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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wann ist Elektronik überlagert ?


Autor: Fragender (Gast)
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Hallo,


wann ist Elektronik überlagert ? Gibt es Richtlinien wie 10 Jahre oder 
20 Jahre ?


Grüße,

Fragender

Autor: Michael Roek (mexman) Benutzerseite
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Sowas haengt von den Lagerbedingungen ab.... bei 90C ist das was anderes 
als bei 0C.
Allerdings gibt es sowas nicht wie "Verfallsdatum fuer Bauteile".
Hier im Forum gibt es ein paar Kollegen, die schreien immer, wenn ein 
Elko mal aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, ist mir aber noch 
nie passiert, nicht mal bei Elkos die ob ihrer Bauform einem heute ein 
lautes Lachen hervorrufen.....

Aber alle anderen Standardbauteile sind - wenn man sie nicht gerade in 
einem Atomreaktor einsetzt oder anderer aggresiver Athmpsphaere aussetzt 
- m.E. im Vergleich zu unserer Lebenszeit unbegrenzt haltbar.

gruss

Michael

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Fragender schrieb:
> wann ist Elektronik überlagert
Wenn sich die Bauteile nicht mehr zuverlässig verarbeiten lassen.

> Gibt es Richtlinien wie 10 Jahre oder 20 Jahre ?
Nein.
Es hängt ja auch sehr davon ab, wie die Bauteile gelagert werden. 
Unter Schutzgas gelagerte BGAs lassen auch noch nach 3 Jahren verlöten, 
einfach so gelagert ist da u.U. schon nach einem halben Jahr Schluss.
Und sehr wichtig ist auch der Lötprozess. Das Löten in Dampfphase bringt 
einen anderen Stress auf das Bauteilgehäuse als ein normaler IR-Reflow.

> Gibt es Richtlinien wie 10 Jahre oder 20 Jahre ?
Prinzipiell gilt: je komplexer und kleiner, umso kürzer.

Autor: faustian (Gast)
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Naja, als Amateur freut man sich ueber billige "ueberlagerte" Teile :) 
Von Hand kann man die fast immer verarbeiten (Ausnahme: stark 
korrodierte Versilberungen).

Elkos und bestimmte Glimmlampen (die auf schwach radioaktive 
Bestandteile angewiesen sind) sind da allerdings eine andere Sache....

Autor: Julian O. (juliano)
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Vor allem sieht dein Bauteil aus wie ein Brückengleichrichter - was soll 
an dem beim Lagern denn groß kaputt gehen?

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Julian O. schrieb:
> Vor allem sieht dein Bauteil aus wie ein Brückengleichrichter -

Ist es eher ein SSR?

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Bei den meisten Bauteilen gibt es keine nennenswerte Alterung, wenn das 
Bauteil nicht schon vorgeschädigt ist, z.B. durch Haarrisse im Gehäuse.

Nur bei Elkos kann es anfangs zu stark erhöhten Leckströmen kommen.

Das, was jedoch im Laufe der Zeit schlechter wird, ist die Lötbarkeit 
der Anschlüsse. Gerade versilberte Kontakte sind davon besonders 
betroffen, und zwar durch die Bildung von Schwefelverbindungen. Aber 
auch Kupfer oxydiert, wohingegen vollverzinnte Anschlüsse recht gut 
lötbar bleiben.

Bei Handlötung sieht man ja ganz gut, ob der Anschluss das Lot sauber 
annimmt, so dass ich da keine Bedenken hätte, auch noch zwanzig oder 
dreißig Jahre alte bedrahtete Bauteile zu verarbeiten. Bei maschineller 
Bestückung sieht es schon kritischer aus.

Neben den o.a. Oxydationsproblemen kommt bei SMD-Bauteilen noch ein 
"Popcorn-Effekt" zustande. Die Gehäuse nehmen im Laufe der Zeit 
Luftfeuchtigkeit auf, die beim Erwärmen plötzlich austreten will. Dies 
tritt besonders massiv im Lötofen auf, kann sich aber auch beim 
Handlöten bemerkbar machen. Dabei muss das Gehäuse nicht komplett 
platzen, sondern es können nur mit dem Auge unsichtbare Haarrisse 
entstehen, da dann langfristig zu einer Sauerstoffkontamination des 
Schaltkreises o.ä. führen.

Aus diesem Grunde werden gerade SMD-Bauteile in luftdichten Beuteln mit 
Exsikkatortütchen gelagert. Manchmal liegt in der Tüte auch noch ein 
Luftfeuchtigkeitsindikator. "Feuchte" Bauteile sollten bei Temperaturen 
um 100°C für mehrere Stunden ausdünsten. Die Hersteller veröffentlichen 
durchaus entsprechende Trockungsanleitungen.

Autor: Landwird (Gast)
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Ein professionell ausgestatterer Bestücker lagert die von Kunden 
angelieferten ICs immer erst im Trockenraum um eventuelle Feuchtigkeit 
zuentziehen.
Es macht sich für das Bauteil nicht gut, wenn es mit interner 
Feuchtigkeit durch den 250° Lötofen läuft...

Autor: Fragender (Gast)
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Andrew Taylor schrieb:
> Julian O. schrieb:
>> Vor allem sieht dein Bauteil aus wie ein Brückengleichrichter -
>
> Ist es eher ein SSR?

Ja, ein SSR. Ich hatte mich über die großen Unterschiede im 
Herstellungsdatum gewundert. Wem es noch nicht aufgefallen ist (von l. 
nach r.):

1990 April
1990 June
2007 November

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Fragender schrieb:
> Wem es noch nicht aufgefallen ist (von l.
> nach r.):
>
> 1990 April
> 1990 June
> 2007 November

Du hast auch gelesen, dass sich dieser Zyklus alle 20 Jahren wiederholt?
Könnten also durchaus nagelneue SSR sein.

Autor: ahlol (Gast)
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hatte reichelt die Dinge DAMALS überhaupt schon im Sortiment? Ich denke 
eher die Bauteile sind von 2010, das erscheint logischer. Vor allem weil 
es nicht rentabel wäre, so etwas über 20 Jahre zu lagern

Autor: Andreas Ferber (aferber)
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ahlol schrieb:
> Vor allem weil
> es nicht rentabel wäre, so etwas über 20 Jahre zu lagern

Absichtlich vielleicht nicht, aber es gibt immer wieder irgendwo 'ne 
eingestaubte, längst vergessene Kiste in irgendeiner Ecke, und bei 
Halbleitern kann diese Kiste durchaus eine ganze Menge davon 
enthalten...

Andreas

PS: Da das Datenblatt zu dem Chip auf 2004 datiert, wird hier aber wohl 
wirklich 2010 gemeint sein ;-)

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