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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 110 vs 230V Netzspannung


Autor: Hobby (Gast)
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Hallo.

Ursprünglich zu Beginn der Elektrifizierung soll in Europa die 
Netzspannung größtenteils auch 110 V betragen haben.
In Europa ist man allerdings früh auf 220V / 240 V umgestiegen. Heute 
haben wir 230V.
In den USA ist man bei 110V geblieben.
Der Vorteil von 230 V ist, dass man wesentlich mehr Leistung aus einer 
Steckdose ziehen kann und die Leitungsverluste geringer sind.
Dafür ist 110 V weniger gefährlich bei Berührung.

Gibts eigentlich eine wissenschaftliche Erklärung, warum man die 
unterschiedlichen Stromsysteme auf der Welt hat?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Hobby (Gast)

>Der Vorteil von 230 V ist, dass man wesentlich mehr Leistung aus einer
>Steckdose ziehen kann und die Leitungsverluste geringer sind.

Es ist so ziemlich die doppelte Leistung bei gleichem Strom und somit 
gleicher Belastung der Leitung.

>Dafür ist 110 V weniger gefährlich bei Berührung.

Netzspannung ist so oder so nicht dafür gedacht, dass man da problem- 
und hirnlos dranfassen kann. Auch an 110V sind schon genügend Leute 
gestorben, u.a. durch sekundäre Unfälle (Lampe auf der Leiter 
gewechselt, Stromschlag, von der Leiter gefallen, tot)

>Gibts eigentlich eine wissenschaftliche Erklärung, warum man die
>unterschiedlichen Stromsysteme auf der Welt hat?

Du kennst die Geschichte vom Turm in Babel? So ähnlich ;-)

Autor: Johannes (Gast)
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>Gibts eigentlich eine wissenschaftliche Erklärung, warum man die
>unterschiedlichen Stromsysteme auf der Welt hat?

Das hat mit Wissenschaft eher nichts zu tun. Der Grund ist vielmehr der, 
dass sich die Elektrifizierung auf unterschiedlichen Kontinenten 
parallel entwickelt hat und irgendwann hat man dann festgestellt, dass 
unterschiedliche Systeme dabei herausgekommen sind.

Den Vergleich mit Babel finde ich ganz passend; man könnte genau so gut 
auch fragen, warum in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche 
Sprachen gesprochen werden...

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Die 110V sind fuer die Kupfer-Schlunzer. Fuer eine feste Leistung 
braucht man bei 110V doppel soviel Strom, viermal soviel Kupfer, denn 
der Verlust geht mit R * I^2.
Also genau fuer die Amis, die gerne etwas mit Rohstoffen schlunzen...

Autor: MaWin (Gast)
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> Gibts eigentlich eine wissenschaftliche Erklärung,
> warum man die unterschiedlichen Stromsysteme auf der Welt hat?

Das "Not invented here"-Syndrom.

Man macht es prinzipiell anders,  als der andere.

In den USA hat man die 110V, weil man diese Spannung noch für 
ungefährlich für den Menschen hielt. Das ist bei der von Edison 
fovorisierten Gleichspannung auch zutreffend.

Dann wurde allerdings auf die leichter transformierbare Wechselspannung 
umgestellt, und die Spannung beibehalten, damit Glühlampen, Heizelemente 
etc. nicht neu gekauft werden mussten (Rückwärtskompatibilität).

In Europa muss man es natürlich anders machen, damit man neue, hier 
produzierte Sachen verkaufen kann und sich vom US-Import besser 
abschotten kann.

Dennoch blieben natürlich die 110V ungefährlicher als die 230V, aber 
selbst bei denen kann man eine Berührung noch in überraschend vielen 
Fällen überleben, auch hier sind Stromunfälle eher selten. Bei 1000V 
sähe das wohl anders aus.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Wobei die Amis aber auch 230V haben. Die bekommen 2 x 115V ins Haus 
geliefert. Die 230V sind dann fuer die groesseren Verbraucher da. Einen 
Drehstromanschluss fuer privat wie es in Europa ueblich ist gibt es da 
selten. Die 480V Drehstrom gibt es meistens nur fuer die Industrie.

