Ich bekomme es langsam mit der Angst was für neue Spielchen man sich
immer ausdenkt.
Ein Kollege ist befördert worden und wurde vor 2 Monaten in eine neu
gegründete Abteilung versetzt. Hat sich tierisch gefreut, da er bisher
immer übergangen wurde bei Beförderungen (vom Entwickler zum PL).
Etliche Leute kamen unter ähnlichen Umständen in die neue Abteilung.
Und nun: Die Abteilung performt nicht und wird daher aufgelöst und nach
China verlagert. Alle Leute bekamen betriebsbedingte Kündigungen und
stehen jetzt dumm da.
Kann man da was machen?
Siemens macht das öfters so. Liege ich richtig?
Ich weiss nicht, ob man das was machen kann, denn wenn eine Abteilung
aufgelöst wird, und ersatzlos wegfällt, dann kann gekünsigt werden und
zwar auch ohne Abfindung!
Der Kollege kann nur geltend machen, dass da Absicht dahinter stecken
könnte und die Rückversetzung in die alte Abteilung fordern.
Es macht nämlich keinen Sinn, dass eine Abteilung schon nach 2 Monaten
bewertet wird, wenn sie neu zusammengesetzt wird.
Ob die Richter dem folgen, bleibt offen. Wenn es aber Siemens ist, hat
man Chancen.
Wa sagt da eigentlich der Betriebsrat?
Halte uns mal auf dem Laufenden---
Prinzipiell gibt es in Deutschland keinen Schutz vor Kündigung des
Arbeitsplatzen (es sei denn, eure Firma hätte mit der Gewerrkschaft
einen befristeten Entlassungsstop verhandelt, meist gegen Einbussen in
der Bezahlung), und eine Firma hat problemlos die Möglichkeit, sich von
Mitarbeiter zu trennen mit eher moderatien Fristen und ohne
Abfindungsanspruch.
Lediglich die Auswahl, WELCHE Mitarbeiter gehen müssen, ist ab einer
bestimmten Betriebsgrösse gesetzlich so geregelt, daß nicht mehr der
Chef alleine entscheiden kann, sondern der Betriebsrat gehört werden
muss.
Man einigt sich daher auf sozialverträgliche Entlassungen, stellt also
pro Person auf, wem es am wenigsten weh tun würde, entlassen zu werden.
Aber diese Sozialauswahl ist keineswegs Pflicht.
Bei euch versucht die Firma wohl mit einer Arbeitspositionsauswahl "wer
in der Abteilung der LowPerformer war fliegt". Unwahrscheinlich, daß
dieser Entscheidung der Betriebsrat zustimmt (aber wenn die Kündigung
ausgesprochen wurde, muß er dem zugestimmt haben, bestechliche
Betriebsräte gibt es immer wieder), denn alle diese Mitarbeiter habe
zuvor in anderen Abteilungen gearbeitet, sind also an diesen Orten
nachgewiesenermassen auch einsetzbar.
Wenn es wirklich dein Kollege sein sollte: Halt die Füsse ruhig, bei
einer anders gearteten Auswahl bist du derjenige, der gehen muß (alle
ledigen nicht älter als 30...). Trug dein 'Kollege' deinen Realnamen,
kannst du natürlich versuchen zu erreichen, daß in der Firma neu
gemischt wird. Entlassen wird so oder so die angestrebte Anzahl von
Mitarbeitern die man zur Aufrechterhaltung der Aufgaben nicht mehr
braucht.
Pumuckel schrieb:> Es macht nämlich keinen Sinn, dass eine Abteilung schon nach 2 Monaten> bewertet wird, wenn sie neu zusammengesetzt wird.
Dies.
Ich würde eine Klage vor dem Arbeitsgericht in Erwägung ziehen, mich
dabei aber natürlich vorher von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht
beraten lassen. Das Ziel einer solchen Klage wäre natürlich auch nicht
die Wiedereinstellung, sondern eine möglichst hohe Abfindung zu
erreichen.
Ansonsten bleibt nur, sich einen neuen Job zu suchen. Wer ein paar Jahre
Berufserfahrung hat, aber wiederum auch nicht "zu alt" (nach der kruden
Definition der Arbeitgeber) ist, der kann auf jeden Fall etwas Neues
finden.
Wenn es denn einen Betriebsrat überhaupt gibt. Viele Firmen haben sogar
bis zu etwa 300-500MA durchaus keinen. Und da, wo es keinen gibt,
versucht man auch mit Händen und Füßen, ihn zu verhindern.
Da wo es einen gibt, geht auch nicht immer alles mit rechten Dingen zu.
Ich selbst war einst in einem Großunternehmen, und wollte eine
Werkswohnung, ließ mich auf die Warteliste setzen. Und da in der
Immobiliensparte hatte der Betriebsrat komischerweise auch die Finger
mit drin, fragte mich, ob ich in der richtigen Gewerkschaft wäre (es gab
da mehrere). Wenn nicht, könnte es mit der Warteliste schon mal was
länger dauern, anders gehe es zügiger. Also, das waren richtige
Pfeifenköpfe, versuchten nur die Wahlperiode zu überleben, wie in der
Politik.
