Löthonig Marke Eigenbau

OP #1888862
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Ich habe 35 g Kolophonium in ca 50 ml Brennspiritus gelöst. Als 
Flußmittel funktioniert die Lösung gut und der Geruch, der aus der 
Flasche strömt, ist betörend.

Merkwürdigerweise fängt das Kolophonium, oder irgend welche Bestandteile 
davon, jetzt an, an der Flasche auszukristallisieren. Die Flasche ist 
luftdicht, es kann also kein Alkohol entwichen sein.

Kennt den Effekt jemand?
Gast #1888927
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Sowas ähnliches habe ich auch schon beobachtet. Neu angesetzt gibts eine 
prima "Lackschicht" auf der Platine. Nach einiger Zeit bilden sich aber 
irgendwie Flocken die dann unschöne Pusteln auf dem Board werfen. Löten 
lässt es sich dennoch prima, auch nach 1-2 Jahren waren die Leiterbahnen 
noch Ok. Ist also eher ein optisches Problem.

Vermute mal, das mein Spiritus irgendwelche Zusätze enthalten die als 
Kristallisationskern fungieren... :(
Gast #1888928
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Habe ich ebenfalls schon erlebt mit dem guten Pollin-Kolophonium.
Wer weiss schon was da alles drinne ist. :-)
Seitdem bei ebay aber brauchbares (no-clean) Flussmittel für <5€/100ml 
verfügbar ist, tu ich mir die Bappserei nicht mehr an.
Von dem enthaltenen Isopropanol bekommt man auch nicht gleich vom bloßen 
Riechen nen Pelz auf der Zunge wie bei dem Spiritus-Gemisch. ;-)
Gast #1888984
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Am Besten geht das mit sogenanntem Geigen-Kolophonium.
Das mache ich schon seit Jahrzenten damit.

Man erhält es als kompakten Block in der Größe einer 
Streichholzschachtel
beim freundlichen Musikinstrumentenhändler.

MfG Paul
OP #1889100
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Chris schrieb:
> Wem der Geruch stört, der kann auch Bioethanol anstelle des Spiritus
> nehmen,

Das Gemisch stinkt überhaupt nicht nach Spiritus - es riecht 
ausgesprochen angenehm nach Harz.

Ob es sich bei den Ablagerungen um Kristalle handelt, ist nicht ganz 
klar. Es sind unregelmäßige Ablagerungen. Mittlerweile ist der Boden der 
Flasche vollständig davon bedeckt und es beginnt an der Wand hinauf zu 
wachsen. Auch oben am Flüssigkeitsspiegel sind Ablagerungen, die langsam 
größer werden.

Ich werde der Pulle jetzt als erstes mal ein warmes Wasserbad 
spendieren.
Gast #1889109
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Noch ein Hinweis: Es gibt Medikamente (Augentropfen zum Bleistift),
die sich in Fläschchen mit einer Pipette befinden. So ein Gefäß mit
der Kolophoniumlösung befüllt eignet sich prima zum Dosieren des
Getränkes auf die Lötstelle.

MfG Paul
Gast #1889131
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Ehm, auch wenn deine Flasche nach menschlichem Ermessen dicht ist, ist 
sie das noch lange nicht für den Alkohol. Je nach Material läuft das Zug 
da durch wie Wasser durch ein Sieb. Leidvolle Erfahrung mit Methanol in 
einer Wasserflasche ...

Aber das mit der Pampe, die sich nach gewisser Zeit absetzt kenne ich 
auch. Lösungsmittelnachschub drauf, schütteln und fertig. Ich benutze 
momentan Kolophonium mit Aceton, weil ich keinen Sprit im Hause hatte. 
Das ist alles unkritisch und hat maximal optische Auswirkungen ... wobei 
Aceton wirklich heftig zum Verdampfen durch geschlossene Deckel neigt 
... und relativ leicht entzündlich ist. Nächstes mal versuche ich die 
Lösung mit Vodka anzusetzen :-)
Gast #1889157
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Das Auskristallisieren hat 2 Ursachen:

1. Spiritus verdunstet, dadurch Übersättigung der Lösung
2. Spiritus ist hygroskopisch. Die Lösung enthält einen zunehmenden 
Anteil Wasser, dadurch Verringerung der Lösungsfähigkeit.

Da aber beim Löten sowohl Wasser als auch Spiritus verdampfen, sollte 
das Auskristallisieren kein Problem sein. Ggf. kann man etwas Spiritus 
nachfüllen.

>Am Besten geht das mit sogenanntem Geigen-Kolophonium.
>Das mache ich schon seit Jahrzehnten damit.

Genau, auch bei mir liegt immer so ein Schächtelchen auf dem Tisch. Das 
Zeug scheint wesentlich flüssiger beim Löten und hat weniger häßliche 
Rückstände.

ulf.
OP #1889214
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Ulf schrieb:
>>Am Besten geht das mit sogenanntem Geigen-Kolophonium.
>>Das mache ich schon seit Jahrzehnten damit.
>
> Genau, auch bei mir liegt immer so ein Schächtelchen auf dem Tisch. Das
> Zeug scheint wesentlich flüssiger beim Löten und hat weniger häßliche
> Rückstände.

Ich habs von tme. Es war ein einziges in eine Blechdose gegossenes 
homogenes Stück. Es ließ sich rückstandsfrei in Spiritus auflösen und 
die Lösung hat eine leicht gelbliche Farbe.

> 1. Spiritus verdunstet, dadurch Übersättigung der Lösung
> 2. Spiritus ist hygroskopisch. Die Lösung enthält einen zunehmenden
> Anteil Wasser, dadurch Verringerung der Lösungsfähigkeit.

Das fällt alles flach als Erklärung: die Flasche ist wie gesagt eine 
Apothekerflasche (100 ml, braun), die für alkohoische Rezepturen 
verwendet wird. Sie hat einen gasdichten Verschluß und ich weiß von 
alkoholischen Lösungen in solchen Flaschen, daß auch über 8 Jahre kein 
feststellbarer Schwund zu verzeichnen ist.

Magnus Müller schrieb:
> Nach Gebrauch mit Flussmittel wird jeder Pinsel hart wenn man ihn danach
> nicht reinigt.

In Spiritus ausspülen und auf einer alten Zeitung trockenpinseln. Mit 
einem Pinsel macht man weniger leicht Pfützen auf der Platine.
OP #1889263
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Magnus Müller schrieb:
> Nagellackflaschen wären auch nicht verkehrt. Da ist der Pinsel schon
> drin und muss nach Gebrauch nicht gereinigt werden.

Sowas in der Art hatte ich auch in Betracht gezogen, bin aber davon 
abgekommen, weil der fest mit dem Deckel verbundene Pinsel je nach 
Füllstand sehr tief in die Lösung taucht. Damit hat man zumindest nach 
dem öffnen Flasche sehr viel Honig an Pinsel und Stiel und leicht 
unnötige Sauerei.

Das Pinselreinigen mit einer zweiten Spiritusflasche ist das kleinere 
Übel, finde ich.
Persönliche Seite #1889537
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Ich habe 35 g Kolophonium in ca 50 ml Brennspiritus gelöst. Als
> Flußmittel funktioniert die Lösung gut und der Geruch, der aus der
> Flasche strömt, ist betörend.

Meiner Erfahrung nach ist es einfach zu viel Kolophonium für die Menge 
Lösungsmittel, wie auch MaWin und Abdul K. schon sagten.

Für die Lötbarkeit reicht auch eine wesentlich schwächere 
Konzentration.
OP #1889670
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Alex H. schrieb:
> Meiner Erfahrung nach ist es einfach zu viel Kolophonium für die Menge
> Lösungsmittel,

Das erklärt nicht, warum sich das Kolophonium erst mal freiwillig 
vollständig in den 50 ml aufgelöst hat.

Am plausibelsten scheint mir die Deutung, daß es sich um irgend eine 
Teilfraktion handelt, die mit besser löslichen Bestandteilen vermischt 
war und sich mit denen erst mal in den 50 ml gelöst hat. Erst nach 
einiger Zeit trennte sie sich ab und fiel aus.

Ich habe die Flasche jetzt schon mehrmals in heißem Wasser erwärmt. Die 
Beläge lösten sich vom Glas ab und klingelten beim Schütteln der Flasche 
hörbar - es muß also recht hart sein.

Die Beläge lösen sich in der heißen Lösung, aber nicht gerade willig.
Persönliche Seite #1889864
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Wie auch immer, macht doch Spaß oder?

