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Forum: Platinen Hersteller für CSP Gehäusetaugliche Platinen und Tipps gesucht


Autor: geheim (Gast)
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Hi Gang,

Habe mir hier einige Xilinx Spartan 3 Fpgas als Restposten organisiert, 
um mir dafür einige kleine Bastelplatinen anzufertigen.
Ungünstigerweise sind die Bausteine im CSP132 Gehäuse. ChipScale Package 
mit 0,5mm Pitch, ähnlich einem BGA - nur viel, viel kleiner.

Kann mir jemand eine Empfehlung geben, wo ich dafür Platinen fertigen 
lassen kann. (4 Lagen, Poolverfahren, und am besten "free stencil")

Ich habe den Verdacht, daß das ganze etwas arg sportlich werden könnte, 
da die Durchkontaktierungen ja arg klein werden müssen, und damit 
bestimmt viele Platinen - Billiganbieter nicht klarkommen werden.

Hat schonmal jemand hier solche Bausteine selbst eingelötet.
Mag das mit einem Hand Siebdruckrahmen und einem Reflowofen im 
Selbstversuch hinhauen ?

mfg Maik

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Du hast jetzt ein Problem. Du wirst zwischen den Pads nämlich Vias 
brauchen, um an alle Signale ranzukommen. Wenn du dir die Geometrie mal 
anschaust, wirst du schnell feststellen, dass die Anforderungen an 
"kleinste Bohrung", "Restring" sowie "Leiterbahnbreite und Abstand" 
nicht mehr von den üblichen Verdächtigen im Poolverfahren geleistet 
werden können. Das wird bei "großen" BGAs mit 0,8 mm Pitch ja schon 
immer schwierig. Durchkontaktierungen im Pad sind aus verschiedenen 
Gründen nicht empfehlenswert.

Das Geld, das du bei der Bauteilbeschaffung gespart hast, wirst du hier 
mehrfach wieder los.

Das Löten dagegen sollte vergleichsweise einfach sein. Heißluft oder 
Reflow geht beides, die Positionierung kann man sich über 
Hilfskonstruktionen einfacher machen. Beispielsweise könntest du von 
vornherein entsprechende Markierungen in der oberen Kupferlage der 
Platine vorsehen, oder sogar Bohrungen, in denen eine gefräste 
Haltevorrichtung fixiert wird.

Autor: geheim (Gast)
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Hi Oliver,
danke für die etwas deprimierenden Worte.
Die Idee mit der gefrästen Positionierhilfe gefällt mir.

Gottseidank waren die Bauteile dermaßen Spottbillig - daß dann auch 
etwas mehr Mehraufwand rein sportlich gesehen werden kann.

Leider verzweifelt man bei meinem Arbeitgeber schon an bestimmten QFN 
ICs -da wird dann immer alles zum Bestücker gegeben. Daher will ich mal 
ausprobieren - "was so geht".

Hauen denn billige Lötpastenschablonen für den Zweck hin, oder brauche 
ich da auch besonders fein auflösende - nicht dass dann die Löcher halb 
zusammenhängen. hast Du für die Lötpaste vielleicht eine Empfehlung, 
oder geht da diverses?

Ich werde mir mal gleich das Datenblatt mit dem Pinout ansehen - 
vielleicht reicht ja fast die Außenreihe der Bumps und nur ein bisserl 
VCC untendrunter. Dann gehts vieleicht doch noch billig ;)

vg

Maik

Autor: Oliver Döring (odbs)
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> Hauen denn billige Lötpastenschablonen für den Zweck hin, oder brauche
> ich da auch besonders fein auflösende - nicht dass dann die Löcher halb
> zusammenhängen. hast Du für die Lötpaste vielleicht eine Empfehlung,
> oder geht da diverses?

Bei den gelaserten Schablonen sollte die Auflösung reichen, der 
Preisunterschied macht sich eher an den Aufnahmen für professionelle 
Spannrahmen und der Oberflächenbehandlung fest.

Bei BGAs ist das auch nicht so kritisch - manche arbeiten ganz ohne 
Lötpaste und fluxen nur. Das BGA bringt sein Lot ja quasi ab Werk mit. 
Die PCB-Pool-Stencils beispielsweise sind bei meinem Bestücker sehr 
unbeliebt, dagegen habe ich bei handgelöteten Prototypen damit noch 
keine Probleme gehabt.

Die Bürklin-Seite ist gerade down, sonst könnte ich dir meine 
Lieblings-Paste raussuchen. Mache ich dann später.


> Ich werde mir mal gleich das Datenblatt mit dem Pinout ansehen -
> vielleicht reicht ja fast die Außenreihe der Bumps und nur ein bisserl
> VCC untendrunter. Dann gehts vieleicht doch noch billig ;)

Es sind ja nur drei Reihen. Da kommst du ohne Via vielleicht zwischen 
den Pads nach aussen oder in den "Innenhof", falls die Abstände passen. 
Aber in den vier Ecken wird das leider nicht klappen :(

Autor: Uwe N. (ex-aetzer)
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Oliver Döring schrieb:
> Es sind ja nur drei Reihen. Da kommst du ohne Via vielleicht zwischen
> den Pads nach aussen ...

Ja, das geht. Aber wie du weiter oben schon sagtest, "geheim" hat ein 
Problem. Um zwischen den Pads die LBs durchzuschlängeln, benötigst du 
sehr schmale LBs, so ca. 70µm. Das wird leider nix im Pool.
Ich habe die "Freude" gehabt, mehrere solcher Dinger im 0.5er Pitch zu 
entflechten. Vias zwischen den Pads funktioniert hier auch nicht mehr, 
selbst bei 100µm Drill und Restring auf "Minimum". Hier kannst du nur 
nur Via in Pad machen - d.h. Pluggen.

Gruss Uwe

Autor: Falk Brunner (falk)
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Du schmeisst den Schinken nach der Wurst. So ein CSP ist selbst für 
Profis nicht ganz einfach, wenn gleich heute machbar.

Schmeiss die ICs weg und kauf dir ein schönes FPGA-Board.

Autor: Oliver Döring (odbs)
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> Schmeiss die ICs weg und kauf dir ein schönes FPGA-Board.

Das ist leider der einzig sinnvolle Rat. Außer, du bist scharf auf teure 
Frusterlebnisse.

Ich schulde dir noch meine Lieblingslötpaste. Hier gibt es die:

https://www.buerklin.com/default.asp?event=ShowArt...

Autor: geheim (Gast)
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Hi Oliver, Hallo Falk,

ich habe heute mal meine Kollegen mit einem IC Muster terrorisiert.

Da ja leider bei uns in der 4ma schon QFPs und normale BGAs zu 
Schweißperlen auf der Stirn der Verantwortlichen führen - war das 
Gesicht unseres Einkaufsleiters währen der Aussage dass wir die jetzt 
demnächst verbauen müssten bei der Betrachtung der FPGA-Unterseite schon 
fast allein das Geld wert.

Meine Kollegen empfahlen mir die Trayinhalte dann als Streugut für die 
Hofeinfahrt. Naja - werde dann wohl demnächst mal ebay damit füttern.

An Falk :
Ich habe hier zuhause noch aus Studiumszeiten das Spartan 3E500 
Evalboard von Digilent - und schon einiges damit gemacht. Als mir dann 
billigst ein Tray mit unbekannter Mege "irgendwelcher" Spartan 3E500 
FPGAs angeboten wurde, hab ich es halt fernmündlich gekauft. - Nach dem 
Motto - Eine Selbstbauplatine zum BGA Lötprozess ausprobieren ist ja 
ganz lustig, und dazu werden dann mal alle vorstellbaren Bastelprojekte 
auch gebaut.
Dass dann da mehr als 300 FPGAs in diesem unmöglichem Gehäuse, das ich 
vorher nur aus meinem Handy kannte ankommen, hätte ich aber nicht 
gedacht.
Ich war da eher von normalem BGA Ausgegangen.

Da lobe ich mir doch die Spartan3s im TQFP Gehäuse, die noch in der 
Firma bei mir im Regal liegen.

Habe nun grade mal das CSP Gehäuse in Eagle beäugt - und auch da wie 
bereits von Euch angedroht festgestellt, daß ich da 5 - 10 mil 
Leiterbahnen bräuchte ...

Also entweder starte ich jetzt ein neues Nasa Projekt das nie fertig 
wird... oder ich kauf mir ein schönes Spartan6 Evalboard wie das SP605 
und etwerf dann lieber eine Adapterplatine um das USRP2 da drauf zu 
bringen...
- mit schönen GROßEN QFN Gehäusen für die ADCs und die Taktaufbereitung 
drauf.

Oliver, die Paste werde ich mir aber auf jeden Fall bestellen. Felder 
ist mir als Hersteller sehr symphatisch. Das Lötzinn meines allerersten 
Lötkolbens, den ich mit ca 6 - 7 Jahren geschenkt bekommen habe, war 
auch von Felder.

mfg

Maik

Autor: Falk Brunner (falk)
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@geheim (Gast)

>Meine Kollegen empfahlen mir die Trayinhalte dann als Streugut für die
>Hofeinfahrt. Naja - werde dann wohl demnächst mal ebay damit füttern.

Kannst ja ein schönes Mosaik legen . . . ;-)

MFG
Falk

Autor: Uwe N. (ex-aetzer)
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Falk Brunner schrieb:
> Kannst ja ein schönes Mosaik legen . . . ;-)

oder ne Oldschool-Diskokugel.

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