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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Audioverstärker-IC als AM Empfänger Komisches Phänomen!


Autor: Thomas S. (thomas_s74)
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Hi
Ich war grad beim bau eines Audioverstärkers. Als ich von dem schlechtem 
Klang genervt war, sloss ich den MP3 player ab und hörte dann komische 
Stimmen aus dem Lautsprecher. Ich merkte durch das komische 
"Quietschen", dass es sich um das AM Band handeln musste. Dort sprachen 
einige Deutsche und Chinesen(!). Die deutshen haben versucht den 
zuhörern, Chinesisch beizubringen. Ich meine das ernst! Das hab ich 
wirklich gehört! Die Frequenz konnte ich nicht ändern und sie schien 
auch recht stabil zu sein.
Solch ein komisches Phänomen hatte ich noch nie. Woran kann das liegen?

Verwendetes IC: TBA820M

MFG
Thomas

: Verschoben durch User
Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Hm, kann es sein das ein Funkamateur in der Nähe seinen Sender betreibt
und Nachhilfe in Chinesisch gibt? Wer weiß?
Ich würde erst mal zusehen wie diese Störung in deine Schaltung
eingekoppelt wird.
Wenn der Eingang nach Masse kurzgeschlossen wird, ist die Störung dann
weg? Wenn ja, würde ich mal versuchen alle Frequenzen oberhalb 16 khz
auszufiltern mit einem Tiefpass. Zumindest wäre das meine Idee.

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
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Deine Idee mit dem Tiefpass hört sich gut an. Allerdings habe ich echt 
langsam kein Bock mehr auf dieses IC! Ich habe mit dem schon so viele 
Verschiedene Schaltungen mehrmals ausgebaut. Alle Schaltungen hatten ein 
Brummen (troz glättung mit 10.000µF) und mit 1K nach masse geschaltetem 
eingang. Manchmal fing die Schaltung auch an zu schwingen (laut DSO 
sogar im Rechteck). Ich hol mir mal lieber ein gescheites IC. Ich hab ja 
noch 2,30€ auf meinem Paypal konto :D. Naja wohl doch "etwas" zu wenig 
:D. Egal, dann überweise ich halt.

Aber schon ein komisches Phänomen, da das ic nur für NF geeignet ist. 
Was mich erstaunt hat, dass ich jetzt 1 wort chinesisch kann (nichauoh 
oder so :D). Naja Wieder zurück zu dem Phänomen! Das ganze war sogar 
recht laut und deútlich. Allerdings gabs dann doch eine 50 Hz 
überlagerung.

MFG
Thomas

Autor: Kurt Harders (Firma: KHTronik) (kurtharders)
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Da hast Du einen wunderbaren AM-Demodulator durch die 
Eingangs-Diodenstrecken. Am IC wird das nur teilweise liegen, denn ohne 
entsprechende "Antennen am Eingang kommen da keine Störungen rein. Dafür 
spricht auch das Brummen, welches wohl eher aus dem Eingang kommt, als 
aus der Versorgungsspannung.

Autor: Düsentrieb (Gast)
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der empfangene sender dürfte Radio

http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_China_International

wenn du den empfang nicht willst, sollte ein HF-dichter eingang helfen:
- geschirmtes kabel
- ein R-C filter direkt am TDA eingang , zb 1kohm vor dem eingang und 
2nF nach masse

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Das Schwingen wird nicht am Chip liegen, sondern an deiner Verdrahtung. 
Du hast anscheinend viele Design-Rules ignoriert, die man bei 
Audioverstärkern beachten sollte. Das sind andere Rules, als bei 
Digitalschaltungen. Daher kommt auch das Brummen.

Einige sind:
- Sternförmige Masseführung. Dazu gehört, dass Masse-Pins von 
Widerständen und Kondensatoren, die an die Eingänge angeschlossen 
werden, auf kurzestem Wege auf den Masse-Pin (Pin 4) zurückgeführt 
werden müssen und nicht erst die andere Seite der Leiterplatte besuchen 
dürfen.
- Kein Aufbau auf dem Steckbrett! Das gibt eine Katastrophe bei solchen 
"relativ empfindlichen" Schaltungen-
- Die Sache mit dem Tiefpass vor dem Verstärker wurde ja schon genannt. 
Auch ein definierter Eingangswiderstand ist oft hilfreich (im Datenblatt 
verwenden die 10kΩ).
- etc. pp.

Gib erst mal Bilder vom Aufbau oder Layout.

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
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Simon K. schrieb:
> Kein Aufbau auf dem Steckbrett! Das gibt eine Katastrophe bei solchen
>
> "relativ empfindlichen" Schaltungen

Ohh da muss ich wohl noch mal an meiner Schaltung arbeiten.

