Spannungsgeregelter Widerstand

Gast #2004787
Lesenswert?

Hallo,
ich würde gerne den Rückkopplungswiderstand in einem 
Transimpedanzverstärker durch einen spannungsabhängigen geregelten 
Widerstand ersetzen. Ich weiß, dass das th. mit einen FET möglich ist, 
allerdings hab ich damit null Erfahrung (Regelbereich, ...).
Die Steuerspannung liegt im bereich 0-5V und der Regelbreich des 
Widerstandes 0~250k Ohm. Es könnten evtl. auch andere Regelbreiche nötig 
sein (0~1M, ...).
Wie kann ich dafür den richtigen FET auswählen? oder
Gibt es eine Schaltung bei der ich den Regelbereich einstellen kann? 
oder
Gibt es das ganze Integriert?

danke!

Gruß
hal
Gast #2005397
Lesenswert?

> Wie kann ich dafür den richtigen FET auswählen?

Gar nicht, es gibt keinen.

Praktisch baubare FETs sind zu unlinear.

Du kannst nur Festwiderstände umschalten, z.B. mit Analogschaltern.

Das ist der UNterschied zwischen Praxis der Elektronik
und theoretischen Wunschschvorstellen wie sie noch am
Ende eines theorielastigen Studiums vorherrschen.

Alternative sind manchmal VCAs/OTAs, die aber auch eher im Aussterben 
begriffen sind.
Gast #2005429
Lesenswert?

Bekanntlich ist R = U/I. Das kann man mit einem Multiplizierer 
nachbilden.

Auf diese Weise habe ich mal einen spannungsgeteuerten Widerstand 
gebaut, der in einem analogen Regelsimulator den PT100 ersetzt hat.

Man kann auch die Widerstandkennline eines Fet in Grenzen linrarisieren.

Der angestrebte Regelbereich von 0..1 MOhm ist aber in der Tat sehr 
schwierig zu erreichen.

gk
Gast #2005484
Lesenswert?

hal schrieb:
> Hallo,
> ich würde gerne den Rückkopplungswiderstand in einem
> Transimpedanzverstärker durch einen spannungsabhängigen geregelten
> Widerstand ersetzen. Ich weiß, dass das th. mit einen FET möglich ist,
> Wie kann ich dafür den richtigen FET auswählen? oder

Klar geht das. So (oder etwas aufwändiger) kann man optische Empfänger 
mit einer AGC ausstatten. Für kleine Aussteuerungen bist du im linearen 
(ohmschen) Bereich des FETs. Den Widerstand erhältst du ganz einfach, 
indem du die Formel für Ids(Uds) nach Uds ableitest. Für Uds=0 ergibt 
sich: rds=1/(K*(Ugs-Uth)). Siehe WWW.
Source liegt natürlich am Eingangsknoten des TIA, da dessen Potential 
bekannt ist.

> Gibt es das ganze Integriert?

Es gibt programmierbare Widerstände. Wenn dein FET nicht Teil einer 
Regelschleife ist (AGC), so wären diese zu bevorzugen.

Hauptproblem: Wie sicherst du die Stabilität des TIA über den gesamten 
Einstellbereich (Schwingen bei kleinen Werten des 
Feedback-Widerstandes)?
Gast #2005534
Lesenswert?

danke mal für die hilfe!
bei genaueren nachdenken ist das wohl doch nix mit dem fet bei einen 
transimpedanzverstärker. schon allein deswegen, dass die Id-kennline 
abhängig von der drain/source spannung abhängig ist!?
wie könnte denn das mit dem multiplizierer aussehen? der verstärker 
sollte doch dann die funktion Ua = I(Eingang)*R * U(Regelung) haben oder 
verstehe ich das falsch?
Gast #2005545
Lesenswert?

> Id-kennline abhängig von der drain/source spannung abhängig ist

Das wäre ja noch in Ordnung, das ist beim Widerstand nicht anders,
schlimmer ist, daß die R(ds)-Kennline nicht nur abhängig von Ugs sondern 
auch noch von Uds ist.....
Gast #2009798
Lesenswert?

Geschwindigkeit! Gute frage!
Also die Verstärkung wird nicht während eines Vorgangs geregelt d.h. die 
Ausgangsspannung soll über einen µController gemessen werden und der 
Widerstand entsprechend größer oder kleiner getrimmt werden. Zumindest 
sollange bis sich die Ausgangsspannung in einene gewissen Bereich 
befindet.
Kurzum nehmen wir an pro 'Schaltvorgang' ca. ~1ms!?
Gast #2010022
Lesenswert?

> ich würde gerne den Rückkopplungswiderstand in einem
Transimpedanzverstärker durch einen spannungsabhängigen geregelten
Widerstand ersetzen.