Also keine Ahnung, was besser ist: Betriebsrat oder kein Betriebsrat.
Ich kann diese Frage bis heute nicht annähernd beantworten. Da ist zu
viel Geklüngel im Dunkeln. Wenn da im Großunternehmen was war, mischte
sich die Gewerkschaft ein. Nicht der Betriebsrat. Obwohl beide auch eine
Schnittmenge bildeten. Übrigens hieß der da auch Personalrat, nicht
Betriebsrat. Und bildete auch eine Schnittmenge mit der
Personalabteilung.
Ein Ausbildungsfach hieß Berufskunde. Da wurden hauptsächlich die Dinge
durchgekaut, wie das Bundespersonalvertretungsgesetz. Uns Azubis
interessierte das damals leider reichlich wenig.
Eine Abfindung kann höchstens vom Gericht noch zugesprochen werden, von
Natur aus hat man keinen Anspruch. So steht man denn auch nach der
Probezeit niemals sicherer da als in der Probezeit. Da darf man sich mal
nicht täuschen. Oft geht es einfach nur nach dem LIFO-Prinzip, anstatt
soziale Auswahl.
Die Auslagerung nicht so benötigter Mitarbeiter in eine neue Abteilung,
oder gar eine Firmenausgliederung, hat sich doch aber mittlerweile etwas
herum gesprochen. Eine kleine Firmenausgliederung kann man bei Bedarf
leichter auflösen als die Hauptfirma. Der Trick ist uralt, tauchte
erstmals auf, als der Höhepunkt des Wirtschaftswunders nach dem WW2
überschritten wurde. Der lag im Jahr 1979. Zum ersten mal hörte ich von
solchen Geschichten 1984. Ein großes Kölner Unternehmen war damit auf
der Titelseite des dortigen Boulevardblattes, und die Empörung war
allerseits sehr groß. Die Methoden waren damals neu.
Maulwurf schrieb:> Kann man da was machen?
Ja, kann man:
1. ALG beantragen
2. Realität akzeptieren
3. Schlüsse daraus ziehen: Englisch perfektionieren und Chinesisch
lernen
4. Sich um eine Chinesische Staatsbürgerschaft oder zumindest eine
Arbeitserlaubnis bemühen.
5. Sich dann in China bewerben. Dabei feststellen, dass es dort echtes
Wachstum gibt und auch wirklich Ing gesucht werden. Auch ist man dort
mit 30 Jahren noch nicht zu alt. Erfreut festellen, dass dort die
deutsche Ing.Ausbildung noch was Wert ist.
6. Am Anfang 300-500 Euro bekommen.
7. Chinesisch perfektionieren.
8. Langfristig das Jahresgehalt auf 15k bis evt. sogar 30k Euro
steigern. (Möglich, da man alle Voraussetzungen dafür hat.)
9. Über die Lügen des vdi und der Presse nur noch lächeln.
10. Die Info aufnehmen, dass die Arbeitslosenquote in D. über 30% bei
Ing gestiegen ist. Sich darüber aber nicht wirklich wundern.
11. Den Total-Crash des US-Dollars ca. 2025 zur Kenntnis nehmen. Der
Euro fällt Domino artig auch, weil der Euro zu 80% mit dem US Dollar als
Reservewährung "abgesichert" ist.
12. Sich über die Aufwertung der Chin. währung freuen.
13. Seinen Lebensabend in China verbringen und die Anarchie in Europa
nur am Rande warnehmen.
14. Auf dem Sterbebett glücklich lächeln, dass man wenigstens 1 Mal im
Leben eine richtige Entscheidung getroffen ha5t, nämlich auswandern nach
China.
So, du kennst nun den Weg. Es ist der einzige Weg! Was willst du sonst
machen? Bei dem Top-Maangement um Arbeit betteln? Vergiss es!
Wie gesagt, du kennst den Weg jetzt, wahrscheinlich wirst du ihn aus
Bequemlichkeit nicht gehen, aber beschwere dich dann auch nicht.
Robert schrieb:>Auch ist man dort mit 30 Jahren noch nicht zu alt.
Im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht zuuuuuuu alt. Wie ist denn da die
Demografie? Gehst da mit 30 Jahren in Richtung alter Knacker? Auch wenn
es da 120-jährige gibt, aber das täuscht.
Ich schrieb:> Du könntest Recht haben!> 好运中国
Tja, Glück wird man wohl immer brauchen, aber rein objektiv sehen die
Chancen nun mal in D. eher schlecht aus. Sehe ich heute hier im Forum
schon wieder: jeder, der nicht einen guten Job hat, ist immer gleich
selber Schuld. Deshalb möchte ich es eben noch mal ganz woanders
versuchen. Wenn es dann auch nicht klappt, werde ich mein Vorhaben, ein
(jweils landestypisches) Durchschnittseinkommen zu erzielen, endgültig
als gescheitert ansehen müssen. Aber eben erst dann.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Gehst da mit 30 Jahren in Richtung alter Knacker?
