Objektorientierte Hardwareentwicklung

#1938514
Lesenswert?

seennoob schrieb:
> Gibts es eigentlich ein Tool mit dem man Objektorietiert Schalpläne
> erstellen kann ?

Du arbeitest doch schon mit Objekten - den Bauelementen. Die werden in 
jedem CAD-Programm manipuliert.

Objektorientierung in der Softwareentwicklung benötigt man nur, weil es 
in einer Programmierumgebung zunächst nur abstrakte Objekte aus der 
Computerwelt gibt, die für Probleme aus der realen Welt meistens nicht 
zu gebrauchen sind.

Um dem Softwareentwickler die Abbildung von der realen Welt in das 
Abbild im Rechner möglichst zu vereinfachen, modelliert man die realen 
Objekte. Diese Modelle (Objekte) werden dann im Rechner manipuliert.


Wenn du ein IC baust, oder eine Baugruppe, die du komplett in dein 
Projekt übernimmst, dann machst du etwas der objektorientierten 
Programmierung vergleichbares. Nur daß du jedemal in deiner Welt der 
Elektronik arbeitest. Der Übersetzungsschritt ist mehr oder weniger 
trivial, denn er besteht nur aus einer Komposition von Objekten aus der 
Welt der Elektronik.
Gast #1938531
Lesenswert?

Ganz einfach die Möglichkeit der Kapselung, vielleicht auch Vererbung. 
Arbeit mit Pads da gibts immer wieder das Problem, dass ich oft vor 
langer Zeit durgerechnete Standartschaltungen verwende (die oft vor 
meiner Zeit entstanden sind). Da kommt es dann des öfteren zu kleinen 
Problemen weil man oft eine Kleinigkeit übersieht. Daher wär einfach 
eine Kapselung in einer Art Blackbox nett.

Mfg Patrick
#1938586
Lesenswert?

seennoob schrieb:
> Daher wär einfach eine Kapselung in einer Art Blackbox nett.

Das hast du doch mit jeder Art von Baugruppen, egal, ob sie voll 
integriert, oder diskret aufgebaut sind.

Das Datenblatt beschreibt die Schnittstellen.

> vielleicht auch Vererbung.

Die hast du, wenn du eine neue Baugruppe aus anderen, wie auch immer 
gearteten, zusammenbaust. Allerdings bekommst du damit im allgemeinen 
Fall nur das, was man in C++ bei Vererbung von einer private 
Basis-Klasse bekommt.

Aber auf der anderen Seite mußt du keinen Übergang von einer abstrakten 
Welt in die Welt der Elektronik bewältigen, die Sache bleibt in einer 
Domäne.
Gast #1938912
Lesenswert?

@seenoob

Viele CAD Tools erlauben es Schaltplanteile auszuschneiden oder zu 
kopieren und in die Zwischenablage zu legen und von dort aus wieder zu 
pasten.

Speziell bei PADS ging das ganz gut, da er bei doppelten 
Referenzdesignatoren, selbst neue erzeugt hat... man konnte die 
ausgeschnittenen Teile auch als File speichern und wieder laden.

Damit war mir zumindest geholfen...

Gruss
#1939326
Lesenswert?

seennoob schrieb:
> Ganz einfach die Möglichkeit der Kapselung, vielleicht auch Vererbung.
> Arbeit mit Pads da gibts immer wieder das Problem, dass ich oft vor
> langer Zeit durgerechnete Standartschaltungen verwende (die oft vor
> meiner Zeit entstanden sind). Da kommt es dann des öfteren zu kleinen
> Problemen weil man oft eine Kleinigkeit übersieht. Daher wär einfach
> eine Kapselung in einer Art Blackbox nett.
>
> Mfg Patrick

In gewissen Grenzen könnte man das mit der Vierpoltheorie machen. Für 
eine Gruppe von Bauteilen das Eingangstor und Ausgangstor definieren, 
dann die charakteristischen Parameter ausrechnen.
Persönliche Seite #1939389
Lesenswert?

Hallo Patrick/seennoob.

> Gibts es eigentlich ein Tool mit dem man Objektorietiert Schalpläne
> erstellen kann ? Nach einem der Objektorientierung ähnlichem System.

Vermutlich reden wir aneinander Vorbei. Aber ich vermute mal, Du 
möchtest Schaltplanteile wie Objekte mehrmals verwenden.

Dazu gibt es Ansätze: 
http://www.mikrocontroller.net/wikifiles/4/41/BuildingBlocksKiCAD-EXPERIMENTELL.zip

Aber die mangelnden Parametrisierungseigenschaften der Objekte werden 
Dir nicht langen.
Es ist immer noch viel mit "copy+paste" und "rename" zu machen. :-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
Moderator Persönliche Seite #1941335
Lesenswert?

KiCad kann etwas in der Art:
Hier kann man häufig verwendete Schaltungsteile (bei uns sind das z.B. 
kleine Netzteile mit LM317 oder auch CAN-Bus-Schnittstellen mit 
galvanischer Trennung) in Blöcken definieren und diese dann später 
einfach so einsetzen, ohne das Rad nochmal erfinden zu müssen.

Grundsätzlich könnte man daraus dann wieder neue Baugruppen entwickeln, 
welche weitere Blöcke in einem neuen Block zusammenfassen, also das, was 
man gemeinhin als "Schaltplanhierarchie" bezeichnet.

Ich dachte früher auch: "Ja, ist ja ganz nett - aber benötige ich das 
wirklich?"
Wenn man "seine" Blöcke erst einmal definiert hat, ist das entwickeln 
neuer Schaltungen sehr einfach, sehr schnell und vor allem deutlich 
weniger fehleranfällig.

Ich möchte das hier nicht mehr missen, oder um es in "Neudeutsch" zu 
sagen: Fehlende Hierarchiemöglichkeiten wären für uns ein "no go" ;-)

Alle Möglichkeiten der OOP wird man wohl schwerlich abbilden können.

Chris D.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren