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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik EMV-Prüfer werden


Autor: Heinz (Gast)
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Wie wird man eigentlich EMV-Prüfer? Welche Vorraussetzungen sind nötig 
und wo kann man eine Lizenz bekommen ?

Autor: mhz (Gast)
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die ich bisher gesehen hatte waren iwie alle nur Prof. oder Dr. ...
die Ing. daneben waren "nur" zuarbeiter... witzigerweise

Autor: Matthias (Gast)
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EMV Prüfer?

Du meinst jemand der EMV Prüfungen macht?
Da sollte doch ein passender Techniker oder auch ein Ing. in HF-Technik
passen. Der meiste "Wert" liegt in der Erfahrung des Prüfers, nicht 
unbedingt in der Ausbildung.


Außerdem muss man doch nur Freude am lesen von Normen haben ;-)

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Je nachdem kann man dazu auch einen Ungelerneten anstellen. Sofern der 
weiss was zu messen ist ... ein Routinejob, der nach spaetestens einem 
Monat nicht mehr spannend ist. Das heraussuchen der anzuwendenden Normen 
ist ein Abstellgleis fuer einen demotivierten Doktor, der auf die 
Pensionierung wartet.
Viel spannender ist das Loesen von Problemen in diesem Zusammenhang. Sei 
es als Entwickler, sei es als Spezialist, der kommt, wenn niemend mehr 
eine Idee hat.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Viel spannender ist das Loesen von Problemen in diesem Zusammenhang. Sei
>es als Entwickler, sei es als Spezialist, der kommt, wenn niemend mehr
>eine Idee hat.

Genau das macht in der Regel ein "Prüfer", wenn du bereit bist dafür zu 
bezahlen.

Kai Klaas

Autor: Finsbury (Gast)
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Dümmlicher Knilch schrieb:
> ein Routinejob

mit dem Thema EMV hast du nicht viel am Hut, stimmts? ;)

Autor: Fabian (Gast)
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Wichtig ist, dass man sich als prüfendes Unternehmen durch eine 
entsprechende Stelle akkreditieren lässt.
Eine solche Akkreditierung ist dann nur begrenzt gültig und muss 
regelmäßig aufgefrischt werden. Da spielen dann z.B. ein Rolle, dass die 
Messmittel regelmäßig (durch ein ebenfalls akkreditiertes Unternehmen) 
kalibriert werden.

Autor: Fabian (Gast)
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Finsbury schrieb:
> Dümmlicher Knilch schrieb:
>
>> ein Routinejob
>
>
>
> mit dem Thema EMV hast du nicht viel am Hut, stimmts? ;)

Da hat er schon recht! Es ist ein Routinejob. Die Aufgabe des Prüfers 
ist es ja nicht den Fehler zu finden. Er startet nur den Test nach ENxxx 
und schaut, ob der Prüfling durchkommt oder nicht. Der Rest ist 
theorie...

Autor: mhz (Gast)
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die EMV'ler habens schon drauf ^^

da sitzt man als juniorentwickler und tüftelt und tut und macht ...
der EMVer sagt dir immernoch nach 3x gucken wo du was machen kannst um 
hier und da eine frequenz zu entstören
und witzigerweise beim anblick des layouts sagt er dir schon fast wo was 
stören könnte  ^^

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Bereit ist natuerlich niemand viel zu zahlen. Jeder spielt lieber selbst 
ein wenig was rum. Bei dickeren Projekten kann man aber nicht mehr 
fluechten. zB bei einer E-Lok, wenn die ein EMV Problem hat, dann 
knallt's.

Autor: Finsbury (Gast)
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Fabian schrieb:
> Da hat er schon recht! Es ist ein Routinejob. Die Aufgabe des Prüfers
> ist es ja nicht den Fehler zu finden. Er startet nur den Test nach ENxxx
> und schaut, ob der Prüfling durchkommt oder nicht. Der Rest ist
> theorie...

ich denke mal den Kunden dann nach dem Durchfallen des Prüflings dumm 
nachhause gehen zu lassen kann sich kein Prüflabor mehr leisten. Aber 
vielleicht verstehe ich meinen Job auch einfach falsch. Und ich kenne 
keinen Prüfer, der nicht weiter als bis zur DIN EN schaut. Außerdem gilt 
in dem Bereich insbesondere die Relation umso höher die Frequenz um so 
niedriger das Wissen und wer glaubt sich in seinem Gebiet gut 
auszukennen hat auf deutsch keine Ahnung.
Mir ist jedenfalls bis heute nicht langweilig in der EMC ;)

Autor: S. Meißner (Gast)
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Ich hab vor ca. 40 Jahren meinen Dr. gemacht und hatte vor ca. 20 Jahren 
als Selbständiger eine kleine Flaute.

Aber wozu ein Dr. gut ist.

Auf einigen Messen habe ich mir EMV-Messgeräte angesehen und mir die 
Anwendung von Herstellern erklären lassen.
Die waren es auch, die mir auf verschiedenen Messen einige wunde Punkte 
genannt haben, die "unbedingt" in jedem Unternehmen geprüft werden 
sollten.

Angefangen habe ich mit einem zur Probe (an den Herrn Dr.) ausgeliehenen 
Gerät, welches die Röntgenstrahlung aus dem Bildschirm eines 
Röhrenmonitors gemessen hat.
Danach hab ich mir selbst zwei neue Monitore gekauft.

Über Computerhändler und aus dem Telefonbuch habe ich ca. 300 
Firmenadressen gesammelt, bei denen ich ältere Monitore vermutete.
Mit viel Schreibarbeit wurde meine Werbung verschickt.

Daraus ergaben sich in 3 Monaten ca. 90 Prüfaufträge für Computer, 
Neonröhren und Monitore, auch in Unternehmen mit bis zu 170 zu prüfenden 
Einheiten. Das war mit allen Auswertungen und nachfolgenden Aufträgen 
Arbeit für zwei Jahre und 100000km im Pkw.

Meine Messwerte wurden mit den Werten aus einer Richtlinie für 
Computerarbeitsplätze verglichen und Empfehlungen für den Austausch 
ausgesprochen.

Mein Computerhändler wickelte ca. 50% der Aufträge ab und zahlte 
zuverlässig die vereinbarte Provision, bis er heraus fand, dass keine 
Genehmigung für diese Tätigkeit erforderlich ist. Er konnte als 
Fachbetrieb diese Dienstleistung auch anbieten und wurde so zur 
Konkurenz.
Lediglich die verwendeten Messgeräte mussten Zertifizierungen besitzen.

Kurze Zeit später habe ich mein "Prüfinstitut" mit zwei Angestellten und 
vielen Kundenadressen gut verkauft.

Da seit gut 10 Jahren alle Produkte schon vor dem Verkauf eine 
EMV-Prüfung durchlaufen müssen, hat mein Nachfolger vor 6 Jahren, 
nachdem er sich mit einem Neubau und einem Messgerätepark für insgesamt 
mehr als eine halbe Million  € übernommen hat, aufgegeben.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>ich denke mal den Kunden dann nach dem Durchfallen des Prüflings dumm
>nachhause gehen zu lassen kann sich kein Prüflabor mehr leisten. Aber
>vielleicht verstehe ich meinen Job auch einfach falsch. Und ich kenne
>keinen Prüfer, der nicht weiter als bis zur DIN EN schaut. Außerdem gilt
>in dem Bereich insbesondere die Relation umso höher die Frequenz um so
>niedriger das Wissen und wer glaubt sich in seinem Gebiet gut
>auszukennen hat auf deutsch keine Ahnung.
>Mir ist jedenfalls bis heute nicht langweilig in der EMC ;)

Du hast völlig Recht! Die Prüfer, die ich kenne, tun und können 
wesentlich mehr, als nur mit dieser kindischen ESD-Pistole irgendwo 
hinein zu blitzen. Viele Prüfer machen ja auch noch die 
Niederspannungsrichtlinie und dann haben sie schon mal den Schaltplan in 
den Händen...

Kai Klaas

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Ich würde mal in Richtung Zertifizierung bei Organisationen schauen
die auch Ausbildungen im Qualtitätswesen abnehmen. Da fällt mir nur
der TÜV ein. Manchmal hab ich auch einen Flyer von der Fa. Dr. Langer
im Briefkasten die da Kurse anbieten. Ich kann aber nicht sagen ob es
z.Zeit. Kurse irgendwo gibt und ob die erfolgreiche Teilnahme überhaupt
anerkannt wird. Wahrscheinlich muss man in der Wirtschaft irgendwie quer
einsteigen. Eine geschützte Berufsausbildung scheint es dafür noch nicht
zu geben. Im Bereich Nachrichtentechnik oder Kommunikationstechnik
sollte man aber schon vorbelastet sein, so meine Einschätzung.

Autor: Unimedata (Gast)
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nur mal interessehalber eine frakge, was kostet eigentlich eine 
emv-prüfung? ich stelle mir vor, ich habe eine schaltung gebaut, die auf 
eine kleine standardplatine passt und die ich verkaufen müchte - dann 
muss ich vorher eine emv-prüfung also gemacht haben. abe rwas kostet 
sowas eigenltich? hängt das auch von der größe des objektes ab und so?