Ich bleibe aber dabei, daß der Kram bei anderer(!) Temperatur gelöst 
wurde als dann später aufbewahrt.

Zur Kristallisation muß das Gemisch ansich schon recht einheitlich sein, 
also von hoher Qualität. Oder aber der Temperaturgradient zeitlich 
extrem gedehnt. Das Eine geht irgendwie mit dem anderen daher.
Bin aber kein Kristalliteur...
Persönliche Seite #1890106
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Hallo Uhu und Paul.

> Ich habe 35 g Kolophonium in ca 50 ml Brennspiritus gelöst. Als
> Flußmittel funktioniert die Lösung gut

Mach ich seit Jahren so. Das Zeugs stellt selbst gekaufte Löthilfen in 
den Schatten.
Kleiner Tipp: Tränk mit dem Zeug mal Entlötlitze.....Du meinst, das Zinn 
springt dich an. ;-)

Leg Dir trozdem für Härtefälle noch echtes Stearin als Flußmittel in die 
Schublade. Z.B. für Stellen, wo Du eigentlich zum Löten Oxid wegkratzen 
möchtest, aber nicht hinkommst....


> und der Geruch, der aus der
> Flasche strömt, ist betörend.

Willst Du Löten oder Schnüffeln? :-)

>
> Merkwürdigerweise fängt das Kolophonium, oder irgend welche Bestandteile
> davon, jetzt an, an der Flasche auszukristallisieren.

Es wird Winter, es wird kälter. Die Lösungsfähigkeit von Alkohol für 
Harz lässt nach.....das Harz fällt aus.
Kenne ich aus meiner Flasche auch. Es sind aber keine Kristalle, sondern 
ein milchiger "Schleier". Wenn die Flasche längere Zeit im warmen steht, 
wird er wieder schwächer.


> Die Flasche ist
> luftdicht, es kann also kein Alkohol entwichen sein.

Nicht unbedingt. An meiner Flasche verschmutzt der Rand oben immer etwas 
beim Ausgießen/entnehmen. Das Zeugs trocknet an, und bildet am Gewinde 
der Verschlußkappe einen klebrigen Belag. Durch diesen Spalt kann eine 
nicht unerhebliche Menge Alkohol hinausdiffundieren.

> Ich habe die Flasche jetzt schon mehrmals in heißem Wasser erwärmt. Die
> Beläge lösten sich vom Glas ab und klingelten beim Schütteln der Flasche
> hörbar - es muß also recht hart sein.

Oh. Ich staune. Wie gesagt, bei mir fallen so milchige Flocken als 
Schleier aus, die auch wieder verschwinden. Und in einer Plastikflasche, 
wo der Alkohol wegtrocknete, oder auch in einer Flasche, die ich 
vergessen hatte zuzuschrauben, bildete sich eine klebrige kaugummiartige 
Masse. Keine harten Kristalle. Ok. Auch mein Ausgangsmaterial war nicht 
hart, sondern eher zäh. Möglicherweise verursachen Terpentinreste (aus 
dem Harz selber) in dem Gemisch bei mir, das es nicht klingelhart wird.

> Kennt den Effekt jemand?

Siehe oben.

Paul Baumann schrieb:

> Noch ein Hinweis: Es gibt Medikamente (Augentropfen zum Bleistift),
> die sich in Fläschchen mit einer Pipette befinden. So ein Gefäß mit
> der Kolophoniumlösung befüllt eignet sich prima zum Dosieren des
> Getränkes auf die Lötstelle.

Ja. Wobei die Augentropfen zunehmend aus kleinen Plastikflaschen 
verspritzt werden, weniger aus Pipetten. Die Pipettenflaschen zu 100ml 
kosten in der Apotheke neu 2 Euro oder so.  100ml ist die richtige 
Abmessung für den Arbeitstisch. Für die Werkzeugtasche zum mitnehmen 
aber etwas groß. Da wäre die oben auch angesprochene Nagellackflasche 
handlicher.
Der Gummiball oben an der Pipette wird bei mir nur so 3-5 Jahre alt, 
dann wird er rissig.

Was gar nicht geht sind "Tropfflaschen", d.h. Flaschen mit einem 
Plastikeinsatz im Hals, der die Durchflussmenge extrem begrenzt, also 
auf
einen Tropfen alle paar Sekunden. Der Einsatz verklebt sehr schnell, und 
es kommt nichts mehr heraus.

Bei den Plastikflaschen aus Niederdruckpolyethylen diffundiert viel 
Alkohol
durch den Kunststoff weg. Einen Monat im Sommer im Auto, und die Flasche 
enthält nur noch Kolophonium, und keinen Alkohol mehr. Ähnliches 
passiert übrigens auch mit WD-40. Erstaunlich, wieviel flüchtige 
Bestandteile WD-40 hat.....

Mit freundlichem Gruß: Bernd wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
Gast #1890229
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aha, das nennt sich Löthonig

Da keiner so richtig weis, was alles im Kolophonium enthalten ist, wird 
wohl auch niemand die genaue Ursache klären können.
Es könnten sich auch Mischkristalle gebildet  haben, dessen 
Eigenschaften von denen der reinen Stoffe  abweichen.
Bei mir ist auch nach Jahrzehnten der Verwendung von gelöstem 
Kolophonium dieser Effekt noch nicht aufgetreten.
Vorschlag: Falls diese Kristalle stören --> abfiltrieren (durch ein Tuch 
schütten)

> Der Gummiball oben an der Pipette wird bei mir nur so 3-5 Jahre alt,
> dann wird er rissig.
Noch ein Vorschlag: ein Stück PVC-schlauch einseitig zuschweißen, und 
den Gummiball damit ersetzen (wurde bei mir schon vor der Wende mal 
ersetzt und es sind noch keine Verschleißerscheinungen zu sehen)
MfG
#1890266
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael L. schrieb:
>> Bei vergälltem würde ich mich nicht weiter wundern.
>
> Hast du dafür stichhaltige Indizien, oder ist das nur Wichtigtuerei?

Stand dir grad ein Pups quer oder was!? :-^

K.A. ob meine eigenen Erfahrungen und die Tips unseres 
Elektronik-AG-Leiters von vor 30 Jahren für dich stichhaltig genug sind.

> Der Link, den du angibst, ist mir nicht neu und enthält zum Thema rein
> überhauptnichts.

Mit Blick auf die zur Vergällung verwendeten Chemikalien im Prinzip 
schon.
Dagegen trägt der Einwand von dir jetzt aber wirklich nichts zum Thema 
bei!

Tue dir heute mal was Gutes und komm wieder runter. ;-)
Persönliche Seite #1890332
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Bernd Wiebus schrieb:
> Leg Dir trozdem für Härtefälle noch echtes Stearin als Flußmittel in die
> Schublade. Z.B. für Stellen, wo Du eigentlich zum Löten Oxid wegkratzen
> möchtest, aber nicht hinkommst....

Hm?? Kannst du das etwas erläutern? Kenne ich noch nicht.


>> Merkwürdigerweise fängt das Kolophonium, oder irgend welche Bestandteile
>> davon, jetzt an, an der Flasche auszukristallisieren.
>
> Es wird Winter, es wird kälter. Die Lösungsfähigkeit von Alkohol für
> Harz lässt nach.....das Harz fällt aus.
> Kenne ich aus meiner Flasche auch. Es sind aber keine Kristalle, sondern
> ein milchiger "Schleier". Wenn die Flasche längere Zeit im warmen steht,
> wird er wieder schwächer.

Naja. Wer weiß schon wo das Baumharz herkam und wie es raffiniert wurde. 
Das ist wohl extrem vom Einzelfall abhängig.


> Ja. Wobei die Augentropfen zunehmend aus kleinen Plastikflaschen
> verspritzt werden, weniger aus Pipetten. Die Pipettenflaschen zu 100ml
> kosten in der Apotheke neu 2 Euro oder so.  100ml ist die richtige
> Abmessung für den Arbeitstisch. Für die Werkzeugtasche zum mitnehmen
> aber etwas groß. Da wäre die oben auch angesprochene Nagellackflasche
> handlicher.
> Der Gummiball oben an der Pipette wird bei mir nur so 3-5 Jahre alt,
> dann wird er rissig.

Vielleicht durch irgendwas aus Silikon ersetzen?