Die Frage ist was "alter Knacker" bedeutet. Hier in D. wurde ich schon
mit 28 Jahren als "nicht mehr führbar aufgrund Ihres hohen Alters"
eingestuft. Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr kommen.
>Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr kommen.
Na, vorsicht mit solchen Sprüchen, die dann weiter gehen...
...und es wurde schlimmer.
Wer nicht an einer besseren Welt zu gestalten mitwirken will
und sich lieber seinem Schicksal ergibt, der soll sich nicht
beschweren wenn er Opfer dieser Welt, mit seinen Machenschaften, wird.
Wie heißt es doch so schön: "Es ist nicht meine Schuld das die
Welt so ist, wie sie ist, aber es ist gewiss meine Schuld wenn
die Welt so bleibt".
Tausende Bewerbungen dumm stereotyp zu schreiben und zu verschicken
ist nicht der richtige Weg und wer es trotzdem tut, tut sich selbst
damit keinen Gefallen, sondern nur denen, die behaupten, das das System
so gut ist, wie es bisher war.
Manchmal muss man ne richtige Revolution in Gang bringen.
Übrigens ist so eine Trick nicht neu sondern alt. Der hat schon
vor 30 Jahren, allerdings nur in größeren Betrieben funktioniert.
Umgangssprachlich nennen die sich K.O.-Abteilungen.
Hat sich schon jemand ueberlegt wie man als Firma die Pfeifen loswerden
kann ? Es gibt Momente, da muss man sich leider schweren Herzens von
denen trennen...
> Hat sich schon jemand ueberlegt wie man als Firma die Pfeifen loswerden> kann ? Es gibt Momente, da muss man sich leider schweren Herzens von> denen trennen...
Na ja, du hast 2 Jahre Zeit (erweiterte Probezeit, früher 6 Monate) um
diesen neuen Mitarbeiter zu prüfen.
Das muss ja wohl reichen, ist wesentlich länger als viele Leute ihren
Ehepartner testen (historisch übliche Verlobungszeit: 1 Jahr).
Wenn du mir nun erzählen willst, daß eine Firma nicht in der Lage ist,
in der Zeit zu erkennen, ob der Typ ein Fähiger oder ein Blender ist,
dann drückst du damit nur die totale Unfähigkeit der Firma aus die es
nicht anders verdient hat (Übrigens: Probezeit in China: 1 Monat).
Wer nach 2 Jahren (oder fairer 6 Monaten) als tauglich und
leistungsfähig angesehen wird, den sollte man dann behandeln wie alle
anderen in der Firma auch: Man kann sich von den Mitarbeitern trennen
wenn weniger Arbeit anliegt, aber grob gesagt auf faire Art "die Firma
setzt sich zusammen und klärt wer gehen
muss/will/darf/was-draufgelegt-bekommt".
Unfaire Arten wären Bossing, Mobbing, untergeschobene Verfehlungen,
Pseudoverfehlungen (Stromklau beim Handyladen), auslagern und abspalten
und einstampfen und eine Vielzahl von unterirdisch asozialen
Verhaltensweisen unserer selbsternannten Sklavenherren.
Wenn Firmen nicht mehr so viele Menschen mit bestimmten Kenntnissen
brauchen, aber neue mit anderen Kenntnissen einstellen würden, dann ist
es zumutbar, daß die Firma ihre eigenen Mitarbeiter weiterbildet und
umschult und nicht diese Kosten auf die Gesellschaft umlegt, in dem sie
sie entlässt und andere, auf Kosten der Allgemeinheit umgeschulte,
einstellt.
Wenn Firmen nur betriebswirtschaftlich optimieren wollen, also nur die
Arbeiter bleiben die pro Tag über 1000 Handgriffe machen und die unter
100 Handgriffe fliegen raus, dann ist das ebenso asozial. Will eine
Firma mehr Leistung, hat sie für effizienter durchführbare
Arbeitsabläufe zu sorgen, aber nicht die Menschen immer weiter zu
pressen. Zudem muss der langsamere nicht die schlechtere Arbeit
abliefern.
Also sorry: Es gibt kein Problem, es wird nur von ewiggierigen
Arbeitgebern herbeigeredet.
Alternativ-Plan
1. ALG beantragen
2. Überbrückungsgeld beantragen
3. Französich perfektionieren und Schweizerdeutsch lernen
4. Sich über seine eigene Firma in die Schweiz entsenden zu 120,-Sfr/h
5. In Deutschland alle Kosten absetzen und weniger Steuern zahlen
6. In der Schweiz anstellen lassen und umgerechnet 90.000 Euro bekommen
7. 10 Jahre lang besser verdienen als in Deutschland und China zusammen
8. Sich um eine Schweizer Staatsbürgerschaft bemühen
9. Arbeitserlaubnis in Dauererlaubnis wandeln
11. Langfristig das Jahresgehalt auf 150.000 steigern
12. Über die Lügen des vdi und der Presse nur lauthals lachen
13. Die Info aufnehmen, dass die Arbeitslosenquote in D. über 40% liegt
14. Den Total-Crash des US-Dollars ca. 2020 zur Kenntnis nehmen.
15. Sich über die Aufwertung der Schweizer Währung freuen.
16. Seinen Lebensabend in Lousanne verbringen
17. Anarchie in der EU aus Liechtenstein betrachten
18. Am Lebensende einen Erstwohnsitz in Deutschland anmelden
19. Deutsche Rente, ALG und Soforthilfen absahnen
20. Sich über die Typen belustigen, die nach China ausgewandert sind
@Mawin
(Übrigens: Probezeit in China: 1 Monat).