Ich hab noch ein paar alte Fernseher zum Ausschlachten da. Villeicht hol 
ich mir gleich mal die IC´s daraus. Mal schauen.

Wenn ich bei meiner Schaltung den eingang mit der einen Hand berühre und 
mit der anderen Hand Masse berühre höre ich den Radiosender. Villeicht 
bau ich auch ein Radio :D-scheint ja besser als ein Detektorempfänger zu 
funktionieren. Aber dass die Radiowellen so stark sind, dass ich sie 
damit empfangen kann ist schon faszinierend.

MFG
Thomas

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Allerdings wirst du besseren Radioempfang kriegen, wenn du auch 
tatsächlich ein Radio-IC nimmst ;-)

Autor: basti (Gast)
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@thomas: wo wohnst du? der sender dürfte in der be-ne-lux region zu 
finden sein.

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Thomas S. schrieb:
> Als ich von dem schlechtem
> Klang genervt war,

Thomas S. schrieb:
> Verwendetes IC: TBA820M

Kein Wunder. Das IC ist Schrott. Nimm einen TDA2030 oder gleich 2 für 
Stereo. Alternativ einen CS4525. Die klingen dann schon angenehmer, 
natürlich nur auf vernünftigen Boxen...

Gegen die Stimmen aus dem Äther helfen ein sauberes Layout und 
geschirmte Kabel am analogen Eingang.

Autor: Maik Fox (sabuty) Benutzerseite
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Sowas passiert nicht nur im Selbstbaubereich...

Als Anekdote: Ein Kumpel hat ein lenovo-Notebook. Mit ihm skype ich 
ziemlich häufig. Nachts ab 22 Uhr kann ich dann Radio hören, während ich 
mit ihm rede, da sein Notebook in Verbindung mit seinem Headset auch 
einen Radiosender demoduliert und das Resultat per Internet zu mir 
schickt. Sehr lustig ;)

Autor: Donald Duck (Gast)
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Knut Ballhause schrieb:
> Thomas S. schrieb:
>> Verwendetes IC: TBA820M
>
> Kein Wunder. Das IC ist Schrott.

Nö, das ist ein niedliches Verstärker IC das in vielen Consumer 
Anwendungen eingestzt wurde und dort zuverlässig seinen Dienst tat und 
tut.
Das Problem das IC's wie OP-Vestärker etc. AM-Rundfunk und CW 
gleichrichten ist mir seit einiger Zeit aus der Meßtechnik bekannt. 
Workaround: immer einen Widerstand vor Eingänge die nach draußen 
führen, abgeschirmte Kabel, Metallgehäuse...

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
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Aber das IC hat bei höherer Lautstärke nen extrem schlechten sound. Und 
dabei muss es nicht mal laut sein.

Autor: Donald Duck (Gast)
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Thomas S. schrieb:
> Aber das IC hat bei höherer Lautstärke nen extrem schlechten sound. Und
> dabei muss es nicht mal laut sein.

Wie ist extrem schlechten sound definiert?
Im Datenblatt steht bei Vs=9v, 500mW an 8 Ohm der Klirrfaktor ist 0,4% 
bzw. 0,8%.
Ist nicht berühmt aber noch brauchbar...

Eventuel ist bei dir ein Problem mit der Versorgungsspannung, du hast 
das IC beschädigt oder es schwingt.

Zeig mal deinen Schaltplan, mach ein Photo von deinem Aufbau, schau dir 
mal das Ausgangssignal mit dem Oszilloskop an...

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Es gab mal in den Siebzigern ein dünnes Taschenbuch zum Thema 
"Tonbandaufnahme von Geisterstimmen". Leider finde ich das nicht mehr, 
es war aus irgendeinem der Elektronik-Buchverlage, Franzis, Topp/Frech 
oder so.

Das war es zwar nicht, sieht aber auch interessant aus:
ISBN 9783826020971
bei Google Books kann man drin blättern, ab Seite 44 gehts um 
"Geisterstimmen":
http://books.google.com/advanced_book_search?hl=de

Seite 47 ein Buch von 1982 "Sprechfunk mit Verstorbenen"
"Wahrheit und Lüge der Tonbandstimmenforschung"...

Autor: Peter S (Gast)
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Der TBA820M macht dies sehr gerne, ist schon vom 
Kosmos-Experimentierkasten bekannt. Mir liegt auch noch die 
Erkennungsmelodie des Senders in Erinnerung. Leider konnte ich diese 
aber nie zuordnen, weil ich selbst am FT757GX2 nie die Geduld hatte, 
alle Frequenzen eine Studne laufen zu lassen.

Abhilfe schaffen Keramikkondensatoren an Eingang und über den 
Gleichrichterdioden im Netzteil.

Autor: Frank S (Gast)
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