Mike schrieb:> ... Wie füge ich diese zum Footprint hinzu? Einfach ein Pad> mit entsprechenden Bohrdurchmesser oder gibt es einen anderen Weg?
Hallo,
korrekt ist ein rundes Pad mit Durchmesser 0 und Bohrdurchmesser wie
gewünscht. Bei manchen Systemen kann/muss man angeben, ob
durchkontaktiert oder nicht, wobei restringlose dk-Bohrungen i.A. wenig
sinnvoll sind und ev. auch von der Fertigung beanstandet werden.
Ordentliche Befestigungsbohrungen sind nicht dk, auch wenn das oft ein
zusätzlicher Arbeitsgang ist (die werden nach der galvanischen
Bearbeitung gebohrt).
Sind grosse Bohrungen zum Löten vorgesehen, wie z.B. bei DSub-Steckern
mit Spreizfüssen, dann sollte auch ein Restring da sein.
Gruss Reinhard
Frohes neues Reinhard.
> Ordentliche Befestigungsbohrungen sind nicht dk,
Warum eigentlich nicht?
Klar, eine dk veringert meistens auch irgendwelche Isolationsabstände,
aber was ist im Falle, daß ich dort mehr als genug Platz hätte?
> Sind grosse Bohrungen zum Löten vorgesehen, wie z.B. bei DSub-Steckern> mit Spreizfüssen, dann sollte auch ein Restring da sein.
Das zum verlöten ein Restring da sein sollte, ist einleuchtend.
Aber es gibt z.B. auch Plastikspreitzfüsse, wie an den Mini-Mate-N-Lock
Steckersockeln, die überhaupt nicht gelötet werden können.
Da ist es doch eigentlich egal?
>, wobei restringlose dk-Bohrungen i.A. wenig> sinnvoll sind
Nun, wenn die dk nur vorhanden ist, weil ich einen Arbeitsschritt sparen
möchte, und keine elektrische Funktion hat? Dann auch?
> und ev. auch von der Fertigung beanstandet werden.
Weil die meinen, in einer dk Bohrung müsste grundsätzlich was verlötet
sein?
byebye
Ich vermisse auch die Bohrungen ohne Kupferrestring. Hat man bei Kicad
offenbar vergessen. Es gibt aber einen Beitrag dazu hier:
http://tech.groups.yahoo.com/group/kicad-users/message/7634
und auch hier im Forum wurde dies schon bemängelt.
Befestigungslöcher mit Kupferrestring laufen beim maschinellen löten mit
Zinn zu und müssen nachträglich freigesaugt, oder vorher abgeklebt
werden. Das sind unnötige arbeiten, die Gled kosten und nicht sein
müssen.
Ich hoffe, die Kicad Leute kriegen mit der nächste Version das auf die
Reihe.
Jonny Hey schrieb:>> Ordentliche Befestigungsbohrungen sind nicht dk,>> Warum eigentlich nicht?
Weil Bohrungen ohne Hülse weitaus präziser sind. Wenn es sich um so
etwas wie Zentrierzapfen handelt, was heute bei Steckverbindern fast
immer der Fall ist, würde ICH jedenfalls keine Durchkontaktierung
zulassen. Das merkt man übrigens deutlich, wenn man sowas selbst
bestückt, irgendwelche Zentrierzapfen in dk-Bohrungen zu pressen, ist
eine ziemlich schwammige Angelegenheit, bei ndk-Bohrungen im richtigen
Durchmesser flutscht es ohne Wackeln.
Noch mehr gilt das für Löcher, die erst nach dem Löten benutzt werden,
dann muss man dk-Bohrungen u.U. erst mal wieder freisaugen, und das geht
garnicht sauber genug. Was anderes ist es, wenn man zugleich einen
(Masse-)Kontakt herstellen muss, aber dann muss man die Löcher beim
Löten abdecken. Das sind dann 2 zusätzliche Arbeitsgänge, wegmachen muss
man die Abdeckung ja auch wieder.
> Nun, wenn die dk nur vorhanden ist, weil ich einen Arbeitsschritt sparen> möchte, und keine elektrische Funktion hat? Dann auch?
Grundsätzlich kann man alles machen, auch Murks auf Kundenwunsch. Der
Rand eines Bohrlochs ist aber prozesstechnisch keine klar definierte
Sache und daher wird kaum jemand für so eine restringlose
Durchkontaktierung die gleichen Qualitätsgarantien geben können wie für
die normalen - ich würde in dem Fall sagen, wir machen das auf dein
Risiko, ein Fehler in einer solchen DK ist kein Reklamationsgrund.
