Hallo,
kann mir jemand ein Buch oder Dokument nennen, warum man beim Abtasten
von Signale teilweise eine Abtastfrequenz im Bereich des fünffachen des
abzutastenden Signals wählt? Nach Nyquist würde doch etwas mehr als die
doppelte Frequenz genügen?
Viele Grüße und vielen Dank
Martin schrieb:> abzutastenden Signals wählt? Nach Nyquist würde doch etwas mehr als die> doppelte Frequenz genügen?
Hast du das schon mal ausprobiert?
Wenn nein, nimm dir einen Zettel und mal eine periodische Kurve auf.
Dann tastest du die mit der Nyquist Frequenz ab, gibst die Werte deiner
kleineren Schwester und bittest sie, diese in ein Koordinatensystem zu
setzen und aufzumalen, wie die Kurve ihrer Meinung nach aussieht.
Das Ergebnis kann sehr erhellend sein. Das was sie aufmalt, wird mit
deiner Ausgangskurve nicht mehr viel gmeinsam haben.
Joe G. schrieb:> Ja, bei einem Sinus.
Und da nur wenn Du eine ideale Rekonstruktion hast.
Theoretisch genügt etwas mehr als die doppelte Frequenz, praktisch wirds
deutlich einfacher wenn man etwas 'Luft' hat.
Es gibt keine Filter mit unendlich steilen Flanken.
In welchem Kontext hast Du das mit dem 5 fachen gehört?
Karl heinz Buchegger schrieb:> gibst die Werte deiner kleineren Schwester und bittest sie, diese in ein
Koordinatensystem zu setzen und aufzumalen, wie die Kurve ihrer Meinung nach
aussieht.
Die kleine Schwester malt ja auch im Zeitbereich und kennt keine
Rechteckfenster oder die sin(x)/x Funktion :-)
Martin schrieb:> kann mir jemand ein Buch oder Dokument nennen
Oppenheim / Schafer
Zeitdiskrete Signalverarbeitung
Hey,
besten Dank für eure schnellen Antworten!
Ich habe das bei einem Projekt gesehen, wo das Signal eines Sensors sich
mit maximal 200 Hz ändert, das Signal aber mit 1 kHz, also dem
fünffachen abgetastet wurde. Jetzt wollte ich gern verstehen warum das
so ist (benötige das für meine DA, bin aber Elektrotechniker).
Nach dem Buch werd cih gleich mal in der Bib suchen!
Vielen Dank!
Martin schrieb:> Hey,> besten Dank für eure schnellen Antworten!> Ich habe das bei einem Projekt gesehen, wo das Signal eines Sensors sich> mit maximal 200 Hz ändert, das Signal aber mit 1 kHz, also dem> fünffachen abgetastet wurde. Jetzt wollte ich gern verstehen warum das> so ist (benötige das für meine DA, bin aber Elektrotechniker).
Du kannst hier zb mal ein bischen mit Frequenzen spielen
http://ocw.mit.edu/ans7870/18/18.06/javademo/Aliasing/
Leider kann man die Phasenlage der Abtastung nicht verändern, das würde
dann noch einmal zusätzliche Effekte ergeben.
Tastet man zb mit dem Doppelten der Signalfrequenz ab und beginnt damit
in einem Nulldurchgang zu sampeln, so erwischt man die Kurve immer
wieder nur im Nulldurchgang. Die Rekonstruktion wäre dann eine Gerade
auf 0-Level, vulgo kein periodisches Signal. Ist die Abtastfrequenz ein
klein wenig größer als das Doppelte der Signalfrequnz, dann ist der
erste Sample im Nulldurchgang, der nächste ein klein wenig von der
0-Linie weg im negativen, der nächste wieder ein klein wenig weiter weg
von der 0-Linie im Positiven etc. Summa Summarum: mit der ursprünglichen
Kurve, die einen Sinus mit voller Schwingung darstellte hat das alles
nichts zu tun. Die Frequenz stimmt überein, das schon. Aber die
Kurvenform .....
Ich frage mich immer, warum es heutzutage oft so schwer ist, sich
gewisse Dinge an einer Skizze klarzumachen.
