Waschen von Platine bzw. PTFE Isolatoren

Gast #1858905
Hallo,

ich hab hier einen selbstgebauten Elektrometer-Verstärker mit LMC662 in 
der Eingangsstufe(Input bais Current 4fA). Soll mal ein Integrator für 
Srommessungen im 10tel pA-Bereich werden wenns fertig ist. Die 
Eingangspins des Op's hab ich hochgebogen und dort die Eingangsleitungen 
direkt angelötet. Nicht übers Board geführt. Gestützt wird der 
hochohmige Teil von 3cm langen PTFE Isolatoren. Hat am Anfang recht gut 
funktioniert. Nach etwas basteln und ändern geht jetzt der 
Eingangsleckstrom mit einigen 10pA daher. (Gemessen mit einem 
Präzitronic DC-Milli-Pico-Meter).
Man fast schon mal ungewollt mit breitem Daumen auf so einen Isolator.

Nun zu meiner Frage.. hat jemand Erfahrung oder eine Idee wie ich die 
ganze Sache wieder sauber bekomme ohne noch mehr leitende Schichten zu 
hinterlassen ??
Bob Pease hat in einem Artikel mal vom Geschirrspühler geschrieben. Ich 
kann mir nicht vorsellen  das da keine Spühlmittelreste übrig bleiben..
Ich hatte auch schon an Reinstmethanol oder Ethanol gedacht. Oder eine 
Mischung aus beidem. Ist Handelsübliches Isoprop sauber genug für so 
eine Aufgabe??

Danke schon mal für eure Antworten
Gruß Marcus
Gast #1859235
Valentin Buck schrieb:
> Ich bade manchmal ganze Platinen darin,

Aceton greift manche Kunststoffe von Bauteilen an.zb kann man mit Aceton 
Acryl verflüssigen oder wer mag anlösen und kleben.Die nackte 
Leiterplatte leidet allerdings nicht darunter.

Es bietet sich an : entfetten mit Wundbenzin(das reinste 
überhaupt)tauchen in heißem Prilwasser und gut mit destiliertem Wasser 
spülen danach trocken föhnen.
Gast #1859251
Valentin Buck schrieb:
> Um Fette wegzukriegen nimm am besten Aceton.
> Das verdunstet auch relativ rückstandsfrei.
> Ich bade manchmal ganze Platinen darin,

Das funktioniert so nur angenähert: das Fett löst sich im Lösemittel, 
das wird abgetropft und der Rest trocknet an - aber keineswegs 
rückstandslos, sondern eben mit dem gerade gelösten Fettanteil!

Da hilft nur endlos mit immer wieder frischem (!!) Mittel spülen, eine 
Gegenstrom-Kaskade oder, optimal, eine Dampfphasen-Reinigung. 
Bastlermässig dürfte nur die erste Möglichkeit in Frage kommen.

Gruss Reinhard
Gast #3682107
Marcus schrieb:
> Hallo,
> ich hab hier einen selbstgebauten Elektrometer-Verstärker mit LMC662 in
> der Eingangsstufe(Input bais Current 4fA)...
> .. Nicht übers Board geführt. Gestützt wird der
> hochohmige Teil von 3cm langen PTFE Isolatoren. ...
> Danke schon mal für eure Antworten
> Gruß Marcus
Hallo. Ich habe mehr oder weniger das Gleiche vor (Picoamperemeter). 
Dabei bin ich auf der Suche nach hochisolierenden Isolatoren eben auch 
für freitragende Verlötung. Kannst Du mir vielleicht sagen, wo Du Deine 
bezogen hast und welche das sind?

An solchen Waschtechniken bin ich auch immer interessiert. Was spricht 
eigentlich dagegen da mit einem Leiterplattenreiniger dranzugehen? Ich 
hätte hier bspw. Kontakt LR von Kontakt Chemie da. Zusammen mit der 
Bürste sollte das doch gut klappen.

Reines Aceton ist extrem aggressiv und greift sämtliche Bauteile an. 
Eigentlich bleiben vor Aceton nur Metalle verschont. Deshalb wäre ich 
mit Aceton sehr vorsichtig.