Du meinst vermutlich einen steuerbaren Widerstand? Das einfachste
wäre da m.E. ein mit einer grünen LED beleuchteter Foto-Widerstand.
Allerdings sollte man vielleicht sein ganzes Konzept überdenken und
z.B. einen Multiplizierer einsetzen.
Gruss
Harald
Gast #2010051
Lesenswert?

>ich würde gerne den Rückkopplungswiderstand in einem
>Transimpedanzverstärker durch einen spannungsabhängigen geregelten
>Widerstand ersetzen.

Warum? Zur optimalen Rauschanpassung oder nur zum Verstärkung 
einstellen?
Gast #2036908
Lesenswert?

sorry ... hat etwas gedauert ...

@Jägerschnitzel
Zur Verstärkungs bzw. Rauschanpassung. Von der Fotodiode werden Impulse 
gemessen. Das ankommende Licht hat dabei verschiedene Leistung. Während 
einer Messung ist das allerdings konstant. Die Ausgangsspannung des 
Transimpdeanzverstärkers soll konstant gehalten werden. Der 
Dynamikbereich liegt bei ca. 9dB also Faktor ~8.


Ich hab jetzt das ganze mit einem DA-Wandler, einer Spannungsgesteuerten 
Stromquelle, LED und LDR aufgebaut. Mit dem LDR den ich in meinen 
Schubladen gefunden hab erreiche ich nicht den ganzen Dynamikumfang, 
aber das ganze funktioniert in gewissen Grenzen. Was sich aber auch 
zeigt, dass es nach einen Wechsel der Steuerspannung ca. ~2.5 bis 5 
Sekunden braucht bis sich das ganze stabilisiert. Gibt es 
unterschiedlich schnelle LDRs?

Gruß
hal
Gast #2037704
Lesenswert?

>Was sich aber auch zeigt, dass es nach einen Wechsel der Steuerspannung
>ca. ~2.5 bis 5 Sekunden braucht bis sich das ganze stabilisiert. Gibt es
>unterschiedlich schnelle LDRs?

Ja gibt es. Aber wenn es wirklich mehrere Sekunden dauert, zwingst du 
den LDR wahrscheinlich zu hochohmig zu werden. Also nochmals 
Arbeitspunkt und Regelbereich des LDR überprüfen!
Gast #2038941
Lesenswert?

>Nein. Gibt es übrigens auch fertig.

Die Dinger heißen auch "Vactrol":

http://www.perkinelmer.com/CMSResources/Images/44-3684DTS_vtl5c1c2.pdf

Die Abfallzeiten sind höchst unterschiedlich bei diesen Typen. Wenn eine 
kurze Abfallzeit wichtig ist, kann ein schneller Typ gewählt werden. 
Siehe Anhang.

Generell sollte man den Arbeitspunkt und den Regelbereich aber so 
einstellen, daß ein Vactrol von vorne herein gar nicht sehr hochohmig 
werden muß.
Angehängte Dateien:
Gast #2039617
Lesenswert?

Wow ... SUUPER ... ist ja genau was ich suche ...

Bisher setze ich eine 250k Poti in meiner Schaltung ein. Damit fang ich 
meinen vollen Regelbereich ein. Die Plots im Datenblatt des VTL5C1/2 
gehen leider nur bis 100k der Dunkelwiderstand ist allerdings mit 50MOhm 
bzw. 1MOhm angegeben. Schaut doch aus, alls ob das funken könnte!?

Jetzt nur noch die Frage. Wo bekomme ich die Dinger her? Der ersten 
Blick bei Conrad und Reichelt ist leider eine Fehlanzeige.
Gast #2039633
Lesenswert?

ups auf Farnell hab ich ganz vergessen.

@Jusette
Hab ich ganz übersehen, dass das im Post zwei Datenblätter sind.

Ich werd mal nächste Woche bestellen und meine Erfahrung hier Posten.

Danke für all die Hilfe!

Gruß
Hal
Gast #2045145
Lesenswert?

Also ich hab jetzt den VTL5C1 als 'Stromgeregelten Widerstand' benutzt 
und es funktioniert!
Der LDR ist dabei der Rückkoppelwiderstand im Transimpedanzverstärker. 
Die LED wird über eine Spannungsgesteuerte Stromquelle angesteuert und 
diese wiederrum von einen 8-Bit 2R-R DA-Wandler. Der Maximalstrom liegt 
bei ca. 550µA. Der benutzte Regelbereich dürfte zwischen 20k-300kOhm 
liegen. Die Geschwindigkeit der Widerstandsänderung ist schnell genug. 
Ich hab's jetzt nicht gemessen aber zur vorsicht warte ich immer 50ms 
nach jedem Umschalten. Da die Schaltzeit extrem vom Momentanwiderstand 
des LDR abhängt ist diese nicht konstant ... im niederohmigen Bereich 
sauschnell und im hochohmigen Bereich 'ar~~~langsam'.

Gruß
hal

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren