Die Physik des Eiszapfens

OP (Firma: DB1FW) Persönliche Seite #1995304
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Hallo zusammen.

Ich komme heute morgen aus der Tür und sehe eine Eiszapfen. Soweit zur 
Zeit nicht verwunderlich.

Aber dieser Eiszapfen sieht ungewöhnlich aus.
Er "spaltet sich auf", geht ein Stück seitlich und dann wieder senkrecht 
nach unten.

Nun stellt sich mir die Frage - was veranlasst das Wasser/Eis seitlich 
zu wachsen ? Eiszapfen nach unten -> Ok. Aber was ist hier passiert, 
dass der Eiszapfen ein Stück seitlich wächst ?

Merci für Ideen.

Frank
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#1995757
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U. B. schrieb:
> Erdstrahlen ?

Nein.

Der Eiszapfen besteht aus einer Aneinanderreihung von Verdickungen. Die 
entstehen, wenn Eiskristalle im nachlaufenden Wasser dessen 
Fließeigenschaften verändern.

Wenn so ein Knubbel etwas mehr in die Breite wächst, dann kann dort ein 
neuer Zapfen seitlich heraus wachsen, weil das Gemisch aus Wasser und 
Eiskristallen, das von oben kommt, an der Außenseite des neuen Zäpfchens 
hinunterfließt und dort festfriert.
#1996115
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Es wächst kein Zapfen raus.
Das Wasser fliesst runter und durch einen Seitenwind wurde das Wasser 
seitlich getrieben wo es dann frierte. Das nachfliessende Wasser floss 
danach auch über dieses Hindernis und gefror neu. Und wenn du lange 
genug wartest, geht das gefrierte Wasser ieder nach unten.


manometer...
#2002162
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Peter Bierbach schrieb:
> Es wächst kein Zapfen raus.
> Das Wasser fliesst runter und durch einen Seitenwind wurde das Wasser
> seitlich getrieben wo es dann frierte.

So, jetzt werde ich deine Behauptung mal etwas auf die Probe stellen:

- das erste Foto zeigt einen Eiszapfen an einem Balkon im 1. OG
- das zweite einen im 2. OG, also ca. 3,50 m höher

Beide Zapfen sind krumm - nur dummerweise in genau entgegensetzte 
Richtung und in den letzten Tagen, in denen die Zapfen gewachsen sind, 
wehte kein Wind. Die Windhypothese erklärt also nichts.

Wie es zu solch krummen Gebilden kommt, hatte ich hier beschrieben: 
Beitrag "Re: Die Physik des Eiszapfens" und wer jemals 
Wasserrinnsale knapp unter 0° beobachtet hat, dem wird das bekannt 
vorkommen...
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#2002304
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Das ist ein interessanter Link, aber ich glaube nicht, daß das die 
Ursache ist. An den Eiszapfen floß nur sehr wenig Wasser herunter. Zudem 
ist die Hausfassade wohl nicht hochohmig genug, um eine Ansammlung von 
Ladung zu ermöglichen.

Das Wasser-Eis-Gemisch verhält sich etwa wie ein Sand-Wasser-Gemisch: 
das ist auch für Überraschungen gut. Am Baggersee kann man das gut 
ausprobieren, wo feiner Sand ansteht. Der Sand verfestigt sich, wenn 
genug Wasser abgelaufen ist und bildet dann recht bizarre Stalagmiten, 
wenn die Schmierung zwischen den Sandkörnern nicht mehr ausreicht und 
die sich dann an ihren Ecken und Kanten verhaken. Bei weiterer 
Austrocknung zerfallen sie wieder.

Das Eis-Wasser-Gemisch wird immer zäher, je höher der Eisgehalt wird.
(Firma: EleLa - www.elela.de) #2002484
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Nur mal angenommen die gezeigten Rohre sind nahezu übereinander.
Von oben tropft Wasser herunter, immer knapp links am unterliegenden 
Rohr vorbei. Somit bildet sich ein (elektromagnetisches Feld) links vom 
Eiszapfen, der das Wasser am Eiszapfen nach rechts drückt.

(oder je nach Polung eben anders rum)
#2004927
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Florian *.* schrieb:
> Am Haus stroemt der Wind nicht linear vorbei, sondern es entstehen
> Turbulenzen. Die Windhypothese sehe ich durch die verschiedenartige
> Ausrichtung der Zapfen nicht wiederlegt.

Ich empfehle dir wirklich, mal ein Wasserrinnsal bei etwas unter 0° zu 
beobachten. Wenn du das gesehen hast, dann weißt du, wie diese bizarren 
Formen zustande kommen.

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