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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Audio: Folienkondensator durch Keramikkondensator ersetzbar?


Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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ich habe hier einen älteren Yamaha Audio-Verstärker, welcher in der 
Endstufe einen geplatzten Folien-Kondensator hat.

Wert: 47 pF, 200 V

Die Endstufe wird mit +-67 V getrieben. Wieso der Kondensator geplatzt 
ist weiß ich (noch) nicht. Ich finde blos keine Folienkondensatoren mit 
derartig geringer Kapazität.

Frage: läßt sich der Folienkondensator durch einen leichter 
beschaffbaren Keramik-Kondensator (gleicher Kapazität und 
Spannungsfestigkeit) ersetzen?

Autor: Chinese Helper (Gast)
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Du hast bei Reichelt die Wahl zwischen Glimmer- und 
Styroflexkondensator! Beide in 47pF.
-> http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=1985
-> http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=42425

Autor: Chinese Helper (Gast)
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-> http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=19854
Die 4 beim Copy&Paste nicht mitgekommen...

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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ah ja, danke, da hatte ich wohl nicht genau genug gesucht.

Die 160V= anstelle von 200V= sind sicherlich unproblematisch

Autor: Ulirch (Gast)
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Bei der kleinen Kapazität könnte man auch einen Keramik-Kondensator 
nehmen. Das ist ein Klasse I Keramik, also von den Eigenschaften 
vergleichbar mit Folientypen.

Wieso sollte ein 47 pF 200 V Folienkondensator platzen ?

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Wieso sollte ein 47 pF 200 V Folienkondensator platzen ?

hm, ich weiß es auch (noch) nicht ...

2 Widerstände (parallel geschaltet) hat es auch irgendwie ordentlich 
erhitzt [sowohl L als auch R]

Die Netzteil-Schaltung ist wie folgt:

a) "Leistungs"-Sekundärwicklung mit Mittelabgriff (97,6V~ / 2),  dort 
wird über eine Brücke Gleichspannung erzeugt (+-66,6V). 2 fette Elkos 
(22.000 uF/75V bügeln die Wellen raus.

b) "Kleinleistung"-Sekundärwicklung für Relaisspannung, sowie 
Vorverstärkerstufe. Hier die Sekundärwicklung mit Mittelanzapfung 
(33.1V~ /2), auch wieder mit Brücke, dann aber mit Längstransistoren 
geregelt (+-15V)

Der aufgeblasene Folienkondensator sitzt in der Endstufe, diese wird 
durch a) gespeist

Die hier sichtbaren KLeinleistungs-Dioden sind aber nicht dei 
Gleichrichter-Dioden, sondern gehören zur Endstufe

Autor: mhh (Gast)
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Wegstaben Verbuchsler schrieb:
> Wert: 47 pF, 200 V

Sicher, daß es keine nF sind?
47 pF wären als Keramik-C verwendet worden.

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Sicher, daß es keine nF sind?

hm, jetzt wo du es sagst ...


laut Schaltplan sind es 47 pF, laut Aufdruck "47 K"

der geplatzte ist C618, die beiden gekochten Widerstände sind R646 und 
R741. (der andere Kanal ist identisch aufgebaut)

die Bauteile sind im Quadranten unten rechts

Autor: Bernd das Brot (Gast)
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Hast du das gute Stück Zufällig überlastet?
Die Widerstände für den anderen Kanal sehen auch so aus als hätten die 
zuviel Leistung abbekommen.

Autor: mhh (Gast)
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An der Stelle sind die 47 pF schlüssig.

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Hast du das gute Stück Zufällig überlastet?


ich nicht, aber der Besitzer ;-)

Er leidet jetzt, weil er sein Schätzchen geschreddert hat.

Ja, ich denke der Ausgang ist einfach etwas ungeeignet beschaltet 
worden:

Der Verstärker kennt Ausgang A oder B. An Ausgang A hing ein parallel 
geschaltetes Boxenpaar. An B hing ein Tastenaggregat für 3 mal SCART 
Umschaltung, mit abenteuerlicher SCART-auf-Cinch-Verstöpselung, um die 
beiden einzelnen nochmal seperat umschalten zu können. Irgendwie mochte 
die Endstufe das wohl auf Dauer nicht ....

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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1. Keramikkondensatoren haben meiner Erinnerung nach ein nichtlinieares 
U-C-Diagramm - daher für Audioanwendungen eher nicht so gut geeignet.

2. Auf dem Bild sind Uralt-Elkos zu erkennen. Die gesamte family würde 
ich austauschen, die Dinger sind alt und vertrocknet.

3. Wenn du uns den Typ verrätst, hat vielleicht einer nen Schaltplan wo 
die Werte des Kondensators ersichtlich sind.

4. Ersatz-Kondensatoren sollten allenfalls für höhere Spannungen 
ausgelegt sein, niemals aber für geringere Spannungen.

5. Die Kapazitätswerte sollten beibehalten werden. Überdimensioniert 
heißt hier nicht automatisch besser - sondern eben nur über.

Gruß
Michael

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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ach ja, ich glaube nicht, dass die Endstufe leidet, wenn man an den 
Eingängen chaotische Zustände hat.

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> wenn man an den Eingängen chaotische Zustände hat.

nee, das Chaos war an den Ausgängen ....

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Wenn du uns den Typ verrätst, hat vielleicht einer nen Schaltplan wo
> die Werte des Kondensators ersichtlich sind.

Yamaha AX1090 - aber den Schaltplan (des gesamten Verstärkers, nicht nur 
den Ausschnitt) hab ich ja selber ....

Autor: Arno H. (arno_h)
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47 bedeutet 47pF, das K steht für die Toleranz +-10%.

Arno

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> 47 bedeutet 47pF, das K steht für die Toleranz +-10%.

ja, das hab ich schon vermutet, daß "47 K" nicht "47 Kilo 
Femto-Fahrräder" sind ....

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Wegstaben Verbuchsler schrieb:

> nee, das Chaos war an den Ausgängen ....

sorry, hatte ich falsch gelesen. Die Lautsprecherleitungen auf nen 
SCART-Verteiler mit Cinch.....

Da platzt nicht nur der Kondensator sonderm manchen auch noch der 
Kragen....

Der Verstärker ist ein schönes Stück, den sollte man hegen und pflegen 
und nicht als Lichtorgel missbrauchen.

Gibts eigentlich einen runden Tisch für die Missbrauchsfälle von 
Verstärkern?

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Der Verstärker ist ein schönes Stück, den sollte man hegen und pflegen
> und nicht als Lichtorgel missbrauchen.

ja, das sehe ich auch so. Es tut mir ja auch Leid um die kaputten 
Sachen, insbesondere wenn es etwas wertigeres ist. Ich komme mir nur 
manchmal vor wie die Rettungsstation vom Tierheim, halt nur mit 
Elektronik-Zeugs.

Irgendwelche halbtoten Geräte landen dann plötzlich bei mir mit dem 
Begleitspruch "... ich hab gehört, du kennst dich mit elektronischen 
Sachen aus ...". Aus der Nummer kommt man ganz schlecht wieder raus, 
wenn man da einmal den Samariter-Status erlangt hat ;-)

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Wegstaben Verbuchsler schrieb:

> Sachen aus ...". Aus der Nummer kommt man ganz schlecht wieder raus,
> wenn man da einmal den Samariter-Status erlangt hat ;-)


...dann zieh doch ein langes Gesicht "da wird man nicht viel machen 
können" und streich die Sachen als "Ersatzteillager" ein. Dann kannst du 
sie aufrüsten und verhökern...


nur so als Idee. Die Sache ist die, dass die technisch versierten Leute 
wir wir dass dann auch mehr oder wengiger für lau machen.

