken,> was es da für Vorstellungen der Arbeit von deiner Seite her gibt.
So ein Blödsinn. Vorurteile hast du nicht?
Wer sagt denn, dass er in Stoßzeiten nicht auch Überstunden macht?
Überstunden über 12 Monate sind wohl eher ein Übel, was nicht
erstrebenswert ist. Ich habe eine 35Std.-Woche und genau die mache ich
auch. Wenn es brennt, hau ich auch mal 'ne Weile (1-2 Monate) richtig
ran.
Mehr als 10Std. sind versicherungstechnisch auch nicht erlaubt und der
Arbeitgeber kann mächtig einen auf die Nase kriegen. Bei uns werden alle
Stunden am Tag, die über die 10 hinausgehen, nicht bezahlt. Also gehen
die meisten dann nach Hause. War bei meinem vorherigen Arbeitgeber auch
so.
Wenn es dann nach 1-2 Monaten Überstunden nicht reicht, dann fange ich
an darum zu bitten, das abzustellen. Oder ich verweise schon im Vorfeld
darauf, dass das zeitlich nicht zu schaffen ist.
Ich habe inzwischen 24 Jahre Berufserfahrung, bin mit meiner Einstellung
durchaus auch mal "angeeckt". Aber meine Arbeitsleistungen haben meine
Arbeitgeber (3 an der Zahl) bisher immer zufrieden gestellt, sodaß ich
nie Nachteile hatte. Im Gegenteil, bei Gehaltserhöhungen waren Sie
selten knauserig. Und die Kollegen, die in einem Jahr 200-300
Überstunden abgerissen haben, hatten mir gegenüber nie Vorteile.
Leider gibt es genug Leute wie Franz, die sofort wissen, mit wem sie es
zu tun haben (der ist ein Faulpelz u.s.w.). Deshalb mach ich keine
weiteren Angaben zu meiner Person, noch zu Arbeitgebern, die ich hatte
bzw. jetzt habe, wo soetwas möglich ist. Irgendwer kommt dann darauf wer
ich bin und dann kommt ein "Franz": "Den stellen wir nicht ein, der hat
keine Lust".
"Mehr als 10Std. sind versicherungstechnisch auch nicht erlaubt"
Das hat mit der Versicherung nichts zu tun, sondern steht schlicht so im
Arbeitszeitgesetz. Allerdings erlaubt dies Ausnahmen, wozu durchaus auch
kritische Projektphasen gehören, wenn z. B. Konventionalstrafen drohen.
Es stimmt aber, dass eine Überschreitung sehr kritische Folgen für den
AG haben kann. Allerding eher wenn ein Unfall passiert, der auf
Übermüdung zurückzuführen ist. Dann kann der Vorgsetzte durchaus wegen
Körperverletzung dran sein, was im Extremfall auch eine Haftstrafe nach
sich ziehen kann.
Ansonsten sehe ich das mit der 4 Tage Woche eher kritisch, man kann es
aber in grossen Konzernen versuchen, indem man mit 40 Stunden anfängt
und dann nach der Probezeit auf sein gesetzlich verbrieftes Recht zur
Teilzeitarbeit pocht. Dann geht die Diskussion allerings los, weil der
AG das nur machen muss, wenn es der Job ermöglicht. Ist in der
Entwicklung eher schwierig.
Gruss
Axel
Anonym schrieb:> Die einzige Möglichkeit sehe ich im öffentlichen Dienst.
Würde ich auch sagen, ein Kommilitone von mir, hat bei seiner ersten
Anstellung nur eine 3/4-Stelle bekommen. Was an irgendeiner Universität
oder so.
>Mehr als 10Std. sind versicherungstechnisch auch nicht erlaubt und der
Arbeitgeber kann mächtig einen auf die Nase kriegen.
Das höre ich zum ersten mal bzw. dachte gilt das nur für
Praktikanten/Studenten. Wer schon mal auf Inbetriebnahme in Deutschland
war , weiss das ne 50h Woche zu den entspannten zählt.
Evtl. eine halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni?
Ich habe auch schon über so etwas nachgedacht, da ich Nebeneinkünfte
habe wegen denen es eigentlich nicht nötig wäre zusätzlich einen
Vollzeitjob zu machen.
