mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Selbständigkeit lohnt sich nicht


Autor: Captain Flucher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Langsam hasse ich es: Nur noch Sparhansels unterwegs in Deutschland.

Ich verhandle gerade (wieder mal) mit der Hays AG und (wieder mal) ist 
es dasselbe Lied: Der Kunde hat einen festen Stundensatz festgelegt, für 
den er jemanden haben will.

Zu den Preisen kann man hier aber nicht arbeiten, wegen Wohnung, 
Fahrtkosten und allem mehr. Wenn ich mir ausrechne, was am Jahresende 
bleibt, rechnet sich das hinten und vorne nicht. Dann lieber für 50.000 
bei einer Kleinfirma um die Ecke.

Das Üble ist, daß ICH natürlich als Fachmann fürs Testen und Ausmerzen 
DER Fehler ausersonnen wurde, die die lieben Festangestellten verbockt 
haben. Die picken sich die Rosinen raus, sind zu faul, sauber zu 
arbeiten und bauen Fehler ins Design ein. Statt dass der Kunde mal 
durchgreift und die Typen ihren Scheiss selber testen lässt, wird die 
Arbeit ausgelagert.

Ran muss dann ein sognenannter "Testingenieur" mit 3 Jahren 
Berufserfahrung. Für den sind die 55,- Euro die Stunde super, aber für 
mich als fähigen Entwickler nicht angemessen.

Was tun? - Umsattteln?

Würden mich die dummen Firmen mal AM ANFANG eines Projektes holen. Dann 
könnte man nch eingreifen. SO bleiben einem nur die Ausputzerstellen.

Gibt es in Deutschland überhaupt noch Stellen für fähige Entwickler, die 
sauber, fehlerfrei, ordentlich und gradlinig arbeiten können?

Oder wird überall nur noch auf billig gemacht und gebastel und schnell 
was hingeschmiert, was dann mit viel man power repariert wird?

Autor: DrTech (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Captain Flucher schrieb:
> Oder wird überall nur noch auf billig gemacht und gebastel und schnell
> was hingeschmiert, was dann mit viel man power repariert wird?

Du hast es erkannt. Profitgeile Chefs mit gerade mal Abitur glauben halt 
dass so eine schnelle hingebastelte Software schon gut genug sei, man 
wolle ja Geld machen. Ja nicht zuviel Kosten in Ausbildung neuer 
Entwickler stecken.

Aber dann teure Externe ins Boot holen. Oja das hat man gerne. Können 
mich alle kreuzweise. Frage mich, wie es so hirnverwichste Idioten es 
bis zum Abteilungsleiter bzw Team oder Gruppenleiter bringen können. 
Noch nie ne Uni von innen gesehen.

Mann, man ich muss mir das nicht antun. Habe ne Promotion mit Erfolg 
abgeschlossen. Ich bin Dr.!

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Captain Flucher schrieb:
> Gibt es in Deutschland überhaupt noch Stellen für fähige Entwickler, die
> sauber, fehlerfrei, ordentlich und gradlinig arbeiten können?

Mit Externen wird in der Regel so verfahren wie du es beschrieben hast, 
die Gründe hast du eigentlich auch schon genannt:

Captain Flucher schrieb:
> Die picken sich die Rosinen raus, sind zu faul, sauber zu
> arbeiten und bauen Fehler ins Design ein. Statt dass der Kunde mal
> durchgreift und die Typen ihren Scheiss selber testen lässt, wird die
> Arbeit ausgelagert.

Ich würde es etwas anders formulieren, aber du triffst den Kern. Wie 
soll deine ordentlich und gradlinige Entwicklung denn von den 
Festangestellten abgenommen werden, wenn diese nicht ausreichend 
geschult werden? Das würde bedeuten, dass zu der eigentlichen 
Entwicklungsdauer noch Zeit für die Übergabe und gemeinsame Tests 
eingerechnet werden muss. Will halt keiner bezahlen. Festangestellte 
haben dafür die Bindung an ihre Firmenphilosophie und kennen in der 
Regel die Anforderungen an das Produkt, auch wenn es in der Umsetzung 
hapert. Ein Externer soll als "Feuerwehrmann" Probleme im Detail lösen 
ohne dabei das große Ganze kennen zu müssen.

Captain Flucher schrieb:
> Dann lieber für 50.000
> bei einer Kleinfirma um die Ecke.

Ist allemal erfüllender, als immer nur die Kastanien für Andere aus dem 
Feuer zu holen.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@DrTech
>Mann, man ich muss mir das nicht antun. Habe ne Promotion mit Erfolg
>abgeschlossen. Ich bin Dr.!
Na und? Das heißt vielleicht das du alles weißt, aber nicht alles 
kannst.
Fürs Können gibts dann andere Profis.
@Captain Flucher
>Für den sind die 55,- Euro die Stunde super, aber für
>mich als fähigen Entwickler nicht angemessen.
Das verlangt meine Kfz-Werkstatt, wo der Meister noch nicht mal
bei einem Moped weiß wo der Benzinhahn ist, auch.
Kannst du nicht ein paar Stunden mehr geltend machen oder arbeitest
du mit einer Pauschale?
Das sind nun mal die Schattenseiten der Selbständigkeit, musst zehn
Angebote machen, bekommst vielleicht ein oder zwei Aufträge und
dazwischen haste auch noch Leerlauf. Nicht jeder Ing. ist eben auch
ein cleverer Kaufmann. Aber mal nicht verzweifeln, es geht doch 
aufwärts.

Autor: Realist (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Captain Flucher schrieb:
> Ich verhandle gerade (wieder mal) mit der Hays AG und (wieder mal) ist
> es dasselbe Lied: Der Kunde hat einen festen Stundensatz festgelegt, für
> den er jemanden haben will.

Wer zwingt Dich denn, das auch zu dem Preis zu machen?

Autor: Leo ... (-headtrick-)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
...oder schnell zu arbeiten? Wenn Leiterplattenhersteller Eilzuschläge
verlangen können, kann man das ja wohl auch für andere Arbeiten, oder?

Autor: Peter (Gast)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Captain Flucher schrieb:
> Für den sind die 55,- Euro die Stunde super, aber für
> mich als fähigen Entwickler nicht angemessen.
>
> Was tun? - Umsattteln?

Bescheidener werden? Von 55,- Euro die Stunde träumen andere nur...

Autor: jaja (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Na dann ueberleg mal was du als Selbstständiger noch alles bezahlen 
musst von den 55EUR. Da verdient ja der Mechaniker in der Opelwerkstatt 
noch mehr.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hays ... die Fragen auch immer wieder an ... fragen was ich denn so 
wolle. Jedes Mal ist es mehr, sie zucken nicht mit der Wimper. Die 
letzte Zahl, die ich nannte war 150Euro. Das scheint immer noch im 
Rahmen zu sein... naja duemmliche Rechtsanwaelte haben eher mehr.
Leider passt mir das Projekt dann doch nicht, oder ich bin ausgebucht - 
so ein Pech aber auch.
@Captain Flucher : wenn die dringendes Problem haben, sollen sie satt 
loehnen, nicht unter 100 gehen.

Autor: Carsten Sch. (dg3ycs)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Hi,

also sobald man wirklich Selbstständig ist und es nicht nur eine 
irgendwie geartete Scheinselbstständigkeit ist, greift natürlich VOLL 
das Prinzip Angebot und Nachfrage.


Selbstständigkeit hat Vorteile aber auch erhebliche Nachteile. 
Insbesondere als Alleinunternehmer. Habe das lange genug gemacht und ja- 
Verdienst ist besser. aber planbare "echte" Feizeit war Mangelware.
Selbst ein Sonntag ohne "Handy am Mann" war echter Luxus...
Daher ist jeder der meint die Stundensätze zwischen Angestellt und 
Selbstständig seien auch nur halbwegs vergleichbar. Angestellt lebt es 
sich auch mit etwas weniger Geld deutlich entspannter als wenn man 
Selbstständiger Alleinunternehmer ist.

Captain Flucher schrieb:
> Zu den Preisen kann man hier aber nicht arbeiten, wegen Wohnung,
> Fahrtkosten und allem mehr. Wenn ich mir ausrechne, was am Jahresende
> bleibt, rechnet sich das hinten und vorne nicht. Dann lieber für 50.000
> bei einer Kleinfirma um die Ecke.
>
> Das Üble ist, daß ICH natürlich als Fachmann fürs Testen und Ausmerzen
> DER Fehler ausersonnen wurde, die die lieben Festangestellten verbockt
> haben. Die picken sich die Rosinen raus, sind zu faul, sauber zu
> arbeiten und bauen Fehler ins Design ein. Statt dass der Kunde mal
> durchgreift und die Typen ihren Scheiss selber testen lässt, wird die
> Arbeit ausgelagert.

Wieso ist das "Übel" das du Auserkoren wurdest? Erst einmal ist es doch 
gut das sich Nachfrage auf dein Angebot einstellt. Übel wäre es wenn der 
Auftrag direkt an deinen Mitbewerber gehen würde.Schließlich zwingt dich 
ja niemand den Auftrag zu den Konditionen anzunehmen.
Wenn das Angebot für dich nicht Akzeptabel ist, dann lehne es doch 
einfach ab und mache ein Gegenangebot - wo ist das Problem.
Entweder stellt sich dann heraus das dieses Gehaltsangebot nicht zur 
"Angebotssituation" passt, dann werden die keinen Ähnlich qualifizierten 
zu diesen Bedingungen bekommen und wohl ihren Stundensatz nachbeser.
Oder aber deine Vorstellungen passen nicht zur Nachfragesituation und 
jemand anders bekommt den Job. Dann gehst du leer aus. Aber dazu musst 
du als Selbstständiger den Mut haben. Wenn du immer nur "Ja" sagst, dann 
sinkt dein Wert ganz schnell. (Wenn du aber zu oft "nein" sagst, dann 
bist du irgendwann pleite. ISt immer ein schmaler Grad)

Gruß
Carsten

P.S. ich würde jetzt nicht zwangsläufig sagen das 55Eur/std. immer auf 
jeden Fall zu wenig sind. In "flauen" Zeiten und für einfachere Aufgaben 
mit nicht zu langer vorhersehbarer Bindungsfrist kann das noch OK sein.
Wenn aber schon ein "Rosinenpicken" stattgefunden hat, muss auf jeden 
Fall eine andere Vergütung her. Da spielt es dann auch keine Rolle ob es 
sich um Dienstleistungen handelt oder aber Material- ein und Verkauf.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn du das Problem kennst und beherrscht ---> Fixpreis aushandeln.

Wenn das Problem unüberschaubar und deine Konkurrenz überschaubar, dann 
legst du den Stundensatz fest.

Auch mal was riskieren.
Ein Auftrag der nichts abwirft ist im günstigsten Fall das Geld 
gewechselt.

Sind Arbeiten nicht aussschließlich vor Ort zu erledigen müssen auch 
externe Aufwendungen verrechnet werden.

Sei mal ein wenig kreativer.
Und vor allem mehrbeinig aufstellen, dann bist du der Rosinenpicker.

Wenn ein exrterner geholt wird will mann in aller regel die 
Verantwortung auslagern auch wenn man es selbst gebacken bekäme und das 
musst du dir bezahlen lassen.

Niemals darfst du Dich fürdeine Preise rechtfertigen, du setzt sie fest 
und verhandelst sie ohne zu begründen. Der Kunde kann kaufen, wenn er 
will tut er's

Mit fixen miesen Stundensätzen und Zeitvorgaben nimmt man die Aufträge 
nicht an.
Entweder Fixpreis und Termin oder nach Aufwand und mein Stundensatz, 
alternativlos. Ich koste.... .

Wenn du dir gan sicher bist das der Kunde Dich will, dann kannst sagen 
was bin ich dir Wert, vergleichst das mit dem was du dir wert bist und 
danach triffst du die entscheidung wieviel du dafür leistest.

Namaste

Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja, oft lohnt sich die Selbstständigkeit nicht, das ist richtig. Aber...
Wenn du rechtzeitig den Absprung in die besagte Selbständigkeit 
glücklich vollzogen hast, lebst du dann anständig in unserem Lande und 
musst nicht wie ein Schwein leiden (normaler Arbeitnehmer). Viele die 
mit ihrem Geschäft pleite gegangen sind, haben sich einfach erhängt. 
Nicht weil es so schlimm ist Schulden zu haben sondern weil es in 
Deutschland so schlimm ist Arbeitnehmer zu sein bzw. der Unterschied in 
Lebensqualität so groß ist.

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Was tun?

Lehn ab und nimm einfach einen anderen Job.

> ICH als Fachmann fürs Testen

Du wirst doch sicherlich viele Angebot haben,
so gut wie du bist.

Was jammerst du ?

> als fähigen Entwickler

Oder vielleicht doch besser entwickeln statt testen ?
Schliesslich ist testen der bekannt niedrigste Level
der entsprechend bezahlt wird weil ihn fast jeder
machen kann, auch Menschen ohne Ideen und ohne Grips.

> für fähige Entwickler

Gibt es, aber was kannst du nachweisen ?
Welchen Blockbuster hast du entwickelt ?
Und warum suchst du danach immer noch einen Job und
liegst nicht längst als Rentner am Strand der Malediven ?

Du überschätzt dich masslos.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Was manche Leute heutzutage so alles unter Selbständigkeit verstehen...
Captain Flucher (Gast) ist ein scheinselbständiger Wanderarbeiter.

Meine Definition der Selbständigkeit:
1. Du hast einen eigenen Firmensitz, der nicht mit deiner Wohnadresse 
identisch ist, es sei denn, du lebst auf eigenem Anwesen.
2. Du bist Eigentümer (mittelbar als GmbH-Gesellschafter oder 
unmittelbar als Person) der Produktionsmittel (CAD, Bürotechnik, 
Messmittel, Produktionsgeräte, Maschinen, Anlagen).
3. Du sitzt nicht hinter dem Schreibtisch beim Arbeitnehmerentleiher, 
sondern hinter deinem eigenen.
4. Du bist ortsfest und reist nicht ständig deiner Arbeit hinterher.
5. Du wickelst deine Verträge/Aufträge direkt mit deinem Endkunden ohne 
Zwischenschaltung von Sklavenhändlern ab.
6. Stundensätze sind die Ausnahme und dienen nur deiner internen 
Überschlagsrechnung. Ansonsten machst du Werkverträge und sonst nichts.

Oder verstehe ich hier was falsch?

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> Meine Definition der Selbständigkeit:

Deine ur-Eigene könnte man sogar sagen.

Bürovorsteher schrieb:
> Oder verstehe ich hier was falsch?

Du idealisierst ohne jegliche Rücksicht auf die Realität, aber sonst 
liest sich das Alles ganz schlüssig.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> Was manche Leute heutzutage so alles unter Selbständigkeit verstehen...
> Captain Flucher (Gast) ist ein scheinselbständiger Wanderarbeiter.

Ja, das sehe ich ähnlich.

> Meine Definition der Selbständigkeit:
> 1. Du hast einen eigenen Firmensitz, der nicht mit deiner Wohnadresse
> identisch ist, es sei denn, du lebst auf eigenem Anwesen.

:-)

> 2. Du bist Eigentümer (mittelbar als GmbH-Gesellschafter oder
> unmittelbar als Person) der Produktionsmittel (CAD, Bürotechnik,
> Messmittel, Produktionsgeräte, Maschinen, Anlagen).
> 3. Du sitzt nicht hinter dem Schreibtisch beim Arbeitnehmerentleiher,
> sondern hinter deinem eigenen.
> 4. Du bist ortsfest und reist nicht ständig deiner Arbeit hinterher.
> 5. Du wickelst deine Verträge/Aufträge direkt mit deinem Endkunden ohne
> Zwischenschaltung von Sklavenhändlern ab.
> 6. Stundensätze sind die Ausnahme und dienen nur deiner internen
> Überschlagsrechnung. Ansonsten machst du Werkverträge und sonst nichts.
>
> Oder verstehe ich hier was falsch?

Nein, das siehst Du schon ganz richtig.

Ich würde dem OP dringend empfehlen, eigene Produkte zu entwickeln und 
sich so ein zweites Standbein aufzubauen.

Wenn man zu einem Angebot gelassen "Nö - bei der Bezahlung kein 
Interesse" sagen kann, weil man nicht unbedingt darauf angewiesen ist, 
dann hilft das sehr (auch bei der Kundenerziehung).
Man muss sich rar machen.

Bei eigenen Produkten kann man auch selbst entscheiden, wann es 
ausgereift ist und auf den Markt kommt. Hier gehen z.B. nur ausgereifte 
Produkte raus. Kein Zeitdruck - kein Pfusch ...

Wenn man dann noch Termine setzt, die auch realistisch sind, eingehalten 
und am besten noch übertroffen werden, ist man Kundenliebling ;-)

Man muss auch nicht immer erreichbar sein. Mobiltelefon bleibt abends 
grundsätzlich im Büro liegen, ab Samstagmittag bis zum Montagmorgen 
sowieso.

Chris D.

Autor: Captain Flucher ( (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Bürovorsteher
Du hast vollkommen Recht. Aber leider ist es heute so, daß viele Firmen 
zu dumm und zu faul sind

a) sich jemanden zu suchen
b) ein ordentliches PH vorzulegen

Sie stellen aber auch niemanden über 40 mehr ein, weil der vollkommen 
überqualifiziert ist. Also bleibt vielen nur die Selbständigkeit, die in 
Wahrheit keine ist. Dieses Sklavenhaltertum hat sich nun mal etabliert, 
warum auch immer. Es ist für die Firmen offenbar billiger, oder sie 
denken, daß es billiger sit.

>Bescheidener werden? Von 55,- Euro die Stunde träumen andere nur..

Bei dem Aufwand, den man zusätzlich hat, kommt man mit dem 
Arbeitseinsatz eines Angestellten (1700) bestenfalls auf 1500 bezahlte 
Stunden im Jahr. Bei 3000,- bis 4000,- Euro mehr Fixkosten und 
Steuernachteil der eigenen Vorsrge und Sozialbeiträge.

1500 x 55,- EUR - 4000 = 78000!

Dann muss man oft noch Unterkünfte bezahlen -> 70000.

Ein Angestellter hat bei 60k Brutto inklusive der Sozialleistungen 
dasselbe, aber viel weniger Aufwand und Fahrtkosten.

Da müssen mindestens 10k im Jahr mehr abfallen, besser 15k. -> 65,- die 
Stunde.


55,- EUR

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Du idealisierst ohne jegliche Rücksicht auf die Realität, aber sonst
> liest sich das Alles ganz schlüssig.

Das  i s t  meine Realität.

> Ich würde dem OP dringend empfehlen, eigene Produkte zu entwickeln und
> sich so ein zweites Standbein aufzubauen.

Das sehe ich auch so. Captain Flucher sollte von seinen Arbeitseinsätzen 
beim Entleiher wissen, was welche Kunden so benötigen und dann (der 
Konkurrenz vllt) ähnliche Produkte anbieten. Aber bitte so, dass der 
Sklavenhalter keinen Verdacht schöpfen kann und dir eins überbraten 
lässt. Ansonsten - nur keine Skrupel, an den Wegesrändern erfolgreicher 
Unternehmer liegen zuweilen Leichen.

> Wenn man zu einem Angebot gelassen "Nö - bei der Bezahlung kein
> Interesse" sagen kann, weil man nicht unbedingt darauf angewiesen ist,
> dann hilft das sehr (auch bei der Kundenerziehung).
> Man muss sich rar machen.

Full ACK!

> Man muss auch nicht immer erreichbar sein. Mobiltelefon bleibt abends
> grundsätzlich im Büro liegen, ab Samstagmittag bis zum Montagmorgen
> sowieso.

Ich habe erst gar keines angeschafft. Wenn ich zu Bürozeiten erreichbar 
bin, sollte das reichen. Alles andere erzieht die Kunden nur zur 
Disziplinlosigkeit, Sorglosigkeit und Schlendrian.

Mein bisheriger Extremfall war ein Kunde, der mir am zweiten 
Weihnachtsfeiertag irgendwelche Teile zu Hause vorbeigebracht hat, damit 
ich bis Neujahr noch irgendwas zusammenbauen konnte...

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
>> Du idealisierst ohne jegliche Rücksicht auf die Realität, aber sonst
>> liest sich das Alles ganz schlüssig.
>
> Das  i s t  meine Realität.

Deine Ansichten, auch die von Chris D., sind idealisierte Vorstellungen, 
die ihr scheinbar eurem Unternehmen und euren Kunden überstülpen 
konntet. Das setzt ein gewisses Polster voraus, das nicht jedem gegeben 
ist. Ich hoffe, jetzt kommt nicht gleich der Einwand, dass man ohne 
Vermögen gar nicht selbständig werden sollte. Chancengleichheit heisst 
für mich nämlich was anderes.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Das setzt ein gewisses Polster voraus, das nicht jedem gegeben
> ist. Ich hoffe, jetzt kommt nicht gleich der Einwand, dass man ohne
> Vermögen gar nicht selbständig werden sollte.

Ohne Geldeinsatz dürfte es sehr schwer sein. Ich habe die 25 k€ 
GmbH-Stammkapital voll gebraucht. Die meisten Messmittel und ein 
professionelles CAD-System hatte ich schon vorher, komplette 
Büroausstattung auch.
Ich würde auch nie behaupten, dass ich nur fette Jahre hinter mir habe.
Am Anfang gab es sehr steinige Strecken. Jetzt kann ich mich aber schon 
manchmal entspannt zurücklehnen und brauche keine Angst mehr vor dem 
Morgen zu haben.

> Chancengleichheit heisst für mich nämlich was anderes.

Davon war nie die Rede, allerdings hat mir nie jemand etwas geschenkt, 
weder Geld noch Geschäftsausstattung. Ist alles auf meinen eigenen Mist 
gewachsen - ohne Vermögen zu besitzen.

> Deine Ansichten, auch die von Chris D., sind idealisierte Vorstellungen,
> die ihr scheinbar eurem Unternehmen und euren Kunden überstülpen
> konntet.

Da gab es bei mir nichts überzustülpen - ich bin eine Einmannkapelle und 
was die Kunden betrifft, die sind froh und glücklich, dass sie die 
benötigten Erzeugnisse bei mir zu kaufen bekommen und ich ihnen das 
entwickle, was sie brauchen.

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> Ich würde auch nie behaupten, dass ich nur fette Jahre hinter mir habe.
> Am Anfang gab es sehr steinige Strecken. Jetzt kann ich mich aber schon
> manchmal entspannt zurücklehnen und brauche keine Angst mehr vor dem
> Morgen zu haben.

Das klingt für mich realistisch und deckt sich auch mit meinen 
Erfahrungen. Ich gönne dir den Erfolg von ganzem Herzen.

Bürovorsteher schrieb:
> Ist alles auf meinen eigenen Mist
> gewachsen - ohne Vermögen zu besitzen.

So habe ich auch angefangen, mittlerweile bin ich allerdings wieder fest 
angestellt und kann mein ehemaliges Büro als Home-Office nutzen.
Für meinen jetzigen Arbeitgeber würde ich als Externer nicht arbeiten 
wollen, da kaum Entwicklungserfahrungen vorhanden sind. Jetzt baue ich 
diesen Bereich auf und kann so verhindern, dass wir überhaupt einen 
Feuerwehrmann brauchen.

Mein Fazit: Selbständig im Wortsinne sollte man als Entwickler immer 
sein, sonst kommt man nicht vom Fleck - egal ob Unternehmer oder 
Arbeitnehmer.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Loonix schrieb:

> Deine Ansichten, auch die von Chris D., sind idealisierte Vorstellungen,
> die ihr scheinbar eurem Unternehmen und euren Kunden überstülpen
> konntet. Das setzt ein gewisses Polster voraus, das nicht jedem gegeben
> ist.

Das war bei mir nicht immer so. Natürlich fängt jeder mal klein an und 
ich hatte anfangs sehr wenig Geld zur Verfügung.
Man muss sich das Unternehmen auch aufbauen und weiterentwickeln, immer 
wieder neue Ideen einbringen, getroffene Entscheidungen reflektieren 
usw.

Und eben zügig dafür sorgen, dass man nicht nur von wenigen abhängig ist 
(anfangs lässt sich das meist nicht vermeiden). Daher mein Rat an den 
OP, zügig eigene Produkte zu entwickeln.

> Ich hoffe, jetzt kommt nicht gleich der Einwand, dass man ohne
> Vermögen gar nicht selbständig werden sollte.

Nein :-)
Wie gesagt: ich hatte auch nicht viel, aber einen Plan, ein Produkt und 
den Willen.

Es war bei mir wie beim Bürovorsteher: man geht einige steinige Wege, 
bevor man aus dem Gröbsten raus ist.

> Chancengleichheit heisst für mich nämlich was anderes.

Chancengleichheit hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben. Jeder 
hat andere Talente, Eltern, genetische Wurzeln usw.

Wichtig ist deswegen nicht, was man hat, sondern was man aus dem 
Gegebenen macht.

Chris D.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> So habe ich auch angefangen, mittlerweile bin ich allerdings wieder fest
> angestellt und kann mein ehemaliges Büro als Home-Office nutzen.

Wart's nur ab. Diese Phase mit zwischendurch mal angestellt sein habe 
ich hinter mir. Irgendwann gehst du dann an einem Bürogebäude vorbei 
oder du bist in einem Gewerbegebiet und ein Schild im Fenster schreit 
dir entgegen:
"Büro- und Gewerbeflächen ab 4 €/m² zu vermieten. 30 - 10.000 m²"
Der Text wird dir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Irgendetwas wird dir 
sagen, dass du eigentlich gar keinen Chef brauchst und die Sache sowieso 
alleine viel besser hinbekommst. Du wirst dir Gedanken machen, wie der 
Grundriss deines Labors aussehen könnte und welchen Reflow-Ofen du 
eigentlich schon immer haben wolltest.
Wer einmal damit angefangen hat und dem es beim ersten Versuch nicht 
komplett die Beine weggehauen hat, der wird es wieder tun.:-))

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Das war bei mir nicht immer so. Natürlich fängt jeder mal klein an und
> ich hatte anfangs sehr wenig Geld zur Verfügung.

Genau das meinte ich vorhin mit "idealisiert". Ich freue mich für jeden, 
der sich da nicht vom Weg abbringen lässt.

> Man muss sich das Unternehmen auch aufbauen und weiterentwickeln, immer
> wieder neue Ideen einbringen, getroffene Entscheidungen reflektieren
> usw.

Das ist meinem derzeitigen Chef bewusst, die Ideen und das reflektieren 
der Entscheidungen sind (m)ein (Teil-)Beitrag zum gemeinsamen Erfolg.

Bürovorsteher schrieb:
> Wer einmal damit angefangen hat und dem es beim ersten Versuch nicht
> komplett die Beine weggehauen hat, der wird es wieder tun.:-))

Da könntest du recht haben, momentan bin ich aber froh dass ich einfach 
nur Entwickler sein kann ohne permanente Aquise betreiben zu müssen.

In Zukunft kann sich das wieder ändern - - ohje, ich glaube du hast 
wirklich recht... ;)

Autor: Zitatemensch (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Am Anfang gab es sehr steinige Strecken.

>man geht einige steinige Wege, bevor man aus dem Gröbsten raus ist.


"Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas 
Schönes bauen."
Erich Kästner

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
>> So habe ich auch angefangen, mittlerweile bin ich allerdings wieder fest
>> angestellt und kann mein ehemaliges Büro als Home-Office nutzen.
>
> Wart's nur ab. Diese Phase mit zwischendurch mal angestellt sein habe
> ich hinter mir. Irgendwann gehst du dann an einem Bürogebäude vorbei
> oder du bist in einem Gewerbegebiet und ein Schild im Fenster schreit
> dir entgegen:
> "Büro- und Gewerbeflächen ab 4 €/m² zu vermieten. 30 - 10.000 m²"
> Der Text wird dir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Jaaaa, genau :-)

Nur dass hier 2€ pro m² stehen.

Ich freue mich schon auf meine eigene Halle, kann es eigentlihc kaum 
noch erwarten :-)

> Du wirst dir Gedanken machen, wie der
> Grundriss deines Labors aussehen könnte und welchen Reflow-Ofen du
> eigentlich schon immer haben wolltest.
> Wer einmal damit angefangen hat und dem es beim ersten Versuch nicht
> komplett die Beine weggehauen hat, der wird es wieder tun.:-))

Ja, das denke ich auch (obwohl mein erster Versuch gerade sehr gut läuft 
;-)

Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn jemand eine Pleite erlebt hat 
- solange er daraus lernt. In Gesprächen mit solchen Leuten kann man 
sehr viel Wertvolles erfahren.

Jeder macht Fehler - wichtig ist, sie nicht zweimal zu machen.

Chris D.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ bürovorsteher

Anfänglich meinte ich ja du übertreibst, zumal ich erst mit 50 den 
Sprung ins kalte Wasser gemacht habe und auch an einem Hauptkunden 
hänge, da ich Aufzüge schlecht in der Werkstattaus aufbauen kann und 
deren Montage mein Brot ist komme ich nicht umhin zu wandern allerdings 
habe von Anfang an gut kalkuliert und dem Kunden meinen Standortvorteil 
klargemacht so das ich nur in 20-50 Km Umkreis montiere das genügt mir 
mehr brauche ich nicht abzudecken und ich habe Zeit für Kleinkunden.

Aber in einem Punkt hast du Recht wenn man Blut geleckt hat, dann will 
man nie wieder Scheiße fressn, auch wenn man weiß, dass man sie runter 
bekommt.
Als Saisonüberbrückung mal kurz eine Anstellung o.k. aber wenn der erste 
lukrative Auftrag da ist gehts wieder ans eigene Rechnung schreiben ;-)

Namaste

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Winfried J. schrieb:
> Als Saisonüberbrückung mal kurz eine Anstellung o.k.

Naja, Entwickler und Saisonarbeiter kommt aber selten gut zusammen.

Autor: Juri Parallelowitsch (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Captain Flucher schrieb:
> Das Üble ist, daß ICH natürlich als Fachmann fürs Testen und Ausmerzen
> DER Fehler ausersonnen wurde, ...

So alles gelesen und Zustimmung zu dem was so geschrieben wurde.


Aber etwas bleibt offen.

Meine Aufgaben liegen teilweise ähnlich wie von dir beschrieben.
Wenn die Säge klemmt fragt man um Hilfe.

Man liest sich in die Docu ein, isoliert das Problem und durchdenkt 
Lösungsstrategien. Dann entscheidet man nach Meinungsbildung und 
verteilt die Arbeitspakete.
(Meist dauert es länger und kostet mehr und/oder reduziert die 
Performance)

Das ist eigentlich der Teil meiner Arbeit der am meissten Spass macht.

Schreib doch mal ein Beispiel was du so als Entwicklungsprofi machst - 
vielleicht machst du irgendwas grundlegendes falsch?

Autor: Jürgen Schuhmacher (engineer) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bei den meisten Projekten dieser Art läuft es so, daß man Feuerwehr 
spielen muss. Man muss die Situation eben nur gut für sich nutzen. Und 
ja, es kommt darauf an, sich teuer zu verkaufen.

Ja, Produkte verkaufen kann effektiver sein, aber wenn das Produkt 
Lösungsintelligenz ist, Methodenkompetenz und nicht einfach Application 
Engineering, dann wird es schwer mit den Produkten. Über dies erfordern 
die mehr Einsatz an Kaptital.

Ein Büro zu unterhalten ist ja nur aus steuerlichen Gründen notwendig, 
um einen Arbeitsplatz zu haben, von dem man aus zu den Kunden startet, 
damit es Dienstreisen sind und keine Zweitwohnungen. Das Büro kann ein 
einzelnes Zimmer sein, für das man Möbel kaufen, Miete anrechnen und 
Strom/Wasser/Gas anteilig absetzen kann. Das sind im Jahr 2500-3000 Euro 
mit allen Abschreibungen. Die Hälfte hat man also wieder "drin".

>Re: Selbständigkeit lohnt sich nicht
Bei 55,- die Stunde lohnt es sich in der Tat nur, wenn der Job um die 
Ecke ist.

Pauschal kann man rechnen, daß man 1000stel einen Angestelltengehaltes 
die Stunde benötigt. In dieser Rechnung ist einkalkuliert, daß höhere 
Stundensätze schlechter verhandelbar sind und mehr Suchaufwand entsteht, 
damit also weniger Stunden bezahlt werden. Ich kalkuliere ungefähr so:

1400h  €71,-   99400,-
1500h  €68,-  102000,-
1600h  €65,-  104000,-
1700h  €62,-  105400,-
1800h  €59,-  106200,-

D.h. ein Vollprojekt auf 1J muss bei 40h garantierter Auslastung 59 Euro 
bringen, das 1400er verdient relativ mehr und absolut weniger, lässt 
also noch Luft für etwas zwischendurch. Dann hat man in etwa das, was 
man als Angestellter auch hätte. (inklusive 10% Zuschlag für 
Selbständigkeit, 10% Reserve für miese Marktlage und vor allem mit allen 
Sozialleistungen, die man hätte).

Zu den 59,- kommen dann gfs Reisekosten und Hotelkosten hinzu und auch 
ein Aufschlag für die Reisezeiten hinzu. Da ist man schnell bei 69,-! 
Wenn man das am Markt nicht durchsetzen kann, ist Angestelltentum das 
Bessere.

Autor: Jürgen Schuhmacher (engineer) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
So ein typischer Fall sind 1700 geleistete und bezahlte Stunden im Jahr 
bei 62,- + 5,- wegen vorort. Das sind auf den ersten Blick gigantische 
114k, bei real 1850h Aufwand fürs Arbeiten, Suchen, Zusatzaufwand für 
Steuer, Abrechnung, Rechtliches - ohne Lücke oder Leerlauf zum nächsten 
Projekt zu rechnen. So bleibt einem am Ende dieselbe Zeit für Urlaub, 
wie ein Angestellter.

Die 5 Tage im Hotel kosten in den 11 Monaten 10.000, das Auto, dessen 
Abschreibung, Reparaturen und Treibstoff weitere 5,000 sowie Geräte, 
Laptop und Büro nochmal 5000,-. Bleiben weniger gigantische 94.000. 
Schwankungen über die Jahre führen dann im Mittel eher zu 90k.

Ein Angestellter erhält bei 70k brutto nochmal über 11k an 
Sozialleistungen steuerfrei ausgezahlt, von denen nur 1000,- nutzlos an 
die ALV fliessen. Er hat als 80k von denen er nur für 70k Steuern zahlt. 
Die 10k Differenz muss der Selbständige komplett selber erwirtschaften, 
nur ein geringer Teil kommt über die Vorsorgeaufwendungen indirekt 
wieder rein. Man gelangt dann ca zu 15k. Die beiden stehen also:

70k zu virtuell 80k beim Selbständigen. Die 10k bleibende Differenz ist 
der Ausgleich fürs Umhervagabundieren und bezahlt ferner die vielen 
Stunden Anreisen auf der Autobahn.

Autor: Andreas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich bin zur Abwechslung mal in der ANÜ und rechne wie folgt:

67.500,- Brutto
 2.500,- Gewinnbeteiligung
-------
70.000,- brutto

 6.000,- Wohnungsbeihilfe steuerfrei
-5.000,- Wohnung real
 3.500,- Fahrtkostenerstattung steuerfrei
-3.000,- Autokosten real
 2.000,- Verpflegungsmehraufwand steuerfrei
11.500,- Sozialzulagen steuerfrei
------
15.000,- steuerfrei

Bruttowert der steuerfreien Leistungen *1/(1-maxSteuersatz) = 1,9
29.000,- brutto zu erwirtschaften

100.000 zu erwirtschaften  1750  Jahr = 57,- die Stunde als Minumim.

Wenn ich mir dann vorstelle, ich rechne noch die wöchentliche Anfahrt 
rein (10%!!) und habe noch Kosten als Selbständiger - nein Danke!

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> und rechne wie folgt:

WIE rechnest du ?

Sieht aus wie eine Zufallszahlenliste.

Oder dein Weihnachtswunschzettel.

> Ich bin zur Abwechslung mal in der ANÜ

Da hätte ich erwartet, du schreibst, was deine
Firma an den Skalventreiber zahlt, was der
dir zahlt, und zeigst auf, wo das Restgeld bleibt.

Autor: Für (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
wen, lohnt sich Selbständigkeit nicht ?
Aber sicher doch , lohnt sich das: Hochmotivierte 12 - 18 h/ Tag und 
ohne Urlaub Malocher,
die meist weit über 65 arbeiten (müssen)mit überdurchschnittliche 
Steuersatz, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, Rente (nur wenn extra 
bezahlt) , keine Zeit für Castor-
Heiligendamm -, Stuttgart21 - u.a. Demos oder sonstiges 
contraproduktives pol. Engagement  etc. etc.etc.
Wünsche mir noch viel, viel mehr von denen !

Eure

Angela Merkel

Autor: Andreas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Da hätte ich erwartet, du schreibst, was deine
>Firma an den Skalventreiber zahlt
Ich weiss leider nicht, was die an meinen AG zahlen. Ich habe nur etwas 
von 20.000 gehört im Monat, die ich koste. Da sind alle Betriebskosten 
mit drin. Zu jedem Ingenieurs-Euro gibt es hier nämlich noch einen 
pauschalierten Aufschlag fürs Marketing, Vertrieb und Produktion, die 
man den Auftraggebern im Konzern berechnet. Die Internen kosten hier in 
der Abteilung insgesamt wohl 120,- die Stunde, habe ich erfahren. Das 
wären ja so um die 20.000 im Monat. Das wie gesagt ist der Satz, der für 
die Abteilung gerechnet wird, wenn sie einen Auftrag nimmt, bzw erteilt 
bekommt.

Der reale Satz pro Mann ist von der Auslastung abhängig und liegt bei 
etwa 80,-, weil es angeblich 50% sind, die draufgehauen werden (s.o). 
Was ich natürlich nicht weiss, ist, wieviel ich teurer bin, als die 
Internen, aber so arg viel kann es nicht sein, weil für mich fast 
dieselben Aufschläge gelten. Vielleicht sind es 90,- oder maximal 100,-. 
Wenn ich die teuren Lizenzen berechne und davon ausgehe, daß die 
Abteilung noch was an mir verdienen will, kann der Verleiher nicht viel 
mehr bekommen, als 70,- würde ich mal so sagen. Wieviel es wirklich 
sind, rücken die aber nicht raus. Teuerer bin ich auf jeden Fall.

Autor: Andreas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ach so: Mit "meiner Abteilung" meine ich die Abteilung beim Endkunden, 
in der ich zur Zeit bin. Diese ist so eine Art Mädchen für alles im 
Konzern und nimmt Aufträge aller Art an. Da sie oft zu wenige sind, 
holen sie sich dann Externe ins Boot.

Autor: Andreas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Sieht aus wie eine Zufallszahlenliste.
Nein, ich versuche nur umzurechnen, wieviel mein Gehalt tatsächlicht 
wert ist und was ich an Stundensatz bekommen müsste. So ganz sicher bin 
ich mir mit den steuerfreien Leistungen nicht. Die müssen ja erst beim 
FA gegengerechnet werden, bevor man weitere Kosten absetzen kann. Wäre 
man selbstständig könnte man sie gleich vom Bruttoumsatz abziehen, 
bleibt sich also Jacke wie Hose. Nur die Rentenversicherung, die hat man 
wirklich steuerfrei denke ich, und damit einen Vorteil, da ein 
Selbständiger dasselbe Geld erstmal netto erwirtschaften müsste, also 
NACH Steuern.

Mein AG hat mir übrigens für 2011 sogar 75k in Aussicht gestellt. :-)

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Andreas schrieb:

> Nur die Rentenversicherung, die hat man
> wirklich steuerfrei denke ich, und damit einen Vorteil, da ein
> Selbständiger dasselbe Geld erstmal netto erwirtschaften müsste, also
> NACH Steuern.

Dafür gibt es z.B. Rürup. Das Geld kannst Du steuerlich geltend machen - 
insbesondere ist das interessant, weil die Ansparquote variabel ist. In 
fetten Jahren kann man also richtig viel einzahlen, in mageren z.B. die 
Zahlungen aussetzen. Zusammen mit einer BU-Versicherung kann das sehr 
interessant sein. Das Ganze ist auch mündelsicher, also auch nach einer 
Pleite vorhanden.

> Mein AG hat mir übrigens für 2011 sogar 75k in Aussicht gestellt. :-)

Wenn ich die Diskussion verfolge, fällt mir auf, dass hauptsächlich auf 
das Einkommen geschielt wird.
Ich sage da ganz klar: wer sich nur selbstständig macht, um mehr zu 
verdienen, wird nicht glücklich werden (bzw. scheitern).
Mein Beweggrund war das z.B. nie. Dass das Geld jetzt reichlich fliesst, 
ist zwar schön, aber nur ein Nebeneffekt der Freude, Dir mir die 
Entwicklung unserer Produkte macht. Dazu kommt das schöne Gefühl, tun 
und lassen zu können, was man will.

Und natürlich gibt es in der Selbstständigkeit viele Facetten. Es ist 
nicht so, dass man ständig zu Kundenprojekten unterwegs oder gar auf 
diese angewiesen ist. Wenn ich wirklich mal zu einem Kunden 
fahre/fliege, dann lasse ich mir das sehr gut bezahlen.
Wir agieren hauptsächlich (wortwörtlich) "von zu hause" aus und 
vertreiben von hier aus unsere Entwicklungen.

Wer ständig gegenrechnet, wieviel er jetzt nicht verdient, weil er die 
Stunden am WE nicht bezahlt bekommt, ist als Unternehmer sicher nicht 
geeignet - zumal sich das alles eben erst später auszahlt.

Die ersten Jahre waren auch hier nicht einfach - dafür ging es stetig 
bergauf und jetzt, wo ich 40 werde, beginnt es so richtig zu brummen. 
Also zu einem Zeitpunkt, wo andere meinen, zum alten Eisen zu gehören 
(und das ja leider auch oft "von oben" kommuniziert wird).

Das Wichtigste ist und war für mich immer: es gab bisher keinen einzigen 
Tag, wo ich morgens lustlos/genervt oder gar angstvoll in unser 
Büro/Labor gekommen bin. Ich freue mich jeden Tag sehr auf meine Arbeit.

All das ist - für mich - mit Geld nicht aufzuwiegen (auch wenn es daran 
nicht mehr mangelt ;-)

Chris D.

Autor: Claudio H. (bastelfinger)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Doch, es lohnt sich :-)
+ Keiner, der den Chef raushängen lässt
+ Man kann sich die Projekte aussuchen
+ Überstunden werden direkt bezahlt
+ Fortbildung nimmt man selbst in die Hand
+ Keine Feilschereien um Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Gehalt
+ Keine aufgezwungenen Dienstwagen

=> schöneres Leben, so kommt es mir zumindest vor. Aber es sollte sich 
nur der selbständig machen, der von der Persönlichkeit auch selbständig 
ist.

Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mein alter Herr ist selbständig und ich kenne es etwas anders:

Claudio H. schrieb:
> + Keiner, der den Chef raushängen lässt
Dafür ständig Stress mit den Banken dank Basel I-III. Und die 
Angestellten wissen es eh immer besser und haben deutlich mehr 
Durchblick als der Chef. Siehe dieses Forum z.B. Die auf Linie zu halten 
kostet deutlich mehr Energie, als sich auf Linie bringen zu lassen.

> + Man kann sich die Projekte aussuchen
In guten Zeiten ja, ansonsten nimmt man was man bekommen kann. Auch im 
Mittelstand ist eine Reduzierung der Lieferantenzahl an der 
Tagesordnung. Also entweder übernimmt man sog. "Kümmererfunktionen" für 
andere Warengruppen und Dienstleistungen oder man ist wegen zu geringem 
Bestellvolumen raus. Einfach das Produktspektrum erweitern ist leider 
sehr schwierig. Oder noch besser: Ein anderer "kümmert" sich um Dein 
Produkt und Du bist nur noch Sub-Lieferant.

> + Überstunden werden direkt bezahlt
Ich höre von meinem Alten nur, dass man die eigenen Stunden auf keinen 
Fall ausrechnen dürfte, sonst würde man depressiv.

> + Fortbildung nimmt man selbst in die Hand
Klar, wenn man Zeit dafür hat. Wenn allerdings Zeit vorhanden ist, dann 
fehlt es meist an Geld. Ist Geld vorhanden, fehlt es meist an Zeit. Da 
scheint es irgendeinen Zusammenhang zu geben.

> + Keine Feilschereien um Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Gehalt
Nur wenn man alleine im Keller sitzt und Unternehmer spielt. Ändert sich 
sofort, wenn man auch nur eine einzige Aushilfskraft hat.

> + Keine aufgezwungenen Dienstwagen
Das stimmt. Dafür darf man sich mit Cross-Selling von Banken 
rumschlagen. Sprich: Wenn man trotz guter Jahreszahlen (auch in 2009) 
durch das Kennzahlensystem der Bank fällt und sich der Bankberater so 
lange weigert seine Arbeit zu machen bis man sich über die neusten 
Versicherungsprodukte o.ä. informieren lässt.

Ich werde noch einige ruhige Jahre als Angestellter verbringen bevor ich 
mir das antue - falls ich es mir antuen werden. Mein alter Herr würde es 
verstehen, obwohl er recht gut verdient.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Klaus schrieb:

> Claudio H. schrieb:
>> + Keiner, der den Chef raushängen lässt
> Dafür ständig Stress mit den Banken dank Basel I-III. Und die
> Angestellten wissen es eh immer besser und haben deutlich mehr
> Durchblick als der Chef. Siehe dieses Forum z.B. Die auf Linie zu halten
> kostet deutlich mehr Energie, als sich auf Linie bringen zu lassen.

Der Chef muss ja auch nicht alles wissen - ein guter Chef zeichnet sich 
auch dadurch aus, dass er sich auch mal etwas sagen lässt. Ist natürlich 
auch eine Charakterfrage.

Zu den Banken: am besten gar keine benötigen :-)

>> + Man kann sich die Projekte aussuchen
> In guten Zeiten ja, ansonsten nimmt man was man bekommen kann. Auch im
> Mittelstand ist eine Reduzierung der Lieferantenzahl an der
> Tagesordnung. Also entweder übernimmt man sog. "Kümmererfunktionen" für
> andere Warengruppen und Dienstleistungen oder man ist wegen zu geringem
> Bestellvolumen raus. Einfach das Produktspektrum erweitern ist leider
> sehr schwierig. Oder noch besser: Ein anderer "kümmert" sich um Dein
> Produkt und Du bist nur noch Sub-Lieferant.

Daher: selbst Produkte entwickeln - wer sich nur auf Projektarbeit 
beschränkt, ist natürlich sehr abhängig -> böse Sache!

>> + Überstunden werden direkt bezahlt
> Ich höre von meinem Alten nur, dass man die eigenen Stunden auf keinen
> Fall ausrechnen dürfte, sonst würde man depressiv.

Anfangs sicher nicht - wenn es aber Freude macht, wird das 
nebensächlich.
Und wenn die Arbeit in mein neues Produkt fließt, gibt es das Geld 
natürlich erst später.
Man muss einfach Geduld mitbringen und nachhaltig wirtschaften.

>> + Fortbildung nimmt man selbst in die Hand
> Klar, wenn man Zeit dafür hat. Wenn allerdings Zeit vorhanden ist, dann

Die Frage stellt sich bei mir z.B. gar nicht. Ich musste mich schon in 
so viele neue Sachen einarbeiten - mir fällt es schon gar nicht mehr 
auf. Außerdem empfinde ich das als dankbare Aufgabe - ich habe schon 
immer gerne gelernt und mich in Neues eingelesen.

> fehlt es meist an Geld. Ist Geld vorhanden, fehlt es meist an Zeit. Da
> scheint es irgendeinen Zusammenhang zu geben.


>> + Keine Feilschereien um Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Gehalt
> Nur wenn man alleine im Keller sitzt und Unternehmer spielt. Ändert sich
> sofort, wenn man auch nur eine einzige Aushilfskraft hat.

Fand ich bisher absolut problemlos - allerdings arbeiten wir auch als 
echtes Team.

>> + Keine aufgezwungenen Dienstwagen
> Das stimmt. Dafür darf man sich mit Cross-Selling von Banken
> rumschlagen. Sprich: Wenn man trotz guter Jahreszahlen (auch in 2009)
> durch das Kennzahlensystem der Bank fällt und sich der Bankberater so
> lange weigert seine Arbeit zu machen bis man sich über die neusten
> Versicherungsprodukte o.ä. informieren lässt.

Finger weg von Banken!

Lieber kleiner anfangen und selbst ansparen (so wie hier).
Das gibt maximale Freiheit bei Entscheidungen.
Wenn ich bisher zur Bank gegangen bin, dann nur, um Kontoauszüge oder 
Geld zu holen.

> Ich werde noch einige ruhige Jahre als Angestellter verbringen bevor ich
> mir das antue - falls ich es mir antuen werden. Mein alter Herr würde es
> verstehen, obwohl er recht gut verdient.

Wie Du siehst, geht es auch anders - wobei auch meine Erfahrungen 
natürlich nicht repräsentativ sind.

Chris D.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Genau: Finger weg von Banken!
Kredite sind ganz nett, aber 1. musst du sie zurückzahlen und 2. hat die 
Bank dich beim Kredit garantiert knallhart über den Nuckel gezogen.
Die Bank dient bei mir nur zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs.

Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Und wie finanziert ihr eure Projekte?

Kunde sagt Zahlungsziel 40 Tage. Man selber sagt seinen Lieferanten 
Zahlungsziel 40 Tage. Leider zahlt der Kunde ja erst nach 
Fertigstellung, der Lieferant will sein Geld aber nachdem er geliefert 
hat. Das ist die erste Finanzierungslücke. Die zweite Finanzierungslücke 
tut sich dadurch auf, dass die Gemeinkosten kontinuierlich anfallen, die 
Erträge allerdings nur vereinzelt reinkommen. Maschinensteuerung für die 
Umrüstung zweier Abfüllanlagen entwickelt und gebaut, danach erstmal 
eine Woche lang geschraubt und Strippen im Kundenbetrieb gezogen. Geld 
kommt aber erst über einen Monat später - natürlich abzüglich Skonto.

Wer nur einen auf klein-klein macht hat damit natürlich kein Problem. 
Alle anderen werden Aufträge entweder privat, durch einen 
Lieferantenkredit oder durch die Bank vorfinanzieren müssen. Ich glaube 
nicht, dass alle die hier behaupten, sie könnten ihre Aufträge aus dem 
Cashflow bezahlen in einer lukrativen Marktnische sitzen.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Klaus schrieb:
> Und wie finanziert ihr eure Projekte?

Durch eigene Rücklagen.

> Kunde sagt Zahlungsziel 40 Tage.

Interessiert mich wenig. Hier ist Zahlungsziel 30 Tage.
Genausowenig akzeptieren wir allgemeine Einkaufsbedingungen. Besonders 
schön sind sechs Seiten Fax in kaum lesbarer Winzschrift. Glauben die 
ernsthaft, ich würde das alles durchlesen?
Also anrufen/zurückfaxen, dass man die nicht akzeptiert und siehe da: 
plötzlich geht es auch ohne.

Leute, wir sind doch keine Bittsteller unserer Kunden!

> Man selber sagt seinen Lieferanten Zahlungsziel 40 Tage.

Wir produzieren hier zum größten Teil selbst mit entsprechender 
Lagerhaltung.

> Leider zahlt der Kunde ja erst nach
> Fertigstellung

Bei größeren Projekten gibt es entsprechende Abschlagszahlungen. 
Aufteilung in entsprechende Teilleistungen hilft.

> der Lieferant will sein Geld aber nachdem er geliefert
> hat. Das ist die erste Finanzierungslücke. Die zweite Finanzierungslücke
> tut sich dadurch auf, dass die Gemeinkosten kontinuierlich anfallen, die
> Erträge allerdings nur vereinzelt reinkommen.

Es ist TÖDLICH, sich nur auf solche großen Projekte einzulassen. Das 
kann nur in einer Katastrophe münden, wenn dann ein Kunde nicht zahlt 
(warum auch immer).
Deswegen: eigene (zuerst durchaus kleine) Produkte entwickeln - deren 
Verkauf läuft dann schön als "Grundrauschen" und lässt sich deutlich 
besser kalkulieren. Lieber 100 kleine Kunden als ein großer!

> Maschinensteuerung für die
> Umrüstung zweier Abfüllanlagen entwickelt und gebaut, danach erstmal
> eine Woche lang geschraubt und Strippen im Kundenbetrieb gezogen. Geld
> kommt aber erst über einen Monat später - natürlich abzüglich Skonto.

Wenn es dann bereits eng wird, sind Deine Rücklagen allerdings viel zu 
gering.

> Wer nur einen auf klein-klein macht hat damit natürlich kein Problem.

Natürlich entstehen Rücklagen nicht von heute auf morgen und auch das 
Stemmen größerer Projekte geht nicht sofort. Deswegen: schön klein 
anfangen, eigene Produkte entwickeln, davon wieder einen Teil 
reinvestieren usw.
Ja, das dauert einige Jahre. Man muss einfach Geduld haben.

> Alle anderen werden Aufträge entweder privat, durch einen.
> Lieferantenkredit oder durch die Bank vorfinanzieren müssen. Ich glaube
> nicht, dass alle die hier behaupten, sie könnten ihre Aufträge aus dem
> Cashflow bezahlen in einer lukrativen Marktnische sitzen.

Wir zumindest tun das - aber: wir diversifizieren auch. Mir war es schon 
damals zu riskant, nur von Projekten anderer zu leben. Ich habe direkt 
eigene Produkte entwickelt. Mittlerweile stellen diese den Großteil der 
Einnahmen dar und bald werden wir gar nichts mehr für andere machen, 
weil uns dafür einfach die Zeit fehlt.

Um bzgl. Rücklagen eine Hausnummer zu nennen: es wäre für mich kein 
Problem, wenn ich ein Jahr gar keine Einnahmen hätte. Ich müsste weder 
meinen Mitarbeiter entlassen noch mich einschränken.
So etwas gibt Sicherheit und erhöht die Bereitschaft, auch mal Riskantes 
zu versuchen.

Davon abgesehen gibt mir das etwas sehr Wertvolles, das man nicht 
unterschätzen sollte: ruhigen Schlaf!

Chris D.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Und wie finanziert ihr eure Projekte?

Aus dem Cash-Flow.

Dazu muss gesagt werden, dass ich OEM-Produkte für einige Kunden 
herstelle und verkaufe. Das bringt etwa 70% des Jahresumsatzes. Der 
Material- und Fremdleistungseinsatz liegt hierbei bei ca. 30% des 
Umsatzes. Mit steigender Kundenzahl verbessert sich natürlich die 
Kontinuität der Zahlungseingänge.
Entwicklungsarbeiten und Einzelstücke rentieren sich in der Regel bei 
mir nicht, deshalb wird nur entwickelt, wenn ich die Gewissheit habe, 
dass der Kunde anschließend auch die Serie bei mir kauft.
Leiterplattenentflechtung allein z.B. lohnt nicht, da sind die Preise 
derzeit an der unteren Kotzgrenze und man legt bei jeder Scheiße neue 
Bibliothekselemente an.
Die Entwicklungsleistung wird nicht auf die Stückzahl umgelegt, sondern 
als Einzelleistung mit 50% Anzahlung bei Auftragserteilung verkauft.
Zahlungsfrist ist 30 Tage. Im Zweifelsfalle kläre ich mit dem Kunden, 
dass meine Geschäftsbedingungen gelten; hat bisher immer geklappt, 
jedenfalls bei Mittelstandskunden.
Meine Rücklagen reichen für ca. 6 total auftragsfreie Monate. Daran wird 
aber noch gearbeitet.

Autor: Arc Net (arc)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Andreas schrieb:
>
>> Nur die Rentenversicherung, die hat man
>> wirklich steuerfrei denke ich, und damit einen Vorteil, da ein
>> Selbständiger dasselbe Geld erstmal netto erwirtschaften müsste, also
>> NACH Steuern.
>
> Dafür gibt es z.B. Rürup. Das Geld kannst Du steuerlich geltend machen -
> insbesondere ist das interessant, weil die Ansparquote variabel ist. In
> fetten Jahren kann man also richtig viel einzahlen, in mageren z.B. die
> Zahlungen aussetzen. Zusammen mit einer BU-Versicherung kann das sehr
> interessant sein. Das Ganze ist auch mündelsicher, also auch nach einer
> Pleite vorhanden.

Vorsicht vor Versicherungsvertretern die so was behaupten.
Das Geld ist zwar noch vorhanden, aber im Falle einer Insolvenz des 
Selbständigen/FBlers ganz normal bis aufs Minimum pfändbar.
Zum einen gelten immer noch einige BGH-Urteile u.a.
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtspr...
bzw. 851c ZPO
Zum anderen hat das BMF dies auch noch Anfang des Jahres bestätigt
http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/privat...

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Arc Net schrieb:

>> Dafür gibt es z.B. Rürup. Das Geld kannst Du steuerlich geltend machen -
>> insbesondere ist das interessant, weil die Ansparquote variabel ist. In
>> fetten Jahren kann man also richtig viel einzahlen, in mageren z.B. die
>> Zahlungen aussetzen. Zusammen mit einer BU-Versicherung kann das sehr
>> interessant sein. Das Ganze ist auch mündelsicher, also auch nach einer
>> Pleite vorhanden.
>
> Vorsicht vor Versicherungsvertretern die so was behaupten.
> Das Geld ist zwar noch vorhanden, aber im Falle einer Insolvenz des
> Selbständigen/FBlers ganz normal bis aufs Minimum pfändbar.
> Zum einen gelten immer noch einige BGH-Urteile u.a.
> 
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtspr...
> bzw. 851c ZPO
> Zum anderen hat das BMF dies auch noch Anfang des Jahres bestätigt
> 
http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/privat...

Stimmt, das war von mir mißverständlich ausgedrückt. An der Rente später 
können sie natürlich knabbern.

Aber das gilt selbstverständlich auch für die gesetzliche Rente und 
Arbeitnehmer, ist also kein Nachteil zu dieser.

Haben mir aber bisher auch alle Vertreter so mitgeteilt - da kann ich 
(ausnahmsweise) nichts Schlechtes berichten ;-)

Für mich ergibt sich ein sehr großer Vorteil daraus, dass man die 
Zahlungen sehr flexibel handhaben kann.

Chris D.

Autor: Thomas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich bin auch Selbi, mache aber (noch) nichts mit eigenen Produkten.

Das hier, trifft auf mich aber sicher zu:
>Ich freue mich jeden Tag sehr auf meine Arbeit.

>Keiner, der den Chef raushängen lässt
Nun, der Kunde schon, soweit er Ersatz für mich hat.

>Man kann sich die Projekte aussuchen
zu 90%, ja.

>Überstunden werden direkt bezahlt
ja!

>Fortbildung nimmt man selbst in die Hand
Nein, bezahlt der Kunde komplett. Ich lasse mich komplett schulen, bei 
bezahlter Zeit versteht sich. Ist Bestandteil des Projektes.

>Keine Feilschereien um Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Gehalt
Dafür Feilschereien um die Vollständigkeit, Grantie und Gewährleistung. 
Ich schalte das wie gesagt aus, in dem ich nur mein Knowhow verkaufe.

>Keine aufgezwungenen Dienstwagen
Was ist an denen schlimm?

Autor: Oliver Wachter (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Zitat aus Xing / Freiberuflerbereich, Gruppe Freelancer:

--------------------------------------------

Faustformel:  Stundensatz = Gehalt / 1000

Für die Ingenieure habe ich berechnet, dass die Formel i.d.R. bei ca 60k 
in etwa stimmt. Eingerechnet sind alle Sozialleistungen, Steuernachteile 
diesbezüglich, 10% Zuschlag für Projektausfälle, 10% für Leerlauf vor 
dem Projekt und die Aquise, sowie die typischen Kosten eines freelancers 
für Versicherungen und sonstiges, bei minimaler Labor- und 
Büroausstattung.

Insgesamt gelange ich bei einem Projekt von 1700 Arbeitsstunden (ca. ein 
Angestelltenjahr mit 40h Woche und 30 Tage Urlaub) zu folgender Tabelle:

Gehalt :    Satz :     Beispielfunktion :

€40.000   €45,-  Ingenieur - Anfänger
€50.000   €52,-  Ingenieur ca. 2 Jahre BE
€60.000   €60,-  Ingenieur ca. 5 Jahre BE
€70.000   €66,-  Ingenieur ca. 7 Jahre BE
€80.000   €71,-  10 Jahre / Projektleiter
€90.000   €75,-  z.B. Projektleiter

Dazu kommen Kosten für die Fahrten zum Kunden und den dortigen 
Auffenthalt von €30,- bis € 70,- am Tag und somit €150,- bis €490,- die 
Woche. Das sind zwischen €4,- und € 10,- Aufschlag auf den Stundensatz. 
Wer kürzere Projekte macht, weit fährt etc. muss anteilig mehr Leerlauf 
rechnen und aufschlagen.

Wenn also eine Firman einen Soft- oder Hardwareentwickler sucht, der 
wenigstens 5 Jahre BE hat, muss sie ihn i.d.R. mit einem internen 
Festangestellten vergleichen, der bei 40h mindestens 60k hat. (Das haben 
sogar einige schon mit 35h!)

Der freelancer, der 200k entfernt arbeitet, dort die Woche verbringt, zu 
€200,- netto die Woche wohnt und nebst dem Arbeitsweg noch 4h = 10% 
zusätzlich hat, wird also mindestens kosten: €60,- + €5,- + Zuschlag für 
den Zeitaufwand. €70,- wären für ein solches Projekt ein guter Wert, der 
es rechtfertigt, so zu leben und die Unsicherheit der Selbstständigkeit 
in Kauf zu nehmen.

Problem:

Bei €65,- sind viele schon am Jammern, obwohl sie insgeheim jemanden, 
der eher 10 Jahre Erfahrung besitzt. Jüngstes Beispiel:

Ein großer Messtechnikhersteller am Ostbahnhof im teueren München will 
über einen ortsansässigen Dienstleister maximal €60,- ausgeben. Laut der 
Tabelle (€60,-  - €8,- Tagesaufwandsersatz  = 52,- )  steht ihnen da ein 
Ingenieur mit 2 Jahren Berufserfahrung zu. Andersherum gesehen muss man 
sagen, daß der, der bereit ist zu den Konditionen zu arbeiten, täte 
besser daran, sich irgendwo bei einem Mittelständler anstellen zu 
lassen.


--------------------------------------------

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Claudio H. schrieb:
> Doch, es lohnt sich :-)
> + Keiner, der den Chef raushängen lässt
> + Man kann sich die Projekte aussuchen
> + Überstunden werden direkt bezahlt
> + Fortbildung nimmt man selbst in die Hand
> + Keine Feilschereien um Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Gehalt
> + Keine aufgezwungenen Dienstwagen
>
> => schöneres Leben, so kommt es mir zumindest vor. Aber es sollte sich
> nur der selbständig machen, der von der Persönlichkeit auch selbständig
> ist.

100 % Acknowledge

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ Klaus

Kleppern gehört zum Handwerk wies Jämmere zu Gschäft.

> Beitrag "Re: Selbständigkeit lohnt sich nicht"

Dazu kann ich nur sagen man sollte nur die Brötle backe die ma och 
futtere koa,

Woa maa feicht n Hals nie voll kriega tut denn hat ma gut zu schlucke.
wer  selboa de Chef rushänge muas, de muss och die lüt atroge kenne.

Nur Zuckrle jibet der net. Wer nua schaffe lasse moag, musset oh zoahle 
kenne.

Namaste

Autor: Auch selbständig (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo zusammen

Also ich habe mich seit zwei Jahren auch in die Selbständigkeit gewagt.

Wenn ich die Antwort von dir Chris D. lese, dann könnte ich es gerade 
selber geschrieben haben:)

Gut, ich bin noch ein Ein-Mann-Unternehmen und es ist in bestimmten 
Belangen etwas einfacher.

Ich mache es u.a. so:

- Keine Abhängigkeit von einer Bank
Nur jene Anschaffungen tätigen, die man auch selbst bezahlen kann


- Wenn ich eine Arbeit für einen Kunden erledige, dann versuche ich die 
ganze Sache möglichst fachlich professionell abzuwickeln und beim Kunden 
auch diesen Eindruck zu hinterlassen. ..und das bereits in der 
Angebotsphase, dann kann man auch mit lebenswürdigen Stundensätzen 
kalkulieren. Sollte man mal zu teuer sein, dann hat man entweder den 
Kundenwunsch falsch verstanden und muss nochmal nacharbeiten oder dem 
Kunde ist diese Arbeit nicht so viel Wert. In zweiten Fall das Projekt 
nicht durchführen.

- Ich versuche nach und nach eigene Produkte zu entwickeln. Seien es 
Dienstleistungen oder physische Sachen, das ist egal (Beratungen leben 
ja auch gut). Das wesentlich ist, dass man etwas auf Lager arbeitet - 
und seien es nur Konzepte, Formulare etc., die man beim nächsten Auftrag 
wieder nutzen kann.

- Wenn ich mal 1 Jahr keine Arbeit hätte, dann würde ich auch nicht 
zittern(Habe das halt zuvor angespart) Diese Unabhängigkeit überträgt 
sich positiv auf die Psyche und damit auf die mentale Stärke:)

- Fahrten zum Kunden, Schulungen lasse ich mir grossteils auch bezahlen. 
Vielleicht dann mal zu einem besseren Stundensatz. Aber nicht in der 
Grössenordnung wie hier oft diskutiert wird.


