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Forum: Offtopic Altbau Nullung Teilrenovierung


Autor: Matthias K. (nighty2k)
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Hallo Forum :-)

so ich hätte heute wieder mal eine Frage an euch.

Und zwar geht es um eine gekaufte Eigentumswohnung.
Baujahr, gerade unbekannt, aber alt...

Da das Bad komplett neu gemacht werden muss und die restlichen Räume auf 
das übliche "gepimpt" werden (Boden, Tapete, Farbe) habe ich mir mal die 
E-Installation angeschaut.

Wie sollte es bei dem Alter auch sein, alles ist klassisch genullt.
Ich habe euch mal ein Bild vom Verteiler angehängt.

1. Dieser muss relativ neu eingebaut worden sein, wobei ich nun auch 
schon bei meiner ersten Frage wäre. Der Verteiler ist mit einem FI 
versehen, dieser ist aber nur für Sicherung 13 ( links unten) 
geschaltet. Diese ist aber ungenützt(Reserve).
Des weiteren sind im Bad, nur im Bad, die Kabel modernisiert 
worden(Null, Phase, Erde). Also hat doch eine Modernisierung statt 
gefunden, aber da wurde doch gepfuscht, Das ist doch so nicht zulässig?

2. Es gibt 3 Wohnräume, alle werden mit Schwarz(Phase) und Grau(PEN) 
versorgt.
Jetzt sitzen die Steckdosen aber leider sehr ungeschickt und sind dazu 
noch zu wenig. Als IT-Systemelektroniker, bin ich ja als Elektro 
Fachkraft anzusehen. Darf ich selbst, sofern es ein Meisterbetrieb im 
Anschluss abnimmt, Schlitze klopfen, Leitungen legen, Dosen anschließen.

3. Angenommen ich darf Punkt 2, ab welchem Punkt muss ich dann die 
klassische Nullung auflösen und 3 adrig weiter führen?

4. Wie man auf dem Verteiler sieht, geht der graue PEN im 
Sicherungskasten jeweils auf Erde, ist das so richtig?

Vielen Dank und MfG

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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eine sehr schön übersichtliche Verteilung...
Von den Fragen hab ich keine genaue Ahnung.
Ich würde alles rausreissen, 3 adrig bis zur Verteilung verlegen und 
einen Elektriker beauftragen, alles anzuschliessen, durchzumessen und 
seinen Willi drunterzusetzen.

Autor: Klaus Ausderkasse (gustavgans)
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ich kann dir auch nur empfehlen gleich alles neu zu Verlegen. Du tust 
dir damit nur einen Gefallen, habe ich erst letztens bei einem Freund 
gemerkt. Der hat auch nur zwei Räume neu gemacht, dann eingezogen. Jetzt 
nach 5 Jahren macht er den Rest, das heißt wieder alles Umstellen, 
Abdecken und und und.
Hmm und ob du jemanden findest der auf deine Verlegung seinen Stempel 
setzt wage ich zu bezweifeln. Denn erstens Verdient er nichts daran und 
zweitens ist er auch noch der "Arsch" wenn was ist weil du nicht richtig 
Verlegt hast.
Aber wozu brauchst du überhaupt jemand? Das verlegen von so ein paar 
Strippen ist doch total simpel. Kostet zwar ein wenig Zeit und Ärger 
aber dafür ist es kostenlos. Falls du es dir nicht selber zutraust, dann 
frag doch einfach n Kumpel oder so der sowas kann.

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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Klar kann man das auch ganz selbst machen - am Ende scheiterts aber an 
den Messmitteln (Schleifenwiderstand).
Dafür gibts Elektriker, und bei einem kompletten Neuaufbau würde ich das 
machen lassen.
Und warum sollte ein Elektriker einen Auftrag über Anklemmen der 
Verteilung und Prüfung ablehnen? Ok, wenns nicht in Ordnung ist, wird 
das eben bemängelt und in Ordnung gebracht. Sehe ich kein Problem.

Autor: Matthias K. (nighty2k)
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Nicht trauen / können ist nicht das Problem.

In meiner Jugend habe ich 3 Jahre bei nem Elektriker gejobbt, da war 
alles da bei was man wissen muss, in der Qualität einer Ausbildung.
Mit meiner Ausbildung zum Systemelektroniker, hab ich das ganze dann 
auch gleich noch theoretisch mitbekommen :-P

Das Problem ist versicherungstechnischer Natur.
Die Wohnung hat meine Mutter gekauft(Eigenbedarf), es ist eine Wohnung 
im 6 Parteien Haus. So jetzt geh mal vom Worst Case aus, defektes Gerät, 
das ganze Haus fackelt ab, die drehen meiner Mutter nen Strick 
daraus....

Die Wohnräume, Bad sind auch nicht das Problem, dann müsste man aber 
auch gleich noch die Küche machen, Fließenspiegel und so :-P

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Um versicherungstechnisch auf der sicheren Seite zu stehen, kann man die 
bestehende Anlage von einem Elektriker prüfen lassen. Sollte man auch, 
weil mittlerweile (so seit 5 Jahren oder so) der Bestandsschutz für 
archaische Elektroinstallation entfallen ist.
Das ganze nennt sich dann "e-pass" oder so ähnlich.
(Nach diesem Begriff zu googeln ist nutzlos, wegen so einer blöden 
RFID-Schnüffelkarte ...)

Wenn Du selbst Hand anlegen willst, dann kannst Du das gerne tun, nur 
solltest Du nicht am Sicherungskasten selbst herumdoktern. Lege alle 
neuen Leitungen bis zum Sicherungskasten, und beauftrage einen vom EVU 
zugelassenen Elektriker, den Kram zu prüfen und anzuklemmen.

Das ist bei weitem nicht so kostenintensiv wie eine komplett durch einen 
Elektriker durchgeführte Installation.

Autor: Christian B. (luckyfu)
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An deiner Stelle würde ich erst einen Fachbetrieb aufsuchen der sich das 
mal anschaut und dann ggf. die Eigenleistung absprechen!
Ich habe es auch so gemacht, mein Haus komplett selbst verkabelt, 
Unterverteiler hinzugefügt, Hauptverteiler und Unterverteiler komplett 
selbst verdrahtet und am Ende einen Elektrobetrieb mit der Anfertigung 
eines Prüfprotokolls beauftragt. Allerdings ist es sinnvoll dies vor! 
Beginn der Arbeiten bereits abzusprechen. Nicht wenige Fachkräfte würden 
einen derartigen Auftrag entweder ganz ablehnen oder mit erhelbichem 
Kostenaufschlag durchführen, Schlussendlich haften sie ja für eine 
Arbeit die sie nicht gemacht haben. Somit ist dies durchaus 
Nachvollziehbar.

Den genannten Bestandsschutz gab und gibt es in der VDE nicht! Es gibt 
nur eine Umrüstpflicht, die jedoch nicht viele Dinge beinhaltet. Wenn 
die Anlage zum Zeitpunkt der Errichtung den geltenden Normen entsprach 
ist sie auch heute noch keiner Umrüstpflicht ausgesetzt. Inwieweit 
jedoch das Erneuern der Unterverteilung als "Wartungsarbeit" an einer 
bestehenden Anlage Zählt kann ich nicht sagen, dazu fehlt mir auch das 
Fachwissen. Daher nochmal mein Wink: Hol den Elektrikerbetrieb der das 
Konstrukt später abnehmen soll und sprich das mit ihm ab!

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Christian B. schrieb:
> Den genannten Bestandsschutz gab und gibt es in der VDE nicht!

Nicht in der VDE. Aber beim Versicherungsschutz. Eine Altbauwohnung, 
deren Elektroinstallation auf Vorkriegsstand war, war trotz der 
offensichtlichen VDE-Missachtung im Schadensfalle versichert, sofern die 
Elektroinstallation den zur Zeit der Installation geltenden Vorschriften 
entsprach.

Autor: Christian B. (luckyfu)
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gut, aber Vorkriegsstand bedeutet doch auch eine Isolation der Kabel mit 
irgendeinem Gewebe, das ist hier ja augenscheinlich nicht der Fall sodaß 
von einem sehr viel späteren Errichtungszeitpunkt ausgegangen werden 
kann. Vermutlich 1950 - 1970.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Der Bestandsschutz bezog sich natürlich nicht nur auf Vorkriegsstand, 
sondern auf jede Installation, die den zum Zeitpunkt der Installation 
geltenden Vorschriften entsprach. War das, was da im Bild zu sehen ist, 
korrekt, als es errichtet wurde, hatte es Bestandsschutz; d.h. ein durch 
diese Installation ausgelöster Schaden unterlag dem Versicherungsschutz.

Nachträgliches Gebastel an so einer Anlage hat aber immer schon den 
Bestandsschutz ausgehebelt, wer an einer stoffummantelten 
Zweidraht-Installation Schuko-Steckdosen anschloss, der spielte mit 
seinem Versicherungsschutz.

Die weitergehende Untersuchung des Bestandsschutzes ist allerdings 
müßig, da selbiger abgeschafft wurde.

Autor: Christian B. (luckyfu)
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ok, aus Versicherungstechnischer Sicht kenne ich das Problem nicht, nur 
rein aus der Installateurssicht und deren Lage hab ich ja bereits 
geschildert.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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>Das ganze nennt sich dann "e-pass" oder so ähnlich.
Oder so ähnlich hab ich nur vom "E-Check" mal gehört.
Natürlich bekommt man einen Elektriker der die Anlage
überprüft und ein Vermögen kostet das auch nicht.
Also machen.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Leo ... schrieb:
>>Das ganze nennt sich dann "e-pass" oder so ähnlich.
> Oder so ähnlich hab ich nur vom "E-Check" mal gehört.

Den meinte ich, danke. Wenn alle Schlagworthülsen ähnlich klingen, dann 
wird es irgendwann schwierig, sich an die richtige zu erinnern (im 
Zusammenhang mit Immobilien gibt es dann noch den "Energiepass"). 
Immerhin greift die Web2.0-Krankheit noch nicht überall, Dingen albern 
klingende komplett inhaltslose Namen à la "Woola", "Joomba" oder 
"Blubba" zu geben.

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