mikrocontroller.net

Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Widerstandsschicht reparieren


Autor: Mark Thalle (bitts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Leute,

ich habe hier ein größeres Poti von Bosch, bei dem die 3 Schleifer die 
Widerstandsschicht durchgeschliffen haben, sodass nun 4 parallele 
Widerstandsbahnen vorhanden sind.
Durch Versetzen des Schleifers zur Widerstandsbahn laufen die Kontakte 
nun wieder auf frischem Widerstandsmaterial.


Gibt es eine Methode, um die Unterbrechungen der Widerstandsbahn 
wenigstens punktweise zu überbrücken?
Ich dachte an Silberleitlack. Hat das schon mal jemand probiert?

Autor: Ziff (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es gibt auch Graphitspray... Wie lange war das Ding denn in Betrieb ?

Autor: Unbekannter (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Also ich würde da versuchen ein neues Poti aufzutreiben (sofern kein 
Spezialpoti), alles andere ist m.M. eine Krampf.

Autor: Mark Thalle (bitts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das Poti gibt es nicht einzeln.
Das Poti ist eingeklebt, festgeschraubt und angeblich dann justiert.



Ein Bild sagt mehr als 100 Worte :-)

So sieht das hier in etwa aus:

http://data.motor-talk.de/data/galleries/0/16/5673...

Autor: RainerK (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nein, nein und nochmal nein.
Verschlimmbessern ist das Einzige was geht.
Bestenfalls braucht man danach das Poti garnicht mehr einbauen und kann 
es gleich der Altstoffsammlung zuführen.

Es grüßt RainerK

Autor: mhh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mark Thalle schrieb:
> ich habe hier ein größeres Poti von Bosch, bei dem die 3 Schleifer die
> Widerstandsschicht durchgeschliffen haben, sodass nun 4 parallele
> Widerstandsbahnen vorhanden sind.

EOL wurde erreicht. Also ersetzen. Reparieren (vor allem dauerhaft) geht 
nicht.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mark Thalle schrieb:

>So sieht das hier in etwa aus:

Das Ding sieht aus wie ein Luftmengenmesser aus einem 1980-er Auto mit 
elektronischer Einspritzung. So ein Teil wird natürlich extrem bewegt 
und beansprucht. Klar, daß das irgendwann durch ist. Da solltest du 
evtl. mal Schrottplätze und Schrotthändler durchforsten...

Autor: Hellboy (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die Schleifköpfe bestehen bei guten Potis aus Graphit.
Bei deinem Gerät besteht der Kopf aus Kupferschleifern (Kupfer-Stahl 
Legierung) da ist das kein Wunder.

Autor: Mark Thalle (bitts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das Teil gehört tatsächlich zu einem Luftmengenmesser. Das Modell wurde 
Anfang der 90er eingeführt.

Da die Stauklappe durch die Ansaugluft im Takt der Ansaugventile des 
Motors angeregt wird, schwingt die Klappe und das Poti permanent hin und 
her.
Dass man sowas mit einem Poti löst, finde ich auch ziemlich beschränkt.

Ich möchte die Widerstandsbahn zuerst probeweise reparieren, um zu 
sehen, ob der schlechte Motorlauf daher kommt. Wenn das dann nicht 
dauerhaft hält, dann kaufe ich mir ein neues Teil.

Das Problem ist im Moment, dass parallel zu der Widerstandsbahn 
justierte Widerstände angebracht sind. Das sind diese eckigen Dinger. 
Von diesen Widerstanden gehen kleine Leiterbahnen bis zur 
Widerstandsschicht.

Wenn ich den Widerstand der Schleifers messe, dann startet der in der 
Nullstellung bei ca 90 Ohm, steigt dann innerhalb von 10-20% schnell auf 
300 Ohm, steigt dann bis 80% auf 900 Ohm und sinkt dann wieder auf 650 
Ohm bei 100% Auschlag.