Autor: mr. mo (Gast)
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Der erste Grund ist die Sache mit den Verlusten auf der Leitung, man 
überträgt nicht umsonst mit ein paar tausen kV über Hochspannungsmasten.
Würde man die Spannung runterschrauben dann würde die eher "dünne" 
Kupferleitung die an dem Mast hängt schon ganz anders aussehen :D

Ein weiterer Grund warum wir hier in Europa mit 230V hantieren liegt in 
der Geschichte, dadurch das hier viel Krieg war konnte man dann 
natürlich auch alles neu verkabeln.
Bei den Amis ist immer "Frieden", der aufwand wäre zu hoch auf 230V 
umzustellen(neue Transformatoren, Geräte, etc.).

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  A...aha Soooo. (hacky)

>Die 110V sind fuer die Kupfer-Schlunzer.

Naja.

> Fuer eine feste Leistung
>braucht man bei 110V doppel soviel Strom, viermal soviel Kupfer, denn
>der Verlust geht mit R * I^2.

Nicht ganz, man braucht "nur" den doppelten Querschnitt und somit die 
doppelte Kupfermenge. Damit ist die Stromdichte wieder die gleiche. 
Trotzdem hat man dann doppelte Leitungsverluste, klar. Den vierfachen 
Querschnitt wird wohl keiner verlegen.

MFG
Falk

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  mr. mo (Gast)

>Würde man die Spannung runterschrauben dann würde die eher "dünne"
>Kupferleitung die an dem Mast hängt schon ganz anders aussehen :D

Auf dem Mast hängt sehr selten Kupferleitung, das ist alles Aluminium. 
Denn das hat bei knapp 1/3 der Dichte (2,7 zu 8,9) nur ca. 50% höheren 
spezifischen Widerstand (26,5 zu 17,8). Damit ist eine Leitung aus 
Aluminium bei gleichem Widerstand um 55% leichter als die Kupferleitung.

>Ein weiterer Grund warum wir hier in Europa mit 230V hantieren liegt in
>der Geschichte, dadurch das hier viel Krieg war konnte man dann
>natürlich auch alles neu verkabeln.

Die 230V wurden erst nach dem Krieg eingeführt? Welcher Krieg? Quelle? 
Glaub ich nicht.

MFg
Falk

Autor: Ralph Berres (rberres)
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mr. mo schrieb:
> Der erste Grund ist die Sache mit den Verlusten auf der Leitung, man
>
> überträgt nicht umsonst mit ein paar tausen kV über Hochspannungsmasten.
>
> Würde man die Spannung runterschrauben dann würde die eher "dünne"
>
> Kupferleitung die an dem Mast hängt schon ganz anders aussehen :D

Naja die höchste mir in Europa bekannte Spannung für Freileitung sind 
400KV
Phase gegen Phase gemessen.

Eher dünne Leitung ist gut!!. Hast du mal ein Kabelstrang einer 400KV 
Leitung aus der Nähe betrachtet? Du wirst staunen wie dick diese Leiter 
sind, und wie lang die Isolatoren sind.

Ralph Berres

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Falls man fuer 110V nicht den vierfachen Querschnitt verlegt, sondern 
nur den doppelten, dann ist der Spannungsabfall pro Laenge der Selbe. Da 
der Spannungsabfall viederum mit dem Strom multipliziert wird, ist die 
Verlustleistung pro Meter dann doppelt. Ein Verlaengerungskabel ist bei 
uns 1 oder 1.5 Quadrat, und sollte in den USA also 4 bis 6 Quadrat sein. 
Wieviel es tatsaechlich ist, weiss ich nicht.

Autor: mr. mo (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> @  mr. mo (Gast)
>
>>Würde man die Spannung runterschrauben dann würde die eher "dünne"
>>Kupferleitung die an dem Mast hängt schon ganz anders aussehen :D
>
> Auf dem Mast hängt sehr selten Kupferleitung, das ist alles Aluminium.
> Denn das hat bei knapp 1/3 der Dichte (2,7 zu 8,9) nur ca. 50% höheren
> spezifischen Widerstand (26,5 zu 17,8). Damit ist eine Leitung aus
> Aluminium bei gleichem Widerstand um 55% leichter als die Kupferleitung.

