Hey an alle,
folgendes Problem liegt vor.. in einem Rotorgehäuse dreht ein Fan. Um
die Schaufeln zu schützen hat man eine Zwei-Komponenten-Mischung (epoxy
oder so) verwendet, um um das Gehäuse eine Schicht aufzutragen, die sich
problemlos abreiben lässt, falls sich der Rotor, bedingt durch die
Fliehkraft, ausdehnt.
Ziel ist es, von außen beim drehenden Rotor, die Dicke dieser Schicht zu
messen. Ich dachte da an Ultraschall, doch gibt es vielleicht auch
andere Möglichkeiten? Die Schicht darf keine Löcher haben oder irgendwie
anders zerstört werden. Messkomponenten dürfen allerdings mit eingebaut
werden, unter der Voraussetzung, dass sie nicht an der Oberfläche
liegen oder selbst kaputt gehen könnten bei einem Rub.
Ich danke euch schon im Voraus!
Grüße,
Martin
Martin schrieb:> folgendes Problem liegt vor.. in einem Rotorgehäuse dreht ein Fan. Um> die Schaufeln zu schützen hat man eine Zwei-Komponenten-Mischung (epoxy> oder so) verwendet, um um das Gehäuse eine Schicht aufzutragen, die sich> problemlos abreiben lässt, falls sich der Rotor, bedingt durch die> Fliehkraft, ausdehnt.
Folgende Fragen:
1) Dicke dieser "Schutzschicht" µm, mm, cm? Genaueres über's Material
wäre noch schön.
2) Maximale Geldmittel.
3) Welche Dimensionen? Reden wir von einem Computerlüfter oder von einem
Windkraftwerk?
Ich würde versuchen mit einem Röntgenverfahren von innen nach außen zu
gehen.
Wenn man außen drauf könnte wäre es möglich wie beim Auto die Lackdicke
zu messen.
1) Dicke ca. 5-8 mm und Auflösung bis zu 0,1 mm
2) 4stellig
3) Triebwerk-Fan ca. 2m Durchmesser
Die Schicht liegt innerhalb des Gehäuses und man soll vom Gehäuse aus
durchmessen - drinnen dreht sich ja der Fan (ziemlich laut)
Es geht nicht um eine Lösung, sondern eher um eine theoretische
Durchführbarkeit bzw. Machbarkeit.. die Daten, die ich angegeben habe
sind nur zum Beispiel da
Hallo!
Ich würde da in Richtung Ultraschall gehen. Das wird bei der
Materialprüfung verwendet und sollte dir die Wandstärken recht genau
ausgeben können (Übergang Metall - Epoxy - Luft).
Aber ob das noch im vierstelligen Bereich liegt? Ich weiß es nicht!
Gruß
Basti
Patentiert sind zwei kapazitive Messmethoden:
1) Auf der Gehäuseinnenseite befinden sich viele isolierte
Metallflächen, etwa wie eine innen aufgeklebte flexible Platine. Darüber
befindet sich die Schaum- ähm: Epoxy-"Notlandebahn". Gemessen wir die
Kapazität(sänderung) gegen das Gehäuse durch die ggf. am Ende
metallisierten Schaufeln.
2) Mechanisch ähnlich, aber es wechseln sich Erreger- und Sensor-Flächen
ab, die somit eine Art Differential-Dreko mit der Schaufel als
beweglichem Teil bilden. Das Summensignal eines Sensor-Plätchens
variiert mit der Position der Schaufel über den Plätchen. Das ist wohl
das störsicherere und präzisere Verfahren.
Martin schrieb:> folgendes Problem liegt vor.. in einem Rotorgehäuse dreht ein Fan. Um> die Schaufeln zu schützen hat man eine Zwei-Komponenten-Mischung (epoxy> oder so) verwendet, um um das Gehäuse eine Schicht aufzutragen, die sich> problemlos abreiben lässt, falls sich der Rotor, bedingt durch die> Fliehkraft, ausdehnt.
Vielleicht aus dem Strömungsgeräusch des Propellers entnehmen. Je
weniger Material desto lauter oder andere Resonanzfrequenzen im
Material.
Klaus Wachtler schrieb:> Das bekommt man aber Werte, die ganz leicht abhängen> von Last, Druck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit...
