Stromloser kühlschrank, verschiedene Entwürfe

OP #1816795
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Hallo zusammen

Ich mus eine Kühlbox bauen (so etwa 60*30 cm) die ihren Inhalt OHNE 
Strom möglichst kühl halten soll. Dazu hab ich mir mal so ein paar 
Varianten durchgedacht. Fest steht, dass ich zur Kühlung Wasser 
verdampfen will, mir ist aber noch nicht klar welches Material ich am 
besten wähle, um das Wasser an der Aussenseite der Box zu verdampfen. 
Kandidaten sind:

Teppich
YTONG-Platte (ca. 5 cm Stark) (Wie sieht es da mit der guten 
Isolierfähigkeit des YTONGS aus?)
Ton-Platte

Eine hohle Wand der Box mit Blähton füllen, die Wand die zur 
Box-aussenseite geht aus einem Sieb bauen, damit das Wasser verdampfen 
kann (Bild)

Welches Material wäre wohl am geeignetsten?

Eine Möglichkeit die mir noch eingefalle ist, um das Ganze ein wenig 
stärker in der Kühlwirkung zu machen, wäre, dass man so Pakete mit 
Silicagel an der Aussenwand befestigt, die nehmen dann den Wasserdampf 
schneller auf und dadurch wird die Box stärker gekühlt. Nachteil dabei 
ist halt, dass man die Pakete in der Sonne wieder trocknen müsste um sie 
wieder einsatzbereit zu machen, und wenn man mal keine Sonne hat hat man 
ein Problem;)
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#1817055
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M. schrieb:
> Ich mus eine Kühlbox bauen (so etwa 60*30 cm) die ihren Inhalt OHNE
> Strom möglichst kühl halten soll.

Ein gasbetriebener Campingkühlschrank braucht keinen Strom, aber das ist 
vermutlich nicht das, was du willst ;-)

> Fest steht, dass ich zur Kühlung Wasser
> verdampfen will,

Mit Wasser-Verdunstungskühlung sind AFAIK so um die 10℃ 
Temperaturdifferenz erreichbar. Für einen Kühlschrank bei sommerlichen 
Temperaturen reicht das bei weitem nicht. Silicagel wird hier auch nicht 
nennenswert helfen, zumal einfach in die Sonne legen zur Trocknung bei 
normaler Luftfeuchtigkeit nicht ausreicht.

Man kann einen Absorberkühlschrank so modifizieren, dass statt des 
Gasbrenners der Verdampfer mit Sonnenenergie geheizt wird 
(Parabolspiegel). Das dürfte prinzipiell der vielversprechendste 
Eigen-Umbau-Ansatz sein, bringt aber naturgemäss Probleme an bewölkten 
Tagen mit sich.

Andreas
Gast #1817093
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Thilo M. schrieb:

>Oder der Absorberkühlschrank wird damit betrieben. :)

Genau da gibt sich noch ein Synergieeffekt.

Ich sah ja bei den Kabellötern und bei Dachteerern draußen oft 
eingefrorene Gasflaschen. Das ist ja im Prinzip auch 
Energieverschwendung.

Ja, man müßte sich mal Gedanken darum machen, einen Absorberkühlschrank 
mit Wärme zu betreiben.

Meine Eltern kauften 1960 einen Absorberkühlschrank. Ich glaube, der war 
von Vorwerk, die mit den guten Staubsaugern. Der tat seinen Dienst gut, 
und brummte auch nicht wie ein Moped in der Wohnung herum, da kein Motor 
drinne ist. Hatte sogar ein Eiswürfelfach. Das vor 50 Jahren. Sowas gibt 
von mir 3 Pluspunkte.
Gast #1817101
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Ja, man müßte sich mal Gedanken darum machen, einen Absorberkühlschrank
> mit Wärme zu betreiben.

Mache ich schon. Ich habe eine große solarthermische Anlage auf dem 
Dach, im Sommer sind Vorlauftemperaturen zwischen 70°C und 115°C an der 
Tagesordnung. Damit heize ich den Kühlschrank (klingt paradox :).
Reicht an Sommertagen, das Bier für das Grillfest zu kühlen.
Gast #1817791
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M. schrieb:
> Wie heiss muss es den werden, um den Absorberkühlschrank betreiben zu
> können? Also mindestens?

Na so heiß, dass die Wasser-Ammoniak-Lösung im inneren verdampft. ;)
Ich habe bei meinem Festgestellt, dass < 60°C nicht mehr viel läuft. Je 
wärmer desto besser. Hängt aber sicher vom Kühlschrank, vom Innendruck 
des Kühlmediums, der beheizten Fläche und der Außentemperatur ab.
Gast #1817991
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M. schrieb:

>Welches Material wäre wohl am geeignetsten?

Ytong oder Ton sollten doch funktionieren. Materialien wie Gips und Putz 
sind aber oft auch wasserdurchlässig, das müßte man vorher prüfen. 
Natürlicher Sandstein ist hervorragend wasserdurchlässig, aber evtl. 
schwerer zu handhaben.

Zufällig wohne ich in einem Sandsteinfelsgebiet. Daher kenne ich 
Kühlboxen im Riesenformat: Hier wurden Häuser früher aus den natürlichen 
Materialien der Umgebung gebaut, eben aus Sandstein. Der Stein hat in 
Häusern hervorragende klimatische Eigenschaften. Auch im heißesten 
Sommer wird niemand eine Klimaanlage benötigen, es ist innen immer 
höchst angenehm. Er saugt wohl von innen auch die Luftfeuchte auf, so 
daß kein Schimmel entsteht, und gibt diese außen wieder ab. Die 
Außenwände sind aber teilweise auch bis zu einem halben Meter dick.

Ein Wasserbehälter auf der Box müßte immer etwas Wasser in den Stein 
fließen lassen. Die Frage, wenn man mal keine Sonne hat, ist höchst 
interessant. Der Stein produziert zwar dann weniger Kühlleistung, ist 
aber auch an sich schon kühler.
Gast #1818057
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Ha-jetzt Aber schrieb:

>Der Wasser-Verdampfungskuehlschrank bringt bei hoher
>Luftfeuchtigkeit nicht mehr sehr viel.

Richtig. Da muß man mal die Einsatzsituationen genauer erörtern, und zu 
welchem Anteil denn eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Da könnte man 
mit einem Lüfter was beheben, oder einem Aufbau drum herum, der einen 
Kamineffekt bringt.
Gast #1818071
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Ha-jetzt Aber schrieb:
> Absorber haben einen miesen Wirkungsgrad.

Das stimmt.
Deshalb sollte man ihn nur verwenden, wenn die Wärmeenergie nahezu 
kostenlos zur Verfügung steht, oder es nicht anders geht.
Die Aufstellung des Teils ist auch nicht ohne, sollte möglichst 'im 
Wasser' stehen, also gerade aufgestellt sein.
OP #1818769
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Ha-jetzt Aber schrieb:
> Der Wasser-Verdampfungskuehlschrank bringt bei hoher Luftfeuchtigkeit
> nicht mehr sehr viel.

aber immerhin ein bisschen, es soll ja halt nur kühler als draussen 
sein;)

Ha-jetzt Aber schrieb:
> Absorber haben einen miesen Wirkungsgrad.

Stimmt so nichtmal. Werden sie mit primärenergie (z.B. Gasflamme) 
betrieben, ist der Wirkungsgrad laut wikipedia etwa gleichhoch wie bei 
nem Kompressorkühlschrank

Wilhelm Ferkes schrieb:
> oder einem Aufbau drum herum, der einen
> Kamineffekt bringt.

das fände ich schon besser, eben, wenn möglich keinen Strom benutzen 
(ein Lüfter wäre aber noch zu verschmerzen;))

Ich werde wohl mal ein paar Versuche mit verschiedenen Materialien 
machen, heiteres Rätselraten bringt uns auch nicht weiter;)

Werd mal schauen ob ich TOnplatten finden kann.

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Ach übrigens: Was haltet ihr von Rigips Platten?
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#2806327
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Hallo, ich denke über ähnliches nach. Da meine Solarthermieanlage im 
Sommer zuviel Wärme erzeugt möchte ich probieren einen Gaskühlschrank 
mit heißem Wasser zu betreiben. Im Prinzip ist es egal mit was die 
Absorberflüssigkeit erwärmt wird.Habe es auch schon mit 12 V u. 230 V 
probiert mit meiner Photfoltaikanlage. Im 12 V Betrieb habe ich 
wesentlich mehr Strom (A) verbraucht wie wenn ich das Teil mit 240V über 
den Sinuswechselrichter laufen ließ. Der Absorber benötigt in der Regel 
ca. 40 - 60Grad d.h. ich könnte mit meiner Anlage gut 8 Monate genuf 
Wärme für das Teil abgeben.

Habe mir aber wirklich noch nicht getraut den Kühlschrank zu zerlegen.
Hat jemand eine Idee wie man das am Besten machen könnte?

Also freue mich auf Tipps u. Ideen. Ich vermute ja dass viele Besitzer 
von Solaranlagen für Heiz u. Brauchwasserunterstützung ebenfalls 
überschüssige Wärme verbraten könnten.

Gruß

Dieter
Persönliche Seite #2806515
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Dieter B. schrieb:
> abe es auch schon mit 12 V u. 230 V
> probiert mit meiner Photfoltaikanlage. Im 12 V Betrieb habe ich
> wesentlich mehr Strom (A) verbraucht wie wenn ich das Teil mit 240V über
> den Sinuswechselrichter laufen ließ.

Verstehe ich das jetzt falsch oder besteht hier ein Verständnisproblem 
bezüglich Leistung, Strom und Spannung?
#2806645
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Peter Pfanne schrieb:
> Verstehe ich das jetzt falsch oder besteht hier ein Verständnisproblem
> bezüglich Leistung, Strom und Spannung?


Ich versteh das so: Bei 12V am Kühlschrank fließen xA. Wenn aus den 12V 
Solarenergie über einen Wechselrichter 230V gemacht werden und diese an 
den Kühlschrank gehen, fließt ein geringerer Strom auf der 12V Leitung.
Eigentlich sollte durch den Wechselrichter nochmal Leistung vernichtet 
werden, d.h. über 230V betrieben müsste mehr Strom auf der 12V-Zuleitung 
fließen.

Zum Thema YTong bzw. Rigips: Ich weiß nicht wie diese Materialien 
reagieren, wenn sie naß werden. Zumindest die normalen (Trochenbau-) 
Rigipsplatten lösen sich bei Nässe ganz schnell in weiße schmierige 
Pampe auf. Wenn schon naß, dann aber ein wasserfester Grundstoff wie 
gebrannter(!) Ton, Sandstein oder sowas. Sand in Stoffsäcken wäre noch 
denkbar. Oder eine Verkleidung mit Wollfilz, das nimmt gut Wasser auf 
und hat eine große Oberfläche.
#2806738
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du willst ja nur "Kühl halten" und nicht ab-kühlen..
also:
für Häuser gibt es doch "Vakuum"-Isolier platten

solche kaufen,
an den ecken noch andere Materialien (z.b. viel styropor)

das hält sicher ein paar tage kühl..


wenn du ab-kühlen wolltest:
beim Verdampfen ist ja das Problem, dass du, um so besser die Isolierung 
ist, immer weniger Effekt hast (außen ist es dann zwar kalt, aber durch 
die isolierung kommt die wärme nicht aus dem "kühlteil" raus..)



(in einen kalten fluss stellen, hilft aber (erfahrungsgemäß) auch
Persönliche Seite #2806754
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Ralf Dreiling schrieb:
> Ich versteh das so: Bei 12V am Kühlschrank fließen xA. Wenn aus den 12V
je nachedem wo Dieter die 12V abgreibt kann das stimmen ...

Robert L. schrieb:
> solche kaufen,
> an den ecken noch andere Materialien (z.b. viel styropor)
>
> das hält sicher ein paar tage kühl..

Dann würde ich aber einfach ein stinknormale große Kühlbox kaufen und 
Eis reinwerfen. Hab ich in den USA kennengelernt. Mit einer gescheiten 
Box und ordentlich Eis hat man sehr lange kalte Getränke, selbst bei 
hohen Außentemperaturen. Der Clou: Viele Boxen haben sogar ein Abfluss 
für das Tauwasser integriert ;-)
#2808557
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Wenn ich das richig verstehe möchte Dieter - der diesen Thread aus der 
Versenkung geholt hat ;) - seine Solaranlage im Sommer nutzen um 
nebenbei noch den Kühlschrank (oder einen Zweitkühlschrank) damit zu 
betreiben.

Das man eine 08/15 Styroporkiste mit Eis befüllen kann, um dann am 
Badesee kühle Getränke zu haben ist ja hinlänglich bekannt aber bei der 
Solaranlage wird das sowieso nix mit dem mitnehmen :D

Wenn man aber die Arbeitstemperatur von dem Kühlschrank runtersetzen 
will (wegen Vorlauftemperatur << Gasflamme/E-Heizung), muss man imho den 
Arbeitsdruck verringern und dazu müsste man den Kältemittelkreislauf 
öffnen.

Das dürfte jedenfalls nicht so ohne weiteres machbar sein.

Auf jeden Fall geht das mit der niedrigeren Arbeitstemperatur auf Kosten 
der Leistung, d.h. man bräuchte eigentlich einen viel größeren Absorber 
um damit noch vernünftige Kühlleistungen zu erzielen.

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