>
> Was gar nicht geht sind "Tropfflaschen", d.h. Flaschen mit einem
> Plastikeinsatz im Hals, der die Durchflussmenge extrem begrenzt, also
> auf
> einen Tropfen alle paar Sekunden. Der Einsatz verklebt sehr schnell, und
> es kommt nichts mehr heraus.
>
> Bei den Plastikflaschen aus Niederdruckpolyethylen diffundiert viel
> Alkohol
> durch den Kunststoff weg. Einen Monat im Sommer im Auto, und die Flasche
> enthält nur noch Kolophonium, und keinen Alkohol mehr. Ähnliches
> passiert übrigens auch mit WD-40. Erstaunlich, wieviel flüchtige
> Bestandteile WD-40 hat.....
>

Du meinst LDPE? Ja, das würde ich dann auch vermuten. Auto ist sowieso 
ganz schlecht. 80°C sind da kein Problem im Sommer!

WD-40 ist eine Handelsmarke und soll von den Eigenschaften her nicht 
sonderlich gut sein. Vor allem korrodierend. Besser ist Waffenöl 
Balistol.

Im Allgemeinen sind Produkte die sehr stark beworben werden, nicht 
empfehlenswert. Man könnte auch sagen: Vor lauter Vertrieb und Werbung 
kein Geld mehr fürs eigentliche Produkt übrig...
Persönliche Seite #1890334
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Bernd Wiebus schrieb:
>> Auch mein Ausgangsmaterial war nicht hart, sondern eher zäh.
>
> Das tme-Kolophonium war glashart. Ich habs zerklopft, um es aus der
> Büchse zu bekommen.

Hm, interessant. Hat das Zeug in diesem Zustand noch haftend geklebt? 
Wie fühlte es sich an?
Mir kommt da eine Idee in Richtung meinem langjährigen Projekt 
Gehäusebau...
Persönliche Seite #1890338
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Und dann hätte ich noch ne generelle Frage:

'Löthonig' ist meiner Meinung ja schonmal irreführend, denn sieht man 
sich das Sicherheitsdatenblatt an, dann ist das Zeug mitnichten mit 
Honig verwandt. Es sieht vielleicht so aus, mag sein.
Dann wurde diese Marke 1960 eingetragen. Wie lange bleibt die Marke dann 
am Leben? Gibts da ne Frist wie bei Patenten?

Und ist 'Honig' ansich nicht eine geschützte Bezeichnung? Das ist doch 
echt fragwürdig, wenn einer Löthonig schreibt. Vielleicht hat man das 
1960 noch ganz anders gesehen. In Zeiten von weißem Schaum auf dem Rhein 
und endlosen Fortschrittsglauben. Zur Erinnerung: Kernkraft galt als der 
letzte Schrei.
OP #1890402
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Abdul K. schrieb:
> Hm, interessant. Hat das Zeug in diesem Zustand noch haftend geklebt?
> Wie fühlte es sich an?

Es war schwach klebrig, splitterte ähnlich wie Glas und wenn man daran 
mit dem Finger gerieben hat, war die Haut hinterher sehr griffig. Es sah 
aus, wie klarer Bernstein.

Hier ist es: 
http://www.tme.eu/de/katalog/index.phtml#cleanParameters%3D1%26search%3DKALAFONIA-35+35g%26bf_szukaj%3D+

> dann ist das Zeug mitnichten mit Honig verwandt.

Ja logisch, aber die Farbe kommt schon ganz gut hin, wenn die Lösung 
konzentriert ist.

Ich zog aus dem Namen allerdings auch den falschen Schluß, daß die 
Lösung zäh sein soll, deswegen habe ich versucht, es in so wenig 
Spiritus, wie möglich zu lösen.
OP #1890413
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Ich habe mit dem "Löthonig" übrigens auch schon Platinen (bestückt und 
unbestückt) lackiert. Nach ca 4 Wochen Sommer klebt die Schicht nicht 
mehr. Sie wirft auch keine Blasen, sondern hat wieder glasige 
Konsistenz.

Mir scheint, es ist wirklich sehr gutes Kolophonium.
Persönliche Seite #1890660
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Abdul K. schrieb:
>> Hm, interessant. Hat das Zeug in diesem Zustand noch haftend geklebt?
>> Wie fühlte es sich an?
>
> Es war schwach klebrig, splitterte ähnlich wie Glas und wenn man daran
> mit dem Finger gerieben hat, war die Haut hinterher sehr griffig. Es sah
> aus, wie klarer Bernstein.

OK. Das reicht mir als Info. Danke.

Bernstein. Hm. Ja, eigentlich ähnlich. Die Reste aus der 
Schmuckindustrie werden eingeschmolzen und daraus neue Formen gepreßt 
und das wieder als Bernstein verkauft! Also sowas wie Formschinken.


>
> Hier ist es:
> 
http://www.tme.eu/de/katalog/index.phtml#cleanParameters%3D1%26search%3DKALAFONIA-35+35g%26bf_szukaj%3D+
>
>> dann ist das Zeug mitnichten mit Honig verwandt.
>
> Ja logisch, aber die Farbe kommt schon ganz gut hin, wenn die Lösung
> konzentriert ist.

Das bezog sich rein auf die Marke Löthonig!!


>
> Ich zog aus dem Namen allerdings auch den falschen Schluß, daß die
> Lösung zäh sein soll, deswegen habe ich versucht, es in so wenig
> Spiritus, wie möglich zu lösen.

Äh. Du redest von Kolophinium von TME, ja? Die Marke Löthonig ist ja was 
anderes (auch wenn er Inhalt ähnlich ist).
OP #1890747
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Abdul K. schrieb:
> Bernstein. Hm. Ja, eigentlich ähnlich.

Nur riecht der meines Wissens nicht so intensiv.

> Äh. Du redest von Kolophinium von TME, ja? Die Marke Löthonig ist ja was
> anderes (auch wenn er Inhalt ähnlich ist).

Ja klar. Ich will halt den Wirkstoff, ohne für die Verpackung unmäßig 
viel hinzulegen. Meinem Lötkolben ist es Wurscht, ob das Zeugs bei 
Vollmond unter absingen frommer Lieder abgepackt, oder zuhause aus der 
Spiritusflasche gewürzt wurde...
Persönliche Seite #1893662
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Hallo Abdul.

>> Leg Dir trozdem für Härtefälle noch echtes Stearin als Flußmittel in die
>> Schublade. Z.B. für Stellen, wo Du eigentlich zum Löten Oxid wegkratzen
>> möchtest, aber nicht hinkommst....
> Hm?? Kannst du das etwas erläutern? Kenne ich noch nicht.

Naja. Stearin bzw. Stearinsäure. Eine wachsänliche Substanz, die halt 
als Flussmittel verwendet werden kann. Wirkt etwas agressiver als 
Kolophonium,  ist aber in kaltem Zustand auch nicht agressiv.
Findet sich in z.B. in speziellen (tropffreien) Kerzen. Üblicherweise 
sind Kerzen aber aus Parafin. Das wirkt als Flußmittel garnicht und gibt 
nur einen verkohlten Matsch beim Löten. Du must also schon sehr darauf 
achten, WAS für eine kerze du hast.


> Naja. Wer weiß schon wo das Baumharz herkam und wie es raffiniert wurde.
> Das ist wohl extrem vom Einzelfall abhängig.

Das Kolophonium habe ich als Pulver gemischt mit Kiselgur bekommen. 
Darum habe ich die Lösung auch durch einen Kaffefilter laufen lassen, um 
das Kieselgur loszuwerden. Als die Flasche leer wurde, habe ich im Wald 
gefundenes Harz (klebt furchtbar, wird man fast nicht los) in die 
Flasche gestopft und wieder mit Isopropanol aufgefüllt.


>> Der Gummiball oben an der Pipette wird bei mir nur so 3-5 Jahre alt,
>> dann wird er rissig.
> Vielleicht durch irgendwas aus Silikon ersetzen?
>
Sobald mir was passendes über den Weg läuft. Gleiches gilt für den 
obigen Vorschlag mit PVC-Schlauch. Der findet sich noch schneller. :-)


>
> WD-40 ist eine Handelsmarke und soll von den Eigenschaften her nicht
> sonderlich gut sein. Vor allem korrodierend. Besser ist Waffenöl
> Balistol.


Nuja. Kommt darauf an, was man damit machen will. WD-40 ist eigentlich 
ein Schutzöl mit Kriecheigenschaften. Und genau dafür ist es ja auch 
gut.
Das das Zeug nebenher als Rostlöser und Schmiermittel brauchbar (nicht 
gut) ist, ist eher Zufall. "Caramba" ist deutlich wirkungsvoller als 
Rostlöser. Aber dafür als Schutzöl eher ein Versager.

Als Rostlöser für Schrauben bevorzuge ich eher direkt Petroleum oder 
Phosphorsäure.

