Leitungstheorie Verzweigung

Gast #1858306
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Hallo,

Ich baue mir gerade ein Y-Kabel. Die Leitung zur Signalsenke1 habe ich 
einfach an der anderen Leitung festgelötet.

        Senke1
        *
       /
      / 20cm                     3m
*-----*--------------------------------------------------*
Quelle                   Senke2


Beide Kabel für sich gesehen besitzen den gleichen Wellenwiderstand. 
Aber wie lautet der Gesammtwellenwiderstand?

Die Verhältnisse müssten sich doch ändern, da durch den Abgriff ein 
zusätzliche Kabelkapazität und Induktivität hinzu kommt?

Hinzu kommt: Wenn sich der Wellenwiderstand ändert benötigt die Leitung 
auch einen anderen Abschlusswiderstand.
Muss ich die Leitungen nun mit einem Übertrager zueinander anpassen?

Es handelt sich um Cat5 Kabel, die geschrimt sind und es gibt Bitfehler 
bei der Übertragung.

Viele Grüße
Jan
Gast #1858392
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jan schrieb:
> Aber mich würde es mal genau interessieren warum es leitungstheoretisch
> nicht funktioniert.

Hi, jan,

dass "es" nach Leitungstheorie "nicht funktioniert", ist noch nicht 
gesgt.
In der Hochfrequenztechnik gelten Störungen, wie die zweite Senke, erst 
dann als problematisch, wenn die Leitung dahin länger als lambda/10 ist.

Dein Kunde fordert da ein maximales Stehwellenverhältnis, und wenn Dein 
Sender 50 Ohm hat, der Empfänger an Senke 2 auch, dann stört die Senke 1 
mit ihrem Abschlußwiderstand.

Wie groß die Störung sein wird, dazu mußt Du den Abschluß an Senke 1 mit 
den Leitungslängen in Wellenlängen auf den Sender umrechnen.

Ergebnis: Du könntest an Senke 1 einen Kurzschluss haben, wenn der mit 2 
* lambda/4 auf die Lötstellen trifft, kommt er dort als Leerlauf an, 
also hochohmig und ungefährlich.

Nimm dazu die höchste Betriebsfrequenz. Klar, die Breitbandigkeit Deiner 
Datenübertragung erschwert das ein wenig ;-).

Ciao
Wolfgang Horn
Gast #1860644
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Nein, eine lambda/4-Leitung transformiert zu Ze = Zl^2/Za. (Ze 
Eingangsimpedanz, Za Ausgangsimpedanz und Zl Leitungsimpedanz).

Ich sehe da spontan keine Möglichkeit, da du weder Zl noch Ze variieren 
kannst. Eine 50Ohm-Leitung, welche mit 50Ohm abgeschlossen ist, wird 
immer eine Eingangsimpedanz von 50Ohm haben, egal welche Länge.

Der Sender sieht dann eine 50Ohm-Leitung, welche mit 25Ohm (nämlich die 
Parallelschaltung der beiden Leitungen zu den Senken) abgeschlossen ist.

Der Reflexionsfaktor ist somit r = (25-50)/(25+50) = -1/3 und damit ein 
Stehwellenverhältnis von (1+r)/(1-r) = 2.

Du könntest versuchen, dir ein Kabel zu bauen, dass einen möglichst 
hohen Wellenwiderstand hat  :) Dann wäre der lambda/4-Transformator 
etwas für dich.
Gast #1862359
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Wie könnte ich denn hier was durch einen lambda viertel Transformator 
optimieren?

Man müsste doch einen Übertrager bauen, der das Signal auf der einen 
Seite auskoppelt und dann in die beiden anderen Leitungen einkoppelt? 
Wie könnte man das realisieren?
Gast #1862544
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jan schrieb:
> Das heist, dass ich die Abzweigung lambda/4 lang machen müsste?

Hi, Jan,

so habe ich das nicht gemeint.
Präziser: Ein Kurzschluss am Eingang von Senke 1 transformiert sich nah 
lambda/4 Länge der Stichleitung in eine hohe Impedanz.
So breitbandig LAN, so hoch die höchste zu übertragende Frequenz, so 
kurz muss die Stichleitung dazu sein.

Mach einen Versuchsaufbau mit Deiner Stichleitung, aber ohne 
Terminierung an Senke1:
1. Bei Senke1 im Empfangsfall stören die Reflektionen an Senke1 die 
Senke2. Je kürzer die Länge der Stichleitung. desto eher wirkt nur eine 
kapazitive Belastung an der Strecke von der Quelle zu Senke2.
2. Bei Senke1 im Sendefall arbeitet deren Sender auf die halbe Impedanz.

Ciao
Wolfgang Horn
Gast #1863078
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Mhm, da kann ich nicht wirklich was mit anfangen. Ich habe auf einer 
Funker Website nun endlich mal eine Anleitung zur Anwendung eines 
lambda/4 Transfortmators gefunden.
(http://www.dj4uf.de/lehrg/a10/a10.html unter Transformationsleitungen)

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            # Z2_1=100 Ohm
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            |
 Z1=100 Ohm |
---####-----*   <- An diesem Pkt sieht Leitung 50 Ohm wegen parallel
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            #
            # Z2_2=100 Ohm
            #
            |

Durch den labda/4 Transformator kann man die den 50 Ohm Stelle nun an 
die 100 Ohm anpassen.
Eine Leitung mit Mit Z_w=sqrt(50*100) Ohm und einer Länge von
l=(lambda/4)*k muss zwischen dem Punkt und dem Kabel 1 
zwischengeschaltet werden.

Bist du derselben Meinung?
Gast #1865653
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da habe ich nochmal eine Frage und zwar habe ich mir den folgenden mal 
ausgesucht..
http://www.tycoelectronics.com/commerce/DocumentDelivery/DDEController?Action=showdoc&DocId=Data+Sheet%7FMGH7S%7FS%7Fpdf%7FEnglish%7FENG_DS_MGH7S_S.pdf

Und dort habe ich mir den HB781 ausgesucht.

Denn, es ist doch korrekt, dass ich in meinem Fall bei RX UND TX ein 
Übersetzungsverhältnis von 1.41:1 haben muss?


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                    # Z2_1=100 Ohm
             1.41:1 #
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 Z1=100 Ohm   #|#   |
---####-------#|#---*   <- An diesem Pkt 50 Ohm wegen parallel
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                    # Z2_2=100 Ohm
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