Stimmt. Gibt aber auch welche die zum Teil aus Kupfer bestehen. Bei der 
guten Beschreibung fehlt aber noch zu erwähnen, dass je nachdem wie lang 
die Leitung ist auch eine Stahlsehne eingearbeitet sein kann, um die 
Zugfestigkeit zu erhöhen. Aber die Hochspannungstechnik und auf Aufbau 
der Leitungen ist ein Fachgebiet für sich selbst und man könnte eine 
stundenlange Diskussion drüber halten. :D

Zu der Geschichte, in meinem damaligen Berufsschulbuch war ein extra 
Kapitel zu der Geschichte der Elektrotechnik, da wurde sowas erwähnt. 
Hab gerade nach ner zuverlässigen Quelle gesucht, man findet leider 
keine Angaben zu den damaligen Spannungen, aber als es mit der 
elektrifizierung los ging wurde halt erst das Edison Netz benutz.

In dem Artikel hier wird die Elektrifizierung beschrieben, ob es sich 
aber auf Europa bezieht, keine Ahnung ist bisschen viel zu lesen ^^

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrifizierung

Autor: mr. mo (Gast)
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Ralph Berres schrieb:
> Eher dünne Leitung ist gut!!. Hast du mal ein Kabelstrang einer 400KV
> Leitung aus der Nähe betrachtet? Du wirst staunen wie dick diese Leiter
> sind, und wie lang die Isolatoren sind.
>
> Ralph Berres

Hab das "dünn" extra in "" gesetzt ^^

Autor: Andi ... (xaos)
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Ralph Berres schrieb:
> Naja die höchste mir in Europa bekannte Spannung für Freileitung sind
> 400KV

420-430kv sind auf der höchstspannungsebene std in europa

Autor: Ulrich (Gast)
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In den USA sind die normalen Sicherungen auch oft 16 A oder 20 A, selten 
25 A. Entsprechend sind die Verlängerungskabel auch nicht unbedingt 
dicker, man kann nur nicht so viel dran hängen. Ich kann mich an 1,5 - 
2,5 mm² erinnern.
Durch den höheren Strom gibt es auch mehr Fälle von Bränden durch Fehler 
in der Verkabelung - der Preis für weniger Unfälle durch Stromschlag.


Beim Leitungssystem führt die niedrigere Spannung mehr dazu, dass die 
Entfernung Transformator zum Haus nicht mehr so lang sein kann. 
Entsprechend gibt es mehr kleinere Transformatoren in der Verteilung. Da 
hilft es dass sie 60Hz und keine 50 Hz haben.

Größere Verbraucher laufen dann auch mal auf einer anderen Spannung 
(z.B. 440 V oder auch ca. 600 V). Man findet es da auch schon mal 
gelegentlich das Geräte für 230 V einfach an 2 Phasen des Drehstromes 
(nominell 208 V) laufen.

Wenn man die Stecker der Amis sieht, sollte man da nicht mehr als 10 A 
und 50 V drüber schicken. Eine Umstellung ist aber einfach recht 
schwierig, vor allem weil es nicht flächendeckend 3 Phasen-Anschlüsse 
gibt.

Autor: Dieter B. (debe)
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Hallo,

Bei uns im Ort war 1945 teils 110V GS und teils 220V WS. Als wir 1946 
umgezogen sind (nur ca. 500m weiter), gab es dann Probleme mit den 
Glühlampen. Wir hatten 110V und brauchten dann 220V. Es wurde nach 
Möglichkeit getauscht mit Leuten die 220V > 110V brauchten oder zwei 
Lampen mit gleicher Leistung in Reihe geschaltet.

debe

Autor: Hobby (Gast)
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Die Amistecker sind natürlich ziemlich murks. Kein richtiger 
Berührungsschutz beim Einstecken, und nur 2 Metallblättchen als 
Kontakte. Wenns noch nen Erdungspin gibt, ist der meißtens auch nur aus 
Blech.

Da sind unsere massiven Schukos schon was ganz Anderes. Die Schuko sind 
eigentlich stark überdimensioniert, in der Leistungselektronk würde man 
über massive 4,8 mm Kontakt-Stifte wohl deutlich mehr als 16 A drüber 
schicken.

Dass in Europa auf 220 V umgestellt wurde, ist aber schon lange her. Zu 
Hitlerzeiten war es definitiv schon 220 V. Ich kenne ein Haus aus der 
Hitlerzeit, wo noch die Original-Verteilung drin ist. DIAZED System.
Und in die Steckdosen passen die Schuko-Stecker rein, allerdings sind 
die ganz flach, also ohne Berührungsschutz beim Einstecken und ohne 
Erdung.

Ich galube, ich hab noch Bilder. Mal suchen.


Und wenn das Netz in den USA irgendwann mal 110V DC war, das gibt doch 
schon ordentliche Lichtbögen und Kontaktabbrand. Auch nicht so ganz 
ungefährlich.
Ich habe mal von 50 V DC einen Stromschlag durch den Finger bekommen 
(Leiterplatte mit dicken Elkos drauf) war etwa das Gefühl, wie wenn man 
an ner 9V Block mit Batterie mit der Zunge dran geht.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Ulrich (Gast)

>Durch den höheren Strom gibt es auch mehr Fälle von Bränden durch Fehler
>in der Verkabelung - der Preis für weniger Unfälle durch Stromschlag.

Hmm, ob das soviel besser ist?

>Entsprechend gibt es mehr kleinere Transformatoren in der Verteilung.

Jaja,. die berüchtigten "Pole Pigs", die an den Holzmasten wie in einem 
3. Welt Land genagelt sind. Freut sich die Branche nach jedem größeren 
Unwetter, wenn sie den zerstörten Müll ersetzen darf. Also ein 
uramerikanisches Geschäftsmodell. Von der vorsintflutlichen 
Energieverteilung über Freileitungen im Stadtbereich mal ganz zu 
schweigen. Schnell, billig, reperaturanfällig.

>hilft es dass sie 60Hz und keine 50 Hz haben.

Wegen der etwas kleineren Trafos? Naja, das machen sie mit der 
zusätzlich benötigten Masse wieder wett.

MFG
Falk

Autor: Hobby (Gast)
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Die Amis haben glaub ich auch Telefonleitungen und sehr gerne im 
Hochbau.

Aber nicht nur die Amis lieben die Hochbau Verlegung, fahr mal nach 
Frankreich oder Spanien :)

Autor: Bernhard R. (barnyhh)
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Zur Umstellung DC nach AC in den USA:
In New York wurde das letzte Gleichstrom-Netz erst 2007 abgeschaltet:
"By 2006, there were only 60 customers using DC service, and on November 
14, 2007, the last direct-current distribution by Con Edison was shut 
down. Customers still using DC were provided with on-site AC to DC 
rectifiers."
(zitiert aus http://en.wikipedia.org/wiki/War_of_Currents )!

Bernhard

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Die Stromverteilung im Hochbau hat den Vorteil der 
Hochwassertauglichkeit. Die Bewohner koennen daher bei bis zu 5m 
Ueberschwemmung noch bestromt werden, muessen einfachn beim Boot fahren 
etwas aufpassen was sie anfassen...

Autor: Hobby (Gast)
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Wow, da haben die aber ziemlich rückständige Technik laufen. Statt mal 
zu erneuern, werden On-Site converters installiert.

Wobei DC mittlerweile schon wieder in Mode kommt :) Als 
Zwischenkreisspannung, in Windgeneratoen/Solaranlagen, in FU's

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Hobby (Gast)

>Wow, da haben die aber ziemlich rückständige Technik laufen. Statt mal
>zu erneuern, werden On-Site converters installiert.

Warum? Ist schlicht billiger. Never change a runing system.

MFG
Falk

Autor: Anja (Gast)
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Hobby schrieb:
> Gibts eigentlich eine wissenschaftliche Erklärung, warum man die
> unterschiedlichen Stromsysteme auf der Welt hat?

Klar gibt es die:

Eine Kohlenbogenlampe läßt sich an 110V betreiben.

In Europa hatte man irgendwann auf Doppel-Kohlenbogenlampen zur 
Straßenbeleuchtung umgestellt (Lichtnetz!!!).

Aber frag jetzt nicht warum es 240V oder 117V gibt.

