Heinrich schrieb:
>Wilhelm du erstaunst mich immer wieder.
Und hoffe, daß ich dich auch noch eine Weile weiter erstaune.
Mein Lebenslauf ist krumm, sehr krumm, aber streng kontinuierlich in
einer Linie. Wenn auch da mal eine Arbeitslosigkeit auftaucht.
Ich wurde schon mit 9 Jahren geteert und gefedert. Bei mir war nicht so
das behütete Aufwachsen angesagt. Sollte mich als Kind dazu entscheiden,
ob ich in ein 40km entferntes Gymnasium wollte. Machte den Eignungstest
als Bester, aber auswandern, mit wöchentlichen oder nur monatlichen
Familienbesuchen, nee, das war mir mit 9 Jahren total abartig. Ich
stamme aus einem kleinen Dorf mitten in der Eifel. Rundherum keine
Städte. Die meisten meiner Schulkameraden haben auch einfache Berufe,
wie Maurer oder Bäcker. Als ich 2005 auf dem letzten Klassentreffen war,
hatten sie einen Ingenieur dabei, nämlich mich. Damit konnte niemand
wirklich was anfangen, niemand hatte eine entfernteste Vorstellung.
Nun ja, am Ende der Hauptschule, mußte ich dann für eine Lehrstelle doch
200km weit weg ziehen. Mit 15. An meinem Heimatort konnte ich nur
Gas-Wasser-Scheiße-Installateur in einer 3-Mann-Klitsche oder Bäcker
ebenfalls in der 3-Mann-Klitsche werden. Aber diese Stellen gab es für
mich nicht wirklich. Ich bin aber dankbar über die krummen Dinge in
meinem Leben, so wie sie gelaufen sind. Habe was von der Welt gesehen,
auch wenn es nur ein paar Großstädte in Deutschland waren. Und natürlich
die Bildung.
Einiges andere über meine derzeitigen Aktivitäten, steht in ein paar
anderen parallelen Threads.