Wirklich? Haben die da danach Kündigungsschutz?
Wenn nicht, wozu dann ne Probezeit?
>Wenn Firmen nicht mehr so viele Menschen mit bestimmten Kenntnissen>brauchen, aber neue mit anderen Kenntnissen einstellen würden, dann ist>es zumutbar, daß die Firma ihre eigenen Mitarbeiter weiterbildet und>umschult und nicht diese Kosten auf die Gesellschaft umlegt, in dem sie>sie entlässt und andere, auf Kosten der Allgemeinheit umgeschulte,>einstellt.
Das ist eben die Kehrseite jedes Wirtschaftssystems. Kein Unternehmer
muss Verantwortung auf dem Arbeitsmarkt tragen. Am besten wäre es
einige ganz böswillige Unternehmer aus Ihren Firmen zu zerren, die
nackt einem Spiesrutenlauf zu unterziehen, foltern und wenn sie dann
noch predigen, das alles so bleibt, wie es war, die wie im Mittelalter
auf dem Scheiterhaufen verbrennen, wie einst die Hexen(nicht ernsthaft
gemeint). Nur, wer wirft den ersten Stein?
Der Gesetzgeber wäre hier gefordert, nicht um drakonischere Strafen
festzulegen, sondern mehr Ordnung ins System zu bringen. Warum sollte
ein Arbeitszeugnis allein zumutbar sein? Ein Bewerbungszeugnis (zunächst
egal wie das aussieht) wäre hier allemal nützlicher.
Schließlich geht es hier um Menschen und nicht um Produktivkapital.
> > Übrigens: Probezeit in China: 1 Monat> Wirklich?
Ja, wirklich. Es ist schliesslich ein kommunistisches
Land, also Gesetze auf Seiten der Arbeiter und nicht
des Kapitals.
> Haben die da danach Kündigungsschutz?
Ja, sehr ähnlich wie hier: Man darf entlassen wenn
man weniger Aufträge=Arbeit hat, aber man darf nicht
mehr den entlassen, den der Chef nicht mag, sondern
es muss 'sozialverträglich' gekündigt werden. Statt
der Gewerkschaft redet da einer der Partei mit.
China ist schliesslich ein kommunistisches Land und
die meisten (nicht unbedingt nach Anzahl, aber nach
Mitarbeitern) Firmen sind nach wie vor in Staatsbesitz.
NATÜRLICH sind deren Regeln fairer als im
Turbokapitalismusdeutschland.
Wenn hier was in die Presse kommt (Foxconn, bzw. leben
in der Fabrik auf Stoffballen) dann sind das ausländische
Firmen (Foxconn ist aus Taiwan) oder private Firmen
die auch nach chinesischen Regeln sich illegal asozial
zu ihren Mitarbeitern verhalten.
Insgesamt ist natürlich der Level niedriger als hier.
> > 20. Sich über die Typen belustigen, die nach China ausgewandert sind> Guter Plan :)
Bloss. Was will Harri in der Schweiz machen ?
Almbauer ? Bringt nichts ein, lebt quasi nur von Subvention.
Ingenieur ? Selten so gelacht, gibt es in der Schweiz fast nicht, selbst
das Uhrmacherhandwerk ist mau.
Bleibt nur Banker, das Land macht 15% seines BIP durch Gebühren bei
Banktransaktionen, aber wie das bei aufgeblasenen Bankbilanzen so ist
wird das nur gegen ein erkleckliches Risiko erkauft:
Für jeden Schweizer haben die Banken 4.5 Mio an ausgegebenen Krediten
die durch aufgenommene Kredite an anderer Stelle finanziert wurden, und
wenn davon auch nur 10% ausfallen (gar nicht so unwahrscheinlich, wenn
selbst Staatsanleihen als risikoreich gelten), dann bleiben 450000
Fränkli nicht zurückbezahlte, aber von anderen geforderte, Aussenstände
die (in Zeiten des sozialistischen Verteilens der Verluste) der
Staatshaushalt ausgleichen müsste: Das kann er gar nicht. Die Schweiz
ist gigantischer überschuldet als Island es je war.
Und das alles NUR um 15% "besser leben" zu können.
Robert schrieb:> Wilhelm Ferkes schrieb:>> Gehst da mit 30 Jahren in Richtung alter Knacker?>> Die Frage ist was "alter Knacker" bedeutet. Hier in D.> wurde ich schon mit 28 Jahren als "nicht mehr führbar> aufgrund Ihres hohen Alters" eingestuft. Schlimmer> kann es eigentlich nicht mehr kommen.
