Hallo,
möchte einen Vorverstärker bauen, ähnlich einer Kondensatorkapsel, wo
ich am Kollektor eine lange Leitung anschließen kann.
Also z.B. Tonabnehmer an einen S-FET (Gate) und dann Ausgang ans Kabel
und am Ende des Kabels Spannung einspeißen.
Gibt es einen Tipp, welcher Transistor geeignet ist, welche Schaltung?
Danke.
Wie lang ist denn die Leitung? Man kann mit 100pF/m Kabelkapazität
rechnen. Damit und mit der gewünschten Bandbreite ergibt sich der
Drainwiderstand des SFET. Nun noch den Drainwiderstand durch die
gewünschte Verstärkung teilen und man hat die inverse Steilheit des SFET
und sucht sich den dann anhand der Datenblätter aus.
Hallo Jens,
> möchte einen Vorverstärker bauen, ähnlich einer Kondensatorkapsel, wo> ich am Kollektor eine lange Leitung anschließen kann.
Bitte beschreibe genau was Du moechtest.
Das Schaltbild passt nicht zu einem allgemein verwendbaren
NF-Vorverstaerker, sondern zu einem Ladungsverstaerker, wie er in den
Elektetmikrofonkapseln eingebaut ist.
Willst Du
- Wissen, welcher Transistor fuer DIESE Schaltung geeignet ist?
- Eine passende Schaltung fuer einen Mikrofonverstaerker, an den Du eine
lange Leitung anschliessen kannst.
- Wissen wie man einen Tonabnehmer (welchen?) an einen FET anschliesst?
- .....
Deine Schaltung ist gut zum Verstehen einer Elektrtkapsel mit
eingebautem Vorverstaerker, aber nicht zum Anschliessen eines langen
Kabels an einen Tonabnhemer.
Da gibt's besseres.
Schreibn doch mal, um welchen Tonabnhemer es sich handelt, wie lange das
Kabel sein soll und warum dazwischen ein Vorverstaerker soll....
Gruss
Michael
Danke erst mal.
Die Schaltung mit dem hohen Wid. ist aus eine Mikrofonkapsel (I-Net
Beitrag). Der hohe Widerstand ist im SFET integriert.
Ich möchte einen Piezzoschallwandler (diese kleinen Scheiben) mit einem
ca. 20m langen abgeschirmten Kabel verbinden.
Habe als Test einen Transistor genommen und von B zu C einen Widerstand
von 100K geschaltet. Basis an den Tonabnehmer und C und Masse über das
Kabel raus geführt. Am Ende dann einen Kollektorwid. an VCC und das
Ergebnis war recht gut (außer leichtem Brummen).
Meine Frage ist, ob es eine bessere (auf das
Rauschen/Brummen/Wirkungsgrad bezogene) Variante gibt.
Der Piezzoschallwandler soll eine Erschütterung dedektieren (eben 20m
entfernt), muss also sehr hoch verstärkt werden.
Es reicht vielleicht ein Transistor? Aber die Dimensionierung?
Sicher o.k., aber ich darf nur mit 2 Drähten rausgehen (ähnlich
Mikrofonkapsel), also Masse und Open-Kollektor. Habe keine weitern Kabel
mehr - alles schon verlegt (leider).
Für einen Piezowandler solltest du tatsächlich einen SFET und keinen
Bipolartransistor als Verstärker nehmen. Wie man das vereinfacht
dimensioniert habe ich oben schon einmal beschrieben. Aber zu den für
die Dimensionierung wichtigen Daten hast du ja nichts gesagt.
Eine Kaskodeschaltung bringt hier nur etwas, wenn du wegen der
Kabelkapazität Probleme mit der oberen Grenzfrequenz hast.
ArnoR schrieb:> Eine Kaskodeschaltung bringt hier nur etwas, wenn du wegen der>> Kabelkapazität Probleme mit der oberen Grenzfrequenz hast.
Um die obere Grenzfrequenz ging es hier nur sekundär.
Man kann den Kollektorwiderstand dadurch sehr gut ans andere Kabelende
verlagern, weil eine nachfolgende Verstärkerschaltung in Basisschaltung
einen sehr niedrigen Eingangswiderstand hat und somit das Kabel als
Störquelle eliminiert wird. Ich betreibe meine abgestzte DCF77 Antenne
genau so, und kann deswegen ohne Probleme 100m RG174 verwenden, ohne das
Signal negativ zu beeinflussen. Der Hauptvorteil ist tatsächlich das man
keinen zusätzlichen Leiter für die Stromversorgung des
Eingangstransistors braucht, und die zweite Stufe sehr großsignalfest
ist.
Ralph Berres
Ralph Berres schrieb:
> Man kann den Kollektorwiderstand dadurch sehr gut ans andere Kabelende> verlagern> Der Hauptvorteil ist tatsächlich das man keinen zusätzlichen Leiter für> die Stromversorgung des Eingangstransistors braucht
Aber so ist das doch auch bei einer einfachen Verstärkerstufe, auch dort
kann man den Drainwiderstan ans andere Kabelende legen. Nur hat man dort
die anderen genannten Vorteile nicht.
Nochmal zum Zweck der Übung.
Eigentlich will ich nur eine Erschütterung auf einer kleinen (50x25cm)
Gehwegplatte messen, quasi als Alarmmesser. Also, wenn jemand drüber
geht, denn gibt es eine "Erschütterung". Das habe ich ausprobiert, aber
der Ausschlag ist so gering, dass ich viel verstärken muss und dann
dementsprechend Störgeräusche habe (Brummen).
Habe als Test einfach mal den SFET aus der Mikrofonkapsel verwendet. Das
funktioniert. Nun müsste ich nur noch das Brummen weg bekommen.
Die Frage ist dabei woher das Brummen kommt. Wird es in den Sensor
eingekoppelt und mitverstärkt oder ins Kabel eingekoppelt? Das kannst du
durch Eingangskurzschluss ermitteln. Wenn das Brummen jetzt weg ist,
erfolgt die Einkopplung in den Sensor, ansonsten ins Kabel. Bei
Einkopplung ins Kabel hilft die Kaskodeschaltung, bei Einkopplung in den
Sensor musst du filtern oder abschirmen.
Hallo Jens,
> Ich möchte einen Piezzoschallwandler (diese kleinen Scheiben) mit einem> ca. 20m langen abgeschirmten Kabel verbinden.> Der Piezzoschallwandler soll eine Erschütterung dedektieren (eben 20m> entfernt), muss also sehr hoch verstärkt werden.
Hey, das ist doch mal eine Spitzenaussage...endlich.
Ich habe hier eine prima Schaltung dafuer.
Ich benutze sie fuer ebensolche Aufnehmer und registriere 10000km
entfernte Erdbeben damit.
Die Auswerteschaltung habe ich hier nicht gezeigt, denn die beinhaltet
eine Menge mehr Gehirnschmalz.
Die untere Grenzfrequenz liegt bei meinen Teilen bei 0.1Hz. Hanegt von
dem von Dir benutzten Piezo ab (Kapazitaet).
Der Eingangswiderstand ist durch die Bootstrapschaltung ungefaehr 100
MOhm.
Wenn Du eine andere Betriebsspannung benutzt, musst Du evtl. R6 anpassen
(mit Simulation wie LTSpice oprtimieren!).
Die Schaltung ist auch ohne den zweiten Transistor funktionsfaehig
(Statdessen ein R), hat aber dann schlechtere Performance.
Achtung: Bei EInschalten dauert es wegen der hohen Impedanzen lange, bis
das Ausgangssignal stabilisiert.
Gruss
Michael
Das Brummen bekommst Du nur weg, wenn der Piezo-Geber komplett geschirmt
ist.
Das kommt daher, dass der Eingang der Schaltung so hochohmig ist.
Ist auch garkein Problem: Wenn Du eine normale Piezoscheibe hast, dann
befestigst Du darauf einfach ein Gewicht.
Damit die Resonanzfrequenz dieses Beschleunigungsaufnehmers - was
anderes ist das nicht - moeglichst klein ist, ein moeglichst grosses
Gewicht ;-)
Dann das ganze mit dem Verstaerker in ein wasserdichtes
Aluminiumgehaeuse verklebt (kraftschluessig) in den Sand unter Deiner
Wegplatte gelegt.
Sollte sich das Teil irgendwo dennoch Brumm einfangen (bei mir passiert
das bei extrem hohen Empfindlichkeiten der nachfolgenden Stufen
natuerlich auch) dann laesst sich das einfach ausfiltern. Entweder mit
einem Notch-Filter, wenn Du die Frequenzen ueber 40 Hertz auch auswerten
willst.
Bei Dir reicht aber ein Messbereich bis 20Hz.
So kannst Du leicht ein Tiefpass mit 30Hz Grenzfrequenz nachschalten und
der Brumm ist weg!
Der o.a. Eingangteil hat uebrigens die Verstaerkung 1,
Gruss
Michael
Hallo Jens,
in den allermeisten Fällen ist das eine Aufgabe für einen
Operationsverstärker.
Welche Eingangsimpedanz benötigst Du, und bei welcher Frequenz willst Du
arbreiten.
Gruß,
Michael
> möchte einen Vorverstärker bauen, ähnlich einer Kondensatorkapsel, wo> ich am Kollektor eine lange Leitung anschließen kann.>> Also z.B. Tonabnehmer an einen S-FET (Gate) und dann Ausgang ans Kabel> und am Ende des Kabels Spannung einspeißen.>> Gibt es einen Tipp, welcher Transistor geeignet ist, welche Schaltung?
Michael Lenz schrieb:> in den allermeisten Fällen ist das eine Aufgabe für einen> Operationsverstärker.
Hallo Michael,
das ist in den wenigsten Faellen eine Aufgabe fuer einen
Operationsvertaerker.
Gruende gibt es genug. In diesem Fal ist die hochintegration bei OPAs
kontraproduktiv, z.B. fuer die Fernspeisung.
Ausserdem liegen die Beinchen selbst bei DIP Packages viel zu nah
beieinander, um im Praktischen Aufbau eine Eingangsimpedanz von
300-500MOhm zu erreichen.
Ich arbeite seit Jahren an der Entwicklung von seismischen Aufnehmern
und Signalaufbereitung und kann Dir versichern, dass niemand ernsthaft
Operationsverstaerker fuer diesen Bereich einsetzt.
Der Fragesteller war sehr klar: Seismischer Aufnehmer mit Piezogeber.
Damit sind Signalstaerke und Impedanz (unendlich) ebenso klar wie der
Frequenzbereich.
Wenn Du weisst, wie man diese klar umrissenen Anforderungen mit OPA
erfuellt, solltest Du das hier schreiben anstatt mit Allgemeinplaetzen
um Dich zu werfen, denn das hilft keinem Fragesteller.
Gruss
Michael
Danke an alle,
ich denke, es wird der 2SK170 als Eingangsstufe und ein Widerstand,
ähnlich wie beim Elektretmikro.
Was meinst Du (Michael) mit dem Gewicht? Die Scheibe ist ja ein
Messingblättchen und darauf die graue empfindliche Schicht, welche
ziemlich schnell wegschmilzt beim Löten. Wenn ich darauf ein
"Kleinstgewicht" montiere, wird der übertragene Frequenzbereich
wesentlich tiefer - logisch. Meinst Du das?
Ansonsten würde ich das Blättchen (Piezzo) in den Stein einkleben und
vorher natürlich in eine abgeschirmte Metallkapsel stecken. Der
Schaltplan am Blättchen wäre dann nur SFET, Gate an Piezzo und z.B.
4,7MOhm Widerstand zwischen Gate und Source, Source als Masse und Drain
als Ausgang.
Hallo,
> Was meinst Du (Michael) mit dem Gewicht? Die Scheibe ist ja ein> Messingblättchen und darauf die graue empfindliche Schicht, welche> ziemlich schnell wegschmilzt beim Löten. Wenn ich darauf ein> "Kleinstgewicht" montiere, wird der übertragene Frequenzbereich> wesentlich tiefer - logisch. Meinst Du das?
Ja. Deine Piezoscheibe hat eine Resonanzfrequenz von mehreren kHz.
Unterhalb der Resonanzfrequenz sinkt die Ausgangsspannung mit
12dB/Oktave.
Das bedeutet, dass Du bei den interessierenden Frequenzen 1..20Hz >80dB
geringere Empfindlichkeit hast.....und das musst Du erst mal wieder per
Verstaerkung herausholen......
Wenn Du die Membrane schwerer machst, dann reduziert sich die
Resonanzfrequenz.
Kleb mal ein paar Cenststueckchen oder M10er Muttern auf, und die
Resonanzfrequenz liegt leicht unter 50 Hz.....
Stell Dir vor: Jetzt verlierst Du nur noch 20dB. Hast also mit einer
M10er Mutter 60dB verstaerkt und das ohne Stromverbrauch.
> Ansonsten würde ich das Blättchen (Piezzo) in den Stein einkleben und> vorher natürlich in eine abgeschirmte Metallkapsel stecken. Der> Schaltplan am Blättchen wäre dann nur SFET, Gate an Piezzo und z.B.> 4,7MOhm Widerstand zwischen Gate und Source, Source als Masse und Drain> als Ausgang.
Ah, verstehe...."fremdgespeist".
4.7MOhm ist recht klein fuer einen Piezoeingang.
Piezos haben je nach Grosse leicht eine Eigenkapazitaet von mehreren
Nanofarad.
Damit hast Du dann schon einen Hochpass geschaffen, 100-500Hz
Grenzfrequenz.
Und damit daempfst Du Frequenzen von 1..20Hz gewaltig.
Die EIngangsimpedanz sollte 10 bis 100 mal grosser sein!
Also besser mal einen Probeaufbau machen.
Ich wuerde das ganze, eingepackte Kaestchen, lieber unter der
Gehwegplatte anbringen...was dachtest Du?
Gruss
Michael
Andere Idee wäre, für 0,65 eine Elektretkapsel zu opfern, dort ist ja
der SFET mit dem intergrierten hohen Widerstand drin. Mein Muster läuft
ja damit. Das mit den Resonanzgewichten probiere ich heute aus, ich habe
das auch schon gemacht für ein Instrument mit einem Minigewicht (mit
einem Stück kleinem Nagel), da kamen die Bässe wunderbar.
Die Fläche unter der Platte ist eben, aber vielleicht kann man da einen
Platz finden. Andere Idee (werde ich probieren) wäre, eine Art Nagel in
die Platte zu stecken/kleben und diesen dann mit dem Kästchen zu
verbinden, so dass der Stein fest mit dem Gehäuse verbunden ist.
Danke erst mal ...
@ArnoR
>Wie lang ist denn die Leitung? Man kann mit 100pF/m Kabelkapazität>rechnen. Damit und mit der gewünschten Bandbreite ergibt sich der>Drainwiderstand des SFET.
Hallo Arno, nur mal zum verständnis, meinst du die Grenzfrequenz oder
wirklich die Bandbreite. Wenn ich dich richtig verstanden habe!
Denks du an einem Tiefpassfilter.
R
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__ Kabelkapazität
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Sorry mich interesiert dein vorgehnsweise. Das hört sich vernünftig an.
Danke
Ich bin davon ausgegangen, dass die untere Grenzfrequenz=0 ist und dann
sind Bandbreite und obere Grenzfrequen gleich, gemeint ist natürlich die
obere Grenzfrequenz.
Mit 20m Kabel, also C=2nF und Grenzfequenzen im Hertz-Bereich erhält man
für R Werte im Megaohm-Bereich. Dies ist jetzt keine gute
Dimensionierungsgrundlage. Was du eigentlich messen wolltest , also
welche obere Grenzfrequenz nötig ist, hast du ja erst später gesagt.
Falls tatsächlich verstärkt werden soll, würde ich jetzt einen SFET mit
einigen mA Idss nehmen und den Drainwiderstand entsprechend auswählen.
z.B. BF256A mit Idss=5mA ->Drainwiderstand=500 Ohm, dann erhält man bei
Ugs=0 etwa Ids=5mA und Uds=2,5V. Die Verstärkung ist mir der Steilheit
des SFET von 6mA/V etwa 3-fach. Eine höhere Verstärkung erreicht man
durch Einsatz einer Konstantstromquelle anstelle des Rd. Falls nur eine
Impedanzwandlung ohne Verstärkung gemacht werden soll, geht die oben
gezeigte Schaltung von mexman.
Die Schaltung von mexman geht nicht über 2 Drähte. Es muss +Ub, Masse
und der Ausgang übers Kabel geführt werden. Bei der einfachen Schaltung
entfällt die Leitung für +Ub. Warum willst du diese Schaltung nehmen? Es
ist besser, gleich direkt am Sensor zu verstärken, auch wenn es nur
3-fach ist, als das Signal das Kabel lang zu führen und dann die
eingekoppelten Störungen mit zu verstärken.