Hallo Leute,
Ich bau mit mehreren Studenten zusammen ein Rennauto, dass dann auch
später einmal in der sogenannten Formular Student fahren soll. Meine
Aufgabe ist das ABS-System. Ich hab jetzt folgendes Problem und hoff,
dass vielleicht irgendeiner von euch mir weiterhelfen kann.
Bei uns soll das ABS grob gesagt derart funktionieren, dass aus dem
Verhältnis von Radgeschwindigkeit zur Fahrzeuggeschwindigkeit eine
Schlupfregelung erfolgt, so dass der Schlupf ca. auf 6% geregelt wird
und dementsprechend der Bremsdruck angepasst wird.
Dazu braucht man aber auch einen Beschleunigungsensor, aus dem man die
aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit berechnen kann und die, die ich bis
jetzt gefunden habe sind zu teuer. Sollte am besten natürlich nichts
kosten:)
Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Firmenvorschläge oder
vielleicht aktuelle Entwicklungen in Firmen, die in der Testphase
sind(die würde man vielleicht umsonst kriegen, da die Firma damit ja
auch Erkenntnisse gewinnen würde) wären hilfreich.
Messbereich sollte im Bereich -50 bis 50g liegen.
Danke schon mal an alle, die sich melden
Grüße, Dominic
Dominic schrieb:> Dazu braucht man aber auch einen Beschleunigungsensor, aus dem man die> aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit berechnen kann und die, die ich bis> jetzt gefunden habe sind zu teuer. Sollte am besten natürlich nichts> kosten:)
Viele Halbleiterhersteller verschicken kostenlos Samples, ihr müsstet
als eMail-Adresse nur eure Uni-Adresse verwenden und eventuell gleich
auf das Projekt verweisen.
> Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Firmenvorschläge oder> vielleicht aktuelle Entwicklungen in Firmen, die in der Testphase> sind(die würde man vielleicht umsonst kriegen, da die Firma damit ja> auch Erkenntnisse gewinnen würde) wären hilfreich.> Messbereich sollte im Bereich -50 bis 50g liegen.
Also wenn ich das grob überschlage, würde ich sagen, dass euer
Messbereich etwas übertrieben ist... ;-)
Guten abend,
ich bin sehr erstaunt, warum der Messbereich 50 g erreichen soll.
Selbst in der Formel 1 sind es doch "nur"maximal 5 g in Kurven.
http://www.oberstufenphysik.de/mechanik/Formel1.htmlhttp://de.wikipedia.org/wiki/Beschleunigung 6 g bei Dragstern
Man verschenkt doch enorm Genauigkeit.
Wenn man nur 10 % vom Endwert nutzt, dessen Genauigkeit von 1% vom
Endwert ist erreicht nur 10% im interessieredem Bereich.
Hallo Dominic,
wie meine Vorredner schon geschrieben haben, sind die 50g "etwas
übertrieben". Mal als Anhaltspunkt: Sensoren von Fahrwerkssteuergeräten
sind in der 3g Klasse.
Und da wäre auch mein Vorschlag: Warum holt ihr euch nicht direkt einen
Inertial-Sensor von einem ABS/ESP? Fragt doch mal bei Conti oder Bosch
an. Beide sind Sponsoren mehrer FS-Teams.
Gruß,
TManiac
(den es immer wieder krämt, das die Formula Student Germany erst in
meinen letzten Semester aus der Taufe gehoben wurde)
Dominic schrieb:> Verhältnis von Radgeschwindigkeit zur Fahrzeuggeschwindigkeit eine
Wo bekommt ihr denn die Geschwindigeit her? Wird die nicht von den
Rädern ermittelt?
mfg.
Bosch Sensortec hat ne Reihe Sensoren speziell für Automotive. Bei so
nem Formula-Student ohne Aerodynamik wirst du irgendwo so bei 1.2 - 1.4g
Beschleunigung liegen, 50g ist da bestimmt übertrieben.
Hallo,
zunächst mal wird es für euch unmöglich sein die geschwindigkeit aus
einem beschleunigungssensor zu berechnen. da zeigt sich mal wieder die
kluft zwischen praxis und theorie. die mems beschleuniungssensoren
welche für euch in frage kommen (wenn ihr nicht ordentlich asche
hinlegen wollt) sind nähmlich mit skalierungsfehlern, offsets,
missalignment ... behaftet. diese werte sind stochastisch und bei jedem
sensor, ja bei jeder achse und bei unterschiedlichen temperaturen
anders. also mit integration der messwerte lauft ihr ganz schnell, ganz
weit weg!
Raddrehzahlsensoren, dafon 4 stück und dann plausibilisieren eventuell
damit einen kalman filter stützen der dann den beschleunigungswert
verarbeiten kann. Viele Grüße Benedikt
ich würde dir auch den weg von benedikt empfehlen...