Im öffentlichen Dienst gibts Stellen die in der Regel auch
Teilzeitgeeignet sind. Institute haben immer mal wieder
Angebote die man auf deren Homepage finden kann.
In der gewerblichen Wirtschaft würde ich sowas nicht erwarten.
Wenn du neu in eine Firma kommst (vor allema als Berufseinsteiger)
kannst du das erstmal vergessen. Würde sowas auch niemals in einem
Bewerbungsgespräch erwähnen, dann kannst du nämlich den Job gleich
knicken.
In der Firma, wo ich arbeite (typischer Mittelstand mit 80
Mitarbeitern), gibt es in der Entwicklung einige Ingenieure, die nur
vier Tage die Woche arbeiten oder 3/4 Tage ableisten. Das sind aber
Entwickler, die von Anfang an dabei sein, und dieses Privileg mit dem
Geschäftsführer verhandelt haben. Ich als Jung-Ing. würde das
wahrscheinlich erstmal nicht durchkriegen.
anonymer , mit Menschenkenntnis und der Arbeit/Wirtschaft bist du bisher
wahrscheinlich weniger in Konflikte geraten.
Hier will niemand irgendjemandem Fremden noch dazu etwas unterstellen,
man antwortet nur auf puren Text und was man daraus liest.
Daß die eigenen Ansichten und Erfahrungen damit reinspielen, und man
halt hier frei von der Leber wegschreibt ist doch wohl so gewollt, für
ein Forum. Und angepisst muß sich niemand fühlen, denn jeder zieht sich
nur die Jacke an, die ihm passt.
Und schua dir mal die folgenden Meinungen an, wo ist da groß der
Unterschied.
Da bist du mit deinem Text wohl eher die positve Ausnahme, so gut geht
es den meisten Fachkräften nämlich nicht.
Und anecken tut man eher dann, wenn einem die Vor- und Weitsicht etwas
aus der Hand gleitet.
Prinzipiell kann doch jeder versuchen was er will und möchte, das wird
hier keiner irgendwie beeinflussen oder können, nur ist die Vorstellung
dessen schon etwas außer der Norm und Relevanz, mehr wollte ich nicht
damit sagen.
Und einschüchtern kann man hier prinzipiell überhaupt niemanden, das
wäre auch lächerlich.
@ Ertel , du weißt aber schon wovon du sprichts?
Wenn sich das für euch nicht lohnen würde, man findet immer einen Weg
zur Vernunft.
Das Arbeitsgesetz ist zwar bloß ein Blatt Papier und nicht viel wert,
solange man nicht damit in Berührung kommt.
Aber mir hat man als Fremdkraft auch schon von einem Dispo die Frage
nach der tägl. Arbeitszeit gestellt, ich sah da wohl etwas müde aus und
hatte auch Termine (Hotlinekontakte) nach 20:00 Uhr auf meinen
Rückmeldungen.
Und die betriebsinternen Fachkräfte dort haben auch ein Auge auf alle
Fremden gelegt, deren Arbeitsplätze haben wir dann wohl etwas gefährdet,
mit den ganzen Überstd.!
Axel deine Meinung rechtfertigt keine Ausnahmen, die gibt es nämlich
nicht.
Der AG hat das so sicherzustellen, daß es keine Probleme mit der
regulären Arbeistzeit gibt.
Und die endet nun mal für Produktivkräfte nach täglich zusammenhängend
10 Std.(zuzügl. ca. 1 Std. Pause) - so ist es.
Und bis zum nächsten Arbeitsbeginn sind dann mindestens 12 Std., incl. 8
Std. Schlaf, frei zu sein.
Wer sich für die Firma kaputtschuftet wird schon wissen warum.
@ Ing. (heute 20:32 Uhr) - du lebst in welcher Welt ?
Bei Dienstleistern kann man das schaffen. Ich kenne jemanden, der hat
eine 35 Stunden Woche in 4 Tagen abgeleistet und hatte dann am Freitag
frei. Aber so viel mehr Freizeit ist das natürlich auch nicht.
Tja lieber Franz,
dann lese dir mal die Werke von Jeremi Rifkin durch. Früher oder später
werden auch die akademischen Berufe von der Automatisierung erfasst
werden.
Ich hatte einmal einen Arbeitgeber, wo ich im Somer 2 Monate unbezahlten
Urlaub nehmen konnte. Das war fuer beide Seiten ein Gewinn, denn im
Sommer viel weniger Arbeit an.
Das ging alles schnell und problemlos: Ein Schriftstueck, wo die 2
Seiten bestaetigen, das Arbeitsverhaeltnis fuer 2 Monate ruhen zu lassen
und danach zu gleichen Bedingungen wieder fortsetzen.
Damals war ich privat krankenversichert und zahlte den Beitrag von
meiner Substanz. Die anderen Sozialversicherungen hat niemand bezahlt.
Ob das rechtens war - keine Ahnung.
Das war mir lieber als das ganze Jahr eine 4 Tage-Woche.
Jetzt bin ich freiberuflich und habe mehr als 2 Monate frei :-)
Ich kann den Wunsch des OP voll und gut verstehen.
Die Zeit ist wertvollste Gut, was wir haben. Es laesst sich nicht
vermehren, noch von anderen klauen.
Auch wenn die Arbeit noch so interessant ist, sie ist und bleibt Arbeit.
Jürgen G. schrieb:>Ich kann den Wunsch des OP voll und gut verstehen.>Die Zeit ist wertvollste Gut, was wir haben. Es laesst sich>nicht vermehren, noch von anderen klauen.>Auch wenn die Arbeit noch so interessant ist, sie ist und>bleibt Arbeit.
Ein Bekannter suchte sich vergangenes Jahr einen neuen Job, mit
vertraglich vereinbarter 4-Tage-Woche. 32 oder 35 Stunden, weiß ich
nicht mehr so genau. Aber es geht! Er sagte mir, er brauche die Zeit für
die Familie und das Kind (wurde gerade geboren) jetzt, und nicht
irgendwann.
Jürgen G. schrieb:> Die anderen Sozialversicherungen hat niemand bezahlt.> Ob das rechtens war - keine Ahnung.
Wenn du zu viel eigene Geld-Reserven als Arbeitsloser hast, sieht es
fast genauso aus.
-Du bist als NLE (Nicht-Leistungs-Empfänger) arbeitssuchend gemeldet.
-Du versicherst dich selbst bei deiner gesetzlichen Krankenkasse, kostet
grob 150€/Monat.
-Du bekommst nach der Arbeitslosigkeit einen Wisch von der Arge über die
Rentenanwartschaft. Die Rentenanwartschaft fehlt dir also, die ist aber
praktisch nichts wert. (Bringt nur Zeit, aber keine Einzahlungen...)
http://www.arbeitslosenselbsthilfe.org/forum/arbeitslosengeld-alg-ii/20799-rentenanwartschaft.html#post179454
>Er sagte mir, er brauche die Zeit für>die Familie und das Kind (wurde gerade geboren) jetzt, und nicht>irgendwann.
vollkommen richtig. So jemand hat die Verantwortung fuer seine Familie
erkannt. Es geht nicht um den Luxus- und Elektronik-Schrott den man
Kindern schenkt, sondern um die Zeit, um ein Gegenueber, das sich Zeit
fuer sie nimmt. Daran krankt die Gesellschaft.
Gestern bei Anne-Will wurde es ja buchstaeblich gesagt (Lygilanti), das
die Menschenwuerde vom Geld abhaengt, das man zur Verfuegung hat.
dagger schrieb:>-Du bist als NLE (Nicht-Leistungs-Empfänger) arbeitssuchend> gemeldet.>-Du versicherst dich selbst bei deiner gesetzlichen> Krankenkasse, kostet grob 150€/Monat.>-Du bekommst nach der Arbeitslosigkeit einen Wisch von der> Arge über die Rentenanwartschaft. Die Rentenanwartschaft> fehlt dir also, die ist aber praktisch nichts wert.> (Bringt nur Zeit, aber keine Einzahlungen...)
Richtig. Da ich mich selbst gerade in solch einer Situation befinde, hab
ich mich damit etwas befasst.
Bei der Rentenanwartschaft, können böse Lücken entstehen, wenn man einen
Monat im Jahr unbezahlten Urlaub nimmt. Es gibt da z.B.