Karl heinz Buchegger schrieb:> Martin schrieb:>> Hey,>> besten Dank für eure schnellen Antworten!>> Ich habe das bei einem Projekt gesehen, wo das Signal eines Sensors sich>> mit maximal 200 Hz ändert, das Signal aber mit 1 kHz, also dem>> fünffachen abgetastet wurde. Jetzt wollte ich gern verstehen warum das>> so ist (benötige das für meine DA, bin aber Elektrotechniker).>> Du kannst hier zb mal ein bischen mit Frequenzen spielen> http://ocw.mit.edu/ans7870/18/18.06/javademo/Aliasing/> Leider kann man die Phasenlage der Abtastung nicht verändern, das würde> dann noch einmal zusätzliche Effekte ergeben.
Dieses Applet
http://www.didkovsky.com/nyu/samplingtheorem/SamplingApplet.html
kann das.
Karl heinz Buchegger schrieb:> Summa Summarum: mit der ursprünglichen> Kurve, die einen Sinus mit voller Schwingung darstellte hat das alles> nichts zu tun. Die Frequenz stimmt überein, das schon. Aber die> Kurvenform .....
Aber wenn man bei bekannter Frequenz die Kurvenform ermitteln will, ist
das das Verfahren der Wahl. Die Abtastfrequenz wird leicht höher als die
doppelte (bzw. n-fache) Signalfrequenz gewählt und die abgetasteten
Punkte werden alle in eine Schwingung projeziert. Damit erhält man
1/((f_a / f_s)-1) Punkte pro Schwingung ohne die Abtastfrequenz in
ungeahnte Höhen treiben zu müssen.
Mit dem Verfahren die Frequenz zu ermitteln ist auch kein großes
Problem, daher ist das Verfahren einer Abtastung mit n-facher
Signalfrequenz überlegen, wenn man einen sich wiederholenden
Signalverlauf erfassen möchte.
Das Problem bei der Abtastung mit n-facher Signalfrequenz ist immer,
dass die Kurvenform stark verzerrt wird, wenn man nicht mindestens mit
10-facher Signalfrequenz abtastet. Eine verlässliche Amplitudenmessung
ist selbst dann noch mit orakeln verbunden, weil man die Phasenlage
nicht variieren kann und damit immer wieder die selben Punkte abtastet.
Jegliche Signalinterpolation ist Rätselraten, wenn die Kurvenform nicht
exakt bekannt ist oder nicht bestimmt werden kann.
Frank Bär schrieb:> Karl heinz Buchegger schrieb:>> Summa Summarum: mit der ursprünglichen>> Kurve, die einen Sinus mit voller Schwingung darstellte hat das alles>> nichts zu tun. Die Frequenz stimmt überein, das schon. Aber die>> Kurvenform .....>> Aber wenn man bei bekannter Frequenz die Kurvenform ermitteln will, ist> das das Verfahren der Wahl.
Du hast es zwar in deinem Posting erwähnt, da das aber an dieser Stelle
wichtig ist, möchte ich es noch einmal herausstreichen:
Wenn man ein periodisches Signal hat, dass man entsprechend oft genug
sampeln kann. Hat man das nicht, wie zb bei Musik, dann hat man ein
Problem
Oh mann... Immer wieder der gleiche Blödsinn über's Abtasten...
Das Ergebnis einer Abtastung sind Dirac-Stöße, und keine Stützpunkte
einer Signal-Hülkurve oder ähnliches, auch wenn 99% der Menschen das
denken!
Darum ist ein bandbreitenlimitiertes Signal eindeutig in Bezug auf Phase
und Amplitude durch eine mehr als doppelt so hohe Abtastfrequenz
darstellbar!
Dass das Ergebnis der Abtastung nahe der halben Samplingfrequenz nicht
mehr wie ein Sinus aussieht, spielt keine Rolle!
DSP-Mensch schrieb:> Darum ist ein bandbreitenlimitiertes Signal eindeutig in Bezug auf Phase> und Amplitude durch eine mehr als doppelt so hohe Abtastfrequenz> darstellbar!