Mit 28 Jahren, das ist in der Tat erschreckend. Das sind gerade mal 3
Jahre nach einem Studium. Nicht mehr führbar: Da müßte man dann also
beginnen, selbst zu führen.
"Alter Knacker", ist in meiner Gegend ein Sprachgebrauch für die
Bezeichnung des älteren Herrn. Vielleicht mit etwas abschätzigem
Charakter, aber nicht direkt das übelste Schimpfwort.
Ich habe mal ein wenig nach dem Durchschnittsalter verschiedener Länder
gesurft. Und siehe da, Deutschland und ein paar skandinavische Länder
sind absolute Weltspitze. Wir liegen etwa bei 40 Jahren, so weit ich es
der Karte im Link entnehmen kann:
http://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsalter
China liegt trotz der langen 1-Kind-Politik immer noch bei etwa 30
Jahren. Ich kam gestern spontan auf diesen Gedanken, weil im Radio
beiläufig eine Nachricht erschien, daß Indonesien bei nur 25 Jahren
liegt.
Übrigens strebt auch in China die Wachstumskurve asymptotisch gegen
Null, Globalisierung eben, wenngleich es zur Zeit noch besser ist als
bei uns.
Wilhelm Ferkes schrieb:>> Die Frage ist was "alter Knacker" bedeutet. Hier in D.>> wurde ich schon mit 28 Jahren als "nicht mehr führbar>> aufgrund Ihres hohen Alters" eingestuft. Schlimmer>> kann es eigentlich nicht mehr kommen.>> Mit 28 Jahren, das ist in der Tat erschreckend. Das sind gerade mal 3> Jahre nach einem Studium. Nicht mehr führbar: Da müßte man dann also> beginnen, selbst zu führen.
Nicht führbar hat ja nichts mit dem Alter zu tun. Das kann man auch ganz
anders interpretieren - nämlich dass es schlicht und einfach "unfähig"
bedeutet.
Irgendetwas in die Richtung muss es gewesen sein, denn die meisten
Ingenieure sind mit 28 eher noch blutige Anfänger.
>Irgendetwas in die Richtung muss es gewesen sein, denn die meisten>Ingenieure sind mit 28 eher noch blutige Anfänger.
Kommt drauf an was die Ingenieure beruflich machen.
Manche sind und bleiben das auf vielen Gebieten auch weiter,
Alterunabhängig.
Im Prinzip gilt das ja für jeden. Alleswisser oder Alleskönner
wirds kaum geben.
Stefan L. schrieb:>Irgendetwas in die Richtung muss es gewesen>sein, denn die meisten Ingenieure sind mit>28 eher noch blutige Anfänger.
Da hast du Recht. Das Leben ist in allen Variationen nicht schwarz-weiß,
es gibt da eine Unmenge Graustufen.
Ich selbst begann als Ing. mit 44. Sogar mit viel Freude. Wenn auch zur
Zeit mit Unterbrechung. Hab da sowas auch nie gehört. Und auch heute bei
Anfragen nicht. Obwohl ich immer auch nach meinem Alter gefragt werde.
Erst gestern, sagte ich noch einer Personaltante auf solch eine Frage,
wie alt ich genau sei, daß sie ja mein Profil sorgfältig gelesen hat,
und sich das Alter daraus auf +/- 2 Jahre abschätzen könne. Auf Xing
oder Monster gebe ich natürlich nicht mein Geburtsdatum an. Da sieht man
die sorgfältige Arbeitsweise. Manchmal werde ich da zu etwas leichtem
Anflug von Sarkasmus gezwungen, und dann nehme ich auch kein Blatt mehr
vor den Mund. Bei so viel Oberflächlichkeit auf der anderen Seite. Ob
ich 48 oder 52 bin, spielt noch nicht mal bei mir selbst eine Rolle.
Genau so wenig, ob der Geburtstag ein Sonntag oder Montag war, und früh
morgens oder spät abends. Novemberkinder sollen ja besonders anfällig
sein, weil sie nach der Geburt weniger Tageslicht bekamen. Also: Auch
darauf achten.
>nämlich dass es schlicht und einfach "unfähig">bedeutet.
Auch das bedeutet gar nichts. Manche Menschen fühlen sich gerne als
Übermenschen, der König der Welt, und urteilen gerne über andere, putzen
sie herunter. Ohne sich die Mühe über Details zu machen.
Den Robert halte ich keineswegs für unfähig. Der schlägt sich hier
argumentativ ausgezeichnet, und es macht mir Spaß, seine Beiträge zu
lesen. Genau so gut wird er sich in seinem Job und den Zukunftsplänen
schlagen. Wenn man ihm nicht laufend große Knüppel zwischen die Beine
wirft.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Den Robert halte ich keineswegs für unfähig. Der schlägt sich hier> argumentativ ausgezeichnet, und es macht mir Spaß, seine Beiträge zu> lesen. Genau so gut wird er sich in seinem Job und den Zukunftsplänen> schlagen. Wenn man ihm nicht laufend große Knüppel zwischen die Beine> wirft.
