Heizleistung von Kaminofen erfassen

Gast #1983568
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Hallo Leute, ich habe einen geschlossenen Ofen daheim und würde gern die 
Heizleistung (möglichst in kW) feststellen können. Leider habe ich noch 
gar keinen wirklichen Ansatz, welche Sensorik ich dafür bräuchte.

Also natürlich schonmal mindestens einen Temperatursensor und weiter? 
Stehe derzeit noch auf dem Schlauch, wie man aus Hitzeentwicklung die 
Leistung ermitteln kann. Vermutlich brauche ich noch die 
Außentemperatur, irgendwie einen Wert für den Wärmeschwund und die 
beheizte Fläche, aber all das wechselt ja ständig durch öffnen von Türen 
oder auch Inbetriebnahme anderer Heizaggregate. :-(
#1983593
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Henk schrieb:
> Stehe derzeit noch auf dem Schlauch, wie man aus Hitzeentwicklung die
> Leistung ermitteln kann.

Kein Wunder; so einfach wird es auch nicht gehen.

Es gibt mehrere Ansätze:
- Energiebilanz: Man erfasst, was an Brennstoff zugeführt wird
  (Holzmasse, Restfeuchtigkeit, Heizwert) und was an Wärme
  verloren geht (Massestrom im Kamin, Wärmekapazität dort,
  Temperatur).
  Aus der Differenz ergibt sich die abgegebene Leistung.
- Messung der abgegebenen Leistung: Es werden für die
  verschiedenen Bereiche der Umgebung (direkt abstrahlende
  Flächen, Wärmedurchgang in Mauer, Abgabe in Heizungswasser...)
  einzeln die Wärmeströme erfasst und addiert.
- ähnlich eine Messung der Gesamtwärmeabgabe des Hauses,
  ggf. um andere Wärmequellen reduziert (Personen, Kerzen,
  Haustiere, el. Verbraucher...)

Keiner dieser Wege erscheint mir so, daß man mit wenig
Aufwand zu vernünftigen Zahlen käme.

Nur mit einer Temperatur wird es aber nur Kaffeesatzlesen.
#1983597
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Lothar Miller schrieb:
> Stell den Ofen in ein Kühlaggregat und miss die Leistung, die du
> brauchst, um die Temperatur konstant zu halten... ;-)

so ähnlich (nur nicht mit einem Kühlschrank, sondern z.B. eine
Art Aquarium mit konst. T und Messung der dafür nötigen Wärmeabgabe)
kann man in der Tat so etwas messen.
Die praktische Umsetzung im Wohnzimmer bleibt spannend.
Gast #1983624
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Hallo Henk
Wie wärs mit einem Vergleich.
Mach die Heizung aus und lass den Raum auf sagen wir 10 Grad abkühlen.
Dann mach den Ofen an un mess die Zeit , die er braucht um den Raum auf 
eine höhere Temperatur aufzuheizen (evt. 20 Grad).
Das wiederholst du mit 3 Konvektoren a 2 KW und vergleichtst die Zeit.
Damit hast du zumindest eine Hausnummer.
Dieser ist um so besser, je länger die Zeit.
Gruss Bernd
#1983630
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Dann brauchst du das nicht auf 1% genau.

Ich habe das bei mir mal mit einem Standardholz gemacht (saubere
Buche, gleich nach Schneiden lange genug gelagert - keine
verfaulten Anteile, wenig Restfeuchtigkeit).
Dafür bekommmt man leicht den Heizwert raus (z.B. im Dubbel).
Ungefähren Massestrom und Temperatur im Kamin bekommt man raus,
auch wenn das gar nicht soviel ausmacht, bei mir zumindest.
Die Holzmasse hatte ich einfach mal einen Tag bzw. 8 oder 10
Stunden gewogen vor dem Nachheizen und aufsummiert.

P = Holzmasse*spez.Heizwert/8...10Stunden - Kaminverlust
#1983649
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Bei uns kann der Ofen statt der Kacheln auch einen Wärmetauscher 
speisen.
Der Wasser-Inhalt des Wärmetauschers ist bekannt (46 Liter), der 
Temperaturanstieg des Wassers (°C pro Minute) wird gemessen.

Rechenaufgabe: wieviel Heizleistung führt zu 3°C pro Minute?
(unter 2°C / Minute ist die Reinigung des Wärmetauschers fällig)

Grüße, Peter
Gast #1983799
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Okay, dann stelle ich die Ansprüche mal zurück und versuche nur die 
ungefähre Leistung des Ofens zu bestimmen. Das sollte doch per 
Temperatursensor direkt am Ofengehäuse und einer Referenzmessung bei 
"Volldampf" klappen?
#1983847
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schau noch mal bei 17:01
Dort steht es schon genauer, als es mit höherem Aufwand zu messen wäre.

Die Abgegebene Leistung entspricht etwa dem, was Du vorn rein steckst.

Ein Scheit hat nicht 10kW; 6kW wird also etwa dem "Ladevolumen" deines 
Ofens entsprechen.

Nennleistung = Summe(zugeführte Holzenergie)-Summe(VerlusteDurchAbzug)
Gast #1983895
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Sinn des ganzen sollte es übrigens sein, meiner Hausautomatisierung 
diese Energiequelle noch beizubringen. Alles andere wird bereits 
überwacht und angezeigt, wollt mir halt gern in der Garage 
beispielsweise signalisieren lassen, wenn der Ofen kurz vorm ausgehen 
ist.
Persönliche Seite #1983935
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Die Wärmekapazität von flüssigem Wasser ist c=4187 J/(Kg*K).
Man braucht 4187 Joule um 1Kg wasser um 1K zu erhitzen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenschaften_des_Wassers#Spezifische_W.C3.A4rmekapazit.C3.A4t

Du misst also die "Kalttemperatur" deines Wassers (überall gleiche 
Temperatur!). Dann heizt Du mit Volllast die Wassertasche um 10K und 
nimmst
die Zeit.

Für 42l Wasser brauchst Du bei 10K Überhöhung also 1,758440 MJ.

3,6 MJ sind eine Kilowattstunde (kWh).

Die Wassertasche benötigt also 0,489 kWh.

Wenn Du für 10K 30 Minuten benötigst, hast Du 1kW Heizleistung.

Das ist nur die Heizleistung der Wassertasche. Also wieviel von Deinem 
Holzfeuer in das Wasser geht.

(Ich hoffe, ich habe mich hier nicht verrechnet).


Genauso kannst Du natürlich auch einen Raum berechnen. Hier musst Du 
aber auch mitrechnen, dass zunächst der Heizkörper aufgeheizt werden 
muss, dann die Wände, sowie alle anderen Gegenstände im Raum. Danach die 
Luft. Das hat alles eine unterschiedliche Wärmekapazität.

Hier kannst Du also nur berechnen, wie groß die Leistung der Heizkörper 
ist, um die Luft aufzuheizen.
Persönliche Seite #1983962
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Da fällt mir noch etwas ein.

Du kannst auch eine Heizlastberechnung nach EnEV machen (ist nicht 
schwer; ansonsten machen lassen). Da geht die Dämmung des Hauses mit 
Wärmeverlust mit ein. Danach weißt Du, wieviel kW für jeden Raum 
benötigt wird um diesen bei gegebener Außentemperatur auf eine bestimmte 
Temperatur zu halten.
Dies wird gemacht, um die für einen Raum benötigte Heizkörpergröße zu 
bestimmen.

Wenn Deine Heizung es schafft, diese Temperaturen zu halten, so hast Du 
die Leistung Deiner Heizung. Das kannst Du natürlich auch andersherum 
berechnen.
Du hast eine Außentemperatur, die Raumtemperaturen sowie die Größe der 
Heizkörper. Daraus kannst Du berechnen, wie groß die effektive Leistung 
Deiner Heizanlage ist.

Genau das ist aber das, was interessant ist. Was bringt Dir eine 
10MW-Heizung, die vor allem nach Außen heizt und die Räume nicht 
erwärmt.
Gast #1984026
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> Mich würde halt interessieren, wieviel kW mein Ofen denn
> produziert, wenn das Datenblatt des Ofens 6kW zulässt

2kW.

Die 6kW hat der Ofen, wenn er voll mit "Anmachholz" befüllt
wird und im Test des Herstellers dermassen brennt, daß die
Ofenwände glühen und die Flammen das Ofenrohr durchglühen.

Du willst einen Ofen nicht so betreiben, zumal er das nicht
lange aushält und ruck-zuck unansehnlich korrodiert.

Ein 6kW Nennleistungs-Ofen bringt bei normalem Feuer, wo
also so 2 Scheite auf der Glut früher verbrannter Scheite
vor sich hin brennen mit Flammen, die den Brennraum nutzen
bei dem in der Nachbrennkammer das Holzgas durchzündet und
ebenfalls abbrennt, so 2kW.
Einiges an Heizleistung geht auch zum Schornstein raus,
schliesslich muss die Abluft exakt ausreichend Unterdruck
"Sog" produzieren, damit exakt die Menge Frischluft angesaugt
werden kann, die der Ofen zum aufrechterhakten genau dieses
Brandes benötigt. Das ist also ein Gleichgewicht (Energieverlust
durchs Ofenrohr) und letztlich unabhängig vom Ofen.

Bei offener Terassentür ist der Ofen also effizienter (so
89%) als wenn er die Luft durch enge Ritzen ziehen muss.
Allerdings sollte man sowieso einen Ofen mit extra externer
Frischluftzufuhr haben, sonst saugt er ja kalte Luft an
und macht das Zimmer, zumindest das Nebenzimmer, kälter
als wenn er aus ist, sorgt für Zuglauft und da kalte Luft
von draussen trocken ist wird das Zimmer unangemehn trockene
Luft bekommen (unter 30% ist gesundheitsschädlich).

Wenn ich hier RICHTIG Feuer mache, schlagen die Flammen aus
dem 6m hohen Schornstein oben raus und die Luft donnert wie
bei einem Wandbrand, und das sind (geraten weil Eigenbau) 8kW.
Hast du nicht, willst du nicht.

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