Bei kritischer Abtastung ist eine Rekonstruktion von Phase und Amplitude
eben nicht in jedem Fall möglich.
ein gutes paper zum einstieg ist von Chris Rehorn: sin(x)/x
interpolation (oder so ähnlich, habe ich letztens noch hier empfohlen).
Wer sich mit der Signalrekonstruktion auseinandersetzt, sollte es mal
lesen. Ansonsten M. Roberts: Signals and Systems, ein dicker und teurer
Wälzer, der die Themen Fourier- Laplace- und Z-Transformation
ausführlich behandelt und jeden Cent wert ist.
Achja: solange du mit über dem Doppelten der höchsten im Eingangssignal
vorkommenden Frequenz abtastest UND die periodische Fortsetzung
einhältst, kannst du nach einer FFT IMMER das Eingangssignal exakt
rekonstruieren. Das ist halt so.
Die Rekonstruktion wäre dann eine Gerade
auf 0-Level, vulgo kein periodisches Signal.
-> f(x)=0 ist sogar verdammt periodisch.... wollte nur auch mal
pedantisch sein :-)
DSP-Mensch schrieb:> Oh mann... Immer wieder der gleiche Blödsinn über's Abtasten...>> Das Ergebnis einer Abtastung sind Dirac-Stöße, und keine Stützpunkte> einer Signal-Hülkurve oder ähnliches, auch wenn 99% der Menschen das> denken!
Oh Mann, immer wieder der gleiche Blödsinn über Dirac-Impulse.
Schau dir mal die Definition eines Dirac-Impulses an.
Das Ergebnis einer Abtastung ist eine Signalspitze mit einer Amplitude
in Höhe des zum Abtastzeitpunkt herrschenden Pegels. Mit Dirac-Impulsen
hat das nicht das geringste zu tun.
Diese Signalstöße kann man als Stützpunkte einer Hüllkurve
interpretieren und damit das Signal rekonstruieren.
> Darum ist ein bandbreitenlimitiertes Signal eindeutig in Bezug auf Phase> und Amplitude durch eine mehr als doppelt so hohe Abtastfrequenz> darstellbar!
Das ist Unsinn. Der Abtastzeitpunkt kann dafür nicht willkürzlich
gewählt werden. Die Logik sagt: Bei Abtastung mit doppelter
Signalfrequenz kriege ich zwei Werte pro Schwingung. Je nach Phasenlage
der Abtast- zur Signalfrequenz unterscheidet sich der Hub zwischen
diesen beiden Werten. Damit sind weder Amplitude noch Phasenlage des
Signals auch nur annähernd eindeutig bestimmt.
Um das Signal eindeutig in seiner Amplitude bestimmen zu können, ist
eine Aussage über die Kurvenform nebst Phasenlage zum Abtastsignal
notwendig.
Eine Aussage über die Phasenlage kann anhand der gemessenen Werte nur
getroffen werden, wenn Amplitude und Kurvenform bekannt sind.
Das ist im Prinzip einfachste Mathematik. Man kann mit einer Gleichung
nur eine Unbekannte bestimmen.
Eine zweite "Gleichung" erhält man, wenn man mehrere Signalperioden
abtastet, daraus lässt sich dann die Phasenlage schlussfolgern.
Die sritte "Gleichung" zur Bestimmung der Kurvenform ergibt sich durch
Überlagerung der Messwerte.
> Dass das Ergebnis der Abtastung nahe der halben Samplingfrequenz nicht> mehr wie ein Sinus aussieht, spielt keine Rolle!
Wenn man den Kurvenverlauf messen möchte, dann schon. Und wenn man nicht
in der Spitze abtastet, dann auch.
Hey, Leute, einige von Euch bringen da was durcheinander!
Wenn ich mit einer bestimmten Frequenz abtaste, kann ich Signale bis
genau zu der Hälfte dieser Frequenz exakt reproduzieren. Diejenigen, die
jetzt argumentieren, dass sich im Grenzfall die Kurvenform ja nicht mehr
reproduzieren lässt, sei gesagt: Die interessiert mich per definitonem
nich mehr! Ich schrieb ja: BIS ZUR HÄLFTE DER SAMPLINGFREQUENZ. Alles,
was darüber ist: Tja, Pech gehabt, Nyquist sagt: Keine Ahnung, wie es da
aussieht!
--> Richtig, ein Rechteck mit fs/2 kann ich nicht mehr richtig
darstellen.
--> Das ist KEIN Widerspruch zur Aussage, dass ich das gesamte Signal
bis fs/2 reproduzieren kann. Die "Rechteck-Information" ist eben genau
ÜBER dieser Nyquist-Frequenz!
Also, warum wird denn jetzt überabgetastet? Wikipedia weiss es.
Stichwort: Oversampling.
Gruäss
Simon
Ach ja, Phasenlage und Amplitude:
Richtig: Bei GENAU fs/2 geht's schief. Bei
fs/2+0.00000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000001 Hz hat man (nach einiger Zeit)
die gesamte Info. Und wie lange dauert ein periodisches Signal? Richtig.
Undendlich lange. Was aber, wenn man nicht unendlich lange messen will?
Tja, dann ist das Signal auch nicht periodisch.
Ihr könnt's drehen und wenden, wie Ihr wollt, Nyquist hat sich das schon
gut überlegt. Der erzählte keinen Müll. Das passt, was der sagte.
Simon Huwyler schrieb:> Wenn ich mit einer bestimmten Frequenz abtaste, kann ich Signale bis> genau zu der Hälfte dieser Frequenz exakt reproduzieren.
Falsch.
Bei kritischer Abtastung ist eine Rekonstruktion von Phase und Amplitude
eben nicht in jedem Fall möglich.
Wenn man immer beim Nullpunkt abtastet sind alle erhalten Werte Null.
Ja, richtig, der kritische Fall ist eben GENAU fs/2.
(übrigens: Tippfehler meinerseits: fs/2 - 0.0000.... sollte es heissen,
nicht fs/2 + 0.000..)
Aber eben, was heisst GENAU fs/2? Sobald Du um eine Schwingung pro
Million Jahre darunter bist, hast Du die Info wieder.... sofern Du eine
Million Jahre lang warten kannst. :-)
Vielleicht noch zur Ergänzung: Das fiese am Abtasttheorem ist eben, dass
alles, was über der Nyquist-Frequenz liegt, nicht einfach ignoriert
wird, sondern dass man dann Frequenzen misst, die gar nicht da sind.
Probiert das mal mit Block und Bleistift aus! Malt 'nen Sinus und
zeichnet Punkte mit einem Abstand, der ein bisschen grösser ist als die
halbe Periode. Dann verbindet die Punkte und staunt, was da lustiges
rauskommt.
Also: Wir müssen aufpassen, dass JA keine Frequenzen über fs/2 zum ADC
gelangen! Also: Tiefpass-Filter genau zu fs/2 setzen. Nur sind die
leider nicht ideal. Sie machen die hochfrequenten, zu Fehlmessungen
führenden Signale zwar kleiner, aber sie töten sie nicht vollständig.
Also was tun? Das Requirement-Dokument schreibt vor, dass wir bis 100MHz
messen müssen. Also, nach Absprache mit dem Product Management (zum
sichergehen) wissen wir, dass das die -3dB-Grenze ist. Da muss das
Filter also noch -3dB durchlassen. Ok. Dann fragen wir noch, wie viel
Fehler wir denn tolerieren können (denn das ist garantiert nie
spezifiziert, weil die Product-Manager das auch nicht so genau wissen.
Aber sie sagen dann halt irgendeine Zahl). Dann schauen wir, dass unser
Filter bei fs/2 so stark abschwächt, dass es passt. Wie machen wir das?
--> Filter mit hoher Ordnungszahl, die steiler abfallen
--> fs noch etwas höherschauben, so weit, dass bei fs/2 der Dreck nicht
mehr zu gross ist.
Und DAS ist Oversampling.
Simon Huwyler schrieb:> Wenn ich mit einer bestimmten Frequenz abtaste, kann ich Signale bis> genau zu der Hälfte dieser Frequenz exakt reproduzieren.
Ach, ist das so?
Dann reproduziere mir mal bitte exakt die Amplitude eines Signals, von
dem du nur zwei abgetastete Werte (+-1V) hast.
Solange du die Phasenlage des Signals nicht kennst, kannst du aus zwei
Werten nur ableiten, dass die Amplitude MINDESTENS 1V beträgt. Es können
aber auch 5kV sein, wer weiß das schon?
Um einen reinen Sinus genau zu reproduzieren, braucht es mindestens 4
Werte, damit die Phasenlage ermittelt werden kann, denn erst dann lässt
sich eine Aussage über die Amplitude treffen.
Das einzige, was durch die Einhaltung des Abtasttheorems verhindert
wird, ist Aliasing, das heisst, eine Erhöhung der Abtastfrequenz
verschafft mir zusätzliche gültige Informationen.
Wenn das Abtasttheorem nicht eingehalten wird, sind bei kontinuierlicher
Erhöhung der Abtastfrequenz alle Informationen, die bis zum Erreichen
der doppelten Signalfrequenz gewonnen wurden irreführend.
Abgesehen davon sagt sogar das Theorem selbst, dass eine *exakte
Reproduktion* nur mit unendlich großem Aufwand erreichbar ist. Lediglich
durch eine Erhöhung der Abtastfrequenz kann das Signal mit endlichem
Aufwand beliebig genau approximiert werden.
Frank Bär schrieb:> Dann reproduziere mir mal bitte exakt die Amplitude eines Signals, von> dem du nur zwei abgetastete Werte (+-1V) hast.
Wer sagt denn bitteschön, dass ich nur zwei Werte habe?? Ich habe
unendlich viele! Wie gesagt, wir reden von PERIODISCHEN Signalen!
Unendlich? Wann schrieb ich bitteschön "unendlich"??? Ich schrieb: "Eine
Million Jahre". Das ist unendlich mal kürzer als unendlich!
Also, schau mal:
GENAU die Nyquist-Frequenz wirst Du nicht mehr kriegen.
Wenn Du infinitesimal darunter bist, wirst Du Phase und Amplitude
reproduzieren können. Nach infinitesimal langer Zeit.
Je mehr Du druntergehst, desto schneller kannst Du die Info rausholen.
f=100MHz
fs=200MHz
--> da verlierst Du was.
f=99.999MHz
fs=200MHz
Du hast die Info schon nach 'nem Bruchteil einer Sekunde. Und zwar
GENAU. Mit ALLEN Phasen und Frequenzen und Amplituden.
Wo wir schonmal beim Erbsenzählen sind:
Du sagst "bis genau zu der Hälfte". Also geht es auch mit fs/2. Immerhin
fahre ich ja nicht bis "kurz vor" Dortmund, wenn ich bis Dortmund fahre.
Was den Rest angeht: Beitrag "Re: Abtastung mit Vielfachen (-Fünffachen) der höchsten Frequenzen"
Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Ich finds ja nett, dass du das
nochmal wiederkäust, aber soweit waren wir schon.
Und ich brauche auch keinen Oberschlauen, der mir das alles nochmal
erklärt, als wäre ich sieben, vielen Dank.
Hey, pass auf! Wir reden von Physik/Mathematik. Mit Erbsenzählen hat das
nichts zu tun!
Und wenn schon, dann bist Du der Erbsenzähler:
Nyquist und jeder, der Ahnung davon hat, sagt: Bis zur Nyquistfrequenz
ist die Info da. Das ist:
1. mathematisch erwiesen
2. phyikalisch bestätigt
3. (wichtig!) in der Praxis relevant. Das ist einfach die
Zauberfrequenz.
DU sagst jetzt: "Ja aaaaaaber, GEEEEEEEEEEEEEEEENAUUUUUU die
Nyquistfrequenz geht ja nicht, Du Erbsenzähler!"
... merkst Du was? ;-)
Nyquist sagt, wenn überhaupt: "unterhalb der Nyquist-Grenze sind alle
Informationen da" und verleiht seiner Aussage damit eine gewisse
Präzision, was du hier leider versäumt hast. Irgendwann fiel bei mir im
Studium auch mal der Begriff "Aussagenschärfe".
Alles weitere habe ich bereits selbst dargelegt und benötige ob
ausreichend vorhandener Erkenntnishöhe keine weiteren Schulstunden dazu.
Dass du mir jetzt noch ein zweites Mal ausführlich erklärst, dass meine
vor 3 Stunden getroffenen Aussagen richtig sind, wirkt auf mich etwas
absurd.
Ach ja, ich hab's nochmals gelesen:
Frank Bär schrieb:> Jegliche Signalinterpolation ist Rätselraten, wenn die Kurvenform nicht> exakt bekannt ist oder nicht bestimmt werden kann.
Die Kurvenform ist aber bekannt: Sinus. Alles, was nicht Sinus ist, ist
höherfrequent fällt somit durch die Nyquist-Maschen.
Wenn ich die KurvenFORM eines 100MHz Signals messen will, ist ja klar,
dass ich WESENTLICH schneller messen muss! Weil eben ein
Rechteck/Dreieck/Sägezahn/wasweissichfürkomischessignal Frequenzanteile
ÜBER 100MHz beinhaltet.
Und wenn Du ein Messgerät, das 100MHz-Rechtecke als Rechtecke mit
Flankensteilheit etc. ausmessen kann, als "100MHz-Messgerät" verkaufst,
bist Du ein schlechter Kaufmann! ;-)
Es ist und bleibt ganz einfach: GENAU bis zu fs/2 ist die Info da,
darüber nicht mehr. DAMIT hat Oversampling nichts zu tun.
Mag sein, dass Du dasselbe sagen wolltest wie ich. Entschuldige
vielmals, dass ich es wage, bei einer Kontroverse etwas nochmals so zu
erklären, dass es ein 7-Jähriger begreift.
Aber Einstein sagte ja schon: Wenn Du etwas nicht so erklären kannst,
dass es Deine Grossmutter versteht, hast Du es nicht richtig begriffen.
(damit suggeriere ich nichts bezüglich Deiner Kenntnis - damit
"rechtfertige" ich mein Sendung-mit-der-Maus-Stiel.)
Simon Huwyler schrieb:> Frank Bär schrieb:>> Jegliche Signalinterpolation ist Rätselraten, wenn die Kurvenform nicht>> exakt bekannt ist oder nicht bestimmt werden kann.>> Die Kurvenform ist aber bekannt: Sinus. Alles, was nicht Sinus ist, ist> höherfrequent fällt somit durch die Nyquist-Maschen.
Damit habe ich aber nicht mehr das Ursprungssignal, sondern nur einen
Ausschnitt, da ich das Spektrum des Signals begrenze. Ergo kenne ich
auch die Kurvenform des Ursprungssignales nicht mehr.
Es ging in diesem Satz darum, aus Messwerten das komplette Signal zu
reproduzieren, nicht nur das, was der ADC gemessen hat.
Natürlich werden die höherfrequenten Schwingungen nicht mehr erfasst,
das ist unstrittig. Aber gerade das Oberschwingungsspektrum bestimmt
doch die Form des nicht sinusförmigen Ursprungssignales. Erfasse ich
also das Spektrum des Signales nicht, dann verliere ich Informationen
über seine Kurvenform.
> Es ist und bleibt ganz einfach: GENAU bis zu fs/2 ist die Info da,> darüber nicht mehr. DAMIT hat Oversampling nichts zu tun.
BEI fs/2 ist die Information nicht mehr da. Soweit können wir ja Konsens
annehmen.
Frank Bär schrieb:> Damit habe ich aber nicht mehr das Ursprungssignal, sondern nur einen> Ausschnitt, da ich das Spektrum des Signals begrenze. Ergo kenne ich> auch die Kurvenform des Ursprungssignales nicht mehr.
Richtig. Du kennst sie nicht mehr. Du kennst die Kurvenform des
spektrum-begrenzten Signals. Und das ist, was Nyquist sagt. Wenn Du von
Kurvenformen sprichst, sprichst Du ja wiederum bloss von Frequenzen. Und
ich schrieb ja bereits mehrmals, dass die weg sind. JEDES periodische
Signal ist die Summe von einzelnen Sinussignalen! Und wenn ich oben
welche abschneide, geht die Kurvenform verloren. Ein Rechteck-Signal mit
100MHz hat Frequenzen weit über 100MHz. Mir ist klar, dass Du das
weisst. Aber Du argumentierst einfach immer wieder so, als ob Du das
ignorierst. Wenn DU von Frequenzen sprichst, sprichst Du von
GRUNDFrequenzen. (zumindest so interpretiere ich es aufgrund Deiner
Aussagen bzgl. Kurvenform etc.) Wenn ICH (und Nyquist) von Frequenzen
spricht, spricht er von SINUSOIDALEN Signalen, die in der Summe
beliebige Kurvenformen ergeben!
Wenn ich 100MHz Rechteck messen will, nehme ich nie und nimmer ein
Gerät, das mit 200MHz sampled. Da sind wir uns einig. Was ich sage - und
ich denke in dieser Argumentation gehen wir auseinander - ist: Weil ein
100MHz Rechteck mindestens ein 500MHz Signal IST (eigentlich unendlich -
aber über 500MHz interessiert's mich dann auch nicht mehr). Ja, richtig,
man kann auch argumentieren, dass eben sonst die Kurvenform verloren
geht. Nur - eben: Ich sage dann von anfang an: ICH WILL 500MHz MESSEN!
Nicht 100MHz. Die 100MHz ist ein winzigkleiner Teil der Information. Das
ist klar.
Frank Bär schrieb:> Nyquist sagt, wenn überhaupt: "unterhalb der Nyquist-Grenze sind alle> Informationen da" und verleiht seiner Aussage damit eine gewisse> Präzision, was du hier leider versäumt hast. Irgendwann fiel bei mir im> Studium auch mal der Begriff "Aussagenschärfe".
Übrigens: ööööh.... kannst Du mir mal den Unterschied zwischen
"unterhalb der Nyquist-Grenze" und "bis zur Nyquist-Grenze" erklären?
:-)
Aussagenschärfe? Als Argument dafür, dass man 5fach oversamplen soll?
nöööö.
Joe G. schrieb:> Martin schrieb:>> Nach Nyquist würde doch etwas mehr als die>> doppelte Frequenz genügen?>> Ja, bei einem Sinus.
Es war wirklich nett eure Argumentation zu lesen um Euch dann gemeinsam
auf das Ergebnis zu einigen welches ich oben zum Besten gab. Das meinte
Einstein wohl auch mit seiner Großmutter.
Simon Huwyler schrieb:> Frank Bär schrieb:>> Nyquist sagt, wenn überhaupt: "unterhalb der Nyquist-Grenze sind alle>> Informationen da" und verleiht seiner Aussage damit eine gewisse>> Präzision, was du hier leider versäumt hast. Irgendwann fiel bei mir im>> Studium auch mal der Begriff "Aussagenschärfe".>> Übrigens: ööööh.... kannst Du mir mal den Unterschied zwischen> "unterhalb der Nyquist-Grenze" und "bis zur Nyquist-Grenze" erklären?> :-)
"Unterhalb von X" heißt alles was kleiner als X ist. "Bis X" ist nicht
eindeutig.
Ehe hier der eine oder andere Theoretiker noch ins sabbern kommt, lest
euch mal die Originalfrage durch und denkt darüber nach ob ihr dem TE
geholfen habt!
Es war nie die Frage nach einem unendlich langen Sinussignal.
Es war nie die Rede davon daß er unendlich viele Abtastwerte zur
Verfügung hat.
Dem TE war das Nyquist Kriterium durchaus im Prinzip bekannt.
Es ging um die Praxis!!!!!!!
Hallo nochmal,
ja ich benötige das für meine Diplomarbeit. Ich habe mich leider
verschrieben und wollte sagen, dass ich kein E-techniker bin, aber für
das Verständnis gewisse Grundlagen brauche. Deshalb auch die Frage nach
einem Buch.
Viele Grüße und nochmals Danke!