Gruß Anja

Autor: Ulrich (Gast)
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Die 117 V in Amerika sind ähnlich gekommen wie die 230 V bei uns. 
Einfach die Spannung ein bisschen anheben um mehr Leistung durch die 
alten Kabel zu kriegen.  Früher war die Spannung auch nicht überall 
gleich  - wir hatten schon vor 30 Jahren  eher 230 V als 220 V - die 
Glühbirnen hielten entsprechend kurz.

Die Amis fangen aber auch schon an die Leitungen unterirdisch zu 
verlegen und die Trafos auf dem Boden zu lassen.  Zumindest in etwas 
besseren Wohngegenden und da wo es viele Gewitter gibt. Die 60Hz helfen 
bei den Trafos schon etwas - die können etwa 20% kleiner werden und 
haben einen etwas besseren Wirkungsgrad. Die vielen kleinen Trafos sind 
wegen der Leerlaufverluste ein nicht zu vernachlässigender 
Stromverbraucher, wenn ich mich richtig erinnere einige Prozente des 
gesamten Stromverbrauchs. Weniger größere wäre da deutlich besser.

Autor: Hobby (Gast)
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Wir haben hier bei mittlerweile deutlich über 230 V. Meißtens so um die 
240.

Wenn man heute, mit den heute vorhandenen wissenschaftlichen 
Erkenntnissen und Erfahrung sowie Material nochmal ganz neu 
elektrifizieren würde, was würde dabei wohl raus kommen?

Würde man wohl eine höhrere Netzspannung oder eine etwas niedrigere 
Spannung als 230 V nehmen?

Würde man wohl eine andere Netzfrequenz wählen? Eine höhere Frequenz ist 
gut, um bei den Trafos zu sparen, allerdings steigen im Gegenzug die 
Verluste in Kabeln und Leitungen wegen der Kapatizät.

Autor: mr. mo (Gast)
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Wenn wir alles neu machen könnte, dann würde sich viel ändern. Ich denke 
die Spannung wird steigen, aber dann muss man halt auch wieder sehen das 
die Isolierung stark genug ist und man nicht so schnell eine geschossen 
bekommt. Daher wird sich die Spannung unterhalb 1kV befinden. Darüber 
hinaus muss bedacht werden, dass sobald die Spannung und Frequenz höher 
wird, die Garantie steigt bei einem Stromschlag gefährlich verletzt zu 
werden.

Autor: A. R. (redegle)
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Die Spannung würde wahrscheinlich fast genau so bleiben.
Warum sollte man die auch ändern?

Mit unseren 50Hz liegen wir in der Gesammtkostenbilanz ganz gut.

Die 50Hz ergaben sich unter anderem aus den Eigenschaften der 
Generatoren. Diese müssen die notwendigen Geschwindigkeiten mitmachen.
Höhere Geschwindigkeit --> mehr Verschleiß.
Niedrigere Frequenzen lassen sich nur mit sehr hohen Materialkosten 
Transformieren.

Die einzigen Stellen, wo Gleichspannungsübertragung angewendet wird ist 
bei den sogenannten HGÜs.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungs-Gleichs...

Vorteile:
Fast keine Verluste durch Blindströme bei Spannungen im Bereich 
1.000.000V
Kupplung zwischen 50Hz und 60Hz Netzen.
Keine Probleme mit der Wellenlänge.
Der Stromfluss kann elektronisch geregelt werden.
Man braucht nur eine Leitung.

Es gibt bei wikipedia eine ausführliche Zusammenstellung der Vorteile 
und Nachteil. Kann den Link leider nicht finden.

Autor: A. R. (redegle)
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Hier steht etwas dazu. Es gab jedoch noch eine bessere Seite.

http://de.wikipedia.org/wiki/Netzfrequenz

Autor: A. R. (redegle)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrifizierung


# 1.5 Konvergenz der verwendeten Systeme

    * 1.5.1 Netzfrequenz
    * 1.5.2 Netzspannung

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Die Generatoren muessen nicht schneller oder langsamer drehen, nur mehr 
oder weniger Pole haben.

Autor: Frank Xy (flt)
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A...aha Soooo. schrieb:
> Die Generatoren muessen nicht schneller oder langsamer drehen, nur mehr
> oder weniger Pole haben.

