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Forum: Offtopic Frage zur Schallausbreitung


Autor: Jeffrey Lebowski (the_dude)
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Hi,
ich habe im Anhang mal eine hochtechnische Profizeichnung die in etwa 
das beschreibt, was ich nicht verstehe und nach deren Erklärung ich hier 
suche!


Vor unserem Haus läuft eine Hauptverkehrsstrasse, zwischen unserem Haus 
und der Strasse ist ein Erdwall als Lärmschutz.
Bzgl. der Umgebgung kann ich sagen dass es kein Berg oder höhere Häuser 
hinter unserem Haus gibt!

Der Erdwall ist nun etwa so hoch wie die gerade Front unseres Hauses, 
d.h. der Erdwall reicht etwa bis zur Dachschräge.
Wieso höre ich die Strasse dann noch? der Erdwall müsste doch den Lärm 
von mir abhalten? Wenn man nach dem Strahlensatz geht, müsste mit 
entsprechender Entfernung die "lärmfreie" Zone sogar noch höher werden, 
das tut sie aber nicht!

Wieso höre ich die Strasse, bzw, die Autos noch?

Autor: Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite
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Jeffrey Lebowski schrieb:
> Wieso höre ich die Strasse, bzw, die Autos noch?

Tunneleffekt ;-)

Nein, im Ernst. Du wirst wohl Reflektionen hören - vielleicht von 
(höherliegenden) Gebäuden auf der anderen Straßenseite, von Deinem Dach 
oder gar von darüberliegenden Luftschichten. Im Kölner Westen arbeiten 
sie schon seit Jahren daran, ein Autobahn-Teilstück komplett zu 
überdachen. Ist wohl die einzig sinnvolle Möglichkeit, Straßenlärm 
efffektiv einzudämmen.

Gruß,

Frank

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Jeffrey Lebowski schrieb:

> Der Erdwall ist nun etwa so hoch wie die gerade Front unseres Hauses,
> d.h. der Erdwall reicht etwa bis zur Dachschräge.
> Wieso höre ich die Strasse dann noch?

Weil sich Wellen Kugelförmig ausbreiten.
Jedes Luftmolekül gibt die Schallschwingung an seine Nachbarn weiter.

Und so gibt ein Luftteilchen auf dem Damm des Erdwalls seine Energie 
nicht nur geradlinig weiter, sondern auch wieder schräg nach unten.
(Man kann es auch so sagen: auf der Dammkrone ist der Ausgangspunkt 
einer neuerlichen Welle, die sich dann ungehindert durch den Damm 
ausbreiten kann. Schwächer zwar, aber ungehindert)

Zellulare Automaten sind ein schönes Spielzeug um zu sehen, wie sich 
Wellenausbreitung in komplexeren Umgebungen tatsächlich gestaltet.

Autor: Kevin K. (nemon) Benutzerseite
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Eine Schallwelle breitet sich eben kegelförmig aus, undzwar von jedem 
Punkt aus, den sie überdeckt und in alle 3 Koordinaten. Somit breitet 
sich der Schall von der Spitze deines Walls auch wieder nach unten in 
deinen Garten aus. Zur Schallminderung ist es oft leichter, die 
Entstehung von Schall zu vermindern, als den entstandenen Schall zu 
dämpfen.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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Weil der Strahlenansatz hier völlig fehl am Platze ist.
Bei Schall handelt es sich um Transversalwellen und die breiten sich 
nunmal wie Wellen aus. Siehe Wellenausbreitung an Hindernissen.
http://www.stud.tu-ilmenau.de/~flsc1mt/uni/schalla...

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Ich finde jetzt auf youtube kein Video.

Aber ihr habt sicherlich auch in der Physik ein Experiment gemacht.

In einem Wasserbecken werden Wellen erzeugt, die auf eine Mauer treffen 
in der ein Loch ist.
Hinter der Mauer breitet sich die Welle nicht weiter kegelförmig aus, 
sondern ds Loch in der Mauer ist der Startpunkt einer kreisförmigen 
Wellenfront, die vom Loch weggeht.

Üblicherweise macht man den Versuch in einer Glasschale, die auf einem 
Overheadprojektor steht undd die Wellen werden mit einem quer liegenden 
Stab erzeugt, der regelmässig ins Wasser eintaucht und wieder rausgeholt 
wird (per Exzenter / Motor)

Autor: Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite
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Karl heinz Buchegger schrieb:
> Hinter der Mauer breitet sich die Welle nicht weiter kegelförmig aus,
> sondern ds Loch in der Mauer ist der Startpunkt einer kreisförmigen
> Wellenfront, die vom Loch weggeht.

Huygens’sches Prinzip, siehe auch Kapitel 2.2.2 in

http://home.arcor.de/andre_ehlert/Facharbeit.pdf

Witzig ist, dass das auch mit Transversal-, nicht nur mit 
Longitudinalwellen klappt. Wie der Schall sich da als Transversalwelle 
durch so ein kleines Loch "quetschen" kann, ist mir ja fast unheimlich.

Gruß,

Frank

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Winfried J. schrieb:
> Bei Schall handelt es sich um Transversalwellen

Nein, das ist eine Longitudinalwelle, bei der das Medium in 
Ausbreitungsrichtung schwingt.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Nein, das ist eine Longitudinalwelle,
auweia?
> bei der das Medium in Ausbreitungsrichtung schwingt.
Das meinte ich zwar habe aber die Begriffe verwechselt, wie peinlich 
naja ist ja auch schon 25 Jahre her das ich mich damt intensiver 
befasste. Da schlägt wohl das Alter langsam zu.
sorry

Autor: Yalu X. (yalu) (Moderator)
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Der Begriff, der diesen Effekt beschreibt, heißt Beugung. Hier
weiterlesen:

  http://de.wikipedia.org/wiki/Beugung_%28Physik%29

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