Ich habe solche Bohrungen auch schon verarbeitet, meistens wegen eines
Versehens, daher weiss ich z.B., dass man so eine DK-Hülse in einen
3mm-Loch relativ leicht abheben und rausziehen kann. Und wenn man eine
Schraube durchsteckt und anzieht, presst man die Hülse zusammen und
beschädigt sie ev. bis zur Ablösung - das führt nicht gleich zu einem
Fehler, ist aber nach meiner Meinung klarer Murks.
Es gab LP-Hersteller, die "randlose Durchkontaktierungen" als
Sondertechnik angeboten haben (also alle Vias haben Null Restring), aber
die Technik ist fast völlig vom Markt verschwunden, was mich überhaupt
nicht wundert. Ich habe aber nicht die Absicht, ein Buch zum Thema zu
schreiben, das meiste was ich gesagt habe könnte man sich auch selbst
zusammenreimen.
Gruss Reinhard
PS was die Ersparnis angeht - lass dir von deinem LP-Hersteller mal
kalkulieren, was ndk-Bohrungen überhaupt mehr kosten. Wenn du aus
technischen Gründen auch nur eine einzige brauchst, kosten alle weiteren
nicht mehr als normale Löcher.
PS2 Wenn was gefräst werden muss, gibt's garkeine Mehrkosten, das geht
in einem.
Hallo Reinhard.
> Was anderes ist es, wenn man zugleich einen> (Masse-)Kontakt herstellen muss, aber dann muss man die Löcher beim> Löten abdecken. Das sind dann 2 zusätzliche Arbeitsgänge, wegmachen muss> man die Abdeckung ja auch wieder.>
Ich habe schon erlebt, daß die Platinen noch mit Abdeckungen geliefert
wurden. Ich habe mich dann beklagt, und der Hersteller hat dann unserem
Einkauf plausibel erklärt, die Abdeckung wäre, damit der Massekontakt
nicht oxidiert und auch nach Auslieferung guten Kontakt hat. Den Rüffel
habe ich dann selber kassiert. :-)
>> Nun, wenn die dk nur vorhanden ist, weil ich einen Arbeitsschritt sparen>> möchte, und keine elektrische Funktion hat? Dann auch?> Grundsätzlich kann man alles machen, auch Murks auf Kundenwunsch. Der> Rand eines Bohrlochs ist aber prozesstechnisch keine klar definierte> Sache und daher wird kaum jemand für so eine restringlose> Durchkontaktierung die gleichen Qualitätsgarantien geben können wie für> die normalen - ich würde in dem Fall sagen, wir machen das auf dein> Risiko, ein Fehler in einer solchen DK ist kein Reklamationsgrund.
Nun, "zulöten" kommt bei durchkontaktierten 4,5mm Löchern für M4
Schrauben so aus dem Bauch heraus bei einem von 5000 Löchern vor. Die
Löcher sind wegen dem ungleichmäßigen Zinnauftrag im Loch weder 4,5mm im
Durchmesser noch rund. 4M Schrauben passen trozdem durch. Ist alles auch
eine Frage von Toleranzen. Bei 3 oder 2,5 mm würde es aber dann schon
eng.
> Ich habe solche Bohrungen auch schon verarbeitet, meistens wegen eines> Versehens, daher weiss ich z.B., dass man so eine DK-Hülse in einen> 3mm-Loch relativ leicht abheben und rausziehen kann. Und wenn man eine> Schraube durchsteckt und anzieht, presst man die Hülse zusammen und> beschädigt sie ev. bis zur Ablösung - das führt nicht gleich zu einem> Fehler, ist aber nach meiner Meinung klarer Murks.
Erstmal ist es für eine reine Befestigungsbohrung eigentlich egal. Aber
wenn man die Platine mal wechseln muss, passt man auf, das keine
Schraube oder Unterlegscheibe ins Gerät fällt....mit einer losen DK im
Loch rechnet man dann eher nicht. Sie ist auch nicht so gut zu sehen,
kann aber hinterher trozdem genauso unangenehme Kurzschlüsse verursachen
wie lose Schrauben oder Unterlegscheiben.
Kritisch können die Befestigungen mit Kunststoffspreitzern sein. Die
Spreizer halten die DK mit der Innenverzinnung gut fest, aber die
Platine fällt trozdem runter, weil die DK aus der Bohrung rutscht.
Schon erlebt....ist trozdem selten.
>> Es gab LP-Hersteller, die "randlose Durchkontaktierungen" als> Sondertechnik angeboten haben (also alle Vias haben Null Restring), aber> die Technik ist fast völlig vom Markt verschwunden, was mich überhaupt> nicht wundert.
