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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Labornetzteil lässt sich nicht mit Oszilloskop messen


Autor: Zehn Vor sieben (langerblitz)
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Hallo,

ich habe mir seit geraumer Zeit ein etwas älteres Labornetzteil 
zugelegt. Es hat 2 Kanäle mit jeweils 50V bei max. 2A. Diese beiden 
Spannungen kann man entweder in Reihe oder parallel schalten; so können 
logischerweise die negativen Ausgänge auf keiner gemeinsamen Masse sein. 
Folglich habe ich zwischen negativem Pol und Gehäuse (Masse) 80V (!!!) 
Potential. Das ist mir erst aufgefallen, als ich versucht habe, eine 
Schaltung, die von diesem Netzteil gespeist wird, mit dem Oszilloskop zu 
messen. Masseklemme vom Tastkopf an - vom Labornetzteil und knall - 
Interne Sicherung durch.
Da die Sicherung (Sicherungen) nur die 2 Phasen zwischen Netz und 
Primärwicklung des Trafos brücken, kann man draus schlussfolgern, dass 
auf der Sekundärseite ein Kurzschluss verursacht wurde.

Da dieses linear geregelte Netzteil nicht gerade einfach aufgebaut ist 
sowie viele Kombinationsmöglichkeiten der Ausgänge aufweist, kann ich's 
wohl vergessen, auf die Verdoppelung der Spannung auf 100V zu verzichten 
und stattdessen beide (-)-Pole vom Ausgang auf Masse zu legen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann mit meinem Oszilloskop das Netzteil 
nicht messen, da es ein Potential von 80V zwischen (-) und Masse ht.

Ist es nicht möglich, das Netzteil nur mit dem positiven Pol zu messen? 
Oder eventuell die Masseklemme vom Tastkopf und den (-)-Pol vom Netzteil 
mit einem Widerstand trennen?

Ich bin wirklich enttäuscht von dem Labornetzteil. Eigentlich habe ich 
es ja nur zum Speisen von kleinen Schaltungen gekauft und jetzt stellt 
sich heraus, dass man damit keine mit dem Netzteil gespeiste Schaltung 
mittels Oszillokop testen kann.

Autor: RainerK (Gast)
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Mein Vorschlag: Netzanschluss des Netzteils oder des Oszilloskops 
während des Meßbetriebs über einen Trenntrafo

Es grüßt RainerK

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Seh mal nach, ob er Schutzleiter im Netzgerät irgendwo verbunden ist, wo 
er nicht hingehört.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Sven Schmidt schrieb:
> Ist es nicht möglich, das Netzteil nur mit dem positiven Pol zu messen?
>
> Oder eventuell die Masseklemme vom Tastkopf und den (-)-Pol vom Netzteil
>
> mit einem Widerstand trennen?

Trenntrafo oder Differentialtastkopf benutzen.

Autor: Zehn Vor sieben (langerblitz)
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>Trenntrafo oder Differentialtastkopf benutzen.
Trennfrafo geht ja nicht, weil ich Gleichstpannung habe.



Ich habe mir das netzteil jetzt mal ganz genau angeschaut:

-Die Schutzleitung ist nur mit dem Gehäuse verschraubt
-kein Bauteil (Transistor, Steuerteil etc) oder Kabel ist sonst am 
Gehäuse leitend- das habe ich auch gemessen, alles isoliert
-der haupttransformator hat weder auf der Primär- noch auf der 
Sekundärwicklung eine Verbindung zum Gehäuse, lediglich der Kern

etwas komisch, dass da noch ein kurzschluss bzw ein hoher Strom fließt, 
wenn ich die völlig vom Schutzleiter getrennte Elektronik auf Masse 
lege.
Ist es möglich, dass diese 80V so stark sind, dass selbst über den 
galvanischen Trenneffekt des Trafos noch zwischen Sekundärseite und 
Schutzleiter ein hoher Strom fließt? Dürfte auch überhaupt ein Potential 
zwischen völlig isolierter Sek. und Schutzleiter messbar sein?

Ich war grad nochmal am Messen und habe immer wieder bei einigen Kabeln 
75 Ohm gegen Masse. Irgendwo, verdammt nochmal, muss ein bauteil mehr 
oder weniger Kontakt zur Masse haben! >.<

Autor: MaWin (Gast)
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> bei einigen Kabeln

Bei welchen denn

> gegen Masse

Du meinst wohl Schutzleiter.

Oder N ?

Oder - Pol des Ausgangs ?

Autor: ich (Gast)
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Trenntrafo zwischen Steckdose und Oszi, ODER Steckdose und Netzgerät.

Autor: Dieter Werner (dds5)
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> Irgendwo, verdammt nochmal, muss ein bauteil mehr oder weniger Kontakt
> zur Masse haben!

Hmmm, könnte die Isolierung zwischen Transistor(en) und Kühlkörper 
beschädigt oder überbrückt sein?

Die Fehlerbeschreibung hört sich nämlich nach Schluss zwischen + 
ungeregelte Spannung (=Kollektor Längstransistor!) und Gehäuse an.

Autor: MaWin (Gast)
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> RainerK schreibe:
> Trenntrafo
> Andrew Taylor (marsufant) schrieb
> Trenntrafo
> ich schrieb:
> Trenntrafo

Ist man hier nur von lauter Schwachmaten umgeben ?

