Hallo,
ich bin gerade mit dem Bau dieses Verstärkers fertig geworden und nun
sind bei der Inbetriebnahme 2 Transistoren sehr heiß geworden, bzw.
haben gequalmt. Es handelt sich um Q6 und Q7 im Schaltplan. Die Endstufe
habe ich 2x gebaut, und der Fehler tritt bei beiden Versionen auf. Hat
jemand eine Idee, wo ich Fehler suchen könnte?
Gruß
> Also die Transistoren sind (leider) richtig herum:
Naja, aber ein PNP in der Anordnung mit Emitter nach V- wie im
Schaltplan macht da einfach keinen Sinn. Ausser man will die 100fach
niedrigere Verstärkung nutzen...
Der PLan hat nach meinem Dafürhalten einen 1. kleinen Fehler, Q6 ist
konstruktiv verkehrt herum eingezeichnet.
Das ist ein PNP-Typ, genau wie sein Gegenüber der Q5, denn der ist
funktionsmäßig richtig herum in der Schaltung drin.
Und wie hoch sind die beiden symmetrischen Versorgungsspannungen?
Welche Funktion soll denn nun Q7 noch haben - Längsstabilisierungs-R
gegen T-Drift?
> Ausser man will die 100fach niedrigere Verstärkung nutzen...
Außerdem bricht die (verkehrt herum belastete) Basis-Emitterstrecke bei
6-10V durch (was der Gegenzweig kompensieren muss, darum die Erwärmung).
mfG ingo
Verwendet wurden nur die empfohlenen Standard Transistoren. Eine Seite
funktioniert jetzt, also kann es nicht am Layout oder der Polung liegen.
Es war ein minimaler Ätzfehler.
Die 2. mono Endstufe habe ich nun 3 mal geprüft (Layout und Bauteile).
alles war identisch. ich werde morgen mal die kleinen Transistoren auf
der Platine Tauschen.
Danke aber schonmal für die Hilfe!
> Also die Transistoren sind (leider) richtig herum:
Nein, Q6 ist falsch rum, schon bei Holger Barske.
Siehe die beiden Simulationen im Anhang und deren Spannung.
Eine Spannung von -29V ist falsch, eine um 0V ist richtig.
Die Simulation zeigt auch noch,
daß es eine grausam schlechte Audiotreiberstufe mit hohen Verzerrungen
ist,
so hoch, daß ich die hier bereits mit dem blossen Auge sehen kann.
Aber Audioesoteriker glauben so was ja nicht.
Auf der Originalseite ist es noch richtig
http://www.lf-pro.net/mbittner/Sym5_Webpage/symasym5_3.html
und die bipolare Eingangsstufe besser an 22k Ohm angepasst,
als die JFET-Eingangsstufe bei der man aus Unkenntnis einfach nichts an
der umliegenden Beschaltung verändert hat.
"Sie klingen einen ganzen Tick besser wie normale Transistoren. Mehr
nach Röhre" ROTFL.
Auf der Originalseite stehen auch plausible technische Daten,
0.005% THD kommt bei der Gegenkopplung hin.
Aber auf deiner Platine ist es vielleicht auch richtig, je nach dem wie
rum du die Transistoren bestückt hast.
>Die Spannungen an den Basen:>>Q5: 15V>Q6: 25V>>heiß werden: Q6,Q7,Q9
Hhm, wenn Q1 und Q2 zu unterschiedlich sind, verteilen sich die Ströme
nicht gleichmäßig und die Folge sind unterschiedliche Basisspannungen an
Q5 und Q6. Deswegen verwendet man üblicherweise für Q1 und Q2 ein
FET-Päärchen. Da kannst du nicht einfach zwei handelsübliche
unselektierte Einzel-FETs einsetzen!
>Welche Funktion soll denn nun Q7 noch haben - Längsstabilisierungs-R>gegen T-Drift?
Verringert den Spannungsabfall an Q5 und reduziert damit dessen
Verlustleistung. Wird oft gemacht und sieht auf den ersten Blick
merkwürdig aus. Für Q6 macht das ja R13 und R15.
Kai Klaas
Kai Klaas schrieb:> Hhm, wenn Q1 und Q2 zu unterschiedlich sind, verteilen sich die Ströme> nicht gleichmäßig und die Folge sind unterschiedliche Basisspannungen an> Q5 und Q6.
Q1 sollte eine ca. 10% größere Steilheit haben. Au0erdem sollten beide
Transistoren mit der abgeflachten (beschrifteten) TO-92-Gehäuseseite
verklebt sein. Bei Metallgehäusen einen gemeinsamen KK besitzen.
Also ich habe alle Transistoren getauscht und siehe da, es funktioniert.
die Spannung am Ausgang beträgt nun 40 mV, was okay ist, denn die
Transistoren sind nicht "gepaart", wie bereits geschrieben.
Schade, dass die Qualität des Verstärkers so schlecht ist, laut euren
Simulationen. Ich werde das ganze trotzdem erstmals so in betrieb nehmen
und testen.
@Killer,
Problematisch ist dass die Kennlinie von J-Fet´s sehr stark differieren.
Da nimmt man gewöhnlich entweder gematchte Fet´s oder Dual-Fets bei
solchen Schaltungen.
Gruß Anselm
Kai Klaas schrieb:>>Q1 sollte eine ca. 10% größere Steilheit haben.>> Interessant. Erklärst du mir, warum?>> Kai Klaas
Frage nicht so scheinheilig, wenn Du es besser weißt, dann laß´ doch die
Katze gleich aus´m Sack!
Transistor Killer schrieb:> Q6 ist wie auf dem Schaltbild angeschlossen, nicht wie im Schaltplan> also.
Äh, was ist der Unterschied zwischen Schaltbild und -plan? Meintest Du
etwa Bestückungsplan, bloss wo ist der? Geht´s etwas genauer bitte...
> Ich werde das ganze trotzdem erstmals so in betrieb nehmen> und testen.
Achte drauf, daß der Verstärker noch keine Schaltung zum
Abtrennen der Lautsprecher bei Einschaltplopp und Fehlfunktionen
hat. So was tut's da ganz gut:
http://www.audiocreativ.com/Download/D-10-V.pdf
Auch er hat da was:
http://www.rotgradpsi.de/mc/etc/saveamp.html
Und keinen Schutz vor Überlastung. Gegen Dauerüberlastung
tut's ein Temperaturschalter auf dem Kühlkörper. Du müsstest
ausrechnen, wie gut der Wärmeübergang zum Kühlkörper ist, und
ab wann die Chips der Transistoren über 125 GradC gehen, das
wird so bei 70 GradC des Kühlkörpers der Fall sein, und montier
einen Thermoschalter (oder ein NTC und elektronische Asuwertung)
auf den Kühlkörper der den Verstärker dann abschaltet. Ähnlich
sollte der Trafo abgesichert sein, bessere Verstärker wickeln
eine 105 GradC Thermosicherung in ihn ein.
Schlimmer sind die kurzzeitigen schnellen Überlastungen.
Die werden in deinem Vertsärker nur durch die Sicherungen
abgefangen. Aber traust du sich, den Ausgang mal kurz
kurzzuschliessen, und bist du dir sicher, daß dann zuerst
die Sicherung auslöst und nicht einer der Ausgangstransistoren
kaputt geht ?
Dabei kommt so was (kurzzeitiger Kurzschluss weil eine
kleine Adernlitze des Lautsprecherkabels raussteht) immer
mal wieder vor.
Kommerzielle Verstärker treiben da gewissen Aufwand:
http://www.angelfire.com/sd/paulkemble/sound7.html
All das fehlt diesem Hobbyprojekt.
Dafür ist es "schön einfach" (nein, eigentlich nicht,
es sind für die realisierten Basisfunktionen schon recht
viele Bauteile verbraucht worden).
>Mawin hat immer noch recht:>>Q6 ist falsch herum.
Das wissen wir doch längst. Entscheidend ist, das im verwendeten Layout
Q6 wieder richtig herum ist. Lediglich im Schaltplan ist das Teil falsch
herum.
