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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wasserdichte Kabelverschraubung + Gehäuse


Autor: A. R. (redegle)
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Hallo,

ich hoffe mir kann jemand helfen.

Es geht um folgendes:

An einem Teich sollen vorerst 2 Verbraucher angeschlossen werden.
Eine Pumpe und eine Mehrfachsteckdose für den Außenbereich.
Beide Geräte haben ein Erdkabel als Anschlusskabel 230V AC.

Damit später noch Erweiterungen durchgeführt werden können möchte ich 
die beiden Kabel in der Nähe vom Teich in ein Gehäuse führen.
Von dort führt ein 5-adriges Kabel in den Keller unseres Gebäudes wo ein 
FI-Schalter und eine 6A oder 10A Leitungsschutzschalter angebracht 
werden.
5-adrig damit, dass ich 3 Verbraucher einzeln ein- und ausschalten kann.
6A bzw. 10A damit der normgerechte Spannungsabfall von 4% auch beim 
Anschluss eines Verlängerungskabels noch eingehalten wird.

Leider habe ich noch keine Erfahrungen mit Elektronik im Außenbereich 
gemacht. Das Gehäuse soll später in dem Boden vergraben werden.

Also erben sich 2 Fragen.

1. Welche Schutzart wird benötigt?
Reicht X3 (Regengeschütze) oder brauche ich X7 (Wasserdicht), da das 
Wasser nur bedinkt abfließen kann.

2. Welches Gehäuse und welche Kabelverschrauben kann ich verwenden.

Autor: Peter Diener (pdiener) Benutzerseite
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Ich würde einen fertigen Bodentank für Installation im Freien empfehlen:
http://www.starconnex.de/bodentanks.htm

Alles aus Stahl rostet auf Dauer und ein Edelstahlgehäuse im Eigenbau 
ist auch nicht billiger als so ein fertiges Teil.

Dieser Hersteller setzt Deckel ab IP54 ein, der Tank selbst ist IP68.

Grüße,

Peter

Autor: Thomas Müller (thomas1123) Benutzerseite
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Hallo

Im Außenbereich in der nähe eines Teichs solltest Du IP68 Verwenden.

aber wenn Du das Teil dann vergraben willst wird es schwierig denn da 
kenne ich zur sicheren Verbindung nur Gießharzmuffen und die sind alles 
andere als revisionierbar. oder du solltest Dir wirklich mal die bereits 
angesprochenen Bodentanks genauer ansehen.

Autor: A. R. (redegle)
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>Im Außenbereich in der nähe eines Teichs solltest Du IP68 Verwenden.

Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

IP68 ist Schutz gegen dauerndes Untertauchen
Vielleicht habe ich mich auch ein bisschen unklar ausgedrückt.

Es handelt sich um einen Gartenteich mit Hartschalte 1000Liter Volumen.
Die Kiste soll nicht in den Teich sondern ca. 3-5m entfernt 20cm unter 
den Boden. Also so dass der Deckel nur von 1-2cm Erde überdeckt ist. 
Vielleicht kann man auch einfach nur einen Stein drauflegen.

Meine Überlegung war eine solche Kabelverschraubung zu verwenden.
http://www.rst.eu/de/produktauswahl/produkt?kv=EuroTop
IP 68 bis 5 bar.
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=44829;PROVID=2402

Als Gehäuse hätte ich entweder ein Kunststoffgehäuse mit IP 65 
verwendet.
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=33934;PROVID=2402


Oder ein Aluminiumgehäuse mit IP 66
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=33940;PROVID=2402

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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A. R. schrieb:
> Ist das nicht ein bisschen übertrieben?
>
> IP68 ist Schutz gegen dauerndes Untertauchen
> Vielleicht habe ich mich auch ein bisschen unklar ausgedrückt.

Das ist nicht übertrieben, sondern man sollte auch folgende Ereignisse 
berücksichtigen:

- Platzregen mit schlechten Ablauf des Regenwassers
- Schneeschmelze, bei der über einen langen Zeitraum immer wieder etwas 
Wasser nachfließt

Das, was jedoch übertrieben wäre, ist eine druckwasserfeste Auslegung.