Anrechnungszeiten für die Erwerbslosenrente, wobei über einen Zeitraum
von mehreren Jahren keine einzige Lücke von z.B. einem Monat drin sein
darf, damit die Erwerbslosenrente gültig bleibt. Auch eine Sperre des
Amtes aus beliebigem Grund zerstört dies. Das selbe gilt für
Selbständigkeit über einen Zeitraum, wenn man sich woanders
rentenversichert.
Bei den Einzahlungen bei Arbeitslosigkeit spielt es kaum eine Rolle, ob
man Leistungsempfänger ist oder nicht. Ersterer bekommt, soweit ich
weiß, auch lediglich nur was um die 5,20€ pro Monat vom Amt in die Rente
eingezahlt. Das ist gegenüber gar keiner Einzahlung kaum ein
Unterschied. Beim Hartz-IV-er ist die Rente in vielen Fällen sowieso bis
zum Grundsicherungssatz nach oben aufstockungsbedürftig.
Wenn man also 2 Monate Urlaub braucht, muß man das mit der Firma anders
regeln. Am besten schon im Arbeitsvertrag. Z.B., daß man 11 Monate auf
12 Monate verteilt. Da ist dann das Monatsgehalt etwas geringer, aber
das kommt aufs gleiche raus wie 1 Monat unbezahlter Urlaub. Und man ist
rechtlich bzgl. der Sozialversicherungen auf der sicheren Seite.
Tja lieber Ing.,
du erzählst leider Nichts Neues oder Außergewönliches.
Die gesamte techn. und wirtschaftl. Entwicklung auf dem Planeten läuft
schon seit Menschengedenken in diese Richtung - Industriealisierung bis
in alle Bereiche.
Der Hintergrund ist dabei ganz banal - Kostenreduzierung auf Biegen und
Brechen.
Vergessen sollte man in dem Zusannenhang auch nicht, die Globalisierung
verlagert momentan die nötige und bestehende menschl. Arbeit vorerst mal
in andere Regionen - u.a. Fernost.
Allerings unterschlägst du die derzeitigen Fakten am Arbeitsmarkt und in
den Kostenbilanzen der hiesigen Firmen.
Es ist bwl-technisch erheblich rentabler "einen" Angestellten schön mit
Arbeit und Überstunden "laufen" zu lassen als derer "zwei" mit normalem
Pensum ohne Ü-Std..
Mit "einen" und "zwei" ist das Verhältnis etwas vereinfacht dargestellt.
Daß dazu noch die Kosten allein für den 2. Arbeitsplatz eingespart
werden braucht man wohl nicht extra zu erwähnen.
Das ist und bleibt nun mal purer Kapitalismus, und kein AG ist von
diesen wirtschaftl. Bedingungen ausgenommen.
Und was soll uns deine Aussage
> Verstehe die Aufregung nicht. Der Faktor Arbeit wird in der hochmodernen> Welt doch eh immer weniger.
nun vermitteln?
Daß man sich durch diesen Fakt ganz ruhig Zurücklegen und die weniger
werdende Arbeit genießen soll?
Man bekommt dann auch für die Arbeit, welche man nicht mehr leistet, den
entsprechenden finanz. Ausgleich - H IV!
Danke für deinen grandiosen Beitrag.
Franz schrieb:>Es ist bwl-technisch erheblich rentabler "einen" Angestellten>schön mit Arbeit und Überstunden "laufen" zu lassen als derer>"zwei" mit normalem Pensum ohne Ü-Std..
Das ist nicht nur von BWL-ern so gewollt, sondern auch von Vater Staat.
>Man bekommt dann auch für die Arbeit, welche man nicht mehr>leistet, den entsprechenden finanz. Ausgleich - H IV!
Du bist wohl nicht so richtig im Bilde, und meinst, für Vollzeit-Arbeit
(0-€-Jobs für Hartz-IV-er), gäbe es noch Lohn?
Wo kamen nochmal die Trampoline her, die billiger sind als bei Chinesen?
War das nicht in einer unserer top-wirtschaftlichen Regionen wie
Stuttgart?
Die Chefs, wollten für die TV-Reportage vor 1-2 Jahren nicht vor die
Kamera, und stammelten wirres Zeug...
Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Art Grundeinkommen
hinauslaufen wie es etwa Götz Werner vorschlägt. Eine andere Möglichkeit
sehe ich nicht, da wie gesagt der technische Fortschritt einfach enorm
ist und selbst Spezialistenarbeitsplätze früher oder später von
Maschinen übernommen werden.
Wenn du bereits eine Festanstellung hast kannst du in der Regel
jederzeit in Teilzeit wechseln:
http://de.wikipedia.org/wiki/Teilzeitarbeit#Arbeitsrecht
Wenn nicht, dann würde ich auch nichts von deinen Absichten im
Vorstellungsgespräch erwähnen und auch noch die Probezeit abwarten.
Aber danach hat der Arbeitgeber kaum noch eine Chance sich gegen solch
einen Anspruch zu wehren.
Ich kann dein Anliegen gut nachvollziehen, denke selber auch schon
länger über so einen Schritt nach.
Verdienen tu ich jedenfalls deutlich mehr als ich brauche, nur Freizeit
habe ich zu wenig.
Franz:
>Axel deine Meinung rechtfertigt keine Ausnahmen, die gibt es nämlich>nicht.
Ich bin ja immer ein Freund von Belegen.
Hier also der entsprechende Passus aus dem Arbeitszeitgesetz:
"§ 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer
Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht
überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden,
wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im
Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden."
Soweit so gut. (Übrigends gilt das für eine sechs-Tage Woche, somit ist
das absolute Limit bei 48 Stunden/Woche)
Dann aber in Paragraph 14:
"§ 14 Außergewöhnliche Fälle
....
(2) Von den §§ 3 bis 5, 6 Abs. 2, §§ 7, 11 Abs. 1 bis 3 und § 12 darf
ferner abgewichen werden,
1.
wenn eine verhältnismäßig geringe Zahl von Arbeitnehmern
vorübergehend mit Arbeiten beschäftigt wird, deren Nichterledigung das
Ergebnis der Arbeiten gefährden oder einen unverhältnismäßigen Schaden
zur Folge haben würden,
2.
bei Forschung und Lehre, bei unaufschiebbaren Vor- und
Abschlußarbeiten sowie bei unaufschiebbaren Arbeiten zur Behandlung,
Pflege und Betreuung von Personen oder zur Behandlung und Pflege von
Tieren an einzelnen Tagen,
wenn dem Arbeitgeber andere Vorkehrungen nicht zugemutet werden können."
Und diese Ausnahmen treffen wohl fast immer zu. Und was dem AG zumutbar
ist, ist in Anbetracht des weitverbreiteten "Ingenieurmangels" wohl sehr
dehnbar.
Gruss
Axel
Was haben Automatisierung der Arbeit und bedingungsloses Grundeinkommen
mit der Ursprungsfrage zu tun? Traurig dass in jedem Thread nach 4-5
Beiträgen das große Schwallen anfängt.
@André
Wäre Erwachsenbildung was für Dich? Bei der Bundeswehr habe ich über den
Berufsförderungsdienst an einigen Kursen zur Vorbereitung auf die Uni
teilgenommen. CAD, Mathe usw. Auch ein bisschen Schweißen für den
Heimbedarf. Die Dozenten waren Techniker oder Ingenieure und haben
keinen Hehl daraus gemacht, dass sie keinen Lust auf einen Job in der
Industrie haben. Die Kurse waren aber sonst top.
>Es ist bwl-technisch erheblich rentabler "einen" Angestellten>schön mit Arbeit und Überstunden "laufen" zu lassen als derer>"zwei" mit normalem Pensum ohne Ü-Std..
Da sehe ich eine grosse Gefahr.
Die Arbeit wird damit immer unmenschlicher gemacht. Die wirklich guten
Leute laufen davon, und mit den mittelmaessigen, die durch die
MINT-Werbung angelaufen kommen, sinkt die Qualitaet.
Ich denke, dass vor allem fuer gute Leute, ein angenehmes Arbeitsklima
wichtig ist, und das sollte man nicht mit obiger bwl-Ueberlegung
versauen.
Wenn fuer den OP der Wunsch nach dem 3/4-Tag wichtig ist, aus welchen
Gruenden auch immer, und er eine gute Fachkraft ist, sollte ihm das
moeglich gemacht werden.