>Frage nicht so scheinheilig, wenn Du es besser weißt, dann laß´ doch die>Katze gleich aus´m Sack!
Mann, Mann, Mann, sei doch nicht so gereizt. Da versucht man höflich zu
sein und dann so was. Ich habe tatsächlich nicht gewußt, was du meinst.
>Na gut, will mal nicht so sein!
Aha, hier mag das vielleicht sinnvoll sein, weil der Differenzverstärker
unsymmetrisch abgetastet wird. Aber im Schaltplan vom Threadersteller
wird die Eingangsstufe symmetrisch abgetastet, da scheint mir das keinen
Sinn zu machen.
>Schade, dass die Qualität des Verstärkers so schlecht ist, laut euren>Simulationen.
Nana, so schlecht ist der garnicht. Ist doch eine hochwertige Topologie:
Differenzverstärker mit Konstantsstromquelle als Last, gefolgt von einem
zweiten Differenzverstärker mit Stromspiegelschaltung, mit nachfolgender
Treiberstufe und Endstufe. Mit dieser Anordnung lassen sich
hervorragende Endstufen bauen.
Aber ich würde nicht einfach an einem fertigen Konzept willkürlich
irgendwo Änderungen machen. Du kannst nicht einfach bipolare
Transistoren durch FETs ersetzen. Dann mußt du die Schaltung schon
entsprechend anpassen.
Kai Klaas
Nichts für ungut, Kai Klaas, aber wie ich Deinem Antwortbeitrag
entnehme, hatte ich ja eigentlich Recht, indem ich Dir "unterstellte"
genau zu wissen, worum es geht.;-)
Das die beiden Diff.-eingangsverstärker unterschiedlich arbeiten, ist
mir allerdings so gar nicht aufgefallen. Also halten wir es eben mit
anselm68, matched pairs bzw. Doppel-FETs zu nehmen!
Hallo,
um nochmal auf das Sicherheitskonzept einzugehen:
VDE-Normen wurden natürlich weitestgehend eingehalten.
Was fehlt ist natürlich der Kurzschlussschutz, das ist richtig.
Kühlkörper wurden weit überdimensioniert, da ist ein Temperaturschutz
kaum nötig. Der Verwendete Ringkerntrafo ist natürlich mit einer
Schmelzsicherung geschützt, also auch der sollte nicht überhitzen.
Einen Einschaltplopp hat der Verstärker nicht, Quellenumschaltung ist
nicht vorgesehen.
Der Aufwand hält sich in Grenzen. Platine wurde selbst geätzt und
Bestückt. Das hat insgesamt ca 3-4 Stunden gedauert. Mehr zeit hat das
Gehäuse in Anspruch genommen. Ich denke mal 8 Stunden.
Aber Sinnvolle Erweiterungen sind sicher ein Lautsprecherschutz am
Ausgang.
Ich denke aber, dass man für das investierte Geld einen recht
Ordentlichen Verstärker baut.
>Bis zur nächsten Party.
Genau! Kühlkörper von Hifi-Verstärkern sind für solche Anwendungen IMMER
völlig unterdimensioniert. Eine längere Party mit satten Pegeln hält
fast kein normaler Verstärker aus. Aber das ist nicht schlimm, weil
normale Hifiboxen das auch nicht tun...
Kai Klaas
ein 100W Verstärker ist vielleicht nicht gerade für PA Boxen gedacht,
wie bereits beschrieben. Anwendungsgebiet ist natürlich nur das
Wohnzimmer.
Kann man denn einen Verstärker im Nachhinein Kurzschlussfest machen?
> Kann man denn einen Verstärker im Nachhinein Kurzschlussfest machen?
Mit einer der Methoden aus dem Angelfire Dokument.
Man könnte auch die Sicherungen durch superflinke ersetzen und -nachdem
man einen zweiten Satz Endtransistoren auf Tasche hat- einfach mal den
Test machen, ob die Sicherung auslöst bervor es den Transi himmelt.
Bei trägen Sicherungen ist der Transi aber sicher schneller :-(
Und denk an die Thermosicherung/NTC auf dem Kühlkörper,
und dann mal ordentlich Krach machen, Chiptemperatur messen, und hoffen
daß die Thermosicherung zuerst zuschlägt.
All solche Tests überlebt der kommerzielle Verstärker.
Ich schrieb:> Gibt es eurer Meinung nach eigentlich bessere Verstärker, zum selber> bauen?
Ja, aber sicher! Meine Empfehlung, wie man sehr preisgünstig ein Kit
erwerben kann, lautet über die Bucht. Suche mal nach den Verkäufern:
along1986090 und zoe_tsang, aber auch andere.
Vorteil:absolut keine Kinderkrankheiten, da Massenproduktion!
Hallo,
bekommt man denn für die eBay Verstärker irgendwo Erfahrungsberichte
her? Ich habe selbst schon mal so einen Satz probiert und wurde bitter
enttäuscht. keine Kinderkrankheiten ist natürlich ein schlagendes
Argument, aber ob die Verstärker "besser" sind, müsste man wohl erst
er-testen.
Nun, diese Amps sind i.d.R. bewährte Clone-Projekte, die unschlagbar im
Preis-Leistungsverhältnis sind. HiFi-Puristen werden da immer einen
Schmollmund machen und Gegenargumente ins Feld führen.
Über welches Projekt hast Du Dich den geärgert und bist jetzt skeptisch?
Google mal nach NAP Clone, H-140 amp etc.!
Dass Du obiges Projekt verteidigst, ist legitim. Allerdings sind die
Beiträge nicht immer sonderlich hoffnungsvoll, von Deinen Probleme ganz
zu schweigen.
Ich will das jetzt nicht schlecht machen, bitte nicht falsch verstehen.
Hifi Purist bin ich auch nicht wirklich, aber ich höre gerne Musik (wer
tut das nicht)
Dieses einfach Projekt hat mich Maßlos enttäuscht:
http://cgi.ebay.de/TDA7293-X-2-85W-85W-speaker-protect-upc1237-/190449292044?pt=UK_AudioTVElectronics_HomeAudioHiFi_Amplifiers&hash=item2c57a9930c
Sound wirklich HÖRBAR schlechter als mein 5 Jahre altes 5.1 Radio
(damals 300 € denke ich)
betrieben wurde das ganze auch mit einer Ordentlichen Vorstufe, also
daran soll es nicht scheitern.
Ich habe auch schon oft gelesen, dass gefälschte Transistoren verbaut
werden. Auch das gilt es sicher zu beachten.
PS: Der neue Verstärker läuft jetzt schon eine Weile und klingt doch
recht überzeugend. Kräftig und hochauflösend.
Hm, kann ich nicht so recht nachvollziehen, die TDAs sind Spitzen-ICs
und (gefälschte) Transistoren kommen bei diesem Amp keine vor.
Hast Du zu dem Amp ein Schaltbild dazubekommen und hast Du dieses mit
der Grundschaltung aus dem Hersteller-Datenblatt verglichen?
Wenn man diese Endstufe per gescheitem Preamp ansteuert, muss die
richtig Power inkl. Sound abliefern!
Die Probleme können auch am Aufbau liegen. PreAmp wurde schon genannt,
aber auch wichtig ist es, auf Masseschleifen zu achten, Verkabelung und
Abschirmung.
Versorgung 24V RKT, Kühlkörper war ausreichend. Es klang im Prinzip doch
etwas Detailloser und eventuell etwas dumpf in den Höhen. die TDAs waren
eben hoch gelobt, deshalb der Versuch. Aber wie gesagt, der Sound war
nicht überzeugend. Gerade wenn ich jetzt die neue Endstufe höre.
Transistor Killer schrieb:> Ist es sinnvoll satt einem Kopfhörerverstärker nochmal einen Pre-Amp zu> bauen? Meiner Meinung nach ist das Technisch so gut wie das gleiche.
Das hängt von den Pegelverhältnissen Quelle Ausgang zu Endstufe Eingang
ab. Eine "richtige" Vorstufe ist rauschärmer als ein Kopfhörerverstärker
und deshalb vorzuziehen.