Zum Reinigen von Fett ist natürlich Seife am besten, außerdem sehr 
schonend. Allerdings ist dabei wieder Metall das Problem und die 
Bauelemente speziell ICs, aber auch andere mögen das Wasser absolut 
nicht.

Daher auch mein Vorschlag mit Leiterplattenreiniger, denn 
Aceton/Seifenwasser sind nicht gut für die Bauelemente. Bei 
Leiterplattenreiniger darf man am ehesten annehmen, daß es maximal 
schonend für Bauelemente ist. Insofern wäre ich auch eher für 
Isopropanol (als Seife/Aceton).

Ansonsten noch die Frage, ob Du mit dem LMC662 und den Ergebnissen 
zufrieden warst?
Gast #3682226
Zur Reinigung hab ich keine sinnvolle Idee, aber wahrscheinlich macht es 
Sinn bei solchen Projekten gleich von Anfang an mit 
Latex-Einmalhandschuhen zu arbeiten?
Gast #3683697
Als Reinigungsmittel kann man Isopropanol verwenden. Wenn es die 
Bauteile vertragen, dann das ganze im Ultraschallreiniger, wenn nicht, 
dann in flachen Plastikschalen vorsichtig schwenken
Gast #3683709
Von Kistler gibt es das Reinigungsspray Typ 1003. Dient zur Reinigung 
der Verstärkereingänge, Koaxkabel und Sensoren. Kostet etwas Geld, 
kannst ja herausfinden was darin ist.
#3683748
Frank schrieb:
> Dabei bin ich auf der Suche nach hochisolierenden Isolatoren eben auch
> für freitragende Verlötung.

Teflon Isolatoren gibt es z.B. bei Bürklin:
https://www.buerklin.com/default.asp?event=ShowPHNode%28SE,vt,17935%29&context=SE:teflon&l=d&jump=PHNode_SE_vt_17935&ch=15001

Ansonsten kann man sich so etwas auch selber bauen. Bei RS und Farnell 
gibt es Teflonstangen mit 6mm Durchmesser und einer Länge von 1m. Davon 
sind 5 Stück in einer Verpackung. Die Teflonstange kann man dann auch 
entsprechende Länge abschneiden oder drehen. Anschließend bohrt man ein 
0,8mm Loch hinein und steckt einen 1mm Lötnagel herein. Der Lötnagel 
sollte idealerweise rund und nicht viereckig sein. Der Größenunterschied 
reicht dann aus den Lötnagel festzuhalten. Ggf. kann man noch mit einem 
Messer kleine Widerhaken einkerben, um so den Lötnagel besser zu 
verbinden.
Gast #3690370
Christian L. schrieb:
> Frank schrieb:
>> Dabei bin ich auf der Suche nach hochisolierenden Isolatoren eben auch
>> für freitragende Verlötung.
>
> Teflon Isolatoren gibt es z.B. bei Bürklin:
> https://www.buerklin.com/default.asp?event=ShowPHN...
Ja das sind die, die ich auch schon gesehen habe und aus denen ich nicht 
so ganz schlau werde. Denn da habe ich ja am Ende einfach eine Fläche 
von Teflon, das bringt mir zum löten ja nichts.

> Ansonsten kann man sich so etwas auch selber bauen. Bei RS und Farnell
> gibt es Teflonstangen mit 6mm Durchmesser und einer Länge von 1m. Davon
> sind 5 Stück in einer Verpackung. Die Teflonstange kann man dann auch
> entsprechende Länge abschneiden oder drehen. Anschließend bohrt man ein
> 0,8mm Loch hinein und steckt einen 1mm Lötnagel herein. Der Lötnagel
> sollte idealerweise rund und nicht viereckig sein. Der Größenunterschied
> reicht dann aus den Lötnagel festzuhalten. Ggf. kann man noch mit einem
> Messer kleine Widerhaken einkerben, um so den Lötnagel besser zu
> verbinden.
Das klingt ganz gut, Danke für den Vorschlag. Was ich mir vorstelle ist 
genau das was Du beschrieben hast, aber mit zwei Lötnägeln. Schließlich 
muß ich ja die eine Seite mit der Platine befestigen und die andere soll 
ja ein Lötstützpunkt sein.

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