Autor: Thomas Müller (thomas1123) Benutzerseite
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A. R. schrieb:
>>Im Außenbereich in der nähe eines Teichs solltest Du IP68 Verwenden.
>
> Ist das nicht ein bisschen übertrieben?
>
> IP68 ist Schutz gegen dauerndes Untertauchen
> Vielleicht habe ich mich auch ein bisschen unklar ausgedrückt.
>

Ich habe schon IP68 Gehäuse, welche augenscheinlich ordnungsgemäß 
installiert waren, aber dennoch halb voll mit Wasser waren. Denn bedenke 
wo angeblich kein Wasser rein kann kommt ganz bestimmt keines raus.

D.h. IP68 verlängert nur den Zeitinterwall in dem Du mal schauen 
müsstest ob noch alles in Ordnung ist.

mfg Thomas

Autor: A. R. (redegle)
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Wie verhält sich das z.B. mit Mehrfachsteckdosen für den Außenbereich?
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=87335;PROVID=2402
Mit IP44 dürfen diese dann unsicher sein.

Autor: Markus F. (5volt) Benutzerseite
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Mit 10A oder gar 6A würde ich die Leitung an deiner Stelle keinesfalls 
absichern: Größere Maschinen wie Winkelschleifer, Kreissäge, 
Holzspalter, usw. brauchen meist mehr als 6A, zum Teil sogar über 10A 
(2,3kW).

Und zu dem Verlängerungskabel:
Es gibt 50m lange 3*1,5mm² Verlängerungskabel. Wenn man so ein Kabel mit 
16A belastet, dann fallen ca. 27V ab, also ~12% der Netzspannung.
Trotzdem werden solche Kabel verkauft. Selbst an einem 25m-Kabel fällt 
schon zu viel Spannung ab.
Der Spannungsabfall am Erdkabel selbst sollte natürlich kleiner als 4% 
sein.
Sofern es mindestens ein 1,5mm² Kabel ist, würde ich es mit 16A 
absichern.

Als Gehäuse könnte das hier interessant sein:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=81255
Da kann man bis zu 4 Kabel anschließen, also das Erdkabel und 3 
Verbraucher-Kabel.

Autor: Andreas K. (derandi)
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Das Gehäuse MUSS dauerhaft gegen Untertauchen geeignet sein, sonst wird 
da früher oder später Wasser reinlaufen und auch drinbleiben.
Was sehr wirksam gegen Wassereinbruch hilft ist vergießen.

Vor kurzen sind mir mal Kabelabzweigdosen untergekommen, zu denen es als 
Zubehör eine Vergussmasse gab, die im ausgehärteten Zustand noch relativ 
"weich" war. Im Gegensatz zu dem 2k-Gießmuffenzeug hat man das wieder 
rausbröseln können um die Kabel ändern zu können.

Gefunden:
http://www.obo-bettermann.com/de/aquasit.php


Ich würd das ganze also nur vergraben wenns nicht anders geht...

Autor: A. R. (redegle)
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>Mit 10A oder gar 6A würde ich die Leitung an deiner Stelle keinesfalls
>absichern: Größere Maschinen wie Winkelschleifer, Kreissäge,
>Holzspalter, usw. brauchen meist mehr als 6A, zum Teil sogar über 10A
>(2,3kW).

Die Norm schreibt maximal 3% Spannungsabfall vor. An den Leitungen zur 
UV fallen bereits 2,3% ab (16A bei 1,5mm²). Die Kabel liegen schon seit 
paar Jahren. Da wird sich also nichts ändern. Es bleiben also noch 0,7% 
für 15m Kabel.

Wenn ich die Sicherung zur UV von 16A auf 10A begrenze kann ich von der 
UV bis zur Steckdose 2,5mm² legen und diese mit 10A absichern.
Mehr geht nach Norm nicht!

>Und zu dem Verlängerungskabel:
>Es gibt 50m lange 3*1,5mm² Verlängerungskabel. Wenn man so ein Kabel mit
>16A belastet, dann fallen ca. 27V ab, also ~12% der Netzspannung.
>Trotzdem werden solche Kabel verkauft.

Da kann man leider nichts dran ändern. Hochwertige Kabeltrommeln sind 
wenigstens mit 2,5mm² ausgestattet.
Es werden überigens auch Mehrfachsteckdosen mit einem Leiterquerschnitt 
von 0,75mm² verkauft.
Genau so werden auch Lüsterklemmen mit einem maximalem Strom von 6A 
verkauft. Obwohl jeder Leie diese später für 10A bzw. 16A verwendet.

>Der Spannungsabfall am Erdkabel selbst sollte natürlich kleiner als 4%
>sein.
Wo kommen diese 4% her?