- Und nochmal, keine Abhängigkeit von einer Bank

Beste Grüsse

Frank

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Man sollte Selbstaendigkeit nicht zu verbissen sehen. Man kann sich 
sofort wieder anstellen lassen wenn die Bedingungen es erfordern oder 
erlauben. Auf keinen Fall was mit Banken unternehmen. die haben keine 
Ahnung vom Business. Da muss man nie was erzaehlen von Halbleiter 
Lieferfristen, oder Verzoegerungen in der Entwicklung.
Ja, es gibt Ruestungsunternehmen, die wollen einem irgendwelche 
Kaufbedingungen aufdruecken. Wollen ein Skonto durchdruecken. Darauf 
erwidert man dann, dass es wenig Sinn mach als Kleiner, die 
Ruestungsindustrie zu subventionieren.
Ich hat auch schon aml einen prospektiven Kunden, der wollte eine 
Bonitaetsuntersuchung vor der Bestellung. Ich erwiderte dann, dass die 
Rechnung 30 Tage nach Lieferung zu bezahlen sei, und wenn das Prdukt 
nicht gut sei, duerf er es in dieser Zeitspanne auch zuruecksenden. Und 
dass ich mir ueberlegen muesse ihn auf Vorauszahlung zu setzten. dh erst 
das Geld, dann die Ware. Dann war ploetzlich alles in Ordnung.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Und wenn man als Selbständiger eine Zeitlang keine Einnahmen hat
kann man auch Hartz 4 beantragen. Verhungern muss also keiner.
Problem ist dann, wenn die letzten Aufträge viel Gewinn gebracht
haben, so das man Rücklagen bilden konnte. Dann muss man die
erst aufbrauchen. Aber das ist ja nur eine Zahlengeschichte
die Clevere auch so drehen können das sie arm sind. Ist aber
nicht jedermanns Sache.

Autor: Argo (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Dann muss man die erst aufbrauchen.
Das ist genau das Problem! Damit wird die eigene Rente verzehrt. Wenn es 
erstmal soweit ist, hat man eh verschissen.

Im Gegenteil: Man muss enorm viel verdienen, um dann im Alter noch etwas 
zu haben. Viele "Freelancer" die heute dumping betreiben, steuern in die 
Altersarmut.

> Woa maa feicht n Hals nie voll kriega tut
Leicht gesagt. Es ging dem OP um den Vergleich Selbständigkeit und 
Angestelltenfunktion.

Und wenn man Ingenieuren nur 50,- die Stunde zahlen will, dann zahlt man 
ein Anfängergehalt. Das ist so.

Autor: lach (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> + Man kann sich die Projekte aussuchen

Guter Witz. Dazu muss es erstmal eine Auswahl geben, aus der man 
auswählen kann

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Argo schrieb:
>> Dann muss man die erst aufbrauchen.
> Das ist genau das Problem! Damit wird die eigene Rente verzehrt. Wenn es
> erstmal soweit ist, hat man eh verschissen.

Dafür gibt es entsprechend staatlich geförderte Vorsorgemaßnahmen 
(Riester, Rürup). Die sind mündelsicher (können einem also nicht wieder 
weggenommen werden), so wie die gesetzliche Rente auch.

> Im Gegenteil: Man muss enorm viel verdienen, um dann im Alter noch etwas
> zu haben. Viele "Freelancer" die heute dumping betreiben, steuern in die
> Altersarmut.

Nicht, wenn sie sich informieren.
Tun leider die wenigsten.

Chris D.

Autor: maik (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
chris mit der Rente wäre ich mir nicht sicher, in Ungarn werden alle 
privaten Renten in die gesetzliche zwangseingegliedert !

http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024...

Autor: lucky (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
in Ungarn, Ungarn ist nicht Deutschland. Das was Chris geschrieben hat 
stimmt schon. Die Riester, Rürup sind sicher. Fragt sich nur wie 
lohnenswert diese Renten sind wenn man recht viel verdient. Meine da mal 
was gehört zu haben, dass diese Art Rente sich ab einem bestimmtem 
Einkommen nicht mehr Rentiert.

Autor: wolfram (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo zusammen,

DrTech schrieb:
> Können
> mich alle kreuzweise. Frage mich, wie es so hirnverwichste Idioten es
> bis zum Abteilungsleiter bzw Team oder Gruppenleiter bringen können.
> Noch nie ne Uni von innen gesehen.
>
> Mann, man ich muss mir das nicht antun. Habe ne Promotion mit Erfolg
> abgeschlossen. Ich bin Dr.!

An Dr.Tech
Bei dem sprachlichen Niveau kann ich mir nicht vorstellen, dass dies ein 
Dr. geschrieben hat. Normalerweise geben die nicht mit Ihrem Titel 
an...und treten dann auch noch so arrogant auf...

Musst ich loswerden!

Wolfram

Autor: Paul (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>> Das ist genau das Problem! Damit wird die eigene Rente verzehrt. Wenn es
>> erstmal soweit ist, hat man eh verschissen.

>Dafür gibt es entsprechend staatlich geförderte Vorsorgemaßnahmen
>(Riester, Rürup). Die sind mündelsicher (können einem also nicht wieder
>weggenommen werden), so wie die gesetzliche Rente auch.

Dazu mußt Du den Rentenfall erst mal erleben. Heute Rente mit 67, morgen 
mit 72 und übermorgen mit 79. Ach ja, die durchschnittliche 
Lebenserwartung eines Mannes liegt bei 76!

Falls man doch das Alter erreicht, ist die gesetzliche Rente so niedrig, 
daß man Anrecht auf einen Aufstockungsbetrag auf H4 hat. Dieser wird 
dann großzügig mit Riester oder Rürup verrechnet. Viele Riestersparer 
werden dann entsetzt aufwachen, wie sie um ihr Geld betrogen wurden. 
Also schaut Euch Riester- und v. a. Rüruprente mal genau an und laßt die 
Finger davon.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Paul schrieb:
>>> Das ist genau das Problem! Damit wird die eigene Rente verzehrt. Wenn es
>>> erstmal soweit ist, hat man eh verschissen.
>
>>Dafür gibt es entsprechend staatlich geförderte Vorsorgemaßnahmen
>>(Riester, Rürup). Die sind mündelsicher (können einem also nicht wieder
>>weggenommen werden), so wie die gesetzliche Rente auch.
>
> Dazu mußt Du den Rentenfall erst mal erleben. Heute Rente mit 67, morgen
> mit 72 und übermorgen mit 79. Ach ja, die durchschnittliche
> Lebenserwartung eines Mannes liegt bei 76!

Na bitte - dann erreichst Du sie doch mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Und trotz der unglaublich schweren Arbeit, die wir alle verrichten 
müssen (denn natürlich war es nie so schwer wie heute), steigt die 
Lebenserwartung weiter munter an.

Ich begreife nicht, wo bei den Leuten das Problem liegt. Die Leute 
werden immer älter, die Einzahler werden weniger. Glaubt ernsthaft 
jemand, der der Mathematik mächtig ist, dass das ohne Einschnitte oder 
Anpassung des Eintrittsalters abläuft?

Bei den Rürup/Riester-Modellen ist das übrigens bereits bei Beginnt der 
Laufzeit fix und ab 60.(!) Lebensjahr möglich- es kann einem also egal 
sein, wo die gesetzliche Rente den Strich zieht.

> Falls man doch das Alter erreicht, ist die gesetzliche Rente so niedrig,
> daß man Anrecht auf einen Aufstockungsbetrag auf H4 hat. Dieser wird
> dann großzügig mit Riester oder Rürup verrechnet. Viele Riestersparer
> werden dann entsetzt aufwachen, wie sie um ihr Geld betrogen wurden.
> Also schaut Euch Riester- und v. a. Rüruprente mal genau an und laßt die
> Finger davon.

Sorry, aber das ist Blödsinn. Wer so wenig einzahlt, dass er nicht 
einmal auf den H4-Satz kommt, ist selbst Schuld.

Es wird auch niemand um sein Geld "betrogen": Du weisst von Anfang an, 
was Du als Auszahlung mindestens erwarten kannst und ab wann Du es 
bekommst.

Und: natürlich ist Riester/Rürup nur eine Säule, auf der man die 
Vorsorge aufbauen sollte.

Chris D.

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Sorry, aber das ist Blödsinn. Wer so wenig einzahlt, dass er
> nicht einmal auf den H4-Satz kommt, ist selbst Schuld.

Natürlich, kann dir ja nicht passieren, glaubst du.

Aber: Wie hoch ist H4 wenn du 80 bist ?
Die Vermutungen schwanken zwischen 0 und 20000 EUR.

Und: Die neue Generation der Niedrigverdiener seit Genossem der
Bosse Schröder, weil entweder unter dem Existenzminimum bezahlt
und H4 Aufstockung, oder per Skalventreiber zu einem richtigen
Job zum halben Lohn getrieben, werden Rentenansprüche über H4
nicht erreichen, selbst wenn sie ihr Leben lang arbeiten.
Und das ist selbst bei Akademikern inzwischen unwahrscheinlich,
wie berechnet kann der durchschnittliche Ingenieuer sich nach
der Uni (40000 Absolventen pro Jahr) auf 17 Jahre Arbeitsleben
(650000 als Ing beschäftigte) freuen. Da kommt auch nicht mal
H4 Rente bei raus.

Was mich immer verblüfft: Wie das Volk mit dem Geld um sich
schmeisst. Die Geschäfte sind rammelvoll, es wird alles gekauft
was nicht festgenagelt ist. Zum SUV gegört das iPhone, zum
Plasmefernseher der Steinweg-Flügel, jeden Tag neue Klamotten
und beim Einkaufen noch 3 Hamburger. Wer so lebt und jeden Monat
alles ausgibt was er bekommt, muß sich nicht wundern, wenn am
Ende vom Leben nur Armut da ist. Schon staatlich werden 20% in
die Rentenkasse gezahlt, private Vorsorge muß 33% zurückbehalten,
aber das tut kein einziger. Lieber noch einen Zweitwagen...

Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:
> Aber: Wie hoch ist H4 wenn du 80 bist ?
> Die Vermutungen schwanken zwischen 0 und 20000 EUR.

YMMD

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:

> Aber: Wie hoch ist H4 wenn du 80 bist ?
> Die Vermutungen schwanken zwischen 0 und 20000 EUR.

Sicherlich. Bloß kommt man mit Vermutungen im Leben nicht weiter.

> Und: Die neue Generation der Niedrigverdiener seit Genossem der
> Bosse Schröder, weil entweder unter dem Existenzminimum bezahlt
> und H4 Aufstockung, oder per Skalventreiber zu einem richtigen
> Job zum halben Lohn getrieben, werden Rentenansprüche über H4
> nicht erreichen, selbst wenn sie ihr Leben lang arbeiten.
> Und das ist selbst bei Akademikern inzwischen unwahrscheinlich,
> wie berechnet kann der durchschnittliche Ingenieuer sich nach
> der Uni (40000 Absolventen pro Jahr) auf 17 Jahre Arbeitsleben
> (650000 als Ing beschäftigte) freuen. Da kommt auch nicht mal
> H4 Rente bei raus.

Deswegen plädiere ich ja auch für Selbstständigkeit.
Zumal schon die wenigen jungen Ingenieure dafür sorgen werden, dass 
ältere auch noch deutlich über 40 beschäftigt werden.

> Was mich immer verblüfft: Wie das Volk mit dem Geld um sich
> schmeisst. Die Geschäfte sind rammelvoll, es wird alles gekauft
> was nicht festgenagelt ist. Zum SUV gegört das iPhone, zum
> Plasmefernseher der Steinweg-Flügel, jeden Tag neue Klamotten
> und beim Einkaufen noch 3 Hamburger. Wer so lebt und jeden Monat
> alles ausgibt was er bekommt, muß sich nicht wundern, wenn am
> Ende vom Leben nur Armut da ist.

Mit Verallgemeinerungen hilfst Du niemandem.

> Schon staatlich werden 20% in
> die Rentenkasse gezahlt, private Vorsorge muß 33% zurückbehalten,

Nö - wieviel man prozentual zurücklegt hängt vor allem vom Einkommen ab.

> aber das tut kein einziger. Lieber noch einen Zweitwagen...

Dann kennst Du ganz eindeutig die falschen Leute. Die, die ich kenne, 
haben alle sehr vernünftige finanzielle Verhältnisse aufgebaut und 
lehnen auch diesen Konsumrausch ab.

Im übrigen werde ich mir einen Flügel kaufen (allerdings sicher keinen 
Steinway - der Klang überzeugt mich nicht) - ich habe dafür lange 
gearbeitet und kann ihn mir mittlerweile leisten, ohne auch nur mit der 
Wimper zu zucken.
Zumal das eine Anschaffung für's Leben ist und man auch schon sehr gute 
Flügel für wenig Geld (ab 20.000 Euro) bekommt.

Aber wer sich dafür ein schickes Auto kaufen möchte und das Geld hat - 
warum nicht? Viele haben eben Spaß daran - mir war das Auto nie wichtig, 
eher ein Mittel, um trocken und halbwegs flott von A nach B zu gelangen, 
möglichst mit Option, viel transportieren zu können.

Und wer sich ein iPad kaufen möchte, soll es tun. Solange er vernünftig 
wirtschaftet (wie viele) ist das doch ok.

Wir in DE haben die letzte Wirtschaftskrise unter anderem deswegen so 
gut überstanden, weil die Leute hier deutlich mehr sparen und eben nicht 
über ihre verhältnisse leben als anderswo.

Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Chris D.

Autor: Paul (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Ich begreife nicht, wo bei den Leuten das Problem liegt. Die Leute>
>werden immer älter, die Einzahler werden weniger. Glaubt ernsthaft
>jemand, der der Mathematik mächtig ist, dass das ohne Einschnitte oder
>Anpassung des Eintrittsalters abläuft?

Das Problem liegt darin, daß nicht nur der Rentenbeginn für die zu 
erzielende Rente ausschlaggebend ist, sondern auch die Rentenbezugsdauer 
bis zum Tod!
Man zahlt ein Leben lang ein, hat aber statistisch gesehen nur ein 1-4 
Jahr(e), um die Rente auszuschöpfen. Gerecht geht anders.

Hinzu kommt, daß es die Arbeit für alte Menschen gar nicht gibt. Nur 
noch 15% aller über 60jährigen haben heute einen 
sozialversicherungspflichtigen Job. Für alle anderen ist die Anhebung 
des Renteneintrittsalters eine Rentenkürzung.

Das Problem an der gesetzlichen Rente sind nicht (nur) die schwindende 
Bevölkerungszahl, sondern viel mehr hohe Arbeitslosigkeit und geringe 
Löhne und damit gar keine oder geringe Rentenbeiträge. Dem Volk wird 
dann vorgegaugelt, man bräuchte eine private Zusatzverscherung. Das Volk 
braucht Arbeit und gerechte Löhne, Einzahlen für alle, dann klappt's 
auch mit der Rente

>Sorry, aber das ist Blödsinn.

Das ist schon jetzt Realität.

>Wer so wenig einzahlt, dass er nicht
>einmal auf den H4-Satz kommt, ist selbst Schuld.

Wer so wenig einzahlen kann!

>Es wird auch niemand um sein Geld "betrogen": Du weisst von Anfang an,
>was Du als Auszahlung mindestens erwarten kannst und ab wann Du es
>bekommst.

Es werden Rentenpunkte vergeben und keine Beträge. Wie diese 
Rentenpunkte tatsächlich bewertet werden, wirst auch Du erst bei 
Renteneintritt merken. Die Rente wird nämlich angepaßt. Was nützen 10000 
Rentenpunkte zum Wert von 0€? Ist so wie Forumcheck in Intershop.

>Wer so lebt und jeden Monat
>alles ausgibt was er bekommt, muß sich nicht wundern, wenn am
>Ende vom Leben nur Armut da ist. Schon staatlich werden 20% in
>die Rentenkasse gezahlt, private Vorsorge muß 33% zurückbehalten,
>aber das tut kein einziger. Lieber noch einen Zweitwagen...

Erstens ist das nicht die Regel. Viele sind froh, die lebensnotwendigen 
Besorgungen machen zu können (v. a. Alleinerziehende).

Zweitens: Welche Chance hat man noch, sein Geld zu sichern für den 
H4-Fall? Wird ja alles verrechnet! Und Riester/Rürup ist ein ziemlich 
billiger Trick, das Geld der Bürger gewinnbringend anzulegen und von der 
wahren Rentenmisere (Arveitislosigkeit, Niedriglohn) abzulenken. Die 
schleichende Abkehr vom Solidarsystem, wie es jetzt auch bei der 
Krankenversicherung versucht wird. Sorry, meine Anlegeform zu meinen 
Konditionen suche ich mir immer noch selber aus, da brauche ich den vom 
Staat verordneten Kredit nicht.

Autor: Paul (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Wir in DE haben die letzte Wirtschaftskrise unter anderem deswegen so
>gut überstanden, weil die Leute hier deutlich mehr sparen und eben nicht
>über ihre verhältnisse leben als anderswo.

Die Wahrheit:

Im Osten konnte nicht viel den Bach runtergehen: Es war schon alles 
abgebrannt.
Im Westen wurden Firmen mit riesigen Beträgen (staatl. Aufträge an 
Bauunternehmen, Handwerker) und Kurzarbeitergeld unterstützt. Der 
Arbeitnehmer hat über seine Steuern sich selber im 
Kurzarbeiterverhältnis bezahlt!

Dabei finde ich die staatl. Auftragsvergabe an KMU in der Rezension als 
richtig.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Paul schrieb:

> Hinzu kommt, daß es die Arbeit für alte Menschen gar nicht gibt. Nur
> noch 15% aller über 60jährigen haben heute einen
> sozialversicherungspflichtigen Job. Für alle anderen ist die Anhebung
> des Renteneintrittsalters eine Rentenkürzung.

> Das Problem an der gesetzlichen Rente sind nicht (nur) die schwindende
> Bevölkerungszahl, sondern viel mehr hohe Arbeitslosigkeit und geringe
> Löhne und damit gar keine oder geringe Rentenbeiträge. Dem Volk wird
> dann vorgegaugelt, man bräuchte eine private Zusatzverscherung. Das Volk
> braucht Arbeit und gerechte Löhne, Einzahlen für alle, dann klappt's
> auch mit der Rente

Das wird nicht funktionieren, weil es eben immer weniger Einzahler gibt.

Du zahlst eben nicht für Dich, sondern für die, die jetzt in Rente 
gehen.

Bei den verschieden starken Jahrgängen kann das nicht auf Dauer 
gutgehen.

Leider hat die Politik es in 60 Jahren nicht geschafft, den 
generationenvertrag (der ja in den Nachkriegsjahren durchaus sinnvoll 
war) langsam so zu verschieben, dass jede Generation jetzt nur noch für 
sich selbst einzahlt.

Dass es Ausgleich geben muss und höhere Einkommen mehr einzahlen müssen 
- da stimme ich voll zu. Auch eine Zwangseinzahlung für Selbstständige 
fände ich richtig (ebenso wie Pflichtmitgliedschaft bei der GKV - ohne 
Deckelung nach unten und oben).

> Es werden Rentenpunkte vergeben und keine Beträge.

Nicht bei Rürup.

> Zweitens: Welche Chance hat man noch, sein Geld zu sichern für den
> H4-Fall? Wird ja alles verrechnet! Und Riester/Rürup ist ein ziemlich
> billiger Trick, das Geld der Bürger gewinnbringend anzulegen und von der
> wahren Rentenmisere (Arveitislosigkeit, Niedriglohn) abzulenken.

Für mich als Selbstständiger ist Rürup eine interessante Option, die ich 
auch gerne nutze.

> Die schleichende Abkehr vom Solidarsystem, wie es jetzt auch bei der
> Krankenversicherung versucht wird. Sorry, meine Anlegeform zu meinen
> Konditionen suche ich mir immer noch selber aus, da brauche ich den vom
> Staat verordneten Kredit nicht.

Musst Du ja auch nicht nutzen - ich habe auch geschaut und Rürup 
zusammen mit entsprechenden Versicherungen für zweckdienlich befunden. 
Daneben laufen natürlich andere Sachen.

Chris D.

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Dabei finde ich die staatl. Auftragsvergabe an KMU in der
> Rezension als richtig.

Andere finden es eher in der Rezession richtig,
aber nur wenn in den guten Zeiten vorher auch das angespart wurde,
was dann ausgegeben wird,
und das ist ja bei unserem Politikergesocks erkennbar nicht der Fall.

Die versuchen ja jahrzehntelang die Wirtschaft (ihre Amigos) 
aufzublasen,
und wundern sich dann über platzende Blasen,
oder wenn ihnen wie Irland die Luft ausgeht,
weil der Ballon schon lange ein Loch hat.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Paul schrieb:
>>Wir in DE haben die letzte Wirtschaftskrise unter anderem deswegen so
>>gut überstanden, weil die Leute hier deutlich mehr sparen und eben nicht
>>über ihre verhältnisse leben als anderswo.
>
> Die Wahrheit:

Deine Wahrheit

> Im Osten konnte nicht viel den Bach runtergehen: Es war schon alles
> abgebrannt.
> Im Westen wurden Firmen mit riesigen Beträgen (staatl. Aufträge an
> Bauunternehmen, Handwerker) und Kurzarbeitergeld unterstützt. Der
> Arbeitnehmer hat über seine Steuern sich selber im
> Kurzarbeiterverhältnis bezahlt!

Davon abgesehen, dass nur ein Bruchteil der Unternehmen das 
Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen haben, gab es da auch nicht die 
"riesigen Beträge". Die Betriebe haben einfach gut gewirtschaftet.

Aber es ging hier um die Privathaushalte - und da gab es z.B. eben keine 
großen Versteigerungswellen bei Häusern.

Man sollte andere nicht immer für dümmer als man selbst sehen. Viele 
Leute können durchaus rechnen.

Die, die es nicht können, haben allerdings ein Problem - und das ist 
ganz unabhängig vom Einkommen.

Chris D.

Autor: Paul (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@Chris D. Gehe doch nicht immer von Dir aus. Es gibt soviele Leute, die 
einfa ch kein Geld haben. Die können rechnen wie sie wollen, es reicht 
einfach nicht.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.