Naja ich sehe das ein bisschen anders. Naiv, weltfremd und redet ein
bisschen zu viel von sich selbst. Dazu immer diese selbst erfundenen
Statistiken, immer und immer wieder. Das ist für mich keine überzeugende
Argumentation.
Aber das müssen wir jetzt nicht weiter vertiefen.
Stefan L. schrieb:> Hier in D.>>> wurde ich schon mit 28 Jahren als "nicht mehr führbar>>> aufgrund Ihres hohen Alters" eingestuft.
Das ist allerdings Unfug. Ich hab mein Studium mit 30 abgeschlossen und
wurde vorher bei der BW als nicht führungsfähig eingestuft.
Das spielt allerdings keine Rolle, es kommt immer auf das konkrete
Problem an.
Und letztlich zeigt die Bewertung 'nicht führungsfähig' genau das
Gegenteil, das man selbst ein Führer ist - eben noch zu klein.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Den Robert halte ich keineswegs für unfähig. Der schlägt sich hier> argumentativ ausgezeichnet, und es macht mir Spaß, seine Beiträge zu> lesen.
Thanks man, you make my day!
> Wenn man ihm nicht laufend große Knüppel zwischen die Beine> wirft.
Tja, das ist in der Tat ein Problem. Aber passt schon. Was ich nicht so
ganz verstehe, dass diese mitunter harte Kritik von "Kollegen" kommt.
Wenn der Markt nicht mehr hergibt ist man angeblich ganz alleine
"Schuld", "unfähig" usw.
Mich nerven auch solche pauschalen Aussagen wie: "Wer keinen Job für >
35k bekommt, ist einfach unfähig und ein schlechter Ing."
Stefan L. schrieb:> Naiv, weltfremd und redet ein> bisschen zu viel von sich selbst. Dazu immer diese selbst erfundenen> Statistiken, immer und immer wieder.
Natürlich rede ich von mir selbst. Ich möchte meine ganz persönlichen
Erfahrungen teilen. Ich erfinde keine Statistiken. Wenn ich sage, "70%
schaffen ein ET-Studium nicht" und manche Leute können das nicht
akzeptieren, ist das nicht mein Problem.
Für manche Leute ist es offensichtlich unerträglich, wenn ihre kleine
heile Welt mit Fakten zerstört wird. Natürlich lebt es sich leicht mit
"alle guten Ings haben immer gutbezahlte Arbeit, ich bin ein guter Ing
als habe ich immer gutbezahlte Arbeit." Wenn jetzt jemand kommt (wie
ich), der sagt, ich bin auch einigermaßen qualifiziert, aber es läuft
nicht ganz so rund, dann ist das eben unerträglich und es wird versucht
irgendwelche Gründe zu finden, die das vermeintliche "Versagen"
erklären. (Und irgendetwas findet sich bei fast jedem, Noten,
Studiendauer, Alter, nicht im Gespräch überzeugen, "falsche" Branche
usw. usw.)
So langsam verstehe ich diese Sache mit Gallileo. Wenn offiziell die
Erde eine Scheibe ist (= alle guten Ings finden Arbeit) und jemand
erdreistet sich zu sagen "die Erde ist eine Kugel" (= es gibt auch gute
Ings, die sich schwer tun mit Arbeit finden), dann muss man diese Person
natürlich bestrafen. Sonst wackelt ja die Glaubensillusion.
In diesem Sinne: "Die beste Tarnung ist die Wahrheit, die ist so
unglaublich, die glaubt einem keiner." Da scheint schon was dran zu
sein.
Die 70% mögen stimmen. Das ist ja auch nicht das Problem. Das Problem
ist, dass du diese Zahl ständig wieder als Diskussionsgrundlage
verwendest und es dabei so darstellst, als wären diese 70% völlig
grundlos herausgeprüft worden.
Und natürlich gibt es gute Ingenieure, die es schwer haben einen Job zu
finden. Bei manchen Leuten, die hier im Forum unterwegs sind merkt man
aber recht schnell, dass sie es sich teilweise selbst schwer machen.
Um die Sache mit Galileo aufzugreifen: Gerade die Schwarzmaler im Forum
sind doch die, die nicht glauben können, dass der ein oder andere Poster
hier nach fünf Bewerbungen drei Jobangebote hat und dann mit über 45k
einsteigt. Und dann wird ständig behauptet, die Gehälter in den
Gehaltsthreads wären gefälscht. Ich selbst wurde in dem Forum schon
mehrfach als Personalvermittler dargestellt, nur weil ich nicht die
ewige Schwarzmalerei mitmache und auch mal positive Dinge vom
Ingenieursberuf berichte.
MaWin schrieb:> Prinzipiell gibt es in Deutschland keinen Schutz vor Kündigung des> Arbeitsplatzen (es sei denn, eure Firma hätte mit der Gewerrkschaft> einen befristeten Entlassungsstop verhandelt, meist gegen Einbussen in> der Bezahlung)
Endlich einer der weiß dass wir keinen Kündigungsschutz in Deutschland
haben. Es gibt sobar welche die Kündigugnsschutz als Hinternis für
Arbeitsplätze ansehen. Dummheit, sage ich nur.
