mehrfach nutzbare Etiketten?

OP (Firma: Q3) #1832169
Lesenswert?

An vielen Stellen in Lagerwirtschaft und Logistik werden Etiketten oder 
Begleitkarten benötigt, deren Inhalt nach kurzer Zeit nicht mehr aktuell 
ist. Übicherweise werden diese dann entsorgt und neu gedruckt - eine 
gigantische Verschwendung.

Meine Überlegung geht nun in folgende Richtung: Jeder kennt die 
magnetisch arbeitenden Kinder-Maltafeln ("magic doodle"), die auf dem 
sog. magnetophoretischen Prinzip beruhen. Die bestehen aus schwarzen 
Metallspänen, die zusammen mit einer weissen Paste in wabenförmige 
Zellen zwischen zwei durchsichtigen Kunststoffplatten eingesperrt sind. 
Nähert sich ein Magnet, werden die Späne angezogen und verdrängen die 
weisse Paste vom "Frontfenster" - die Zelle verdunkelt sich nach Aussen 
hin. Zum Löschen lässt man einen Magneten von der anderen Seite 
einwirken - die Späne werden zur Rückseite gezogen und die weisse Paste 
bestimmt wieder das Aussehen der Vorderseite ...

In diesen Maltafeln sind die Zellen allerdings so groß (3..5 mm), dass 
man keine sehr große Informationsdichte erreichen kann, z.B. Barcodes 
sind nahezu unmöglich.

Aber ginge das nicht auch feiner? Oder gibts das evtl. schon - der 
Gedanke ist ja irgendwie naheliegend. Leider konnte ich Nichts 
dergleichen im Web finden ...

Zur Beschriftung stelle ich mit eine Art "Drucker" vor, der beim 
Durchschieben einer solchen Tafel diese mit einer Zeile von Magnetköpfen 
- ähnlich einem Thermodrucker - auf ganzer Breite beschriftet ...

Frank
Persönliche Seite #1832173
Lesenswert?

"Statischen" Teil ausdrucke und laminieren, und dann mit abwischbarem 
Folienstift draufschreiben?
Oder einen "Folienstiftdrucker"/Plotter ;)

Das Problem wird aber sein, das spätestens wenn mal was verwischt (ob 
nun FOlie oder "Magnet" die Sache in die Tonne fliegt.

Alternativ: Alles mit RFID Tags ausstatten und eine passenden Leser 
dazu: Nun kann man bequem in der Software den zugeordneten "Inhalt" des 
Tags ändern...
Persönliche Seite #1832222
Lesenswert?

Die Technik für mehrfach verwendbare "Etiketten" existiert bereits, 
allerdings ist der Kostenfaktor tödlich.

Das ganze nennt sich "Electronic Ink", das ist ein statisches Display, 
das nur bei Änderung des Inhaltes elektronisch angesteuert werden muss.

Es gibt allerdings andere Konzepte für wiederverwendbare 
Etikettierungssysteme - wenn das Etikett nur eine Nummer enthält, kann 
es beliebig oft wiederverwendet werden, da der Bezug zwischen Nummer und 
dem Gegenstand, an dem das Etikett befestigt ist, in einem Computer 
gespeichert ist.

Hier bieten sich maschinenlesbare Etiketten an, am etabliertesten sind 
hier Barcodes.

Eine nicht ganz unumstrittene Alternative sind RFID-Etiketten, die 
berühungslos und ohne Sichtkontakt ausgelesen werden können.
Diese können im einfachen Falle auch eine eindeutige Nummer speichern, 
im "komfortableren" Falle aber können sie auch umprogrammiert werden, um 
komplexere Inhalte aufnehmen zu können.
OP (Firma: Q3) #1832248
Lesenswert?

> Die Technik für mehrfach verwendbare "Etiketten" existiert bereits,
> allerdings ist der Kostenfaktor tödlich.
> Das ganze nennt sich "Electronic Ink", das ist ein statisches Display,
> das nur bei Änderung des Inhaltes elektronisch angesteuert werden muss.

Ja, das sind die Displays wie in EBook-Readern. Da hängt ja die ganze 
Steuerelektronik mit dran ..

> Es gibt allerdings andere Konzepte für wiederverwendbare
> Etikettierungssysteme - wenn das Etikett nur eine Nummer enthält, kann
> es beliebig oft wiederverwendet werden, da der Bezug zwischen Nummer und
> dem Gegenstand, an dem das Etikett befestigt ist, in einem Computer
> gespeichert ist.

Dann braucht man aber das Etikett nicht zu ändern, es ändert sich der 
Datenbank-Eintrag. Nachteil: nur mit Lesegerät und DB-Anbindung machbar.

> Hier bieten sich maschinenlesbare Etiketten an, am etabliertesten sind
> hier Barcodes.

dito

> Eine nicht ganz unumstrittene Alternative sind RFID-Etiketten, die
> berühungslos und ohne Sichtkontakt ausgelesen werden können ...

Darüber hinaus kenne ich noch die elektronischen Preisschilder, wie sie 
z.B. in der Metro an den Regalen hängen: Ein kompletter Mikrocontroller 
mit IR-Schittstelle, Akku und LC-Display (gemischt Matrix, 7-Segment).

Was ich meine und suche sind tatsächlich wiederbeschriftbare und (auch) 
nicht-elektronisch im Klartext lesbare Etiketten bzw. Info-Tafeln. Die 
magnetophoretische Variante ist gegen Verwischen relativ sicher, solange 
nicht gerade Magnete damit gekennzeichnet werden - kommt aber in einer 
Druckerei z.B. selten vor.

Frank
#1832475
Lesenswert?

Der Vorschlag mit den Nummernetiketten, die einfach wiederverwendet 
werden, hat einen ganz gravierenden Haken: Die Eindeutige Verbindung 
zwischen der Nummer un dem Etikettierten Gegenstand geht verloren. Damit 
führt man nicht mehr über den Gegenstand Buch, sondern über die 
"Schublade", in der er gerade liegt.

Frank Esselbach schrieb:
> An vielen Stellen in Lagerwirtschaft und Logistik werden Etiketten oder
> Begleitkarten benötigt, deren Inhalt nach kurzer Zeit nicht mehr aktuell
> ist. Übicherweise werden diese dann entsorgt und neu gedruckt - eine
> gigantische Verschwendung.

Hm und die Kosten für die Verwaltung und Handhabung der 
wiederverwendbaren Etiketten? Die könnten die Kosten für das Neudrucken 
eines Etiketts sehr schnell um ein Vielfaches übertreffen.
Persönliche Seite #1832485
Lesenswert?

Aber wo es doch eine gigantische Verschwendung ist ...

Wenn ich mir ansehe, wie in Lagerwirtschaft und Logistik alleine mit 
Verpackungsmaterial umgegangen wird, und wie dort mit Papier im Sinne 
von Liefer-/Bestell-/Sonstwas-Schein umgegangen wird, dann halte ich 
Wegwerf-Etiketten für ein deutlich nachrangiges Problem. Man muss die 
ja nicht unbedingt mit einem Thermosublimationsdrucker auf Photopapier 
drucken.
#1832658
Lesenswert?

RFID hätte aber den Nachteil das man mit dem Scanner umständlich
erst eine Gruppe von Lagereinheiten scannen muss bis man das
Gesuchte gefunden hat.
Ein Supermarkt hatte mal zu Testzwecken anstelle der Preisetiketten
LCD-Displays die über Infrarot (von der Decke) programmiert wurden.
Da waren dann Änderungen kein Thema mehr, weil der Zentralrechner
das in Null-Komma-Nichts erledigt hat, notfalls auch mehrfach am Tag.
#1832886
Lesenswert?

Mike Hammer schrieb:
> Ein Supermarkt hatte mal zu Testzwecken anstelle der Preisetiketten
> LCD-Displays die über Infrarot (von der Decke) programmiert wurden.
> Da waren dann Änderungen kein Thema mehr, weil der Zentralrechner
> das in Null-Komma-Nichts erledigt hat, notfalls auch mehrfach am Tag.