Is ja nur eine Idee, aber weitergesponnen kann man die durch 2 Punkt
Messung (innen außen) ausdifferenzieren
Basti schrieb:> Hallo!> Ich würde da in Richtung Ultraschall gehen. Das wird bei der> Materialprüfung verwendet und sollte dir die Wandstärken recht genau> ausgeben können (Übergang Metall - Epoxy - Luft).> Aber ob das noch im vierstelligen Bereich liegt? Ich weiß es nicht!>> Gruß> Basti
Ultraschall in schnell bewegten Systemen mit Wind usw. gergibt seltenst
akzeptable Werte.
Es geht hier nicht um Ultraschall in Luft, sondern um Ultraschall im
Festkörper. In dem hier wohl interessanten Frequenzbereich von einigen
MHz geht der Schall kaum noch durch Luft. Ein weicher Kunststoff ist da
aber auch schon grenzwertig. Nur wenn die Schaufeln wirklich schon
ankommen könnte es reichlich Störgeräusche geben.
Die oben bschriebenen Kapazitiven Verfahren sind auch nicht so
unproblematisch: die DK des Kunststoffs kann sich durch Wasseraufnahme
ändern.
Von der Einfachheit ist das Verfahren aber kaum zu schlagen.
Eine mögliche Alternative wäre eine optische Meßmethode:
dem Kunststoff wird recht wenig Fluoreszenz-farbstoff beigemischt und
die Intensität der Fluoreszenz z.B. über 2 Lichleiter gemessen.
G.A.S.T. schrieb:> Patentiert sind zwei kapazitive Messmethoden:>> 1) Auf der Gehäuseinnenseite befinden sich viele isolierte> Metallflächen, etwa wie eine innen aufgeklebte flexible Platine. Darüber> befindet sich die Schaum- ähm: Epoxy-"Notlandebahn". Gemessen wir die> Kapazität(sänderung) gegen das Gehäuse durch die ggf. am Ende> metallisierten Schaufeln.> 2) Mechanisch ähnlich, aber es wechseln sich Erreger- und Sensor-Flächen> ab, die somit eine Art Differential-Dreko mit der Schaufel als> beweglichem Teil bilden. Das Summensignal eines Sensor-Plätchens> variiert mit der Position der Schaufel über den Plätchen. Das ist wohl> das störsicherere und präzisere Verfahren.
Wie genau kann ich mir das vorstellen? Du meinst doch, dass die
Metallflächen quasi auf der epoxy Schicht, zur Seite des Rotors hin,
aufgeklebt werden - dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Flächen
oder auch der Rotor beschädigt werden - interessant ist ja die Dicke
dieser Schicht, nachdem die "Notlandebahn" abgerieben wurde!
Problem bei der Messung mit kapazitiven Sensoren auch ist die
Abhängigkeit vom Diellektrikum. Insbesondere, wenn die epoxy Schicht zu
einem Teil abgerieben und eventuell noch teilweise zusammengepresst
wurde verändert sich es. Und da du die Schaufeldehnung als zweite
unbekannte hast, wirst du die Dicke nicht genau bestimmen können.
Deshalb bin ich ja auch auf der Suche nach einer nicht-kapazitiven
Messmethode.
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten bisher!
Messung der Dehnung der Schaufeln per Dehnmessstreifen und Übertragung
per Nahfeldtelemetrie? Aus dem Maximalwert kann dann die Restdicke
berechnet werden.
Könnte man in die Epoxi Schicht einen/mehrere schmale Streifen
leitfähigen Kunststoff einbringen und anhand des Widerstandswertes
dieser Schicht auf die Restdicke schliessen?
Jede einzelne Schaufel mit einem DMS zu messen wäre zu aufwendig & teuer
- mal abgesehen von den aerodynamischen Auswirkungen auf die Strömung
(Die muss auch gleichzeitig gemessen werden).
Schmale Streifen waren auch eine überlegte Idee - Probleme gibt es
allerdings, wenn bei einem Rub die Schicht abgetragen wurde, ob da der
Streifen gleichmäßig getrennt wurde & sich nicht verbiegt.
Es gibt noch eine Art DMS-Gitter zur Messung des Rissfortschritts. Diese
haben viele paralell geschaltete Widerstände, die nach und nach zerstört
werden.