Den Beschleunigungssensor würd ich jedoch zur sicherheit zusätzlich
verwenden.
Um welches Team geht es denn und wie wollt ihr das ABS umsetzen?
Grüße martin
Wie schon mehrfach geschrieben wird der Beschleunigungssensor alleine
nicht reichen. Aber wir hätten einen handlichen der bis +/- 16g geht,
viel mehr als so ein Rennwagen schafft:
http://www.codemercs.com/index.php?id=134&L=0
Kontaktier uns mal über die Support-Email, wir unterstützen gelegentlich
auch interessante (Uni-)Projekte mit Mustern.
Servus,
bin auch im FS eigentlich sollt ich dir ja nicht helfen aber..... Naja
Also Geschwindigkeit aus Beschleunigugnssensor???
Nicht dass es nicht geht aber ich glaube kaum dass ihr 4 Angetriebene
Räder habt und alle gleichzeitig blockieren.
Falls doch vielleicht über ein dn nach dt nachdenken oder so.
Oder einen guten Sponsor suchen :)
Gruß
Mike
Servus,
Also erstmal danke für die ganzen Rückmeldungen.
Ich werd da jetzt mal alles durchgehen und falls es was neues gibt, meld
ich mich wieder
grüße
Wie wäre es mit Drehzahlsensoren an den nicht angetriebenen Rädern? Mit
Bescleunigungssensoren wird das gar nix. So genau kann man gar nicht
integrieren um da 6% Schlupf hin zu kriegen. Und in Kurven oder gerade
beim driften wird es dann spannend.
Olli schrieb:> Mit> Bescleunigungssensoren wird das gar nix.
Würd ich nicht behaupten.
Sogar Positionserkennung funktioniert mit Beschleunigungssensoren und
dazu muss das Signal 2x integriert werden.
Playstation und Nintendo machens in deren Controllern ja genau so.
Ein entsprechender Algorithmus und ausgeklügelte Signalfilter sind
natürlich Grundvoraussetzung.
Ein Beschleunigungssensor würde aber nicht ausreichen, zumindest nicht
bei einem Auto, da es auch den Neigungswinkel (A/B Achse) ändert, in
alle Richtungen beschleunigungen (X/Y/Z) erfährt und driftet (C Achse).
Du müsstest also alle linearen und rotatorischen Beschleunigungen messen
um einen ännähernd aussagekräftigen Wert in einer Achse berechnen zu
können.
Mit einem 3 Achs-Beschl.-Sensor und 3 Gyros ist es wie gesagt möglich.
Vorgerechnet und vollständig dokumentiert findest du die Algorithmen in
Patenten von PlayStation und Nintendo, auch Segway hat einiges dafür
patentiert.
Ich hab mich selbst lange damit außeinandergesetzt für einen Datenlogger
für Offroad Fahrzeuge.
Ein sehr interessantes Projekt für Flugzeuge hat auch Redbull
finanziert. Dabei handelt es sich um einen Datenlogger, der die
Flugkurve des Flugzeuges aufzeichnet, ebenfalls gemessen mit
Beschl.-Sensoren und Gyros.
Wird anscheinend schon beim Redbull Airrace eingesetzt.
Grunddessen, dass in diesem Bereich schon alles mit Patenten
zugepflastert ist, hat man wenig chance für ein kommerzielles Produkt.
Als Uni-Projekt kann man die Informationen natürlich unentgeltlich
verwenden.
Besonders bei einem Rennfahrzeug sind Beschleunigungsinformationen
interessant, man könnte also die Daten auch für weitere Analysen
verwenden.
hab noch vergessen zu erwähnen wo du die ICs herbekommst.
Analog.com - Stichwort MEMS und Gyroscope
und freescale.com
Die geben bei den meisten Produkten Samples ab, hab selbst viele von
beiden Firmen bekommen.
Auf Ubooten und bei Flugzeugen mit taktischen Waffen wird das auch so
gemacht.
Allerdings spielen die Sensoren eine Liga höher und müssen dann die
Drift über zwei Stunden bis zu Wochen halten. Die Sensoren von dort sind
zum Teil auch verfügbar, die Signalverarbeitung ist ein wenig komplexer.
Ihr benötigt die Informationen sicher nicht, die Kfz Branche zeigt es
geht anderst.
Ich würde da einfach mal ein wenig in den Anleitungen zu neueren PKWs
(Golf 6 etc.) schauen, dort gibt es Servicehefte mit Erklärung (gibts zu
kleinem Geld im Netz).
Um die vier Radsensoren und Getriebesensor kommt man so schnell nicht
herum. Evtl. noch sehr schnelles GPS. Die Radsensoren sollten auch kein
Problem sein, ist ja schon beim Auto billigst realisiert.