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Forum: Digitale Signalverarbeitung / DSP Rosa Rauschen für psychol. Diss: Erklärung und Hilfestellung gesucht


Autor: A. Rosenkaimer (Gast)
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Hallo...

ich bereite gerade meine Doktorarbeit in Gesunheitspsychologie vor und 
bin (wie man sich leicht denken kann) damit meilenweit von jedem 
erdenklichen akustischen Knowhow weg. Daher wende ich mich hilfesuchend 
an dieses Forum. :)

Kurze Abriss worum es geht: Meine Probanden müssen u.a. eine 
Sprachaufgabe machen, dabei sind aber immer 2 Leute im gleichen Raum. 
Ich muss/ will also jedem über Kopfhörer was auf die Ohren geben, damit 
sie nicht hören, was der jeweils andere spricht.
Allerdings muss es sich dabei um ein Geräusch handeln, dass weder 
psychologische noch physiologische Effekte auslöst (Bsp: Ärger, Herzrate 
steigt an, Stresshormone werden ausgeschüttet, oder: Beruhgigung, 
Herzfrequenz sinkt etc.).
In der Psycho-Literatur bin ich inzwischen auf eine Untersuchung 
gestoßen, die für meine Zwecke folgendes empfiehlt:

"band-limited pink noise with [180, 5630] [Hz] frequency band-width"

Nun meine Frage:
Beschreibt das Zitat oben "normales" Rosa Rauschen (wie man ja durchaus 
bestehende Files im Internet findet) oder Rosa Rauschen mit besonderen 
Spezifikationen? (Ich nehme hier gerne eine Erklärung für Doofe...)

Falls Letzteres zutrifft, gleich die nächste Frage:
Könnte mir einer der Anwesenden eine Sequenz RosaRauschen mit den o.g. 
Spezifikationen erstellen? (ca. 1min, das könnte ich ja dann beliebig in 
Schleife laufen lassen, oder?)

Herzlichen Dank!

A. Rosenkaimer

Autor: ... (Gast)
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Vorsicht! Psychologen machen nie das was sie sagen. Wenn sie einer 
Kindergärtnerin erzählen, dass sie da sind, um das Verhalten der Kinder 
zu studieren, dann wollen sie in Wahrheit das Verhalten der 
Kindergärtnerin untersuchen. Also ist das hier bestimmt eine 
Untersuchung der Hilfsbereitschaft in Internetforen. ;-)

Autor: A. Rosenkaimer (Gast)
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Generalisierungen stimmen immer.

Hat nicht sonst noch jemand einen hilfreichen Beitrag? Bitte?

Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite Flattr this
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Rosa Rauschen ist Rauschen dessen Leistung mit steigender Frequenz 
abnimmt (1/f), die Bandbegrenzung wie du sie möchtest muss man selbst 
machen. Im Anhang eine mit Audacity erstelle Datei und das dazugehörige 
Spektrum (passt nicht auf's Hz genau, aber sollte reichen).

Autor: A. Rosenkaimer (Gast)
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GRANATENMÄSSIG!!

Mille Grazie. Thanks a trillion. Tack so mycket! :)

Autor: Peter K. (peter26)
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Hallo,

Also ich würde hier ein wenig kritsch sein bzgl. der Wirkung von 
RosaRauschen ... da ja Lärm/Musik stark subjektiv ist und ein 
Mozartkonzert einerseits Freude andereseits Verärgerung auslösen kann. 
Ähnlich kann ich mir vorstellen das RosaRauschen das ja wirklich nicht 
schön klingt "psychologisch" vl. auch nicht ganz neutral ist ... warum 
nicht einfach Gehörschutz und damit völlige Stille ?

lg Peter

Autor: Huch (Gast)
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Meiner Ansicht nach, müsste man das überhaupt erstmal klären, ob das 
Rosa Rauschen Stress erzeugt. Ob es nicht noch andere und vor allem 
belegt bestätigte Methoden gibt, jemanden akustisch zu isolieren und die 
keine Stress erzeugen.

Das "einfach mal so aus dem Internet rauszukramen" und hier  (als Zitat 
ohne Quellenangabe) zu präsentieren halte ich für verbesserungswürdig.

Subjektiv halte ich akustische Isolation durch "übertönen" in jedem Fall 
für Stress erzeugend. Aber das nur nebenbei. Einmal wegen der 
"Isolation" selbst und einmal wegen des steigenden mentalen Aufwandes in 
dem Rauschen Muster zu erkennen und der Unmöglichkeit das zu tun.

Aber das ist nur meine unwissenschaftliche Vermutung.

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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A. Rosenkaimer schrieb:
> Allerdings muss es sich dabei um ein Geräusch handeln, dass weder
> psychologische noch physiologische Effekte auslöst (Bsp: Ärger, Herzrate
> steigt an, Stresshormone werden ausgeschüttet, oder: Beruhgigung,
> Herzfrequenz sinkt etc.).

Das müsste für rosa Rauschen zunächst erst mal nach gewiesen sein.

http://www.anm-medical.com/index.php?option=com_co...

Autor: Ich (Gast)
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Das Problem bei völliger Geräuschlosigkeit dürfte sein, dass sich dies 
auch auf den Gleichgewichtssinn auswirken kann und Stress verursacht. 
Wer schon mal in einem schalltoten Raum war, dürfte das Phänomen kennen.

Autor: Peter (Gast)
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Ich schrieb:
> Das Problem bei völliger Geräuschlosigkeit dürfte sein, dass sich dies
> auch auf den Gleichgewichtssinn auswirken kann und Stress verursacht.
> Wer schon mal in einem schalltoten Raum war, dürfte das Phänomen kennen.

Hi ...

Natürlich ... ich meine (auch wenn ich kein Psychologe bin) das vl 
natürliche Geräusche wesentlich stressfreier wargenommen werden also 
unnatürlich (Geräuschlosigkeit, Rauschen, reiner Sinus etc.) -> d.h vl 
verwendet man einfach Vogelgezwitscher, Waldgeräusche ... kann mir nicht 
vorstellen das diese Geräusche übermässig Stress erzeugen.

lg Peter

Autor: Nico S. (Gast)
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Fahrstuhlmusik!

Autor: Wolfgang Schmidt (wsm)
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Ich erinnere mich an ein Untersuchungsergebnis über die natürliche 
spektralen Geräuschverteilung.

a) bezüglich der Amplituden besteht eine große Übereinstimmung mit dem 
rosa Rauschen und

b) bezüglich der Häufigkeit der Frequenzanteile besteht ebenfalls eine 
große Übereinstimmung mit einer 1/f-Verteilung.

Die Grundaussage, dass der Organismus physisch und psychisch durch diese 
Geräuschverteilung am wenigsten stimuliert wird, kann ich somit 
nachvollziehen, so lange die Amplidude im Bereich der normalen 
Lautstärken bleibt.

W.

Autor: A. Rosenkaimer (Gast)
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Moin!

Hatte nicht mehr damit gerechnet, dass hier nochmal Leben reinkommt. 
Deshalb mit etwas Verspätung:

@Peter K: Weil "völlige Stille" eben nicht neutral ist sondern häufig 
als sehr unangenehm wahrgenommen wird. Deutlich unangenehmer als ein 
gleichförmiges Hintergrund-Geräusch.

@Gast huch & Joe G.: Die hinreichende Eignung von Rosa Rauschen mit dem 
o.g. Spezifikation als Maskierung von Sprache ist wissenschaftlich 
überprüft. Ich bin schlicht nicht davon ausgegangen, dass irgendjemand 
hier das tatsächlich nachlesen möchte. Mein Fehler, hatte vergessen, 
dass Trolle ja überall lauern.
Daher für die interessierten Teilnehmer: Literatur zum Rosa Rauschen als 
Maskierung von Spracher zu finden bei Saeki, Tamesue, Yamaguchi & Sunada 
(2004) sowie bei Tamesue, Yamaguchi & Saeki (2006). Wer dann noch nicht 
zufrieden ist, kann entweder von da aus weitersuchen oder vielleicht 
selber ein entsprechendes Forschungsprojekt anleiern. Wir, die wir 
andere Forschungsgebiete beacker und das Handwerkszeug brauchen, wären 
dafür SEHR DANKBAR!

@wsm: Hah, so schön hätte ich es nicht sagen können, danke.

Eine letzte Anmerkung: Man kann davon ausgehen, dass es in der 
Psychologie NICHTS gibt, dass völlig frei von Einfluss auf Psyche u/o 
Physis ist. Insofern habe ich mich der Kürze zuliebe oben etwas unsauber 
ausgedrückt. Wenn man forscht, muss man halt zusehen, dass man soviele 
Effekte wie möglich raus hält (deshalb geht man ja z.B. ins "künstliche" 
Labor) und muss dann zusehen, dass die Einflüsse, die man nicht 
ausschließen kann, möglichst gleichförmig und konstant über die gesamte 
Stichprobe sind. Daher sieht manches psychologische Untersuchungsdesign 
für den Laien wie Quatsch aus - hilft aber trotzdem, einen ganz 
speziellen, umgrenzten Aspekt klarer zu machen. Und da es immer 
Unterschiede gibt, wer auf was wie reagiert, forscht man an _großen 
Stichproben_ - dann mitteln sich die kleinen, sehr individuellen 
Unterschiede raus und man kann sich auf die Einflüsse konzentrieren, die 
A) einen interessiere (und die man "experimentell" verändert) und B) für 
die meisten Menschen gelten.

[Ja, auch das war jetzt ein stark verkürzter und vereinfachter 
Schnellschuss. Wen eine Debatte über die o.g. Problematik interessiert, 
dem empfehle ich, mal nicht zu googeln, sondern sich mal in eine 
Grundlagenvorlesung zur Ethik und Praxis psychologischer Forschung, 
Testtheorie oder Diagnostik zu setzen. Macht mehr Spaß als man denkt.]

Merci beaucoup.

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