Es ist offensichtlich, daß das Netzteil laut Schaltplan keine Verbindung 
zu Schutzleiter, Null oder Phase haben soll, also defekt ist.

Man ignoriert nicht den Defekt,
es könnte ja auch 75 Ohm nach Phase sein,
wenn man den Netzstecker umdreht.

Autor: Zehn Vor sieben (langerblitz)
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@MaWin:
Klar, also ich meine die Interne Masse vom Labornetzteil, also den 
Schutzleiter sozusagen. Entschuldigt mich für die falsche 
ausdrucksweise!

@ich: ah, okay, ich dachte ja schon. :D

zum aktuellen:

ich habe, glaube iczh, den übertäter fündig gemacht:
es ist eine verfluchte leistungs-gleichrichterdiode mit gewinde. sie ist 
natürlich isoliert mit wärmeleitmatte und nichtleitenden 
unterlegscheiben. doch was sich da ganz eng zwischen isolierscheibe und 
diode befand, hat mich echt erleichtert: nach oxid riechende schwarze 
rußartige substanz. klasse.
ich machs nun ordentlich, nicht so unprofessionel, wie es die polen da 
vor 30 jahren taten. dann seh ich mal weiter!

ich habe zufällig den kollektor von einem transistor gemessen und 
zwischen gehäuse und kollektor 75 Ohm gemessen. das machte mich 
natürlich wunderlich, da es auf dem 2. kanal nicht so war.
da hab ich einfach diesen widerstand verfolgt, bis hin zur 
gleichrichterdiode. und dort ist der fehler.

bald melde ich mich nocheinmal!

Autor: ich (Gast)
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Offensichtlich hat der Threadersteller wenig Ahnung wenn er einen 
Trenntrafo auf der Ausgangsseite des Netzgerätes anschliessen würde.

Autor: Christian H. (netzwanze) Benutzerseite
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Netztrafe defekt.
Windungsschluss zum Kern und somit zum Gehäuse.

Sven Schmidt schrieb:
> Trennfrafo geht ja nicht, weil ich Gleichstpannung habe.

Auch wenn der hier keinen Sinn macht.
Der Trenntrafo käme primärseitig an Dein Netzteil oder vor deinen Oszi.
Laut Schaltplan hast Du aber bereits eine galvanische Trennung durch den 
Trafo (der in diesem Fall defekt ist).

Autor: Christian H. (netzwanze) Benutzerseite
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Sven Schmidt schrieb:
> es ist eine verfluchte leistungs-gleichrichterdiode mit gewinde. sie ist
> natürlich isoliert mit wärmeleitmatte und nichtleitenden
> unterlegscheiben. doch was sich da ganz eng zwischen isolierscheibe und
> diode befand, hat mich echt erleichtert: nach oxid riechende schwarze
> rußartige substanz. klasse.

Oder das.

Autor: Zehn Vor sieben (langerblitz)
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glaubt ihr wirklich, ich sei so dumm und würde versuchen, gleichstrom 
mit einem trenntrafo trennen? ich habe nicht so viel ahnung von 
messtechnik und dachte, da gäbe es so eine art übertrager fürs oszi. 
scheint aber doch etwas unpraktisch.

wieso sollte der trafo einen schaden haben, wenn seine wicklungen gegen 
seinen kern keine leitung haben?

so, ich hab das problem gelöst. wenn die dioden frei in der luft hängen, 
hab ich am ausgang auf allen polen zum schutzleiter max 2V potential.

messtechnik macht spaß, auch, wenn man da wirklich viel zu messen hat.

thread erledigt!

Autor: ich (Gast)
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Sven Schmidt wrote:

>glaubt ihr wirklich, ich sei so dumm und würde versuchen,
>gleichstrom mit einem trenntrafo trennen?

hat sich aber so gelesen

>so, ich hab das problem gelöst.
>wenn die dioden frei in der luft hängen,
>hab ich am ausgang auf allen polen
>zum schutzleiter max 2V potential.

sind genau 2 Volt zuviel

------------------------------------

@MaWin

Trenntrafo zur Fehlersuche, NICHT als Dauerlösung, Du Oberschwachmat :/

Autor: Zehn Vor sieben (langerblitz)
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>sind genau 2 Volt zuviel

und jetzt sinds 0V zu viel.

Ich hab' jetzt eine ordentliche Isolierung für die Dioden untergelegt 
und nun ist die Endstufe zum Gehäuse völlig potentialfrei.

Autor: monnemer (Gast)
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Sven Schmidt schrieb

> messtechnik macht spaß, auch, wenn man da wirklich viel zu messen hat.




Schön wenn es wieder funktioniert.

Du kannst übrigens mit den meisten einfachen zweikanal-scopes auch 
quasidifferentiell messen, so sich ein Kanal invertieren lässt und es 
über eine Addierfkt. verfügt.

Zwei gleiche Tastköpfe nehmen, Eingangsabschwächer beider Kanäle gleich 
einstellen, den angedachten Minuseingang invertieren und Add-Knopf 
drücken.
Die Masseklemmen verbinden oder besser gleich abzupfen.

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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monnemer schrieb:
> Die Masseklemmen verbinden oder besser gleich abzupfen.

Siehe dazu das 7A22 Handbuch

Autor: monnemer (Gast)
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Berechtigter Einwand. War mehr der Handhabung wegen.
Krokoklemmen am besten Isolieren oder Kabel anfertigen sonst gibt es 
ruckzuck einen kurzen, wenn man beidhändig arbeitet.

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