Ballistol ist so eine Universalmischung, die tatsächlich "alles" kann, 
aber nichts richtig, bis auf die Reinigungswirkung, die ist recht gut.
Als Schutzöl ist es eher mittelmäßig, weil die sonstigen Additive zur 
leichten Abwaschbarkeit führen. Als Waffenöl ist es aber auch in erster 
Linie dazu gemacht, den Schießschwaden trotzen und deren Agressivität 
wegpuffern. Abwaschen durch Regen ist weniger ein Thema. Der besorgte 
Schütze wird seine "Susi" schon wieder neu eincremen, wenn sie nass 
geworden ist. :-) Aber da ich kein Schußwaffenfetischist bin, brauche 
ich sowas eher nicht.

> Im Allgemeinen sind Produkte die sehr stark beworben werden, nicht
> empfehlenswert. Man könnte auch sagen: Vor lauter Vertrieb und Werbung
> kein Geld mehr fürs eigentliche Produkt übrig...

Es empfielt sich einen (oder mehrere) Chemiker im Umfeld zu haben, der 
einem Tipps geben kann. :-)
....trozdem ist es oft einfacher, eine fertige Mischung schnell zu 
kaufen.
Hängt halt am Einzelfall. Das übliche "Schlangenöl" soll eben für alles 
herhalten, und das führt dazu, das es zu nichts wirklich taugt. ;-)
Dafür muss man halt keine Büchsenbatterie mit unterschiedlichen 
Substanzen mitführen.


> 'Löthonig' ist meiner Meinung ja schonmal irreführend, denn sieht man
> sich das Sicherheitsdatenblatt an, dann ist das Zeug mitnichten mit
> Honig verwandt. Es sieht vielleicht so aus, mag sein.
> Dann wurde diese Marke 1960 eingetragen. Wie lange bleibt die Marke dann
> am Leben? Gibts da ne Frist wie bei Patenten?

Naja, Farbe und Konsistenz passen schon zu Honig. :-)
Ich kenne mich mit dem Patentkram nicht wirklich aus. Wenn ich Spass an 
sowas hätte, hätte ich Jura studiert und nicht E-technik, und solange 
ich nicht vorhabe, mich mit irgendwas selbstständig zu machen (Was ich 
nie nie nie machen werde, weil ich es von meinem Vater her kenne) hat 
das eher nebensächliche Bedeutung für mich. Ich stehe dem Patentgedanken 
sowieso eher kritisch gegenüber.

Mit freundlichem Gruß: Bernd wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
Persönliche Seite #1895011
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Hallo Abdul.

> Gibts irgendeinen Haken bei der Stearinsäure?

Ja. Die hinterlässt weisse Schleier auf der Platine, die schwieriger 
abzuwaschen sind als Kolophoniumreste. Dickere Tropfen bröckeln aber 
leicht ab, wenn man sie mit Kältespray spröde macht.

Desweiteren sind die Schwaden, die beim verkokeln entstehen, ziemlich 
ungesund. Im Gegensatz zur vollständigen Verbrennung in der Kerze.
Allerdings verkokelt nicht viel, wenn Du mit dem Lötkolben vorsichtig 
bist. Das Zeug kann schon etwas an Temperatur ab.



> Da könnte man die ja
> gleich nehmen anstatt Kolophonium.

Das wurde zumindest früher auch gemacht. Ich habe mal vor Jahren eine in 
den USA gekaufte Rolle Lötzinn gesehen, die tatsächlich einen Aufdruck 
über eine Stearinfüllung hatte.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
Gast #1896456
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>>Angeblich soll es auch eine gute Idee sein dem Zeug etwas Aspirin
>>beizumischen.

>Ja, dann bekommt man beim Löten keine Kopfschmerzen.

Vielleicht wird es auch gleich abqualifiziert, da es aus der DDR kommt.
 In einem Artikel in  Radio Fernsehen Elektronik (oder FUNKAMATEUR?) 
wurde mal die Wirkungsweise von "Löttinktur" beschrieben.
Als "Gedächtnisprotokoll" ist noch hängen geblieben, dass Salizylsäure 
und andere Säuren in geringen Mengen der Kolophoniumlösung zugesetzt 
wurden.
Die wichtigste Eigenschaft dieser Säuren ist, dass sie erst bei 
Lötkolbentemperatur ihre oxidlösenden  Eigenschaften entwickeln.
(aber das wurde ja schon mal gesagt)
deshalb ist Kolophoniumlsg für den Elektronikbereich geeignet
MfG
Gast #1896612
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@ Michael_


> Ist das hier ein RADIO-Bastlerforum im Jahre 1925 ?

So wird das nix. So nimmt Dich keiner ernst. Der normkonforme
Anpöbelspruch ist: "Ey Alder. Was kukst Du? Hassu Probläm?". Etwas 
antiquiert, aber durchaus "old school" und immer noch stilvoll 
wäre:"Ruckzuck ist die Fresse dick!"


Man man man, noch nicht einmals zünftig Rumpöbeln kann die Jugend heute. 
:-(





EINES TAGES WERDEN ALLE MENSCHEN WIXXER SEIN!
Gast #1900660
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Ich habe das mit dem Kiefernharz aus dem Wald mal ausprobiert. Ich 
brauche das Zeug eh' für selbst gemachtes Schusterpech (ein anderes 
Hobby), und hatte neulich beim Spaziergang etwas gesammelt.
Es geht tatsächlich primstens! Ein wenig in Spiritus gelöst, davon ein 
klein wenig auf eine alte fehlerhafte anoxidierte Platine aus dem Regal 
gestrichen, und mit dem frisch angewärmten Lötkolben drüber, ohne die 
Spitze vorher am Schwämmchen zu wischen oder frisches Lot aufzutragen. 
Ein wenig Dampf, wie auch bei gekauftem Kolophonium, und eine glänzende 
Schicht SN95,5Ag3,8Cu0,7, die vorher als dunkler verschrumpelter 
faltiger Tropfen an der Lötspitze hing, ließ sich leicht über ein Stück 
Massefläche verteilen. :-)

Schade nur, dass ich bereits eine Dose Kolophonium habe, auch wenn die 
nicht nennenswert Geld gekostet hat.
Gast #1901277
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Meiner Erfahrung nach wird Jedes Baumharz irgendwann glasig hart und 
brüchig und ist bis dahin mehr oder weniger klebrig.
Es ist empfindlich gegenüber Terpentin, Benzin, Aceton, Nitroverdünner 
etc, und wie ich nun weiß, sogar gegenüber Alkohol!
Als Schutzlack würde ich es daher nicht verwenden wollen. Bis er (je 
nach Dicke nach Tagen oder Wochen) trocken ist, hat es Staub gesammelt 
und beim Reinigen nach einer Verschmutzung geht er kaputt. Ich mache 
zwar auch alles selber, aber hier würde ich eindeutig PU-Spray 
bevorzugen.
Von Elektronik nehme ich erst mal an, dass man sie mit Spiritus reinigen 
kann. Nur bei einer MS-Tastatur habe ich mir damit mal die Leiterbahnen 
weg gewischt, was der Funktion der Tastatur nicht zuträglich war.

Zum (völligen off-topic-) Thema Schusterpech:
Ich mache mein Schusterpech, indem ich Fichtenharz und Bienenwachs 
zusammen (etwa 1:1 bis 1:2) erwärme, bis das Harz zum größten Teil 
geschmolzen ist, das ganze durch ein Sieb gieße, um Rindenstücke, 
Insekten und anderen Dreck heraus zu holen, und das ganze unter Rühren 
abkühlen lasse, bis ich es kneten und einen Ball daraus formen kann, den 
ich dann abkühlen lasse, so dass er halbwegs hart wird. Eigentlich 
gehört noch Leinöl und Alkohol dazu und die Bereitung ist etwas 
komplizierter, aber das Zeug funzt so schon prima.

Zur Platine mit Leinöl-Schutzlack: Wenn schon öko, Dann aber bitte auch 
auf Hartpapier-Basismaterial und nicht diesem PCB. ;-)
OP #1901322
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Philipp Klostermann schrieb:
> Meiner Erfahrung nach wird Jedes Baumharz irgendwann glasig hart und
> brüchig und ist bis dahin mehr oder weniger klebrig.

Dieses tme-Kolophonium - oben habe ich darauf verlinkt - wird 
netterweise nicht brüchig, sondern ergibt einen bernsteinfarbenen, recht 
stabilen Schutzlack.

> Es ist empfindlich gegenüber Terpentin, Benzin, Aceton, Nitroverdünner
> etc, und wie ich nun weiß, sogar gegenüber Alkohol!

Ja logisch. Aber genau das ist bezweckt - sonst würde ich Plastikspray 
nehmen.

> Als Schutzlack würde ich es daher nicht verwenden wollen.

Wenn man die Schaltung leicht änderbar haben will, bietet sich so ein 
Schutzlack schon an. Aber man kann natürlich auch das Lötlack-Spray von 
Kontaktchemie nehmen...
Persönliche Seite #1901413
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Philipp Klostermann schrieb:
> Als Schutzlack würde ich es daher nicht verwenden wollen. Bis er (je
> nach Dicke nach Tagen oder Wochen) trocken ist, hat es Staub gesammelt
> und beim Reinigen nach einer Verschmutzung geht er kaputt. Ich mache
> zwar auch alles selber, aber hier würde ich eindeutig PU-Spray
> bevorzugen.

Welcher PU-Spray?


> Von Elektronik nehme ich erst mal an, dass man sie mit Spiritus reinigen
> kann. Nur bei einer MS-Tastatur habe ich mir damit mal die Leiterbahnen
> weg gewischt, was der Funktion der Tastatur nicht zuträglich war.
>

Vermeide auch LCD-Abdeckungen!


> Zum (völligen off-topic-) Thema Schusterpech:
> Ich mache mein Schusterpech, indem ich Fichtenharz und Bienenwachs
> zusammen (etwa 1:1 bis 1:2) erwärme, bis das Harz zum größten Teil
> geschmolzen ist, das ganze durch ein Sieb gieße, um Rindenstücke,
> Insekten und anderen Dreck heraus zu holen, und das ganze unter Rühren
> abkühlen lasse, bis ich es kneten und einen Ball daraus formen kann, den
> ich dann abkühlen lasse, so dass er halbwegs hart wird. Eigentlich
> gehört noch Leinöl und Alkohol dazu und die Bereitung ist etwas
> komplizierter, aber das Zeug funzt so schon prima.
>

Hm. Ist das der Kleber der elastisch bleibt und man damit die Schuhsohle 
ankleben kann? Bzw. was nimmt man dafür?


> Zur Platine mit Leinöl-Schutzlack: Wenn schon öko, Dann aber bitte auch
> auf Hartpapier-Basismaterial und nicht diesem PCB. ;-)

Dsa Problem ist ja nicht das Papier, sondern der Epoxid.
Gast #1901874
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Abdul K. schrieb:
> Welcher PU-Spray?

Wenn ich etwas dauerhaft, hygienisch, glänzend und klar versiegeln 
möchte, nehme ich "URETHAN 71" von Kontakt Chemie. Vorsicht: Ein Tropfen 
auf ein Poti, Schalter o.Ä. und das ist hin.

Abdul K. schrieb:
> Vermeide auch LCD-Abdeckungen!

Vor allen Dingen die dünnen auf Folie gedruckten Leiterbahnen bei den 
Dingern!

Abdul K. schrieb:
> Hm. Ist das der Kleber der elastisch bleibt und man damit die Schuhsohle
> ankleben kann? Bzw. was nimmt man dafür?

Nein, eigens zum Ankleben von Schuhsohlen wurde ursprünglich Pattex 
erfunden. Mit Schusterpech werden die sogenannten Pechdrähte bereitet, 
also die zu den Enden dünn auslaufenden, gezwirnten und gepichten 
Leinenfäden, die man, wenn man es historisch korrekt machen will, mit 
Schweineborsten verflechtet, um sie durch die Stichkanäle zu führen.

Abdul K. schrieb:
> Dsa Problem ist ja nicht das Papier, sondern der Epoxid.

Die ganz einfachen Hartpapier-Platinen sind, dachte ich zumindest, 
Epoxid-Frei.
Persönliche Seite #1901983
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Philipp Klostermann schrieb:
> Abdul K. schrieb:
>> Welcher PU-Spray?
>
> Wenn ich etwas dauerhaft, hygienisch, glänzend und klar versiegeln
> möchte, nehme ich "URETHAN 71" von Kontakt Chemie. Vorsicht: Ein Tropfen
> auf ein Poti, Schalter o.Ä. und das ist hin.

Muß ich mal ausprobieren.


> Abdul K. schrieb:
>> Hm. Ist das der Kleber der elastisch bleibt und man damit die Schuhsohle
>> ankleben kann? Bzw. was nimmt man dafür?
>
> Nein, eigens zum Ankleben von Schuhsohlen wurde ursprünglich Pattex
> erfunden. Mit Schusterpech werden die sogenannten Pechdrähte bereitet,
> also die zu den Enden dünn auslaufenden, gezwirnten und gepichten
> Leinenfäden, die man, wenn man es historisch korrekt machen will, mit
> Schweineborsten verflechtet, um sie durch die Stichkanäle zu führen.

Ist ja interessant. Das heutige Pattex halte ich dafür aber als 
ungeeignet.


>
> Abdul K. schrieb:
>> Dsa Problem ist ja nicht das Papier, sondern der Epoxid.
>
> Die ganz einfachen Hartpapier-Platinen sind, dachte ich zumindest,
> Epoxid-Frei.

Und wie soll das Papier dann zusammenhalten? Delaminierte Platinen sah 
ich allerdings schon öfters.
Gast #1901986
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> Zur Platine mit Leinöl-Schutzlack: Wenn schon öko, Dann aber bitte auch
> auf Hartpapier-Basismaterial und nicht diesem PCB. ;-)
Wenn man es schon ÖKO machen will, dann richtig.
Dazu hat man 1925 Isoliermaterial hergestellt, indem man entsprechende 
Hartholzteile in Paraffin ausgekocht hat.
OP #1902037
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Abdul K. schrieb:
> Ist ja interessant. Das heutige Pattex halte ich dafür aber als
> ungeeignet.

Es gibt speziellen Schusterleim, der deutlich besser klebt, als Pattex. 
Allerdings sind da Lösungsmittel drin, die man Lieschen Müller nicht in 
die Hand geben will...

> Und wie soll das Papier dann zusammenhalten? Delaminierte Platinen sah
> ich allerdings schon öfters.

Pertinax ist mit Phenol-Formaldehyd-Kunstharz getränktes Papier. Ob 
dieses Harz viel gesünder ist, als Epoxid, weiß ich nicht - die 
Namensbestandteile sprechen nicht unbedingt dafür.
Gast #1902047
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Abdul K. schrieb:
> Ist das "URETHAN 71" eigentlich geeignet für das Finishing von
> selbstgebauten Gehäusen?
Auf der Packung steht:
>>Anwendungsbeispiele:
Schutzlack für gedruckte Schaltungen. Versiegelung von Transformatoren 
sowie Feld- und Ankerwicklungen von Elektromotoren. Dauerhafter 
Schutzüberzug von allen Metallen in feuchter und korrosiver Atmosphäre.
Eigenschaften: URETHAN 71 ist ein Urethanlack mit ausgezeichneten 
dielektrischen Eigenschaften und bester Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Gebrauchsanweisung: d.Ü.S...<<
Ob man damit eine hübsche Oberfläche hinbekommt, hängt wohl davon ab, 
wie gut man lackieren kann und wie viel Staub so in der Luft hängt.

> Und wie soll das Papier dann zusammenhalten? Delaminierte Platinen sah
> ich allerdings schon öfters.
Ich weiß es nicht. So wie weiches Papier auch zusammenhält? Vielleicht 
wird es auch mit Hitze und Druck hergestellt, wie diese 
Schalen-Schulstühle. Holz enthält neben Zellulose auch feste 
Kohlenwasserstoffe, die schmelzen und kleben können. Mir fällt nur 
gerade der Name von dem Zeug nicht ein. Ich finde, Hartpapier-Platinen 
riechen auch bah, wenn man sie zerbrutzelt, aber nicht so derbe wie 
diese Epoxyd-Platinen.
Persönliche Seite #1902094
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Bei den ganzen Chemiepampen muß man auf genaue Verarbeitung achten. Wenn 
die Mischungsverhältnisse nicht genau stimmen oder nicht sauber 
ausgehärtet wird, wirds gefährlich. Genauso ist der Schneidestaub sehr 
ungesund. Also besser andere machen lassen...

Beim Schneiden von Platinen kann man Wasser/Alkohol benutzen.

Letztens war ich beim Schuster. Der wollte 2,90 für eine Sohle ankleben. 
Da habe ich mir die Googelei und Versandkosten eben erspart für solch 
einen Spezialleim. Was ist da drin?