Wenn du dagegen nen Steuerberater oder nen Anwalt fragst, wie dies oder 
jedes ist, dann hörst du nur eine halbwarme Antwort - eine fundierte 
Hilfe bekommst du nur wenn du löhnst.

Autor: Rahmstufe (Gast)
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Sind denn die Transistoren überhaupt noch heil? Miß mal mit einem 
Ohmmeter zwischen den Anschlüssen eines jeden Transistors der Endstufe. 
Irgendwo 0R?

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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ja, die aktiven Bauelemente (Transistoren, Dioden) scheinen alle 
meßtechnisch ok zu sein.

Autor: Rahmstufe (Gast)
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Ja, funktioniert denn das Teil noch? Sind die 10R durch?

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Falls du bei den Halbleitern doch Ersatzteilbedarf hast, schick mir eine 
PM. Die Toshiba-Transistoren habe ich in ausreichender Stückzahl auf 
Lager.

Aus meiner Zeit als Audio-Samariter ;)

Die Werkstätten, die da irgendwelche Vergleichstypen einbauen - am 
besten von NTE - sind Pfuscher.

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Sind die 10R durch?

Sie haben alle um die 11 Ohm (gemessen mit meiner Vielfach-5-EUR Gurke).
Da sie aber zu sehr abgekokelt aussehen, habe ich diese komplett 
getauscht


> Ja, funktioniert denn das Teil noch?

Nein, momentan nicht.

Laut Besitzer ist das Fehlerbild folgendes. Man schaltet den Verstärker 
ein, und nach ca. 15 Sekunden werden die Endstufen mitels Relais 
durchgeschaltet. Das Geklicke der Relais ist nun ausgeblieben, eine 
vorgeschaltete Schutzschaltung verhindert dies (diese sitzt irgendwo in 
der Vorstufe und prüft irgendwas)

Im Vorfeld gab/gibt es jedoch noch ein identifiziertes Problem in dem 2. 
Stromversorgungskreis: Einer der Längstransistoren ist durchgehauen, das 
kam wohl aufgrund einer "ungeschickten" Messung an einem Stecker 
zustande.

Das muß erst mal repariert werden, und dann sehe ich weiter. Ob der 
Austausch des geplatzten Kondensators und der gekochten Widerstände da 
schon was bewirkt hat - ich glaube eher nicht.

Autor: Oliver Döring (odbs)
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> Laut Besitzer ist das Fehlerbild folgendes. Man schaltet den Verstärker
> ein, und nach ca. 15 Sekunden werden die Endstufen mitels Relais
> durchgeschaltet. Das Geklicke der Relais ist nun ausgeblieben, eine
> vorgeschaltete Schutzschaltung verhindert dies (diese sitzt irgendwo in
> der Vorstufe und prüft irgendwas)


Diese Schaltung prüft u.a. auf Gleichspannung am Endstufenausgang. Miss 
mal die Endstufentransistoren durch. Wenn die in Ordnung sind, 
Stromversorgung zur Endstufe auftrennen und Labornetzgerät anschließen. 
Wenn du Glück hast, sind da Schmelzsicherungen, dann geht das einfach. 
Strombegrenzung bei 100 mA oder so belassen. Dann kannst du gefahrlos an 
der Schaltung messen.

Autor: Hedwig (Gast)
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>Diese Schaltung prüft u.a. auf Gleichspannung am Endstufenausgang.

Manchmal auch HF...

Da der defekte 47pF Kondensator direkt neben den über die Jahre viel zu 
heiß gewordenen 10R Widerständen sitzt, könnte das ein Grund für den 
vorzeitigen Ausfall des Kondensators sein.

Jetzt macht er wahrscheinlich dort wo er sitzt einen Kurzen und 
verschiebt die DC Ausgangsspannung der Enstufe oder Treiber so weit, daß 
die DC-Schutzschaltung das Ausgangs-Relais nicht einschalten will.

Kondensatoraustausch sollte das Problem dann beheben, falls nicht noch 
mehr kaputt gegangen ist.

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