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Forum: Offtopic FAIL oder warum man besser ein bischen mehr Geld ausgibt


Autor: Björn Wieck (bwieck)
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Dies ist ein billiger USB-All in 1 Kartenleser.

Weil der beim SD-Karten Lesen/Schreiben ziemlich unzuverlässig war hab 
ich den mal aufgemacht um nachzuschauen ob eventuell ein Kontaktproblem 
vorliegt.
Und das was ich dann gesehen habe ist schon ziemlich Frech:

Anstelle des eigenlich vorgesehenen 3,3V LowDrop Spannungsregler (U3) 
ist da einfach ab Werk eine Standarddiode quer reingelötet worden...
Mit der Folge das die 5V vom USB Anschluss auf 4,1V (Je nach Last auch 
weniger oder mehr) reduziert direkt auf die SD-Karte die eigentlich für 
3,3V ausgelegt ist gehen.

Diese Kostenoptimierungen bei der Herstellung die in Folge die Hardware 
entweder unzuverlässig oder sogar gefährlich machen gehen mir so richtig 
auf den Keks!!!

Musste ich mal Loswerden.

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
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Björn Wieck schrieb:
> eine Standarddiode

Ich wette, bei Qualitätsprodukten sind das dann 2 Dioden um auf die 
~3,3V zu kommen :D

Ne, spaß beiseite: Ist schon echt dreißt, sowas zu verkaufen. Das ist in 
meinen Augen schon richtige Leichtsinnigkeit. Naja wenn man was 
ordentliches haben will muss man immer selbst Hand anlegen. Chinesen 
kennen keine "Qualität". Das erinnert mich an den Hameg Beitrag von 
vorhin.

Frohe Weihnachten

Autor: Alex Bürgel (Firma: Ucore Fotografie www.ucore.de) (alex22) Benutzerseite
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Auch interessant finde ich, dass etwa 80% der SMD-Pads nicht bestückt 
sind...

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Wenn du den Hersteller/Händler hier nicht public machst,
dann machen die munter weiter so.

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Das ist bei dieser Art Billigprodukt anscheinend normal. Offenbar werden 
die Platinen anhand der Herstellerapplikation geroutet, dann beim 
Prototypen solange Bauteile entfernt, bis es nicht mehr funktioniert, 
und so die günstigste Serienbestückung festgelegt.

Ich hatte mal einen USB-Hub in der Hand, der keinerlei (!) 
Abblockkondensatoren hatte. Die waren auf der Platine zwar vorgesehen, 
aber nicht bestückt. Das gleiche gilt für die Schutzbeschaltung der 
ausgehenden Ports - auf der Platine vorhanden, aber nicht bestückt bzw. 
gebrückt. Die kurzen Anschluß-"Kabel" bestanden aus Kupferlackdraht in 
einem PVC-Schlauch. Offenbar war sogar normales Kabelmaterial von der 
Stange noch zu teuer.

Das Gerät schaffte es zwar, angeschlossene Geräte zu enumerieren, aber 
nach wenigen Sekunden stieg die Kommunikation reproduzierbar aus.

CE-Zeichen war natürlich vorhanden.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Björn Wieck schrieb:
> Dies ist ein billiger USB-All in 1 Kartenleser.
>
> Diese Kostenoptimierungen bei der Herstellung die in Folge die Hardware
> entweder unzuverlässig oder sogar gefährlich machen gehen mir so richtig
> auf den Keks!!!
>
> Musste ich mal Loswerden.

Dann muss ich mal die Frage loswerden, warum Du nicht bereit bist, die 
Arbeit anderer vernünftig zu entlohnen.

You get, what you pay for.

Dann passiert so etwas auch nicht.

Entgegen langläufigen Vorurteilen (siehe oben) können Chinesen durchaus 
hervorragende Qualität liefern - wenn man gewillt ist, sie anständig zu 
entlohnen.

Die sind nämlich nicht blöd, die Chinesen.

Chris D.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Björn Wieck schrieb:

>Anstelle des eigenlich vorgesehenen 3,3V LowDrop
>Spannungsregler (U3) ist da einfach ab Werk eine
>Standarddiode quer reingelötet worden...

Wenn die Spezifikationen der Schaltung und aller Bauteile die 4,1V 
mitmachen, die Spannung wenigstens ausreichend gesiebt ist, und das 
Gerät auch alle Tests einwandfrei besteht, ist es normalerweise kein 
Problem.

Ich hatte auch schon mal mit solchen Billigtrick-Schaltungen zu tun, und 
es dann konkret hinterfragt. Darauf bekam ich dann z.B. von der 
QM-Abteilung eben solche Antworten, daß die Baugruppe alle Tests 
einwandfrei bestand (Funktionstests unter Extrembedingungen, 
Langzeittest im Klimaschrank, usw.). Reklamationen gab es nur im ganz 
normal üblichen Rahmen. Also keine Geräteausfälle bzw. 
Funktionsstörungen durch das Design.

Und last but not least: Die Software im µC kann auch noch dirty sein, 
das siehst du ja überhaupt nicht.

Das Problem ist nicht der deutsche oder chinesische Entwickler, sondern 
die Entwicklungsvorgaben, die bis ins Unerträgliche gehen. So ein Gerät 
soll ja auch noch Marge haben, und zwar möglichst viel, wenn der Bereich 
sehr kostensensitiv ist. Zumindest so viel, daß die Arbeitsplätze damit 
überleben können. Dann wird von der Geschäftsführung auf dem Entwickler 
herum gehackt. So lange, bis es passt. Oder die Serie wird eingestampft. 
Man bettelt quasi intern noch um die Entwicklungsfreigabe, oder landet 
auf dem Schleudersitz...

Fang jetzt nicht in all deinen elektronischen Geräten mit der Suche nach 
gutem Design an. Vielleicht findest du noch mehr davon...

Wenn Zuverlässigkeit und Funktionalität absolut in Ordnung sind, muß man 
wohl öfters mal mit den Dingen leben.

Aber es ist schon wahr: Die Triebfeder für diese Verhältnisse ist in 
erster Linie der Geiz der Kunden. Besonders schlimm sind da sogar 
Geschäftskunden. Die sagen dir, mach mir das Gerät in einer Stückzahl 
zum gewünschten Preis, sonst gehen wir zum Mitbewerber. Dem geht es aber 
auch nicht besser.

In diesem Sinne: Allen ein frohes Fest!

Autor: Mine Fields (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Die sind nämlich nicht blöd, die Chinesen.

"Die Chinesen" gibt es nicht, alles was man sagen würde wäre ein 
Vorurteil.

Fakt ist aber, dass dort drüben sehr sehr viel Mist gebaut wird - ich 
kann mir sehr gut vorstellen, dass die Methode, wie sie Oliver 
beschrieben wird, dort tatsächlich angewendet wird. Es wird dort viel 
ohne Sinn und Verstand blind kopiert. Habe selbst auch schon ähnliche 
Erfahrung gesammelt.

Ein bisschen liegt es auch an dem dortigen Bildungssystem, das eine 
eigenständige Denkweise nicht unbedingt fördert.

Das schließt aber nicht aus, dass es auch sehr viele hochintelligente 
Chinesen gibt, die auch ordentliche Entwicklungsarbeit abliefern können.

Auch die Mentalität ist eine ganz andere: Kopieren ist bei denen kein 
Diebstahl, sondern eine Ehrung des ursprünglichen Erschaffers; das 
geistige Eigentum selbst ist Eigentum des Volkes.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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>CE-Zeichen war natürlich vorhanden.
Heißt halt China Export, <grinz>

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Chris D. schrieb:
> You get, what you pay for.

Das stimmt für den Endverbraucher so allgemein leider nicht: Er bekommt 
höchstens das, wofür er bezahlt hat - es kann aber auch deutlich 
weniger sein.

> Dann passiert so etwas auch nicht.

Auch das ist zu optimistisch: Was hindert einen Betrüger in der 
Handelskette, billigsten Ramsch aufzukaufen und den dann zu einem 
halbwegs "normalen" Preis zu verkaufen?

Das ist insbesondere im Zusammenhang mit Plagiaten nicht gerade selten.

Autor: Björn Wieck (bwieck)
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Chris D. schrieb:
> Dann muss ich mal die Frage loswerden, warum Du nicht bereit bist, die
> Arbeit anderer vernünftig zu entlohnen.
>
> You get, what you pay for.
>
> Dann passiert so etwas auch nicht.

Ich habe auch nicht behauptet das ich den gekauft hätte.

>
> Entgegen langläufigen Vorurteilen (siehe oben) können Chinesen durchaus
> hervorragende Qualität liefern - wenn man gewillt ist, sie anständig zu
> entlohnen.
>
> Die sind nämlich nicht blöd, die Chinesen.
>
> Chris D.

Und von Chinesen habe ich auch nirgendwo was erwähnt.
Das muss dir wohl zuerst in den Sinn gekommen sein...

Autor: Juppi J. (juppiii)
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Aber es ist schon wahr: Die Triebfeder für diese Verhältnisse ist in
>
> erster Linie der Geiz der Kunden. Besonders schlimm sind da sogar

...nein,es ist die Maximierung des Gewinnes!(Marx)

..übrigens,ab wann bekomme ich für mehr Geld eine bessere Qualität?

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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>...nein,es ist die Maximierung des Gewinnes!(Marx)
Karl Marx? Ich erwähne das nur weil hier auch ein anderer Marx im
Forum ab und zu postet.
>..übrigens,ab wann bekomme ich für mehr Geld eine bessere Qualität?
Wenn du woanders kaufst.

Autor: Juppi J. (juppiii)
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...aber woanders kaufe ich auch erst einmal,um festzustellen das dies 
Schrott sein kann/ ist?

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Juppi J. schrieb:

>...nein,es ist die Maximierung des Gewinnes!(Marx)

Ist das so? Ich hätte eher auf "Geiz ist geil" getippt.

Da sich die Wirtschaft in Kreisläufen bewegt, wird wohl beides einen 
Anteil haben.

Aber im Grunde hast du Recht, ich sollte mehr über den Karl wissen, der 
sogar aus meiner Gegend stammt. In der Tageszeitung berichten sie 
gelegentlich nur belangloses über seine hier verbliebene lange 
Unterhose, das Geburtshaus, und die Chinesen... ;-)

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