Autor: Mine Fields (Gast)
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EMV-Experte wird man nicht einfach so durch einen Kurs, durch eine 
Hochschulvorlesung oder wenn man ein Buch gelesen hat. Dazu gehört 
jahrelange einschlägige Erfahrung. Und die sammelt man wohl am besten, 
wenn man direkt in der Hardwareentwicklung arbeitet. Irgendwelche 
Scheine oder Seminare sind also nutzlos.

Und wie schon erwähnt wurde, die reinen Prüfungen kann prinzipiell jeder 
Ungelernte durchführen. Naja, vielleicht nicht ganz; in den meisten 
Fällen müsste er wohl Elektrofachkraft sein.

Autor: Matthias (Gast)
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Unimedata schrieb:
> nur mal interessehalber eine frakge, was kostet eigentlich eine
> emv-prüfung?
Kommt halt auf den Umfang an, vierstellige Beträge sind das Minimum

Die Zeiten, zu denen noch jeder Ungelernte die Prüfungen durchführen 
konnte sind (größtenteils) vorbei. Die heutigen digitalen Geräten werden 
nicht einfach eingeschaltet und funktionieren, nein, sie müssen erst 
umständlich in ihren normalen Betriebsmodus gebracht werden.
Einfaches Beispiel: Abstrahlung eines Handy. Das Handy muß irgendwie 
dazu 'gebracht' werden einen Pseudo-Anruf zu tätigen. Wahrscheinlich 
darf dann laut irgendwelchen Normen nicht irgendein beliebiges Signal 
übertragen werden (also das Rülpsen des Prüfers oder Grüße an die Oma), 
sondern das Handy muß eine bestimmte Signalfolge ausstrahlen, um 
Vergleichbarkeit mit anderen Geräten zu gewährleisten. Usw...

Autor: Paul Baumann (paul_baumann)
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Vielleicht kann mnan ja erst mal im kleineren Maßstab als
Phasenprüfer beginnen...

;-)
MfG Paul

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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>nur mal interessehalber eine frage, was kostet eigentlich eine emv-prüfung?

Nur die einfachste Messung, ohne Dokumente gibt's um die 600 Euro, fuer 
die Dokumente werden nochmals 400 faellig.

Autor: Finsbury (Gast)
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Matthias schrieb:
> Die Zeiten, zu denen noch jeder Ungelernte die Prüfungen durchführen
> konnte sind (größtenteils) vorbei. Die heutigen digitalen Geräten werden
> nicht einfach eingeschaltet und funktionieren, nein, sie müssen erst
> umständlich in ihren normalen Betriebsmodus gebracht werden.
> Einfaches Beispiel: Abstrahlung eines Handy. Das Handy muß irgendwie
> dazu 'gebracht' werden einen Pseudo-Anruf zu tätigen. Wahrscheinlich
> darf dann laut irgendwelchen Normen nicht irgendein beliebiges Signal
> übertragen werden (also das Rülpsen des Prüfers oder Grüße an die Oma),
> sondern das Handy muß eine bestimmte Signalfolge ausstrahlen, um
> Vergleichbarkeit mit anderen Geräten zu gewährleisten. Usw...

das ist schon nahe dran :D für die Produktprüfung Emission von Toastern 
gibt es die "Normschnitte" (kein Märchen ;) )
Also bei uns arbeiten Leute aus allen Bereichen der Elektronik und 
Elektrotechnik und das ist nicht unbedingt ein Geradeauspfad, die Leute 
kommen schon fachbezogen zur EMV. Man landet dabei dann nicht unbedingt 
aus Interesse an der EMV sonders vorrangig aus Interesse am jeweiligen 
Teilgebiet da. Bei mir ists z.B. HF und Übertragungstechnik.

Autor: AKKS (Gast)
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Aber wer bringt das Handy dazu zu senden oder den Toaster zu toasten? 
Das macht ja wohl nicht der Prüfer, sondern der Entwickler des Geräts. 
Der Prüfer kann das gar nicht ohne entsprechende Kenntnisse des Gerätes.
Und wenn es eine Standartschnittstelle gibt wird es wieder 
Tagesgeschäft.

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Der Entwickler eines Geräts wird im EMV-Prüfverfahren
entsprechend eingebunden sein, denn der weiß am besten
wie viele Betriebszustände seine Entwicklung hat. Der
EMV-Prüfer führt dann das Prüfverfahren aus und protokolliert
alles was auffällt und der Entwickler unterstützt das dann.
Wenn ich mein Auto zur HU zum TÜV bringe bleibe ich dem
Prüfer auch dicht auf den Fersen weil ich genau und alles wissen
will was nicht in Ordnung ist und das würde ich als vergleichbar
ansehen.

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