Es wird von einigen speziell für Vias auf Innenlagenund und nicht für
Bauteilkontaktierungen sogar empfohlen. Den so gewonnenen Spielraum in
Isolationsabständen soll man aber nicht ausnutzen. Den Grund habe ich
jetzt leider vergessen.
> PS2 Wenn was gefräst werden muss, gibt's garkeine Mehrkosten, das geht> in einem.
Das hieße als Empfehlung: 4,5mm Befestigungsbohrungen ohne DK beim
nächsten mal nicht als Bohrung sondern als Fräsung.
Dann steht aber u.U. was von Einrichtkosten für die Fräse auf der
Rechnung. Weil die geraden Aussenkanten der Platine nicht zwangsläufig
gefräst werden bzw. mit einem anderem Fräßwerkzeug erstellt werden als
die runden Innenlöcher.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hallo Matthias.
> Ich vermisse auch die Bohrungen ohne Kupferrestring. Hat man bei Kicad> offenbar vergessen. Es gibt aber einen Beitrag dazu hier:> http://tech.groups.yahoo.com/group/kicad-users/message/7634> und auch hier im Forum wurde dies schon bemängelt.
Es ist nicht zwingend nötig, daß jeder von Hand in seiner Datei
rumeditieren muss. In der Bauteil/Modulbibliothek hier sind auch
entsprechend vorgefertigte "Holes" mit verschiedenen Durchmessern als
Footprint:
http://www.mikrocontroller.net/wikifiles/3/33/KiCAD_Module_Footprints_discrete_06Aug2010.zip
Aber den Durchmesser nachträglich ändern wie bei gewöhnlichen Pads kann
man nicht. Bei jeder Änderung kommt eine Fehlermitteilung wegen der
fehlenden Kupferlage. Aber "abbrechen" und alles so lassen geht. :-)
> Ich hoffe, die Kicad Leute kriegen mit der nächste Version das auf die> Reihe.
Noch ärgerlicher ist aber, das nicht zwei verschiedene Drillfiles,
einmal für Dk und einmal für NDK, erzeugt werden. Wo dann auch wieder
der Vorschlag, eine Befestigungsbohrung als Fräsung anzulegen, an Charme
gewinnt. Zum einen sind Befestigungsbohrungen meist größer, und ab 4,
spätestens ab 6mm wird sowieso gefräst, und zum anderen kommt das
entweder ins Outline oder milling file, und das Drillfile ist nur für
DK.
Das gilt aber nicht nur für KiCAD......
Anekdote:
Ich erinnere mich an ein 12mm Loch in einer Hochspannungsplatine, das
nur der Durchführung eines LWLs diente. Aus irgend einem dummen Grunde
waren einige von innen auch mit "DK" erzeugt worden. Keine "gute" DK,
nur ein Schatten ihrer selbst. Dadurch waren dann Isolationsabstände bis
zur Unerträglichkeit unterschritten worden. Es gab ein heftiges Gewitter
auf der Platine, und ich habe einige Zeit mit einer Schlüsselfeile
zugebracht, um die Kupferschicht herauszufeilen.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Bernd Wiebus schrieb:>> Es gab LP-Hersteller, die "randlose Durchkontaktierungen" als>> Sondertechnik angeboten haben (also alle Vias haben Null Restring), aber>> die Technik ist fast völlig vom Markt verschwunden, was mich überhaupt>> nicht wundert.>> Es wird von einigen speziell für Vias auf Innenlagenund und nicht für> Bauteilkontaktierungen sogar empfohlen. Den so gewonnenen Spielraum in> Isolationsabständen soll man aber nicht ausnutzen. Den Grund habe ich> jetzt leider vergessen.
Hallo,
die Frage ist, was man da als Spielraum betrachtet - normalerweise ist
das Pad so gross, dass die Bohrung auch bei maximaler Positions-Toleranz
und Durchmesser-Toleranz noch innerhalb liegt und ein Mindest-Restring
bleibt. Diese Toleranz tritt aber auch ohne Pad auf, so dass man mit der
Leiterbahn keineswegs so nahe an die Bohrung herankann wie das auf dem
Bildschirm aussieht, bei genauem Nachrechnen bleibt vom vermuteten
Vorteil nicht viel übrig. Um es genau zu rechnen: man müsste ein
theoretisches Pad zugrundelegen, dass bei der gegebenen Bohr-Toleranz
einen Mindestrestring von 0 hat.
Es lohnt sich in der Praxis nur, wenn die Via-Pads von vornherein
grösser als notwendig waren.
Gruss Reinhard