Blumige Aussagen im Datenblatt wie diese hier
"The solid design and performance of the TPA6120A2 ensures that music,
not the amplifier, is heard."
"Each output goes to one channel of a pair of stereo headphones, where
the listener enjoys crisp, clean, virtually noise free music with a
dynamic range greater than the human ear is capable of detecting."
deuten darauf hin, dass mit diesem Verstärker nicht primär der ratio-
nal denkende und kühl rechnende Entwickler angesprochen werden soll ;-)
> Nach meinem Wissensstandpunkt, würde ich für diese Anwendung einen
> OP-Amp mit mehr als 1V/us und 1MHz meiden.
Wenn du noch einen Faktor von 10 daraufrechnest, landest du bei den
Werten, die typisch für gute Audioverstärker sind. Dann kann man aber
sicher sein, dass auch ein ungünstig herausgegriffenes Exemplar, das die
Min-Werte im Datenblatt gerade so schafft, immer noch das mit riesigem
Abstand stärkste Glied in der Audiokette ist.
Meiner Meinung nach wird kein Mensch einen Unterschied zwischen einem
rauscharmen 10MHz-Verstärker und dem TPA6120A2 hören. Und der Kopfhörer,
dessen Membran den 1300V/µs folgen kann, muss wahrscheinlich auch erst
noch erfunden werden.
Auf der anderen Seite ist der TPA6120A2 nicht übertrieben teuer. Den
Aufpreis, den eine spezielle Klientel für einen kompletten Verstärker
mit diesem Baustein mit seinen fast schon astronomisch Daten zu zahlen
bereit ist, liegt sicher 2 bis 3 Größenordnungen darüber :)
A...aha Soooo. schrieb:
> Was macht man mit einer GBW von 100MHz mit Audio ? Zb eine Verstaerkung
> von 5000.
Der Witz ist ja, dass beim CV-Opamp die Bandbreite bei höherer Verstär-
kung nicht einmal sehr abnimmt. Die 100MHz des TPA6120A2 sind nicht die
GBW, sondern die reine BW. Eine Verstärkung von 5000 ist aber trotzdem
nicht realistisch, weil bei der üblichen invertierenden Verstärkerschal-
tung und dem empfohlenen Gegenkopplungswiderstand von 1kΩ, der Eingangs-
widerstand gerade einmal 200mΩ betragen würde.