>> Hat sich schon jemand ueberlegt wie man als Firma die Pfeifen loswerden>> kann ? Es gibt Momente, da muss man sich leider schweren Herzens von>> denen trennen...>>Wenn du mir nun erzählen willst, daß eine Firma nicht in der Lage ist,>in der Zeit zu erkennen, ob der Typ ein Fähiger oder ein Blender ist,>dann drückst du damit nur die totale Unfähigkeit der Firma aus die es>nicht anders verdient hat (Übrigens: Probezeit in China: 1 Monat).
Das Umfeld veraendert sich. Genausowenig wie Ehen noch halten. Die
Weisheit : "Frueher war ich mal gut" interessiert heute nicht mehr. Wenn
eine Produktelinie nicht mehr laeuft, bringt es wenig die Besten zu
haben. Wenn sich die Kasse des Unternehmens leert, muessen auch die
Besten raus. Ich nehme mal an, es wurde schon versucht, ein anderes
Produkt auf den Markt zu bringen...
Gästchen schrieb:> Endlich einer der weiß dass wir keinen Kündigungsschutz in Deutschland> haben.
Was verstehst du unter Kündigungsschutz? Das letzte deutschsprachige
Land mit sowas was ich mir drunter vorstelle hat 1989 Konkurs
angemeldet.
Gästchen schrieb:> Endlich einer der weiß dass wir keinen Kündigungsschutz in Deutschland> haben.
Das ist meiner Meinung nach etwas überspitzt. Du kannst bei Firmen mit
mehr als 10 Mitarbeitern nicht nach gutdünken jemanden rauswerfen.
Du kannst betriebsbedingt kündigen, aber nicht frei Entscheiden wer
gehen muss. Weiteres erklärt ein Fachanwalt gegen eine seiner Meinung
nach "geringe Gebühr".
Zum Thema Gehaltsstruktur:
Es gibt einfach Branchen mit den unterschiedlichsten Wertschöpfungen.
Meiner einer hat schon 6 stellige Angebote bekommen (Schifffahrt
Ausland) und welche unter 30k/a (KMU).
Die Gehaltsstruktur fanden die Beteiligten jeweils ganz normal.
@ Robert
Du hast was zwischen 11. und 12. vergessen:
11. Mit ansehen wie der US Dollar und der Euro kippt.
12. Sich im Bunker verstecken, weil China den 3. Weltkrieg ausruft,
Grund: Krieg um die seltenen Erden.
13. Sich ärgern, weil auch der Chin. Ying (oder wie das Tier heißt) auch
nichts mehr Wert ist.
14. Zusehen, wie die Welt in einen Haufen Asche verwandelt wird, und
alles was übrig bleibt mit 2*10^23 Sv strahlt...
Fer T. schrieb:> 12. Sich im Bunker verstecken, weil China den 3. Weltkrieg ausruft,> Grund: Krieg um die seltenen Erden.
Naja, China wird ihn sicher nicht ausrufen, die haben die Erden ja.
Eher werden Massenvernichtungswaffen in China vermutet und man muss zur
Sicherheit der Weltbevölkerung dort "Demokratie" aufbauen.
Robert schrieb:>Was ich nicht so ganz verstehe, dass diese mitunter>harte Kritik von "Kollegen" kommt.
Was meinen Teil anbetrifft: Ich bin zur Zeit ein kalt gestellter
Kollege, beim Onkel Hartz. Habe massenhaft Labersäcke um mich herum,
egal ob Dienstleister, Head-Hunter, Unternehmensberater, was auch immer.
Immerhin. Aber viel heiße Luft. Da stehst du unter Umständen immer noch
besser da.
Fer T. schrieb:> 11. Mit ansehen wie der US Dollar und der Euro kippt.
Anders herum betrachtet: Der Yuan steigt gewaltig an. Keiner kauft mehr
chinesische Produkte - darauf hin bricht die chinesische Wirtschaft
völlig in sich zusammen. Es findet eine Art Ent-Globalisierung statt,
viele Billigprodukte werden einfach wieder in der Heimat produziert.
Dass China dann einen Krieg anfängt, um seine abstürzende Wirtschaft zu
stützen, ist dann natürlich auch ein wahrscheinliches Szenario. Dann
kann man nur hoffen, dass sich die EU schön heraushält und man zuschauen
kann, wie sich China, Russland und USA die Köpfe einschlagen. Und
hoffen, dass sie keinen Atomkrieg anfangen.
Als Ausländer möchte man dann sicherlich nicht in China sitzen.
> viele Billigprodukte werden einfach wieder in der Heimat produziert.
Wie denn ?
Das ahebn wir verlernt.
Ausserdem gibt es hier gar keine finanzkräftigen Unternehmen,
weil alles sersplittert, überschuldet, verhegdet ist,
so daß selbst für simpleste Produkte keine Maschinen
finanzierbar sind.
