Servus Leute
Ich weiß die RFM Funkmodule wurden hier schon oft lang und breit
diskutiert, dennoch hab ich eine Frage auf die ich in der Suche keine
Antwort fand.
Kurz zum Projekt. Ich bastle an einem Telemetriesystem für
Modellflugzeug
(ja, auch das gabs hier schon). Übertragen werden Motordrehzahl,
-temperatur, -strom und Akkuspannung. Grobe Modellgröße: Spannweite 1,8m
Gewicht 5kg.
Mein System funktioniert. Das ist nicht das Thema. Nur habe ich bisher
die RFM12 Module verwendet mit einer bescheidenen Reichweite von 100 bis
120m.
Jetzt habe ich zumindest im Sender ein RFM12BP eingebaut und möchte das
Ding legal betreiben. Ein erster Test brachte gigantische Reichweiten.
Jetzt muss es nur noch legal werden.
Jedoch verwirrt mich ein Absatz in der Allgemeinzuteilung.
Auszug aus der Zuteilung der Bundesnetzagentur für Short Range Devices:
869,40 - 869,65 MHz
Leistung max. 500 mW
Es sind Frequenzzugangs und
Störungsminderungstechniken
einzusetzen, deren Leistung
mindestens den Techniken
entspricht, die in den gemäß
Richtlinie 1999/5/EG bzw.
des FTEG verabschiedeten
harmonisierten Normen vorgesehen
sind. Alternativ kann ein
maximaler Arbeitszyklus2) von
10% verwendet werden.
Der
Kanalabstand muss 25 kHz
betragen, außer wenn das
gesamte Band auch als ein
einziger Kanal für die Hochgeschwindigkeits-
Datenübertragung
genutzt werden kann.
Was mir unklar ist ist der Absatz wo es dann heißt "Kanalabstand" und
was meinen die mit dem gesamten Band?
Ich würde gern auf 869,525MHz mit etwa 125mW Senden. Duty Cycle 10% ist
auch klar. Meine Frequenz ändert sich nie!
Aber was will mir der letzte Absatz sagen????
Muss ich noch irgendetwas beachten?
Noch eine Frage. Wie kann ich die Ausgangsleistung des Moduls messen?
Vom Antennenanschluss 50 Ohm auf Masse und dann eine Diode dran.
Und wo hin mit der Diode? Von wo nach wo? Und wo wird gemessen?
Danke!
Schöne Grüße
Andi
> Kanalabstand muss 25 kHz betragen
Nun, das bedeutet vermutlich dass die benutzten Frequenzen auf einem
25kHz Raster liegen müssen, d.h.
869,40
869,425
869,45
869,475
... usw.
"Kanalraster" wäre meiner Meinung dann das bessere Wort gewesen.
d.h. deine Frequenz wäre schon OK. Wie breit ist denn das Signal, bzw.
wie schnell ist deine Übertragung?
> Noch eine Frage. Wie kann ich die Ausgangsleistung des Moduls messen?
Ohne HF Messtechnik wird das eh nicht genau zu messen sein. Aber wenn du
ein Fertig-Modul und eine gekaufte Fertig-Antenne benutzt kannst du das
doch einfach im Datenblatt nachlesen. Wenn die Reichtweite ok ist ist
doch alles in Butter.
HF Messtechnik hab ich leider nicht. Das Funkmodul ist zwar ein
Fertigteil, aber "Plug and play" ist nicht. Man muss/kann doch recht
viel einstellen. Auch verwende ich keine Fertigantenne sondern schlicht
weg ein Stück Coaxkabel und anschließend ein Drahtstück mit Lamda 1/4
Länge.
Die FSK Modulation ist +-90kHz wenn du das mit "breit" meinst. Aber das
wäre ja dann schon wieder größer als der Kanalabstand, also muss ich das
anpassen auf +-25kHz.
Die Übertragung ist nicht sehr schnell. Derzeit 4.8kbps ich möchte aber
auf 9.6kbps erhöhen.
Grüße
Andi
Anderl schrieb:> Der> Kanalabstand muss 25 kHz> betragen, außer wenn das> gesamte Band auch als ein> einziger Kanal für die Hochgeschwindigkeits-> Datenübertragung> genutzt werden kann.
Wo liest du das genau?
In der bundesdeutschen Allgemeinzuteilung Vfg. 30/2006 steht:
"Der Frequenzbereich 869,400-869,650 MHz kann - teilweise oder
insgesamt - auch als zusammenhängender Kanal für sehr schnelle
Datenübertragungen verwendet werden, wenn die Übertragungskapazität
der einzelnen 25 kHz-Kanäle nicht ausreicht."
Ich denke, dass das deine Fragen beantworten sollte: 500 mW bei 10 %
zeitlicher Auslastung, 25 kHz pro Kanal, wobei mehr als ein Kanal
gleichzeitig belegt werden darf, wenn das die zu übertragende
Datenrate erfordert.
> Muss ich noch irgendetwas beachten?
Ja, die ETSI EN 300 220-3.
> Noch eine Frage. Wie kann ich die Ausgangsleistung des Moduls> messen?
Mit einem HF-Leistungsmesser oder einem Spektrumanalysator. Nein,
eine einfache Diode genügt dafür nur dann, wenn du deren Kennlinie
zuvor mit einem Generator bekannter Ausgangsleistung kalibriert hast.
Alte Funkerweisheit: "Wer HF misst, misst Mist." Der Trick besteht
darin, auch den gemessenen Mist noch in den Fehlergrenzen abschätzen
zu können, sodass man mit einer vernünftigen Wahrscheinlichkeit sagen
kann, welche Leistungsgrenze nicht überschritten worden ist.
> Das Funkmodul ist zwar ein> Fertigteil, aber "Plug and play" ist nicht. Man muss/kann doch recht> viel einstellen.
Hast du Angst dass du es versehentlich auf mehr als die 500mW
eingestellt hast?
> Die FSK Modulation ist +-90kHz wenn du das mit "breit" meinst. Aber das
...
> Die Übertragung ist nicht sehr schnell. Derzeit 4.8kbps ich möchte aber> auf 9.6kbps erhöhen
Dann muß der Frequenzhub nicht höher oder nicht viel höher sein als die
Datenrate in BPS, d.h. bei 9600 bps sollten 10 oder 20kHz Frequenzhub
leicht reichen. Aber so wie es aussieht darfst du ja eh breiter als
25kHz sein. Könnte zwar sein dass das begrenzt ist auf Fälle die mehr
als 25kHz "erfordern", aber das musst du selber im Detail nachlesen
(hab ich jetzt keine Lust danach zu suchen) Aber ich frage mich gerade
wie genau man das nehemn muß weil ich vermute dass die BNetzA sich da
nicht so anstellt solang du niemanden störst. Und das ist mit dem
Fertig-Funkmodul relativ unwahrscheinlich...
Servus und Danke für die Antworten.
Jörg Wunsch schrieb:> Wo liest du das genau?>>>> In der bundesdeutschen Allgemeinzuteilung Vfg. 30/2006 steht:>>>> "Der Frequenzbereich 869,400-869,650 MHz kann - teilweise oder>> insgesamt - auch als zusammenhängender Kanal für sehr schnelle>> Datenübertragungen verwendet werden, wenn die Übertragungskapazität>> der einzelnen 25 kHz-Kanäle nicht ausreicht."
Na in der bundesdeutschen Allgemeinzuteilung Vfg.40/2010!
Schaust du da:
http://www.bundesnetzagentur.de/cae/servlet/contentblob/162158/publicationFile/9254/ShortRangeDevicesSRD_Vfg40.pdf;jsessionid=C8A5A0F72DC1C7CF0D905DDD5DB58C7B
Gut, die Geschichte mit dem Leistung nachmessen bekomm ich nicht
gebacken. Das lassen wir dann.
Nein ich hab keine Angst, dass ich über den 500mW liege. Die Module
schaffen gar nicht mehr, ich wollte es halt nur mal nachprüfen. Mit
500mW betreib ich die sowieso nicht. Derzeit laufen sie mit etwa 60mW.
Wenn mir das an Reichtweite genügt, bleibts auch dabei (ich brauch etwa
600m) erhöhen kann ich ja immer noch.
Der Grund warum ich das so genau nehme ist ganz einfach. SRDs werden
auch als "Funkanlagen kleiner Leistung für medizinische Implantate"
werwendet.
Siehe:
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1932/sid_C8A5A0F72DC1C7CF0D905DDD5DB58C7B/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/RegulierungTelekommunikation/Frequenzordnung/Allgemeinzuteilungen/ShortRangeDevices_Basepage.html
Etwa 1950m Luftlinie vom Flugplatz entfernt liegt ein Krankenhaus. Da
fliegt auch ab und an ein Heli rum.
Ich kann mir zwar auch nicht vorstellen dass die auf einem, für die
Allgemeinheit zugelassenen Frequenzband, irgendwelche Herzschrittmacher
anschließen, aber ich möcht es auch nicht herausfinden.
Schöne Grüße
Anderl
Ich war bei der letzten Electronica Messe in München auf dem Stand von
HopeRF und habe genau die Frage gestellt, ob ich mit den RFM-Modulen
immer legal unterwegs bin, auch mit den leistungsstarken RFM12BP. Die
Antwort war : Ja, bis auf eine Einschränkung. Es darf der verwendete
Kanal nicht permanent genutzt werden. D.h. es obliegt der Software den
Äther nur bei Bedarf und so minimalistisch wie möglich in Anspruch zu
nehmen.
Das ist einer der Vorteile bei Verwendung von Modulen, dass ich mir über
die HF-Eigenschaften in der Regel nur wenig Gedanken machen muss.
Hi,
hab auch mal ne Frage:
kann ich meine sende-Zeit auf mehrere Kanäle verteilen und z.B.
meine 50% Duty Cycle einfach auf 5 Kanäle verteile womit ich ja wieder
nur 10% / Kanal habe (also FHSS) ???
Danke,
Olli