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Forum: Platinen KiCad: Mehrere Leiterbahnzüge für gleiches Netz?


Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Hallo mal wieder! :-)

Einfaches Problem (bisher nur noch nie benötigt):
Wir haben auf einem Layout gewinkelte 6,3mm-Flachsteckzungen (siehe 
Bild) verbaut, über die ordentliche Ströme (>10A) gehen sollen. Um die 
Ströme im Layout möglichst gut aufzuteilen, möchte ich die Zungen gerne 
sowohl vorder- als auch rückseitig mit den Verbrauchern verbinden, also 
zwei Leiterbahnen auf zwei verschiedenen Lagen von einem Pad zum 
nächsten führen.

Leider löscht mir KiCad bei Verlegung der zweiten Bahn die erste (auch 
bei DRC off).

Prinzipiell würde es zwar auch die Möglichkeit geben, den Zungen einfach 
zwei Pins zu verpassen, aber das empfinde ich als Murks und ist einfach 
"hässlich" :-)

Kennt jemand eine saubere Lösung à la "Lasse in diesem Netz bitte 
mehrere Leiterbahnen zu"?

Chris D.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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Das ist der Nachteil der undokumentierten und kostenfreien Lösungen.
Bei deinem Umsatz kannst du dir eigentlich auch ein System für 
Erwachsene zulegen.
Sorry, diesen Kommentar wollte ich mir nun wirklich nicht verkneifen.

Also, wenn alle Strippen reißen, verlege den Leiterzug einfach als 
2-D-Line und verpasse dieser Leine dann den zugehörigen Netznamen. Die 
Verlegung dieses Pseudoleiterzuges sollte dann so bleiben, weil eine 
Linie nicht ruhtbar ist.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Bürovorsteher schrieb:
> Das ist der Nachteil der undokumentierten und kostenfreien Lösungen.
> Bei deinem Umsatz kannst du dir eigentlich auch ein System für
> Erwachsene zulegen.
> Sorry, diesen Kommentar wollte ich mir nun wirklich nicht verkneifen.

Ich kann Deine Argumente verstehen :-)

Bisher waren wir mit KiCad aber durchaus zufrieden zumal bei uns die 
Elektronik nur "Hilfswissenschaft" ist.
Das Entwerfen einer Platine ist hier ein recht seltener Vorgang (im 
Schnitt 4-5mal pro Jahr) und auch nicht "hightech" - also nix mit BGA 
etc. (dafür allerdings viele selbstentwickelte Bauteile).
Autorouting haben wir noch nie benötigt - es ist auf dem Epoxyd einfach 
"zu wenig los" ;-) Durch die relativ geringen Stückzahlen ist oft 
Handbestückung angesagt, dementsprechend großzügig legen wir die 
Platinenmaße aus. Auf der anderen Seite benötigt man zur Entflechtung 
schon viel Insiderwissen - sonst hätte ich das wohl schon extern 
vergeben.

Für größere Investitionen machen wir in dem Bereich einfach zu wenig.

> Also, wenn alle Strippen reißen, verlege den Leiterzug einfach als
> 2-D-Line und verpasse dieser Leine dann den zugehörigen Netznamen. Die
> Verlegung dieses Pseudoleiterzuges sollte dann so bleiben, weil eine
> Linie nicht ruhtbar ist.

Ok, das versuche ich, wenn sie gerissen sind ;-)

Chris D.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Chris.

> Einfaches Problem (bisher nur noch nie benötigt):

Das einfachste ist manchmal das komplizierteste.

> Um die
> Ströme im Layout möglichst gut aufzuteilen, möchte ich die Zungen gerne
> sowohl vorder- als auch rückseitig mit den Verbrauchern verbinden, also
> zwei Leiterbahnen auf zwei verschiedenen Lagen von einem Pad zum
> nächsten führen.

Was genau meinst Du jettzt? Du willst beide Pinne anschliessen? Das ist 
einfach. Im Schaltplan machst Du nix weiter, da ist/bleibt der Stecker 
ein einzelner Anschluss. Im Footprint legst Du halt zwei Pads an (Du 
hast ja auch zwei Pinne) und gibst ihnen DIESELBE Nummer. Das langt erst 
einmal für einen Anschluss an jeden der Pinne.

> Leider löscht mir KiCad bei Verlegung der zweiten Bahn die erste (auch
> bei DRC off).

Wenn Du jetzt beide Pins von oben und unten Anschliessen willst, hast Du 
sogar vier Anschlüsse. Zwei kanst Du mit den gleichnummerierten Pads 
direkt nach belieben Anschliessen......
Das KiCAD eine Ebene löscht, wenn Du den gleichen Zug auf einer anderen 
Ebene ausführst, ist mir schon angenehm aufgefallen, wobei sich mir aber 
auch schon theoretisch genau Dein Problem stellte.

> Prinzipiell würde es zwar auch die Möglichkeit geben, den Zungen einfach
> zwei Pins zu verpassen, aber das empfinde ich als Murks und ist einfach
> "hässlich" :-)

Naja, bei Eagle habe ich einzel Hochstromschraubklemmen mit 8, 12 und 16 
Pinnen dann im Schaltplan auch mit 8, 12 und 16 Pinnen  versehen. :-)

>
> Kennt jemand eine saubere Lösung à la "Lasse in diesem Netz bitte
> mehrere Leiterbahnen zu"?

Zumindest denke ich, gibt es eleganteren Murks. :-)

Mir fallen auf Anhieb zwei verschiedene Lösungen ein, von denen ich aber 
nur eine ausprobiert habe.

A) Die ausprobierte. Im Footprint zwei Pads, für jeden Pin eins, 
anlegen, und mit derselben Nummer versehen. Im Modul noch auf mindestens 
entweder Vor- oder Rückseite, am besten auf beiden, in den Kupferlagen 
eine Verbindung zeichnen. Das ist bei breiteren mühselig, weil Du nur im 
Silkscreen mit der im silkscreen deftgelegten Breite malen kannst, und 
das dann einzeln auf die gewünschte Lage übertragen musst. Für breite 
Verbindungen must Du zig solcher Striche nebeneinanderlegen. Aber es 
funktioniert, und bisher hat auch der DRC noch nie gemeckert.
Beim Routen bekommst Du zwei Luftlinien gezeigt, eine meist als 
Verbindung zwischen den Pads, aber das springt um, sobald Du die anfasst 
und an eine andere Stelle desselben Potentials ziehst. Nun verbindest Du 
eine auf der Vorder, und eine auf der Rückseite.
Ist auf jeden Fall eleganter als das Verfahren bei Eagle 4.16 mit zig 
Anschlüssen im Schaltplan, was aber als Problemlösung auch ginge. :-)

B) Du legst vier Pads an. Jeweils zwei übereinander. Dann editierst Du 
die dergestalt, das sie alle dieselbe Nummer haben, UND 
übereinanderliegende Pads jeweils getrennt nur eine Lage, Vorder- und 
Rückseite abdecken. Also beim Editieren jeweils eine Lage abwählen.
Wäre eigentlich die eleganteste Lösung, weil sie die Realität eigentlich 
am besten abbildet. Anlegen kannst Du die Pads so, habe ich gerade 
getestet, aber was dann konkret beim Routen passiert, konnte ich bisher 
nicht austesten. Denkbare Probleme wären, das die Metallisierung der 
Bohrung schon als ausreichende Verbindung interpretiert wird, oder das 
die trennung der Lagen zu überhaupt keiner Metallisierung der Bohrung 
führt (unwahrscheinlich). Ebenfalls nicht weiss ich, wie DRC und 
Autorouter das sehen. Ein weiteres Problem entstände, wenn Du diesen 
Footprint klassisch einseitig anschliessen möchtest. KiCAD wird Dir 
garantiert nahelegen, ALLE Verbindungen auszuführen. Nun gut. Zeichnest 
Du die Verbindung halt doppelt. Da solche Hochstromverbindungen aber 
meist Sonderfälle sind, empfehle ich eher, die Footprints klassisch 
anzulegen und dann bei Bedarf wärend des Routens zu bearbeiten.
Berichte mal, wie es geklappt hat. ;-)


Anmerkung: Von oben und unten kann u.U. auch Vorteile bezüglich der 
Redundanz haben. Bei Orcad habe ich daher früher bei sowas gerne 
Leiterbahnen auf das andere Layer kopiert.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Guido (Gast)
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Reicht es nicht unter Einstellungen->Allgemein das auto-entfernen-von-
Leiterbahnen abzuschalten?

Gruß, Guido

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Guido schrieb:
> Reicht es nicht unter Einstellungen->Allgemein das auto-entfernen-von-
> Leiterbahnen abzuschalten?

Argh, NATÜRLICH!
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ...

Das meinte ich mit "nicht hässlicher" Lösung ;-)

Vielen Dank!

Chris D.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Guido.

> Reicht es nicht unter Einstellungen->Allgemein das auto-entfernen-von-
> Leiterbahnen abzuschalten?

Uuups - Und ich habe immer gedacht, das hätte irgendwas mit dem 
Autorouter zu tun. Aber gute Idee, das muss ich auch mal probieren.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Bernd Wiebus schrieb:
> Hallo Guido.
>
>> Reicht es nicht unter Einstellungen->Allgemein das auto-entfernen-von-
>> Leiterbahnen abzuschalten?
>
> Uuups - Und ich habe immer gedacht, das hätte irgendwas mit dem
> Autorouter zu tun.

Ja, das dachte ich auch ;-)

> Aber gute Idee, das muss ich auch mal probieren.

Funktioniert wunderbar :-)

Chris D.

Autor: Simon Budig (nomis)
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Bernd Wiebus schrieb:
>> Reicht es nicht unter Einstellungen->Allgemein das auto-entfernen-von-
>> Leiterbahnen abzuschalten?
>
> Uuups - Und ich habe immer gedacht, das hätte irgendwas mit dem
> Autorouter zu tun. Aber gute Idee, das muss ich auch mal probieren.

Also, dieses automatische Entfernen einer parallelen Leiterbahn halte 
ich ja für eins von den Killerfeatures von KiCad. Man kann halt einfach 
eine Leiterbahn neu verlegen, indem man an einem Punkt anfängt, den 
neuen Weg malt und Kicad dann den alten Weg löscht. Finde ich sehr 
clever gelöst. Wenn ich dran denke, was sowas immer für eine Fummelei 
mit Eagle ist...

Viele Grüße,
        Simon

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Simon Budig schrieb:

> Also, dieses automatische Entfernen einer parallelen Leiterbahn halte
> ich ja für eins von den Killerfeatures von KiCad. Man kann halt einfach
> eine Leiterbahn neu verlegen, indem man an einem Punkt anfängt, den
> neuen Weg malt und Kicad dann den alten Weg löscht. Finde ich sehr
> clever gelöst. Wenn ich dran denke, was sowas immer für eine Fummelei
> mit Eagle ist...

Ja, das empfinde ich auch als sehr angenehm. Bei Eagle geht das nicht?
Kann ich mir fast nicht vorstellen.

Jetzt weiss ich ja auch, wie man es in den wenigen Spezialfällen 
abschalten kann :-)

Sehr gut implementiert sind meiner Meinung nach mittlerweile auch die 
Flächenfunktionen.

Was mich noch etwas stört sind Leiterbahnfragmente etc. die manchmal 
nach Löschaktionen übrigbleiben und man dann manuell die Oberfläche 
auffrischen muss.
Gibt es die Möglichkeit, die Auffrischung z.B. nach dem Legen/Löschen 
einer Leiterbahn automatisch aufzurufen?

Chris D.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Chris und Simon.

> Also, dieses automatische Entfernen einer parallelen Leiterbahn halte
> ich ja für eins von den Killerfeatures von KiCad.

Das ist auch super. Macht das Handrouten so schnell und leicht wie das 
Malen mit Fingerfarben. ;-)

>> eine Leiterbahn neu verlegen, indem man an einem Punkt anfängt, den
>> neuen Weg malt und Kicad dann den alten Weg löscht. Finde ich sehr
>> clever gelöst. Wenn ich dran denke, was sowas immer für eine Fummelei
>> mit Eagle ist...
>Ja, das empfinde ich auch als sehr angenehm. Bei Eagle geht das nicht?
>Kann ich mir fast nicht vorstellen.

Also mein Eagle 4.16 kann es nicht. Dazu ist immer ein separates "ripup" 
erforderlich. Mag sein, daß es neuere auch können.

> Jetzt weiss ich ja auch, wie man es in den wenigen Spezialfällen
> abschalten kann :-)

Das WAR einer der Punkte, wo ich immer etwas Bedenken hatte. Darum habe 
ich mir ja auch den Kopf mit den Workarounds gemacht.


> Gibt es die Möglichkeit, die Auffrischung z.B. nach dem Legen/Löschen
> einer Leiterbahn automatisch aufzurufen?

Nicht das ich wüsste. Was nicht heisst, das man es nicht vieleicht doch 
irgendwo konfigurieren kann. Aber der Shortcut "F3" funktioniert bei mir 
auch recht flott, und da ich eigentlich immer nur uralt Büchsen von 
Rechner habe, wäre ein permanenter Refresh vieleicht manchmal etwas 
träge. ;-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Hintermbürovorstehersteher (Gast)
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@Bürovorsteher:

Schreib' halt gleich bei welchem CAD Programm Hersteller Du arbeitest!

Eagle?

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