Zu dem Urethan 71:
Danke für das Zitieren der Paketinfo, aber ich wollte eigentlich eher 
deine ganz persönliche Meinung hören. Ja, das kommt doch noch vor, das 
jemand nach seiner Meinung gefragt wird.
Das Plastik-Spray von Kontakt macht recht schöne Oberflächen auf Alu. 
Habe damit schon Frontplatten gemacht. Also schmirgeln, in Salzsäure 
(oder wars NaOH ? Weiß es nicht mehr) zum Anrauhen, trocknen, und dann 
versiegeln mit Plastikspray. Aber vielleicht wirds mit Urethan noch 
besser? Der Nachteil beim Plastikspray ist die sehr lange 
Trocknungsdauer und der Preis ist nicht ganz billig. Aber es wird nach 
einiger Zeit doch ansehlich. Klebt dann nicht mehr, ist aber griffig. 
Bleibt aber ein rauher Eindruck. So wie Hochglanz bei iPod wird es 
nicht!
Gast #1902119
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Also für Oberflächen gibt es doch die Acryl-Lacke aus dem Baumarkt. Für 
hochwertige Oberflächen gibt es das Sortiment der Autolacke. Für 
transparente Anwendungen ist der Versiegelungslack Metallic geeignet.
Urethan hat doch die Eigenschaft, das man nachträglich noch löten kann!
Gast #1902146
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Abdul K. schrieb:
> Beim Schneiden von Platinen kann man Wasser/Alkohol benutzen.

Wenn ich Stahl bohre oder säge, gebe ich immer ein klein wenig Öl drauf, 
um die Erwärmung der Werkzeuge geringer zu halten. (Es arbeitet sich 
auch angenehmer.) Das mit dem Wasser/Alkohol ist eine gute Idee. Das 
schadet der Platine in dem Stadium ja noch nicht, und wenn doch etwas 
Kupfer korrodiert, kann man noch gut polieren.

> Letztens war ich beim Schuster. ..
Ich muss zugeben, dass ich von moderner Schusterei wenig Ahnung habe, da 
ich mich vornehmlich mit der Herstellung hochmittelalterlicher 
Wendeschuhe beschäftige. Ich hatte vor Jahren mal einen Spezialleim "Col 
de Cologne" für Schuhsohlen, aber das Zeug hat gerochen wie Pattex, sah 
so aus wie Pattex und hat sich so verarbeiten lassen wie Pattex. Pattex 
hält bombensicher, wenn es richtig verarbeitet wird, verzeiht aber auch 
keine Fehler.

> .., aber ich wollte eigentlich eher
> deine ganz persönliche Meinung hören. Ja, das kommt doch noch vor, das
> jemand nach seiner Meinung gefragt wird.
:-D
Ich habe keine Erfahrung mit dem Kunstoff-Spay, kann also nicht 
vergleichen. Die Nachteile Preis und Trocknungsdauer gelten jedenfalls 
auch für URETHAN 71. Ich behaupte aber einfach mal, dass das Urethan 71 
auch für ein Oberflächenfinisch gut geeignet sein dürfte. Ich habe 
gerade mal eine Porbe auf ein Stück Netzteilgehäuse gemacht, und stelle 
morgen, wenn es trocken ist, ein Bild ein. (Die Staubkörner musst Du Dir 
dann weg denken, ich mache jetzt nicht für ein Probestück den großen 
Staubfrei-Aufwand.)

Eine richtig geile Hochglanz-Oberfläche bekommen wir sterblichen wohl 
nur mit schleifen und polieren hin, befürchte ich, und lasse mich gerne 
eines besseren belehren. Ich glaube, industrielle Hochglanz-Gehäuse 
werden direkt so gegossen.
OP #1902151
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Abdul K. schrieb:
> Was ist da drin?

Ich hab hier eine Tube Kövulfix. Das wurde als Schusterleim 
angepriesen. Was genau drin ist, steht nicht drauf. Lediglich ein 
Geraune von "epoxidhaltigen Verbindungen".

Wenn ich mich recht erinnere, enthält klassischer Schusterleim Xylol. 
Der Sinn ist jedenfalls, daß Gummi angelöst wird.

> Der Nachteil beim Plastikspray ist die sehr lange Trocknungsdauer und der
> Preis ist nicht ganz billig.

Ich finde das Lösungsmittel, das da drin ist, ganz besonders übel.
Gast #1902178
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Wahrscheinlich hast du es nicht richtig verarbeitet. Außerdem gibt es 
bei Pattex sehr viele Sorten. Ich hoffe nicht, du hast das miserable 
ÖKO-Lösungsmittelfreie Pattex.
In der DDR gab es vor 40 Jahren schon Chemitar. Besser ist Pattex auch 
nicht.
OP #1902206
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Michael_ schrieb:
> Ich hoffe nicht, du hast das miserable ÖKO-Lösungsmittelfreie Pattex.

Nein, eher hätt ichs mit Spucke probiert.

Das Problem mit Patex war, daß es sich irgendwann einseitg vom 
Untergrund gelöst hat. Die eigentliche Klebung war noch in Takt.

Das Kövulfix hat die Oberflächen angelöst und sich richtig damit 
verschweißt.
Gast #1903898
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Philipp Klostermann schrieb:
> Ich habe
> gerade mal eine Porbe auf ein Stück Netzteilgehäuse gemacht, und stelle
> morgen, wenn es trocken ist, ein Bild ein. (Die Staubkörner musst Du Dir
> dann weg denken, ich mache jetzt nicht für ein Probestück den großen
> Staubfrei-Aufwand.)

Ich habe heute Morgen noch eine Schicht drauf gegeben, dabei kam 
plötzlich nichts mehr aus der Dose, weil das Spühteil verstopft ist. (Da 
hatte ich wohl das Leersprühen vergessen.)
Ein neues gebrauchtes von einer leeren Lackdose war dann auch schnell 
verstopft. Ich glaube, ich sollte mal schauen, ob man die irgendwo 
billig einzeln bekommt.

Beim Fotografieren ist mir dann aufgefallen, dass es nicht leicht ist, 
eine farblose Oberflächenstruktur wiederzugeben und ich habe mich nach 
ein paar Versuchen entschieden, etwas darin spiegeln zu lassen.

Also so richtig Hochglanz ist das nun auch nicht geworden. Das müsste 
man noch schleifen und polieren, wenn sich PU polieren lässt.
Angehängte Dateien:
Gast #1905391
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@ ehydra: Hallo Abdul, hast du für sowas schon Airbrush probiert? Ich
bin im Lackieren sehr ungeschickt, habe mir aber mal ein Starterset
dafür vom blauen C gekauft und bekomme das mit Mattlack ganz gut hin.
O.k., für Glanzlack steht der Versuch noch aus, aber ich bin da sehr
optimistisch. Es geht viel besser als mit Spraydosen, weil der
Lackauftrag viel langsamer geschieht. Man hat daher mehr Kontrolle
und dieser Airbrushlack verläuft nach dem Sprühen sehr schön
gleichmäßig.

Gruß, Guido
Gast #1907794
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Abdul K. schrieb:
> Bei der Betrachtung deiner Bilder frage ich mich nun, wo der
> Vorteil/Unterschied zu Plastik 70 ist?

Ich weiß es nicht. Es könnte z.B. sein, dass PU einfach robuster ist, 
als ein andere Kunststoff. Ich schaue einfach mal ins Datenblatt:

"1. ALLGEMEINE BESCHREIBUNG
Schnelltrocknender, farblos-transparenter Isolier- und Schutzlack auf 
Acrylharzbasis.
2. PRODUKTMERKMALE
PLASTIK 70 ist ein dünnflüssiger, lösemitteltrocknender Acrylharzlack 
mit hervorragenden Isolationseigenschaften. Der Lack ist 
farblos-transparent und elastisch. Er besitzt eine dauerhaft gute 
Haftung im Temperaturbereich zwischen –40°C und + 60°C und kann 
kurzzeitig Temperaturen bis max. 100°C ausgesetzt werden. Er schützt 
Leiterplatten und Oberflächen vor Feuchtigkeit sowie anorganisch-sauren 
oder alkalischen Dämpfen.
PLASTIK 70 ist farblos-transparent und hat somit keine optischen 
Auswirkungen auf die Leiterplattenoberfläche.
PLASTIK 70 ist zu Reparaturzwecken auf Leiterplatten durchlötbar oder 
kann mit Aceton bzw. PLASTIK 70 – VERDÜNNER vollständig entfernt werden.
3. ANWENDUNGSBEISPIELE
PLASTIK 70 wurde speziell zum Schutz von Leiterplatten entwickelt. Er 
verhindert Kriechströme und Kurzschlüsse. Als dünnflüssiger Fixier- und 
Isolationslack kann er auch zum Nachisolieren von Spulen und Trafos 
eingesetzt werden und beseitigt störendes Pfeifen.
PLASTIK 70 eignet sich auch als universeller Schutzlack für Oberflächen 
aller Art wie z.B. Metall, Papier, Schmuck, Schilder, Möbelstücke, usw."

und
"1. ALLGEMEINE BESCHREIBUNG
Lufttrocknender Einkomponenten-Polyurethan-Alkydharzlack
2. PRODUKTMERKMALE
URETHAN 71 ist ein transparenter Schutzlack mit hervorragenden 
Isolationseigenschaften. Er besitzt eine dauerhaft gute Haftung im 
Temperaturbereich zwischen –40°C und + 120°C. Während der Trockenzeit 
erfolgt eine chemische Vernetzung des Lackes, so dass er auch bei 
feuchten oder aggressiven Umgebungsbedingungen hervorragend schützt.
3. ANWENDUNGSBEISPIELE
URETHAN 71 ist ein zuverlässiger Schutzlack für Leiterplatten 
insbesondere bei feuchtwarmen Umgebungsbedingungen.
Wegen seines schönen Verlaufs und der guten Haftfestigkeit auf vielen 
Materialien, eignet sich der Lack auch als dekorativer, transparenter 
Korrosionsschutz für Gebrauchsgegenstände aus Metall. Die leicht 
gelbliche Färbung gibt einen schönen Farbeffekt auf Oberflächen aus 
Buntmetallen."

Ich würde zusammenfassen, dass Polyurethan-Alkydharzlack mehr Wärme 
verträgt und resistenter gegen Lösungsmittel ist als Acrylharzlack. 
Nachteil: ist nicht ganz farbneutral.
Persönliche Seite #1907956
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Für mich der wesentliche Strukturunterschied: Den einen (PLASTIK 70) 
kannst du wieder mit Lösemittel entfernen, weil nur lufttrocknend und 
den anderen (URETHAN 71) nicht, weil bei der Trocknung nachvernetzend. 
Manchmal braucht man den einen und manchmal den anderen. Bei mir im 
Regal steht i.M. PLASTIK 70 (und selbstangesetzter Kolophonium-Schnaps).
Persönliche Seite #1907983
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Uhu Uhuhu schrieb:

>> Der Nachteil beim Plastikspray ist die sehr lange Trocknungsdauer und der
>> Preis ist nicht ganz billig.
>
> Ich finde das Lösungsmittel, das da drin ist, ganz besonders übel.

Vom Geruch her? Die Essigsäureester im Plastik 70 riechen halt anders 
und intensiver als Aceton/MEK im Kovalheimer. Und locken Taufliegen an 
:-) Weniger reizend sollten die Lösemittel im Plastik 70 sein. 
Versprühen oder Draufschmieren sind wieder zwei paar Schuhe. Gut lüften.
Persönliche Seite #1907994
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Abdul K. schrieb:

> Wenn denn Plastik 70 auf Acrylbasis ist, dann kannste das mit dem
> Auflösen zumindest kurzfristig vergessen. Mag sein, wenn du einige
> Stunden oder Tage einwirken läßt, das da was geht. Kurzfristig mit
> normalen Lösungsmitteln jedenfalls nicht.

Schon probiert?

Man unterscheidet trockende Harze und vernetzende Harze. Acrylharze kann 
man in beiden Varianten bekommen.

Bei der trocknenden Variante wird im Werk komplett vernetzt, allerdings 
nur soweit, wie das Harz noch im Lösemittel verarbeitet werden kann. Die 
kleinen Harzteilchen päppen dann physikalisch beim Verdunsten des 
Lösemittels zusammen. Durch Zufuhr von Lösemitteln (am besten das 
originale Lösemittelgemisch) kann man das wieder auflösen.

Bei der vernetzenden Variante wird im Werk nur teilweise vernetzt. Das 
entstehende Präpolymer wird mit einem Vernetzer/Initiator (Licht, Wärme, 
...) zusammen vom Anwender aufgetragen und bildet dann durch Vernetzung 
eine chemisch verknüpfte Polymerschicht. Die ist i.a. mit üblichen 
Lösemitteln in endlicher Zeit unlöslich. da hast du Recht.
#1914611
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Hi,

Stefan B. schrieb:
> Für mich der wesentliche Strukturunterschied: Den einen (PLASTIK 70)
> kannst du wieder mit Lösemittel entfernen, weil nur lufttrocknend und
> den anderen (URETHAN 71) nicht, weil bei der Trocknung nachvernetzend.
> Manchmal braucht man den einen und manchmal den anderen. Bei mir im
> Regal steht i.M. PLASTIK 70 (und selbstangesetzter Kolophonium-Schnaps).

Abdul K. schrieb:
> Wenn denn Plastik 70 auf Acrylbasis ist, dann kannste das mit dem
> Auflösen zumindest kurzfristig vergessen. Mag sein, wenn du einige
> Stunden oder Tage einwirken läßt, das da was geht. Kurzfristig mit
> normalen Lösungsmitteln jedenfalls nicht.

Abdul K. schrieb:
> Ich war froh mit Plastik 70 ne schöne Oberfläche hinzukriegen. Von
> absichtlicher Anlösung sah ich daher ab :-) Also ist meine Aussage nur
> auf meinem Lehrgebäude bauend. Ich bin halt kein Chemiker.

Da ich gerade eine mit Plastik70 versiegelte Platine wegen einer 
Umrüstung aus einem Gerät ausgebaut habe und diese nun beim "wieder mal 
reinschauen" in diesem Threat auf dem Tisch lag, habe ich mal ebend den 
Feldversuch mit den Lösungsmitteln gemacht die bei mir gerade auf dem 
Tisch stehen.
(Nur auf den Test mit Chloroform habe ich verzichtet da ich das nur im 
Notfall und bei absolut guter Belüftung einsetze -> Da es draussen 
gerade Nass und Kalt ist möchte ich aber die Fenster gerade nicht weit 
ausfreissen)

Eine Serie mit PU kann ich leider nicht bieten da ich dieses bisher 
nicht verwendet habe und demzufolge auch nichts da habe.

Ich habe auch versucht das mit Fotos zu dokumentieren, ist aber aufgrund 
der spiegelnden Oberfläche der Platine recht schwierig. Daher hänge ich 
mal drei Bilder mit verschiedener Belichtung an.

Die Platine selber ist übrigends ca. 4 Jahre alt und sah vor meiner 
Behandlung noch aus wie gerade erst hergestellt. Das Versiegeln 
funktioniert also ;-)

Hier meine Ergebnisse, auf dem Foto habe ich die jeweilige Stelle mit 
der dazugehörigen Ziffer markiert: Jede Stelle habe ich ca. 30-45 sek. 
mit getränkten Wattestäbchen Bearbeitet.

1. Spiritus:
Das Plastik 70 wird angelöst und könnte mit viel mühe abgelöst werden. 
Die angelösten aber nicht vollständig entfernten REste bilden nach dem 
abtrocknen eine hässliche rauhe Oberfläche die wohl auch keine gute 
Schutzfunktion mehr hat.

2. Aceton:
Die Schicht wird stark angelöst und lässt sich mit ein wenig sorgfalt 
und geringem Druck komplett entfernen.

3. 2-Butanon (EMK)
Wie bei 2, nur noch stärkere Anlösung. Komplette entfernung einfach 
möglich.

4. Isopropanol
Die Oberfläche wird angelöst, eine komplette ablösung schein mit viel 
Iso und druck möglich. Bei mir wurde die Lackschicht erheblich dünner, 
es ist aber noch eine geschlossene Schicht vorhanden. Nach dem Trocknen 
sieht die Schicht wieder geschlossen, glatt und klar aus.

5. Benzin
schwächere Ablösung als Aceton, stärker als Isopropanol. Komplette 
entfernung möglich, aber mit etwas druck verbunden. verbliebene 
Angelöste REste sind leicht weißlich und etwas rau, aber scheinen noch 
geschlossen zu sein.

Ich hoffe das ist eine Sinnvolle Info, auch wenn es nicht mehr wirklich 
zur Ausgangsfrage passt.

Gruß
Carsten
Angehängte Dateien:
#1914616
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Abdul K. schrieb:
> Danke für deinen Betrag!
>
> Korrektur:
> 2-butanone (methyl ethyl ketone, MEK)

Hallo Abdul,

Du hast Recht, aber ich genauso ;-)
Für diesen Stoff gibt es eine reihe Schreibweisen... die auch wohl alle 
Korrekt sind. http://de.wikipedia.org/wiki/Butanon

Bei mir auf der großen "Originalflasche" (im Keller) steht auf dem 
Etikett Groß "2-Butanon" und klein drunter Ethylmethylketone. Auf der 
Flasche die wir damals in meinem Ausbildungsbetrieb hatten stand 
Methylethylketone...

Gruß
Carsten
Gast #1924001
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hab extra nochmal nachgeschlagen, sie entspiegeln alles , außer 
unlackierten Metallflächen.
Und wenn schon Wikipedia, dann alles lesen.
Für Metalle muß man schon die Ausleuchtung (Scheinwerfer) mit Pol-Filter 
versehen.
Gast #1963659
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Um mal wieder zurück zum Them des Threads zu kommen:
Da meine Kolophonium-Lösung auch vor kurzem zu Ende ging habe ich wieder 
neue angesetzt (reines Isopropanol+Kolophonium). Als sich nach ein paar 
Tagen alles(!) gelöst hatte, begann auch das Phänomen mit dem 
"auskristallisieren".  Nunja, habe dann die Lösung abgeschüttet und noch 
ein bischen Isopr. zugegeben.
Den Bodensatz habe ich jetzt nochmal aufgefüllt mit Isopr.. der sollte 
sich ja dann lösen wenn, so wie hier vermutet, die Lösung vorher nur 
übersättigt war. Tut er aber nicht! Steht schon über eine Wocher in 
einem verschlossenen Gefäß hier bie Zimmertemperatur.
OP #1963838
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Ich habe einfach auf 100 ml Spiritus aufgefüllt - jetzt kristalliesiert 
es auch nicht mehr aus.

Es sind jetzt 35 g Kolophonium auf 100 ml mit Brennspiritus aufgefüllt.

Die Beläge in der Flasche hatte ich vorher mit einem längeren heißen 
Wasserbad in den 50 ml gelöst bekommen.
Persönliche Seite #1966886
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sebr schrieb:
> Um mal wieder zurück zum Them des Threads zu kommen:
> Da meine Kolophonium-Lösung auch vor kurzem zu Ende ging habe ich wieder
> neue angesetzt (reines Isopropanol+Kolophonium). Als sich nach ein paar
> Tagen alles(!) gelöst hatte, begann auch das Phänomen mit dem
> "auskristallisieren".  Nunja, habe dann die Lösung abgeschüttet und noch
> ein bischen Isopr. zugegeben.
> Den Bodensatz habe ich jetzt nochmal aufgefüllt mit Isopr.. der sollte
> sich ja dann lösen wenn, so wie hier vermutet, die Lösung vorher nur
> übersättigt war. Tut er aber nicht! Steht schon über eine Wocher in
> einem verschlossenen Gefäß hier bie Zimmertemperatur.

Die Kristallisation hat thermodynamisch eine Hysterese. Nimmst du z.B. 
echten Eßhonig. Den bekommt man flüssig geliefert. Fängt er nach 
längerer Zeit an auszukristallisieren, dann bleibt das so! Du mußt den 
echten Honig erheblich erwärmen, damit er wieder in den Zustand amorph 
fällt. Bei der Auskristallisation wachsen die Kristalle kontinuierlich, 
während die restliche Lösung immerweiter ausdünnt. Trotzdem wächst der 
Kristall weiter! Am Ende kann es soweit gehen, das das restliche Wasser 
hochrein 'leer' ist. Es muß nur genügend Zeit vorhanden sein.

Am Wochenende sah ich beim Weg zur Rodelstrecke wunderschöne große 
Eiskristalle auf dem Weg wachsen. Das Lösungsmedium war hier die Luft. 
Die trocknet dabei.
OP #1966941
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Abdul K. schrieb:
> Die Kristallisation hat thermodynamisch eine Hysterese.

Ich habe mich zu Beginn des Threads falsch ausgedrückt: Das Kolophonium 
kristallisiert nicht, es bildet amorphe Beläge, die mit der Zeit 
wachsen. Offenbar ist dazu eine ziemlich hohe Kolophonium-Konzentration 
nötig.

35g Kolophonium auf 100 ml mit Spiritus aufgefüllt scheint eine stabile 
Lösung zu geben.
Persönliche Seite #1967018
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Hm. Amorph. Kann es sein, das es winzige Kristalle sind? Ausfällung 
sicherlich nicht.

Im Prinzip kann ich mir Zuckerlösungen als Flußmittel vorstellen. Die 
wirken zwar bei den 'niedrigen' Temperaturen wohl nicht reduzierend, 
aber sie unterbinden die Zufuhr von Luftsauerstoff. Was zumindest den 
Lötprozeß verbessert.
Sowas ähnliches macht man beim Aluminiumlöten mit einer Schicht Öl. 
Allerdings spaltet sich dabei das Öl in zwei Teile auf, wobei dann ein 
Reduktionsvorgang am Alu passiert. Durch den Ölfilm kommt nun kein 
Sauerstoff ran, man kann löten. Selbst schon probiert.

Eventuell ist in dem Akazienhonig irgendeine Säure drin...
#7185316
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Zur ursprünglichen Frage:
-------------------------

Uhu U. schrieb:
> Ich habe 35 g Kolophonium in ca 50 ml Brennspiritus gelöst. Als
> Flußmittel funktioniert die Lösung gut und der Geruch, der aus der
> Flasche strömt, ist betörend.
>
> Merkwürdigerweise fängt das Kolophonium, oder irgend welche Bestandteile
> davon, jetzt an, an der Flasche auszukristallisieren. Die Flasche ist
> luftdicht, es kann also kein Alkohol entwichen sein.
>
> Kennt den Effekt jemand?

Ja, das ist auch so bei Kolophonium wenn es in Isopropanol gelöst ist.
Es bilden sich nach langer Zeit auf dem Boden der Flasche in der Tat 
Klumpen.
Wenn diese mit Isopropanol abgewaschen werden, verschwindet die 
gelb-braune
Färbung und kleine, weiße, viereckige Kristalle werden sichtbar.
Diese Kristalle lösen sich wesentlich schlechter in Isopropanol als das 
ürsprüngliche
Kolophonium.
Der Stoff ist nicht amorph sondern kristallin.
Woraus er besteht, kann ich leider nicht sagen.

Das "Kolophonium-Lötwasser" lässt sich verbessern, indem zu 50g 
Kolophonium und 160ml Isopropanol noch ca. 3g Adipinsäure zugegeben 
werden. Sie ist in Isopropanol löslich.
Es muß nicht die teuere Lebensmittelqualität E355 sein. Ja, das Zeug ist 
in kleinen Mengen
eßbar und schmeckt schon in sehr kleinen Mengen unglaublich sauer.
Die wesentlich billigere Industriequalität mit 99,8% Reinheit tut es 
beim
löten auch.

Für die Anwendung ist es empfehlenswert die Flüssigkeit in eine 
Nagellackflasche zu füllen. Der Schraubverschluß verklebt nicht so 
leicht und ein Pinsel ist auch dabei.

Übrigens besteht der Original Löthonig® aus:
Kolophonium,
Ethylalkohol und
Glycerin.

Siehe Abschnitt 3 des Sicherheitsdatenblatts unter
http://www.loethonig.de/dl/201123_DB-Loethonig.pdf

Das Glycerin ist hygroskopisch. Deshalb sollte Löthonig nach dem löten 
abgewaschen werden. Es ist sicher nicht wie angepriesen "No clean"! 
Außerdem erhöht sich bei Temperaturen über 60°C die Leitfähigkeit des 
Kolophoniums.


Beste Grüße

Karl
Angehängte Dateien:
Gast #7186117
Lesenswert?

Uhu U. schrieb:
> Ich habe 35 g Kolophonium in ca 50 ml Brennspiritus gelöst. Als
> Flußmittel funktioniert die Lösung gut und der Geruch, der aus der
> Flasche strömt, ist betörend.
>
> Merkwürdigerweise fängt das Kolophonium, oder irgend welche Bestandteile
> davon, jetzt an, an der Flasche auszukristallisieren. Die Flasche ist
> luftdicht, es kann also kein Alkohol entwichen sein.
>
> Kennt den Effekt jemand?

Umesterung



Und: ich habe gesehen wie alt der Thread ist.

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