Das lesen wir besser noch mal nach.
Wie war doch gleich der Zusammenhang zwischen Drehzahl und Polzahl?

Autor: A. R. (redegle)
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>Die Generatoren muessen nicht schneller oder langsamer drehen, nur mehr
>oder weniger Pole haben.

Stimmt natürlich! Heute ist das ohne Probleme zu realisieren.
Ich denke aber in den Anfängen der Generatortechnik waren die 
Produktionsverfahren noch nicht so ausgereift wie Heute.

So viel ich weiß gab es damals kein Verbundnetz wie Heute. Es wurden 
immer einzelne Wohnungsblöcke oder Fabriken mit dampfbetriebenen 
Generatoren versorgt.

Bin mir aber nicht 100% sicher in wie weit damals die Technik beherrscht 
wurde. Dies ist also eher eine Vermutung.

Autor: Frank Xy (flt)
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A. R. schrieb:
>>Die Generatoren muessen nicht schneller oder langsamer drehen, nur mehr
>>oder weniger Pole haben.
>
> Stimmt natürlich! Heute ist das ohne Probleme zu realisieren.
> Ich denke aber in den Anfängen der Generatortechnik waren die
> Produktionsverfahren noch nicht so ausgereift wie Heute.
>

Wenn ich manches heutige Produkt mit alter Technik vergleiche
dann kommen mir daran Zweifel.

Autor: mr. mo (Gast)
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A. R. schrieb:
>>Die Generatoren muessen nicht schneller oder langsamer drehen, nur mehr
>>oder weniger Pole haben.
> So viel ich weiß gab es damals kein Verbundnetz wie Heute. Es wurden
> immer einzelne Wohnungsblöcke oder Fabriken mit dampfbetriebenen
> Generatoren versorgt.

Also hier war das üblich, dass die Wohnungen, der Mitarbeiter, vom Werk 
mit versorgt wurden. Hier gab es dadurch auch Teilweise unterschiedliche 
Spannungen, in der einen Gegend gab es 220V und zwei Straßen weiter 
300V,
kam auf das Werk an, zu der Zeit brauchten die Anwohner aber auch nicht 
mehr als eine Glühlampe.

Autor: Mine Fields (Gast)
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Hobby schrieb:
> Da sind unsere massiven Schukos schon was ganz Anderes. Die Schuko sind
> eigentlich stark überdimensioniert, in der Leistungselektronk würde man
> über massive 4,8 mm Kontakt-Stifte wohl deutlich mehr als 16 A drüber
> schicken.

Die Stecker sind schön massiv, aber die Buschen sind auch nur dünne 
Federbleche mit einer sehr geringen Auflagefläche. Nicht umsonst darf 
man keine Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten.

Autor: abc (Gast)
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Stefan L. schrieb:
> Hobby schrieb:
>> Da sind unsere massiven Schukos schon was ganz Anderes. Die Schuko sind
>> eigentlich stark überdimensioniert, in der Leistungselektronk würde man
>> über massive 4,8 mm Kontakt-Stifte wohl deutlich mehr als 16 A drüber
>> schicken.
>
> Die Stecker sind schön massiv, aber die Buschen sind auch nur dünne
> Federbleche mit einer sehr geringen Auflagefläche. Nicht umsonst darf
> man keine Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten.


Und die "Erdungslaschen" in den Buchsen von Verlängerungsleitungen usw. 
sind oftmals billiger Schrott der sich leicht verbiegt und irgendwann 
abbricht. Die Franzosen haben da einen massiven 3. Stift, leider passt 
der Stecker dadurch nur noch in einer Position.

Autor: Michael_ (Gast)
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In den 50'-zigern lagen hier am Haus 125V für Lichtstrom und 220V für 
Kocher/Bügeleisen an.
Später wurde auf 220V umgestellt, wo beide Pole "heiß" waren.
Wie kamen eigentlich die 125V technisch zustande?

Autor: Hobby (Gast)
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Die 127/220 Volt kommen zustande, indem man 220 V Drehstrom hat.
Da sind die beiden Pole der Steckdosen dann zwei Außenleiter.

Sowas soll es in Berlin-Brandenburg bis nach der Jahrtausendwende 
gegeben haben. Habe ich gehört. Ob es stimmt, weiß ich nicht.

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