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Forum: Platinen Wie kann man feststellen, ob bleifrei gelötet wurde?


Autor: Frank (Gast)
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Wie kann ich bei einem Produkt ohne teures Gutachten feststellen, ob 
dieses RoHS konform ist? Ich habe den verdacht, dass meine Mitbewerber 
einfach billige Teile aus China kaufen und die dann bei EAR 
registrieren, ohne das geprüft wird, ob dies zulässig wäre.

Autor: Wolfgang Schmidt (wsm)
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Lötzinn abkratzen und mit konzentrierter Salzsäure versetzen und 
erhitzen.

Dann Ausfällen der Sulfate mit Schwefelsäure. Den Niederschag 
ausfiltieren und mit Wasser auswaschen.
Die Rückstände im Filter mit Ammonsulfidlösung übergießen. Wenn 
Bleisulfat vorhanden ist, wird dies durch eine Schwarzfärbung angezeigt, 
weil sich PbS bildet. Die Schwarzfärbung ist in der Regel nur schwach zu 
erkennen.

W.

Autor: Ralf2008 (Gast)
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Die oben beschriebene Methode ist natürlich ein durchführbarer
Nachweis, so wie es in der Chemischen Industrie bei einer
qualitativen Analyse bzw. einem Trennungsgang im anorganischen
Grundpraktikum gelehrt wird:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kationentrennungsgang
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelwasserstoffgruppe

Leider benötigt man dafür zahlreiche Geräte und Chemiekalien,
sowie Vorsichtsmaßnahmen u. Laborumgebung. Einfacher ist
evt. ein Nachweis mit Teststreifen z.B. von Merck:

http://www.merck-chemicals.de/test-kits-merckoquan...

Allerdings dürften die Preise (Apotheke) auch dementsprechend sein ...

Ralf2008

Autor: Frank Lorenzen (florenzen)
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Bei Farnell bin ich mal über Blei-Teststäbchen gestolpert. Die verfärben 
sich rosa wenn sie mit Blei in berührung kommen.


Gruß
f

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Wenn das Zinn bleihaltig ist, darf man die Platinen nicht mehr 
verkaufen.
Daher auch der Ausdruck: "Es liegt wie Blei im Regal."
;-)
MfG Paul

Autor: El Jefe (bastihh)
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Hatte ich mal meiner Vorliebe für Pauls Postings kundgetan?

Wenn nicht, so soll es hiermit geschehen!

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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"Bleifrei" heisst ja nicht unbedingt bleifrei - es dürfen nur gewisse 
Grenzen nicht überschritten werden.

Insofern sind auch chemische Tests nur dann aussagekräftig, wenn sie 
quantitativ durchgeführt werden.

Chris D.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Frank (Gast)

>Wie kann ich bei einem Produkt ohne teures Gutachten feststellen, ob
>dieses RoHS konform ist?

Das ist eine andere Frage als der Titel des Beitrags. Bleifreies Lot 
erkennt man am matten Glanz, im Gegensatz zu bleihaltigem, welches 
hochglänzend ist.
Fall das nicht so ganz eindeutig ist, weil die Lötstellen schon "alt" 
sind, kann man auch das Lot neu erhitzen und erkalten lassen, mit 
Flussmittel. Dort tritt der Effekt sehr deutlich auf.

Hochglänzend -> Blei
Matt, wie früher eine kalte Lötstelle -> Bleifrei.

> Ich habe den verdacht, dass meine Mitbewerber
>einfach billige Teile aus China kaufen und die dann bei EAR
>registrieren, ohne das geprüft wird, ob dies zulässig wäre.

Und das bringt so viel Preisvorteil? Hmm? Heute wird die Masse an Zeugs 
doch sowieso bleifrei produziuert (ICs) und gelötet.

MFG
Falk

Autor: Orakel (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Das ist eine andere Frage als der Titel des Beitrags. Bleifreies Lot
> erkennt man am matten Glanz, im Gegensatz zu bleihaltigem, welches
> hochglänzend ist.
> Fall das nicht so ganz eindeutig ist, weil die Lötstellen schon "alt"
> sind, kann man auch das Lot neu erhitzen und erkalten lassen, mit
> Flussmittel. Dort tritt der Effekt sehr deutlich auf.

Durch neue Verfahren ändert sich im Aussehen garinchts ;-)

Autor: Georg A. (Gast)
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Aber die Schmelzpunkte müssen ja noch min 40 Grad auseinander sein. Also 
bleihaltiges Zinn, eine bleifreie Referenzprobe und was abgekratztes von 
der Platine ein paar mm entfernt auf ein Kupferblech, etwas Flussmittel 
drauf und dann langsam auf einer Herdplatte heissmachen. Der Verzug beim 
Schmelzen sollte eigentlich deutlich sichtbar sein.

Autor: Michael_ (Gast)
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Nein, es gibt verschiedene Sorten, auch welche mit niedrigen 
Schmelzpunkt.
Es soll aber Sonden geben, die man in ein Gerät hineinhält und das Blei 
detektiert.

Autor: Georg A. (Gast)
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> Nein, es gibt verschiedene Sorten, auch welche mit niedrigen
> Schmelzpunkt.

Das ist aber doch kein Standard. Normal sind doch ~230 oder ~260 Grad. 
Und dass die Billigheimer dann ausgerechnet ein 
Niedertemperatur-Bleifrei-Lötzinn nehmen, wäre doch etwas seltsam ;)

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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So ganz nebenbei hat China schon lange auch auf bleifrei umgestellt. Es 
sind nur noch ganz wenige, die noch mit blei arbeiten. In China muss man 
offensichtlich ein Zertifikat bringen, das besagt, dass die zu 
verkaufenden Produkte bleifrei sind. Nicht irgend ein Zertifikat, 
sondern eines ausgestellt von einem chinesischen Labor. Las ich aber 
schon vor einigen Jahren.
Es ist eher so, dass die Amis uns ihren Bleidreck andrehen wollen, denn 
die haben noch nicht umgestellt. Zum Glueck produzieren Tektronix, 
Agilent, usw auch in China, dann ist das wenigstens gut.

Autor: Fred vom Jupiter (Gast)
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Alles wird gut!

Autor: Christian B. (luckyfu)
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Wenn Du noch Verbindungen zu einer Hochschule / Uni hast und die Probe 
klein genug ist kannst du sie auch zerstörungsfrei via EDX analysieren 
lassen.

Dafür brauch man halt ein REM mit EDX Zusatz was so sicher niemand sonst 
einfach zu Hause stehn hat.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Eine Leiterplatte mit Kunststoff und ausgasendem Zeug ins UHV ? Die 
werden Freude haben...

Autor: Christian B. (luckyfu)
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Leiterplatte geht, haben wir schon gemacht, allerdings zugegebenermaßen 
unbestückt.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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@Christian B.

Kannst du das auch in richtigen Worten beschreiben, oder gehen bei dir 
nur noch Sprach-Hobelspäne?

Autor: Christian B. (luckyfu)
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Ne, geht schon, aber ok:

REM = Rasterelektronenmikroskop
EDX = Energiedispersive Röntgenspektroskopie

Sorry, aber diese Zungenbrecher jedesmal zu schreiben muss nicht sein, 
das Gerät ist ein EDX Aufsatz am REM Punkt

Oder willst du jetzt von mir wissen, wie das Funktioniert? Ganz genau 
weiß ich es zugegebenermassen nicht, muss ich aber auch nicht, ich weiß, 
daß eine für jedes Element signifikante Kurve ausgespuckt wird die dann 
mit einer entsprechenden Vergleichskurve oh Wunder, Verglichen wird und 
schwuppdiwupp hat man alle Elemente die auf der Oberfläche der Probe 
herumlungern identifiziert. Wenn das Vakuum einmal steht ist das eine 
Sache von wenigen Sekunden. Wenn Bauteile ausgasen dauert das Evakuieren 
etwas länger. Aber das sollte möglich sein.

Autor: Frank (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Hochglänzend -> Blei
> Matt, wie früher eine kalte Lötstelle -> Bleifrei.

Ah, das ist doch schon etwas praxistauglicher. Danke.
In der Tat sind die handgelöteten Pins matt und sehen katastrophal aus. 
Die SMD Teile sind alle schön glänzend.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Christian B. schrieb:
> Sorry, aber diese Zungenbrecher jedesmal zu schreiben muss nicht sein,
> das Gerät ist ein EDX Aufsatz am REM Punkt

Danke, das reicht schon, damit weiß man zumindest grob, in welche 
Richtung die Sache geht.

Autor: Uwe N. (ex-aetzer)
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Frank schrieb:
> In der Tat sind die handgelöteten Pins matt und sehen katastrophal aus.
> Die SMD Teile sind alle schön glänzend.

Das hast du falsch verstanden: Bleifrei gelötet sieht immer matt und 
stumpf aus, egal ob SMD, THT, ob per Hand oder maschinell gelötet wurde.

In deinem Beispiel kann aber nicht ausgeschlossen werden, das die 
Handgelöteten Stellen einfach nur schlampig ausgeführt worden sind.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Frank.

> Wie kann ich bei einem Produkt ohne teures Gutachten feststellen, ob
> dieses RoHS konform ist? Ich habe den verdacht, dass meine Mitbewerber
> einfach billige Teile aus China kaufen und die dann bei EAR
> registrieren, ohne das geprüft wird, ob dies zulässig wäre.

Unwahrscheinlich, das Du ihn so zu fassen bekommst. Bleifreiprozesse 
sind wegen ihrer hohen Verbreitung mittlerweile billiger als 
bleihaltige.
Wenn Du bleifrei brauchst, weil Du z.B. was sicherheitsrelevantes 
fertigst, musst Du zimlich auf die Suche nach einem Fertiger gehen, der 
das noch anbietet, und dann gut zuzahlen.

Wenn er Altbestände verkauft, die vor der Einführung und Inkrafttretung 
des Gesetztes gefertigt wurden, so darf er das auch.
Gerichtsfest nachzuweisen, daß die betreffenden Platinen tatsächlich 
später gefertigt wurden, ist noch viiiiel aufwändiger als die einfache 
Untersuchung auf Blei. Es sei, die diesbezüglichen Fertigungsunterlagen 
aus China wurden nicht im Datum veändert und dann noch 
ungeschickterweise mit in den Karton gepackt, oder es wurden Bauteile 
verwendet, die zu dem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung standen....;-)

Ausserdem dürfen einzelne Lötstellen z.B. im Rahmen eines Reworks 
trozdem verbleit sein. Nur insgesammt darf der Bleianteil nicht zu hoch 
sein.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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( siehe oben  Beitrag von Frank Lorenzen) Das hatte ich bei Farnell auch 
schon gesehen:
http://de.farnell.com/blt-circuit-services/4610/bl...
"Blei Test Kit"BLEI TEST TUPFER, 16ST - aber erst mal den Preis 
anschauen: 73,96 € da müssen die werten Mitbewerber schon sehr 
schmerzen...

Autor: Joe (Gast)
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> Das ist eine andere Frage als der Titel des Beitrags. Bleifreies Lot
erkennt man am matten Glanz, im Gegensatz zu bleihaltigem, welches
hochglänzend ist.

Das ist so nicht korrekt. Ihr müsst Lötzinn mit Silber nehmen. Ich nutze 
zum Handlöten dieses Lötzinn hier: 
http://www.shop.display3000.com/werkstatt/loetzube...
Ich hatte mich mal vom Text dort überreden lassen und ich kann sagen: 
das Lötzinn verläuft besser als so manches bleihaltige und sieht nach 
dem Löten glänzend und sauber aus. 1A. Ich wette, fast jeder Betrachter 
würde glauben, es wäre bleihaltiges Zinn.
Seit ich dieses Lötzinn kenne, nutze ich fast überhaupt kein 
bleihaltiges Zinn mehr. Nur für riesige Kühlflächen etc. schafft meine 
40W Lötstation das Zinn nicht, denn bleifreies Lötzinn braucht mehr 
Energie. Für solche Fälle nehme ich dann noch bleihaltiges Zinn.
Also, immer schön das Zinn mit viel Silber drinne nehmen, dann kann man 
auch gut löten und sieht es schön aus (ist halt nur teurer). Das 
Kriterium Matt / Glänzend kann demnach nicht für eine Unterscheidung 
Bleifrei / Bleihaltig her halten.

Joe

Autor: Martin (Gast)
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... 73,96 € da müssen die werten Mitbewerber schon sehr schmerzen...

Wer die paar Groschen nicht aufbringen kann, der braucht keine Angst vor 
einem Mitwettbewerber zu haben, der braucht ein neues Geschäftsfeld.

Autor: Sepp (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Das ist eine andere Frage als der Titel des Beitrags. Bleifreies Lot
>
> erkennt man am matten Glanz, im Gegensatz zu bleihaltigem, welches
>
> hochglänzend ist.

Hier spricht jemand der nicht bleifrei löten kann.........  die alte Mär 
vom Glanz der Lötstelle........

mfg

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