Das ist aber nicht der typische Fall in Lagerwirtschaft und Logistik.
OP (Firma: Q3) #1832943
Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Sicher? Ich meine das man die auch durch schütteln "Resetten" konnte...

Nee, da verwechselst du was. Was du meinst, ist die Variante mit feinem 
Metallstaub. Gezeichnet wird in diesem Falle mit zwei Knöpfen, die einen 
Stift in einem Koordinatensystem führen. Dabei wird von Innen der Staub 
von einer Scheibe bzw. Folie "abgekratzt". Durch Schütteln löscht man 
die Zeichnung, weil danach wieder überall der Staub anhaftet ...

Ich habe das Gefühl, dass niemand das Anfangsposting wirklich gründlich 
gelesen hat.

Es geht übrigens nicht um eine Versandabteilung, sondern um die 
Kennzeichnung von Halbfabikaten während des Produktionsdurchlaufes durch 
eine Druckerei und Buchbinderei. Nach jeder Verarbeitungsstation werden 
neue sog. "Palettenfahnen" gedruckt ...
(Firma: Nisch-Aufzüge) Persönliche Seite #1833597
Lesenswert?

Zurück zum Ursprung: Karteikarten mit Artikelbezeichnung in Kartenhalter

Dazu Ziffeernchips in dezimai angeordnete Felder für Stückzahlen oder 
mechanische Ziffernrädchen rastend

Das gab es alles lange vor jeder Elektronik rein mechanisch und war in 
Logistikcentern, welche noch nicht so hießen, so üblich eine 
Lagerfachkarte in jeder Krauterbude.
Gast #1833778
Lesenswert?

Karteikarten mit Bleistift beschriften, nach Benutzung mit dem 
Radiergummi
saubermachen, nach Größe sortieren und bei Bedarf neubeschriften.
Man kann die Beschriftung selbstverständlich auch mit Tipp-Ex zumalen.
Hamwa früha imma so jemacht.
Persönliche Seite #1833991
Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Läubi .. schrieb:
>> Und so Lebensmittelfarbe drucker gibt es sogar bereits!
> Dann müßte man ja nur noch druckbare Gewürze entwickeln.
Ich warte sowieso daruaf bis die Rapid-Prototyping Technik von der 
Lebensmittelindustrie entdeckt wird für ganz "spezielle" Köstlichkeitne, 
bei Käse und Schinken darf man einfach nicht aufhören, das hat's noch 
Potential ;)
OP (Firma: Q3) #1834027
Lesenswert?

Gehts nicht auch etwas ernsthafter?

Hier gibts Versuche mit einer original Doodle-Folie und einem alten 
Stiftplotter.

http://www.evilmadscientist.com/article.php/plotbot

Wenn man das modernisieren würde, müsste man die Zellengröße verringern 
(z.B. 1x1 mm).
Dann sehe ich vor meinem "geistigen Auge" eine Art Drucker, etwa wie ein 
kleiner Toaster: Man schiebt von Oben die A5-große Folie hinein und löst 
am BDE-Terminal die Beschriftung aus. Dabei fährt die Tafel wieder nach 
Oben raus ... Ich finde, die Sache hat Potential!
Angehängte Dateien:
OP (Firma: Q3) #1834050
Lesenswert?

> Wenn statt der "Doodle-Folie" das Material verwendet wird, aus dem
> sogenannte "Whitboards" sind, dann kann ein Stiftplotter auch da drauf
> Text schreiben, der abwischbar ist.

Dann führt aber jede kleine Berührung zum Ab- bzw. Verwischen. Das 
Besondere an der Doodle-Folie ist doch gerade, dass sie NUR auf 
Magnetfelder reagiert ...
Das Beispiel mit dem Plotter ist ja eben nur ein Beispiel. Für eine 
ernsthafte Nutzung müssten 100 ... 200 einzeln schaltbare Magnetköpfe 
gleichzeitig auf ganzer Breite beim Durchschieben wirksam werden, wie 
die Heizpunkte auf dem Thermodruckkopf eines Faxgerätes.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren