Hallo Zusammen,
eine Spezialfrage, ich brauche dünne Drähte die gut erhitzt,
sich mit Lötzinn überziehen, ähnlich, wie Entlötlitze.
Ich muß zwecks Reperatur Kabel zwischen zwei PinPaaren (Raster 0,5)
ziehen, der Abstand ist 0,3mm.
Zu Testzwecken hatte ich mal die Beinchen von einem alten Stromwander
(ähnlich wie auf dem Bild) abgeschnitten, (da die 0,3mm dick waren),
gebogen, reingesteckt, erhitze, lötzinn drangehalten, das ganze
beinchen überzieht sich sofort mit Lötzinn, fertig wars. Perfekt. :)
Ich muß eine Stecke von ca. 5mm überwinden.
Warum sich dies Beinchen so gut mit Lötzinn überziehen, weiß ich nicht,
mit Kupferlackdraht 0,3mm klappt das überhaupt nicht.
Weiß jemand vielleicht, welchen Draht man für einen ähnlichen Effekt
nehmen könnten. (sollte ein Draht sein, keine Geflecht oder mehrere
Adern)
Vielen Dank & Mfg
Bernd
Blanker Kupferdraht ohne Lackschicht. Optional versilbert, wird aber
in 0.3mm schwer zu finden sein. Und jetzt kommt's: Genug Flussmittel
z.B. die No Clean Marke im Stift oder das selbstangesetzte Kolophonium
in Schnaps.
Verzinnter draht, noch nicht korrodiert, lässt sich gut löten,
Silberdraht ohne Silbersulfidschicht auch noch,
Kupferdraht gerade blank geätzt geht auch wunderbar,
ich würde Kupferlackdraht nehmen (der ist durch den Lack isoliert),
dessen Ende 2.5mm mit dem Lötkolben verzinnen,
und den dann an den 0.5mm Anschluss löten.
Such dir ein Kabel aus der Bastelkiste und strippe die PVC-Isolierung
runter, Schwupp hast du genug blanken Draht. Wenn das Kabel eine Litze
war, hast du sogar viel dünnen. blanken Draht.
Winfried schrieb:> Ich würd auch die dünnen Litzendrähte einer Litze nehmen. Vor dem> Auflöten ordentlich verzinnen.
Die Eigenschaft der Entlötlitze, viel Zinn aufzunehmen gründet zum Teil
auch darauf, daß es ein geflecht mit einigem an Zwischenräumen ist, der
entweder Luft enthält oder Flussmittel.
Deshalb verwende ich zum Reparieren von Leiterbahnen immer mehrere dünne
Einzeldrähte aus einer Litze die ich passend zur Leiterbahnstärke leicht
verdrille.
Das hat dann auch genügend zwischenräume, die das Zinn gut aufnehmen und
lässt sich nachher relativ gut löten.
Frank
>Warum sich dies Beinchen so gut mit Lötzinn überziehen, weiß ich nicht,>mit Kupferlackdraht 0,3mm klappt das überhaupt nicht.
Wahrscheinlich hast du lackisolierten Draht mit Polyesterisolierung, wo
mindestens 390°C zum Abbrennen benötigt werden. Beim Fädeldraht ist die
Temperatur wesentlich niedriger.
> Wahrscheinlich hast du lackisolierten Draht mit Polyesterisolierung,> wo mindestens 390°C zum Abbrennen benötigt werden. Beim Fädeldraht> ist die Temperatur wesentlich niedriger.
Das halte ich für ein Gerücht, ich habe beides,
normalen Trafokupferlackdraht und Original Vero Fädeldraht,
und kann dir sagen: Die lassen sich beide gleich entlacken.
> mit Kupferlackdraht 0,3mm klappt das überhaupt nicht.
Du musst natürlich VORHER den Lack abmachen (entweder durch
hineinhalten des Drahtes in einen Tropfen Lötzinn der am
heissen Lötkolben hängt, oder durch Eintaucehn in ein
Lötzinnbad, oder durch Abkratzen mit z.B. einem
Schraubendreher, wobei der Draht auf der Tischfläche rerollt
wird und jedesmal ein Streifen abgekratzt wird bis der
Draht ganz blank ist) und verzinnen.
Es gibt verschiedene Isolationslacke, manche sind nur schwer mit dem
Lötkolben wegzubekommen. Aber der Kupferlackdraht von Reichelt z.B.
lässt sich ähnlich gut löten (mit dem Lötkolben entlacken), wie
Fädeldraht. Dämpfe sollte man nicht einatmen, sind bestimmt nicht
gesund.
>Das halte ich für ein Gerücht, ich habe beides,>normalen Trafokupferlackdraht und Original Vero Fädeldraht,>und kann dir sagen: Die lassen sich beide gleich entlacken.
Die Temperatur hatte ich nicht mehr richtig im Gedächtnis. Bei
Polyurethandraht ( Fädeldraht ..)werden mindestens 375°C benötigt. Das
Abisolieren von Polyesterlackdraht braucht eine höhere Temperatur und
benötigt meist noch eine Vorbehandlung.
Die Tropfenmethode ist gut. Und es sollte beim ersten Versuch
funktionieren.
Sonst entsteht Zunder, der sich nicht löten lässt.