>Als Gehäuse könnte das hier interessant sein:
>http://www.reichelt.de/?ARTICLE=81255
>Da kann man bis zu 4 Kabel anschließen, also das Erdkabel und 3
>Verbraucher-Kabel.

Das Gehäuse sieht super aus. Denke ich werde so eins kaufen.
Vielen Dank.


>Ich würd das ganze also nur vergraben wenns nicht anders geht...

Wenn ich das Gehäuse nicht vergrabe sondern in einer Höhe von 10cm über 
dem Boden befestige. Könnte ich dann ein Gehäuse verwenden, welches 
nicht gegen Untertauchen geschützt ist?

Autor: Ulrich (Gast)
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Für 15m und 10A benötigt mann 4mm² 2,5mm² reicht nicht.
Wenn alle 3 Leitungen auf der gleichen Phase sind darf der gesammte 
Strom zusammen mit maximal 12A abgesichert werden. Sonst droht 
N-Überlastung.

Oder wenn Drehstrom gelegt wird:
Bei Drehstrom gehen bei 2,5² 3x14Ampere.

Autor: Ulrich (Gast)
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wenn du also eine 10A Sicherung nimmst ==> auf 3 Schalter gehst ==> zu 
den verbrauchern über 5x2,5² ==> Neutralleiter zurück.

So ist dies erlaubt.

Das mit den Spannungsabfällen ist in verschiedenen normen festgelegt.
wenn von HAK bis Zähler 0,5% einehalten werden. Und von Zähler => 
Steckdose 3% dann erfüllst du alle Anforderungen. (Bitte korrigieren 
falls nicht korrekt)

Autor: U.R. Schmitt (Gast)
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A. R. schrieb:
> Wenn ich das Gehäuse nicht vergrabe sondern in einer Höhe von 10cm über
> dem Boden befestige. Könnte ich dann ein Gehäuse verwenden, welches
> nicht gegen Untertauchen geschützt ist?
>
Die genaue Norm dafür kenne ich nicht.
Aber das hat den Riesenvorteil, daß Du alle Kabeldurchführungen auf die 
Unterseite machen kannst. Insofern kann da schon kein Wasser mehr 
eindringen. Ggf. gibt es hier auch Gehäuse die für den Aussenbereich 
zugelassen sind, und bei denen Schwitzwasser ablaufen kann.
Denn das ist das 2. Thema: Bildung von Kondenswasser innerhalb der 
Gehäuses.

Autor: A. R. (redegle)
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>wenn du also eine 10A Sicherung nimmst ==> auf 3 Schalter gehst ==> zu
>den verbrauchern über 5x2,5² ==> Neutralleiter zurück.

>So ist dies erlaubt.

So war es geplant.

>Das mit den Spannungsabfällen ist in verschiedenen normen festgelegt.
>wenn von HAK bis Zähler 0,5% einehalten werden. Und von Zähler =>
>Steckdose 3% dann erfüllst du alle Anforderungen. (Bitte korrigieren
>falls nicht korrekt)

Stimmt alles.

Man könnte folgendes ergänzen.
HAK ich denke das kenne ich als Technische Anschlussbedingungen (TAB)
Bis 100kVA sind das 0,5%.
Bei größeren Einspeißeleistungen verändert sich der Wert.

Die 3% stammen aus der DIN 18015-1

Es gibt noch die DIN VDE 0100-520. Sie empfiehlt, dass der gesammte 
Spannungsabfall zwischen Einspeißung und Verbraucher nicht über 4% sein 
soll. Hierbei werden auch eventuelle Verlängerungleitungen in die 
Rechnung mit aufgenommen.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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A. R. schrieb:
> Ist das nicht ein bisschen übertrieben?
>
>

Keinesfalls.

>
> IP68 ist Schutz gegen dauerndes Untertauchen
>
> Vielleicht habe ich mich auch ein bisschen unklar ausgedrückt.

Nein, Dein Projekt ist schon klar: Eingraben der Verbindungsstelle.

Und bei sowas ist selbst mit IP68 schwierig:  wird auf Dauer durch 
Kondensat problematisch (wobei Du damit durchaus einige Jahre 
überbrücken kannst.)

alles was kleiner als IP68 ist hält halt weniger lange.
your choice.

Autor: DRJ (Gast)
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Gel-Muffen kann man wieder öffnen z.B. von Tyco, Cellpack

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