Ich vermute, dass das daher kommt, dass die Widerstandsschicht nun durch 
die 3 Schleier in 4 Bahnen geteilt ist, die parallel laufen. Statt einer 
halbwegs proportionalen Widerstandsänderung kommt da nun etwa Unstetiges 
heraus.



Die Schleifer habe ich zur Widerstandsschicht leicht versetzt, sodass 
die Schleifer auf frischem Material laufen. Jetzt wollte ich punktweise 
die vier Wiederstandsbahnen mit Silberleitlack verbinden. Die Schleifer 
würde nicht darüber laufen.

Blöderweise ist mein Silberleitlack eingetrocknet.
Weiß jemand, wie man das Zeug von Conrad verdünnen kann?
Geht das mit Nitroverdünnung? Das Zeug riecht zumindest stark danach.

Autor: mhh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mark Thalle schrieb:
> Wenn ich den Widerstand der Schleifers messe, dann startet der in der
> Nullstellung bei ca 90 Ohm, steigt dann innerhalb von 10-20% schnell auf
> 300 Ohm, steigt dann bis 80% auf 900 Ohm und sinkt dann wieder auf 650
> Ohm bei 100% Auschlag.

Das wird an der anliegenden Beschaltung liegen und nicht am Poti. Mit 
dem Zerteilen der Widerstandsbahn hat sich nur der Gesamtwiderstand 
etwas erhöht, weiter nichts. Eine Querverbindung durch Silberleitlack 
ändert daran nichts, außer das Spannungstreppen entstehen.

Autor: Sepp (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Denk mal in Ruhe nach.

Eine Widerstandsbahn beim Poti hat einen bestimmten
Widerstand. Der Schleifer hat die Bahn geteilt, der Widerstand
wurde also etwas größer.
Du möchtest die Teilung, wenn ich das richtig verstanden habe,
per Leitlack reparieren, also die Widerstandsbahn durch Leitlack
ersetzen.
Was "tut" Leitlack? Er leitet! Somit dürfte die Widerstandsbahn
vermutlich kurzgeschlossen werden.

Oder sehe ich das falsch??

Autor: Mark Thalle (bitts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ mhh

Die Widerstände, die parallel zur Widerstandsschicht geschaltet sind, 
sind niederohmiger.
Wenn ich von Masse gegen den nächsten Widerstand messen, habe ich 70 
Ohm.
Beim nächsten Widerstand sind es 100 Ohm, dann 130 Ohm, usw.
Also an den Widerständen gemessen ergibt sich ein stetig steigender 
Widerstand gegen Masse.

Am Schleifer messe ich aber nur bis ca. 80% einen stetig steigenden 
Widerstand. Danach sinkt der Widerstand wieder.
Ich habe mir zwar das Widerstandsnetzwerk nicht aufgemalt und 
ausgerechnet, aber für mich sieht das logisch aus, denn bei 
Vollausschlag ist die Strecke vom Schleifer bis zum nächsten Widerstand 
kleiner, als wenn der Schleifer in der Mitte steht. In der Mitte kann 
der Strom nämlich von den unteren beiden Widerstandsbahnen nicht auf 
direktem Weg zum nächstgelegenen parallel geschalteten Widerstand 
fließen, sondern muss erst entlang der gesamten abgetrennten 
Widerstandsbahn fließen.
Die Widerstandsbahn hat vermutlich einen deutlich höheren Widerstand, 
als die parallel geschalteten Widerstände.

Spannungstreppen müssten auch im Originalzustand vorhanden sein, weil 
die parallel geschalteten Widerständen in regelmäßigen Abständen an die 
Widerstandsbahn angeschlossen sind. Das scheint kein Problem zu sein.


@Sepp
Ich möchte die Rillen, die die Schleifer in die Widerstandsbahn gefräst 
haben, nicht komplett mit Leitlack überdecken, weil der Leitlack 
vermutlich einen deutlich niedrigeren Widerstand hätte, als die 
Widerstandsbahn selbst.

Ich möchte jede Rille an vielleicht 4 oder 8 Stellen überbrücken. Das 
wird dann natürlich nicht so wie im Original, aber der Strom müsste in 
der Mitte nicht entlang der kompletten Widerstandsbahn fließen, sondern 
könnte die Abkürzung über die Leitlackbrücken zum nächstgelegenen 
parallel geschalteten Widerstand nehmen. So in etwa müsste das ja auch 
im Original funktionieren.

Die Rillen sollen also keinen Kurzschluss entlang der Widerstandsbahn 
herstellen, sondern nur radial.

Autor: Andreas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

wenn du kein neues Teil kaufen kannst / willst, kann ich dir von 
Austriamicrosystems die Magnetfeldsensoren in Chipform wärmstens 
empfehlen. Das ist zwar etwas bastelarbeit aber damit kannst du quasi 
das Poti ersetzen und da das ganze ohne mechanische Schleifkontakte geht 
gibts auch keinen Verschleiß mehr. Den Strom schaltet das IC natürlich 
nicht direkt sondern dann halt ein Leistungs-OP oder im Einfachsten Fall 
ein Fet oder Transistor.

Autor: mhh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mark Thalle schrieb:
> Spannungstreppen müssten auch im Originalzustand vorhanden sein, weil
> die parallel geschalteten Widerständen in regelmäßigen Abständen an die
> Widerstandsbahn angeschlossen sind. Das scheint kein Problem zu sein.


Damit ist die Lage der Leitlackpunkte ja schon vorgegeben, wenn Du es 
wirklich so machen willst.

Autor: Mark Thalle (bitts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dieses Verschleißteil durch einen kontaktlosen Sensor zu ersetzen hätte 
schon seinen Reiz, aber mein alter Wagen würde einen neuen 
Luftmengenmesser vermutlich nicht überleben und ein Umbau ist bestimmt 
nicht ganz billig.
Der TüV könnte dabei auch noch meckern.

Beim Googeln nach Austraimicro habe ich so gut wie nichts gefunden. Hast 
du dazu mal einen Link? Mit Drehwinkelsensoren habe ich mich bisher noch 
nicht beschäftigt. Das würde ich mir gerne mal ansehen.


@mmh
Die Lage der Leitlackbrücken müsste meiner Meinung nach egal sein. Je 
kleiner die sind, desto weniger störe ich die umgebende 
Widerstandsschicht und je mehr es sind, desto linearer müsste es werden. 
Vielleicht setze ich auch erstmal eine kleine Brücke in die Mitte und 
gucke, ob es dadurch linearer wird. Danach kann ich dann die 2 Segmente 
wieder in je 2 Hälften teilen und erhalten 4 Segmente, usw.

Und wenn sich dann der im Moment räudige Motorlauf verbessert, dann weiß 
ich, dass ich an der richtigen Schraube gedreht habe :-)

Autor: mhh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mark Thalle schrieb:
> Die Lage der Leitlackbrücken müsste meiner Meinung nach egal sein. Je
> kleiner die sind, desto weniger störe ich die umgebende
> Widerstandsschicht und je mehr es sind, desto linearer müsste es werden.

Ist nicht egal.

Mark Thalle schrieb:
> weil
> die parallel geschalteten Widerständen in regelmäßigen Abständen an die
> Widerstandsbahn angeschlossen sind.

Das sind die Punkte.

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sorry, aber auf deinem Photo kann ich kein "durchgeschliffen" erkennen, 
die Bahnen glänzen nur weil sie glattgeschliffen sind.

Vielleicht liegt's am Photo....

Wenn das Ding wirklich kaputt sein sollte, dann reparier nicht das Poti, 
sondern hol dir einen neuen LMM (bzw. einen weniger gebrauchten vom 
Schrott, äh, eBay). Alles andere ist Murks.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.