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Forum: HF, Funk und Felder Vertikalen Dipol aufbauen


Autor: Andreas Riegebauer (blackpuma)
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Schönen Sonntag!

Ich möchte mir einen Vertikalen Dipol aufbauen für das 20m Band. Meine 
Frage ist nun wie ich das anstelle.

Ich möchte gerne Kupferrohre dafür verwenden. Das ist nicht das Problem 
aber wie montiere ich die beiden Dipolhälften.

1. Idee:
Ich nehme einen Holzpfosten mit 9 m Länge und grabe den 1,5m ein. Dann 
montiere ich mit Plastikschellen die beiden Dipolhälften.

2. Idee:
Ich verwende PVC Rohre mit 9 m Länge und baue die Kupferrohre dort ein. 
Dadurch sind die Rohre auch nicht der Witterung ausgesetzt.


Ich bin mir aber bei beiden Ideen nicht sicher wie es sich mit der 
Dämpfung verhält. Empfange ich aus der Richtung in der der Holzbalken 
steht weniger? Stören allfällige Schrauben im Holz?
Dämpft das PVC Rohr den Empfang?

BG
Andreas

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Bei 20meter Wellenlänge ist der Durchmesser des Holzmastes noch sehr 
klein gegenüber der Wellenlänge. Sie dürften demzufolge kaum negativen 
Einfluss nehmen. Wennst du tatsächlich einen echten Dipol vertikal 
aufstellen willst wirst du eher Schwierigkeiten mit der Zuführung der 
Einspeisung bekommen, weil diese entlang der unteren Dipolhälfte 
verläuft, und dieselbige dann kapazitiv stark belastet.

Üblicherweise baut man Vertikalstrahler eher als Groundplane auf. Wobei 
dann das Erdungsnetz ( Ground ) eine entscheidente Rolle spielt.
Bei 20 Meter könnte man den Strahler sogar problemlos als Lambda/Viertel 
Strahler ausführen. Der Fusspunktwiderstand bei einer Groundplane 
beträgt bei einen waagrechten Ground auf dem Boden etwa 35 Ohm. Mit 
zunehmender Neigung kann man den Fusspunktwiderstand aber auch auf 50 
Ohm zwingen, bis er bei senkrechten Ground 120 Ohm hätte. Man kann die 
35 Ohm aber entweder mit Hilfe eines Collinsfilter auf die 50 Ohm 
transformieren, oder z.B. mit Hilfe einer Gamma Match Einspeisung. Das 
ist alles im Rothammel nachzulesen und vieles mehr über KW Antennen.

Ralph Berres

Autor: Mikrowilli (Gast)
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mechanisch einfacher ist es wohl, bei einem vertikalen 
Halbwellenstrahler für das 20m-Band die obere Hälfte selbsttragend 
auszuführen (im CB-Funk waren einmal Halbwellenstrahler aus 
Aluminiumrohr mit Verlängerungsspule am untern Ende eine typische 
Antennenform; der selbsttragende Strahler war etwa 5m lang - also etwa 
Lambda/4 für 20m). Der Holzmast muß dann nicht mehr ganz so hoch sein.

Der parallele Verlauf der Speiseleitung zur unteren Strahlerhälfte des 
Dipols wäre sehr störend. Man könnte diese untere Hälfte aber ebenfalls 
als Rohr ausführen und das Koaxkabel durch dieses Rohr zum Speisepunkt 
führen; allerdings braucht man dann unbedingt eine gute 
Mantelwellensperre an der Stelle, an der das Koaxkabel unten aus dem 
Rohr herauskommt - An den Enden eines Halbellenstrahlers herrscht 
bekanntlich ein Spannungsmaximum, und die erforderliche Impedanz der 
Mantelwellensperre läßt sich vermutlich nicht mit z.B. einem einzelnen 
Ringkern erreichen; andererseits muß es für eine Monobandantenne ja auch 
keine breitbandige Sperre sein, so daß ein Sperrkreis aus einigen 
Windungen des Speisekabels mit dazu passendem Kondensator ausreichen 
dürfte. Wie Ralph bereits erwähnte, sllten sich im klassischen 
Standardwerk "Rothammel" weitere Anregungen finden lassen. Viel Erfolg!

Autor: Andreas Riegebauer (blackpuma)
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Hallo!

Danke einmal für die Antworten. Ich habe die "Idee" aus dem Rothammel 
entnommen. Auch die Durchführung des Speisekabels durch den untere 
Strahlerhälfte werde ich so machen. Die Frage die sich mir eben gestellt 
hat war, ob der Holzmast wenn er z.B. nass ist in eine Richtung dämpft.

BG
Andreas

Autor: oszi40 (Gast)
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Andreas Riegebauer schrieb:
> Ich nehme einen Holzpfosten mit 9 m Länge und grabe den 1,5m ein. Dann
Holz würde ich streichen, damit es möglicht wenig Feuchtigkeit aufnimmt.

> Ich verwende PVC Rohre mit 9 m Länge und baue die Kupferrohre dort ein.
9m PVC hat keine Stabilität, Fahnenstange wäre eine Lösung

Günstig ist ein Klappnast, damit man später (nach dem Sturm) auch wieder 
mal die Antenne reparieren kann (wobei durch das Gewicht sicher einige 
Helfer nötig sein werden wie beim Maibaumaufrichten).

Autor: Bastelphilipp (Gast)
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Andreas Riegebauer schrieb:
> Ich möchte mir einen Vertikalen Dipol aufbauen für das 20m Band.

Solltest du lassen.
Ein Vertikaler Dipol in Bodennähe hat keine Bodenwelle, du strahlst 
schräg in den Himmel.

Autor: Sven W. (Firma: basement industries) (dj8nw)
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Hi Andreas!

Mal ne dumme Frage, warum denn unbedingt vertikal?

Autor: Andreas Riegebauer (blackpuma)
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Hallo!

@Bastelphilipp:
> Ein Vertikaler Dipol in Bodennähe hat keine Bodenwelle, du strahlst
> schräg in den Himmel.

Nu und?


@Sven: Gegenfrage: Warum nicht Vertikal?

Der Vertikale dipol hat eine Rundum Strahlung und braucht nicht viel 
Platz.

Autor: Sven W. (Firma: basement industries) (dj8nw)
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Andreas Riegebauer schrieb:
> Hallo!
>
> @Bastelphilipp:
>> Ein Vertikaler Dipol in Bodennähe hat keine Bodenwelle, du strahlst
>> schräg in den Himmel.
>
> Nu und?
Kontraproduktiv der Ausbreitung wegen.
>
> @Sven: Gegenfrage: Warum nicht Vertikal?
Hmmmm... ich liebe Gegenfragen!;)
Vielleicht wärs logischerweise so, dass Du mit ner horizontal 
polarisierten ungewünschte Stationen in 90° und 180° ausblenden kannst?!

> Der Vertikale dipol hat eine Rundum Strahlung und braucht nicht viel
> Platz.
Rundum schön nach oben, wie oben beschrieben, ja!

Platz is richtig, aber ein hor. Dipol is auch keine Kunst....

Gruß, Sven

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Andreas Riegebauer schrieb:
> Der Vertikale dipol hat eine Rundum Strahlung und braucht nicht viel
> Platz.

Der vertikale Monopol strahlt auch rundum und brauch in der
Senkrechten halb so viel Platz (dafür eine gute Erde oder ein
Erdungsnetz).

Autor: Andreas Riegebauer (blackpuma)
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@Jörg:
Deshalb der Dipol. Erdnetz brauch viel Platz!

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Andreas Riegebauer schrieb:

> Deshalb der Dipol. Erdnetz brauch viel Platz!

Die zweite Dipolhälfte braucht den Platz halt in der anderen Richtung,
und außerdem brauchst du noch Höhe über Grund, damit du nicht nur in
den Himmel strahlst.  Schließlich ist beim Dipol nicht nur das obere,
sondern auch das untere Ende "heiß" (also ein Spannungsbauch), was
auch anschaulich macht, warum eine zu große Erdnähe die Abstrahlung
stark beeinflusst.

Wenn du wirklich so viel Platz hast in der Vertikalen, vielleicht dann
lieber eine Loop/Quad/Dreieck?  Durch die größere umschlossene Fläche
steigt der Gewinn nochmal gegenüber dem Dipol.  Die Polarisations-
richtung ist bei Kurzwelle sowieso ziemlich wurscht, zumindest, wenn
man eine Raumwellenausbreitung möchte.  Die Ionosphäre dreht die
Polarisationsebene doch nach Belieben.

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