EMV Masse-Loops bei mehreren Platinen

Gast #1905267
Lesenswert?

Hi,

innerhalb eines Gerätes 19-Zoll hab ich drei Platinen die miteinander 
verbunden sind über Kabel (Signale, Spannung und GND).

Um alle Platinen außenherum hab ich eine GND-Guard platziert, die mit 
der Gehäusemasse verbunden ist über mehrere Abstandsbolzen, die die 
Platine "sockeln".

Die Signal-GND ist über einen Kondensator auf jeder Platine mit dieser 
Gehäusegnd verbunden.

Wenn man es jetzt genau nimmt, hab ich dadurch einige GND-Loops 
produziert, oder?. Da jede Platine über einen Kondensator eine 
Verbindung zwischen GehäuseGND und System-GND besitzt.

Wie sieht das EMV-technisch aus? Ist das trotzdem design-technisch gut 
oder darf nur eine der drei Platinen über einen Kondensator mit der 
GND-Guard und damit mit der Gehäusemasse verbunden sein?

Gruß
Jan
Gast #1905288
Lesenswert?

Jan Phillip schrieb:
> Wenn man es jetzt genau nimmt, hab ich dadurch einige GND-Loops
> produziert, oder?.

Für hohe Frequenzen: Ja.

Jan Phillip schrieb:
> Wie sieht das EMV-technisch aus? Ist das trotzdem design-technisch gut
> oder darf nur eine der drei Platinen über einen Kondensator mit der
> GND-Guard und damit mit der Gehäusemasse verbunden sein?

Tendenziell eher das letztere. Es hängt jedoch bei der EMV immer von der 
konkreten Anordung der Bauteile untereinander ab.
Falls zwischen den Leiterplatten steilflankige Signale ausgetauscht 
werden fließt sicher ein Teil-Strom über das Gehäuse und wird von dort 
abgestrahlt.

ESD-Ströme die auf das Gehäuse eingekoppelt werden können dann auch 
direkt als Spannungsdifferenz zwischen die ausgetauschten Signale 
einkoppeln. Insbesonders dann wenn wie beim 19Zoll Gehäuse die einzelnen 
Gehäuseteile nur an ein paar Schrauben miteinander verbunden sind.

Gruß Anja
Gast #1905360
Lesenswert?

Hallo Jan,

wir verbinden Platinen-GND von Automotive-Steuergeräten - die in einem 
Aludruckguss untergebracht werden - über ein 0805 Pad mit dem Gehäuse. 
Genau gesagt an den Schraubbolzen.

Im EMV-Labor konnten wir bei verschiedenen Geräten keine eindeutige 
bessere Lösung ausmachen. Bei dem einen Steuergerät waren niederohmige 
Widerstände der Schlüssel zur Zertifizierung bei dem anderen 
Keramikkondensatoren. Die Tests wurden jeweils im EMC Dortmund und 
Phönix Testlab durchgeführt.

Nimm einfach einen Lötkolben mit und wenn Leitungsgebundene Störungen 
oder Einstrahlung/Abstrahlung Probleme machen umlöten und nochmal 
schauen. Anfangen tun wir immer mit 10nF.

Gruß

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren