Hi...
Mit den Grundlagen von Märklin-Digital (Motorola) und DCC habe ich mich
vor längerer Zeit auch mal beschäftigt. Ich selbst betreibe keine
Modellbahn, helfe aber einigen Freunden bei der Elekr(on)ik. Und das in
TT und G (Gartenbahn 2m).
Märklin ist daher out, bei DCC habe ich die Idee, Decoder zu bauen,
aufgegeben wegen:
- zu filigran für TT (da gibt es gute kleine bezahlbare)
- zu hohe PWM-Ströme bei G (EMV)
- zu viele Protokollerweiterungen, die berücksichtigt werden müssen
und die Software kompliziert machen.
In den Standard-Decodern sind ja meist PICs oder (kleine) AVRs drin. In
denen ist kein Platz für Sound. Was Conrad da nimmt, entzieht sich
meiner Kenntnis.
Ich habe mal mit Soundmodulen mit AVR experimentiert. Ein
Dieselgeräusch (ohne Anlasser) mit variabler Drehzahl (3 Stufen
Standgas, Halbgas, Vollgas mit gleitenden Übergängen) und einer Hupe
(in Diesel eingemischt) habe ich mit eine 2313 realisiert. Klingt ganz
gut, ist aber mangels Anlasser nicht ernsthaft zu gebrauchen. Mit
Anlasser wird es in einen Mega16 passen, Mega8 wird nicht reichen. Die
Samples werden übrigens per (Eigenbau-) PC-Software zurechtgeschnitten
und als ASM-Code dem Basiscode der AVR-Software hinzugefügt. Die
inzwischen bezahlbaren AT-Megas sind aber noch nicht implementiert.
Dampfloksound mit Grundgeräusch, (synchronisiertem) Dampfausstoß,
Pfeife und Glocke braucht da schon etwas mehr Ressourcen, da könnte
sogar der Mega128 knapp werden. Ich habe daher Versuche mit 8535L und
SM-Card gemacht, später auch mit SD-Card.
Wenn ich dann aber sehe, welche qualitativ hochwertigen Soundmodule zu
halbwegs bezahlbaren Preisen auf dem Markt sind, dann muss ich
einsehen, dass sich Bastelei da nicht lohnt. Der Aufwand ist einfach zu
hoch und die Bastellösung wird immer an den Industrieprodukten
gemessen.
Über eine Kombination aus DCC-Decoder und Soundmodul habe ich noch
nicht nachgedacht. Das werde ich auch den Ingenieuren in der Industrie
überlassen.
Möglichkeiten gibt es da sicher viele. Zum Beispiel Flash-Speicher satt
(wird eng bei AVRs, ginge mit Speicherkarten), oder Synthese
(Soundkartenchip), oder Zusammensetzen des Sounds aus verschiedenen, in
Schleifen (definierte Anzahl von Wiederholungen) laufenden kleinen
Soundsequenzen (wie bei meinem 2313-Dieselhupgeräusch). Denkbar wäre
sicher auch der Einsatz von DSPs, da halte ich mich aber raus, ich bin
AVR-geschädigt.
Was ist eigentlich mit MP3-Playern? ;-)
Gruß und viel Erfolg...
...HanneS...