Martin schrieb:> Schmale Streifen waren auch eine überlegte Idee - Probleme gibt es> allerdings, wenn bei einem Rub die Schicht abgetragen wurde, ob da der> Streifen gleichmäßig getrennt wurde & sich nicht verbiegt.
Ich dachte eigentlich an Streifen die so dick wie die
Kunstharzausbettung sind und gegen das Gehäuse isoliert.
Wenn jetzt die Dicke der Kunstharzschicht sich durch ein Schaben (Rub?)
ändert wird auch ein entsprechender Teil der Dicke des Streifens
abgeschabt. Er wird dünner und der Widerstand entsprechend höher.
Klar ist die Herstellung der Innenschicht dann aufwendiger, da zunächst
diese Streifen aufgeklebt und nach aussen Verbunden werden müssen und
arst dann der Rest mit dem Kunstharz ausgegossen.
Die Idee ist im Prinzip etwas ähnlich wie eine Verschleissanzeige bei
Bremsbelägen im Auto, nur propertional.
Die Idee klingt schonmal nicht schlecht. Hast du irgendwelche
Bezeichnung dieser Messmethode im Kopf, wonach ich recherchieren könnte.
Ein Problem erhalte ich doch allerdings, wenn ich einen ungleichmäßigen
Rub habe oder? Kannst ja die Dicke durch den Widerstand im Gesamten
messen und nicht an einzelnen Stellen.
Vielen Dank für die gute Idee!
Über den Widerstand bekommt man eher die mittlere Dicke der Schicht. Für
eine lokale (z.B. für je 10 mm) Messung könnte man wohl auch mehrere
Kontakte anbringen.
Ulrich schrieb:> Über den Widerstand bekommt man eher die mittlere Dicke der Schicht. Für> eine lokale (z.B. für je 10 mm) Messung könnte man wohl auch mehrere> Kontakte anbringen.
Genau das hatte ich ja gesagt. Mehrere kürzere Streifen an den Stellen
wo es kritisch wird. Oder wenn nur generell ein "Rub" erkannt werden
soll und nicht die ungefähre Position reicht auch ein oder mehrere
umlaufende Streifen.
@Martin: Keine Ahnung ob und wo es soetwas gibt. Das Ganze war aus dem
Bauch heraus gedacht. Du hast ja geschrieben:
Martin schrieb:> Es geht nicht um eine Lösung, sondern eher um eine theoretische> Durchführbarkeit bzw. Machbarkeit
Leitfähiger Kunststoff gibt es allemal. Ich denke wenn man mit
Sensorherstellern redet gibts da Möglichkeiten. Zumindest wenn hinter
der Studie eine evt. Serienproduktion winken könnte.
Viel Erfolg
Muss das den gemessen werden wenn die Turbine an ist?
Falls es auch nach dem Lauf reicht könnte man doch einfach eine Reihe
Löcher bohren um mit der Schublehre nach zu messen.
Vielleicht könnte man für den "online messen"-Fall in die Löcher auch
durchsichtige Stifte kleben deren Dicke sich optisch bestimmen lässt.
Die könnte man dann auch ein Tick zu lang machen (damit sie nach innen
überstehen) um zu messen wie viel Abstand der Rotor noch zur Wand hat.
Je nachdem wie gefährlich es ist etwas vor der Turbine stehen zu haben
könnte man einen Punkt/Linie auf die Flügel malen. Wenn die Rotation die
Flügel lang zieht bewegt sich auch der Punkt, den man dann vermessen
kann um die Länge der Flügel zu bestimmen. Vielleicht einfach per Foto
mit Maßstab.
Wenn der Kunststoff verändert werden kann kannst du auch Metall
einbringen (Pulver Späne etc) und die Verstimmung eines HF Feldes
messen. Je weniger Metall desto weniger Dämpfung.
Oder optische Glas|Kunststofffasern einbetten. An der Schnittkante gibt
es Reflektionen. Je nach abgefräster Länge hast du dann
Interferenzänderungen.
Oder die Turbinenschaufelkante als Reflektor nehmen (sollte ja recht
blank sein) dann wird auch gleich die Ausdehnung selbiger in realtime
erfasst.
Wenn die Dinger schräg eingelassen werden kann man auch
Lasertriangulation probieren. Ist dann µm genau (Als vorher nachher
Relativmessung).
Alles quick and dirty Ideen ohne Ahnung ob das funzt