Die Billigprodukte werden also einfach teuer, und wir werden
den Preis zahlen müssen.
Unwahrscheinlich. Das Know-How ist definitiv noch vorhanden. Die
Deutschen bauen größtenteils die ganzen Maschinen noch (z.B.
Spritzgussmaschinen). Und wenn es wesentlich billiger ist, im Inland zu
produzieren, wird sich das Geld auch auftreiben lassen. Anfangs wird es
vielleicht schwierig sein, solange die Chinesen die für sie dann extrem
billigen Maschinen einkaufen.
> Was meinen Teil anbetrifft: Ich bin zur Zeit ein kalt gestellter> Kollege, beim Onkel Hartz. Habe massenhaft Labersäcke um mich herum,> egal ob Dienstleister, Head-Hunter, Unternehmensberater, was auch immer.> Immerhin. Aber viel heiße Luft. Da stehst du unter Umständen immer noch> besser da.
Headhunter, die auf Hartz-IV Empfänger angesetzt sind - originell!
Martin schrieb:>Headhunter, die auf Hartz-IV Empfänger angesetzt>sind - originell!
Du kannst ja Undercover mal Arbeitsloser spielen, und schauen, was sich
da so alles ergibt. Es steht dir völlig frei.
Natürlich posaune ich nicht aus allen Kräften heraus, arbeitslos zu
sein. Für mich privat bin ich das auch gar nicht. Und in den Jobbörsen
gebe ich es auch nicht an. Weil es nicht jede Schnüffelnase was an geht.
Die bekommen von mir schon passende Antworten, da werde ich von Tag zu
Tag besser.
>Die bekommen von mir schon passende Antworten, da werde ich von Tag zu>Tag besser.
Aber nuetzen denn diese Antworten was, um Deine Situation zu verbessern?
Gast
MaWin schrieb:>> viele Billigprodukte werden einfach wieder in der Heimat produziert.>> Wie denn ?> Das ahebn wir verlernt.
Sicher nicht.
> Ausserdem gibt es hier gar keine finanzkräftigen Unternehmen,> weil alles sersplittert, überschuldet, verhegdet ist,> so daß selbst für simpleste Produkte keine Maschinen> finanzierbar sind.
Nö. Hier gibt es einen durchaus gesunden Klein- und Mittelstand.
> Die Billigprodukte werden also einfach teuer, und wir werden> den Preis zahlen müssen.
Klar werden die teurer werden, wenn wir hier auch entsprechende Löhne
haben wollen. Aber sie werden wieder vermehrt hier produziert.
Also: immer locker bleiben :-)
Chris D.
nm vv schrieb:>Aber nuetzen denn diese Antworten was, um Deine>Situation zu verbessern?
Natürlich nehme ich jede ernst gemeinte Chance wahr. Aber nichts
unterhalb der Gürtellinie. Höre mir vieles an.
Viel heiße Luft, wie ich schon schrieb. Auf jede Stelle gibt es hunderte
Bewerber. Es sind ja auch noch genug frei gesetzte mit Berufserfahrung
im Umlauf, ähnlich mir. Nicht nur Absolventen. Wenn jemand meine
Reisekosten übernimmt, fahre ich gerne noch zum Gespräch. Und die Leute
gibt es tatsächlich. Das ist für mich ein Signal von Ernsthaftigkeit.
Ich könnte meine Situation verbessern, indem ich nur 10k€ Jahresgehalt
verlangen würde. Bzw. 17k, und im Männerwohnheim in der Massenunterkunft
leben, wie der Robert. Um nichts anderes geht es.
Massenunterkunft und Männerwohnheim weit weg von der Heimat, hatte ich
schon von 15 bis 27. Das muß ich nicht nochmal haben. Wirklich! Das war
bereits ein beträchtlicher Teil meines Lebens.
Ich bin aber Ü50, und das ist eine Randbedingung, und diese Leute werden
aktuell massenhaft entsorgt. Da muß man sich keine falschen Illusionen
machen, daß es an der nächsten Ecke gleich wieder was passendes gibt.
Ich hab heute auf der Homepage meiner Ex-Firma gesurft, bzw. auch im
"elektronischen Bundesanzeiger" über die Geschäftsberichte. Nun ja, mit
Stellenabbau, es wurden da zwischen 2006 und 2007 15% der Stellen
abgebaut, ich wurde ja entlassen, und einige Top-Leute außer mir auch,
konnten die auch ihre Bilanzen wieder verbessern bzw. schönen.
> Natürlich posaune ich nicht aus allen Kräften heraus, arbeitslos zu> sein.
Selbstverständlich nicht, wie man es ja auch in deinen dezenten
Beiträgen nachlesen kann.
Martin schrieb:>Selbstverständlich nicht, wie man es ja auch>in deinen dezenten Beiträgen nachlesen kann.
Bist du heute mit dem falschen Fuß aufgestanden, oder wurdest schon mit
der Nudelrolle gekämmt?
Wilhelm Ferkes schrieb:> Ich bin aber Ü50, und das ist eine Randbedingung, und diese Leute werden> aktuell massenhaft entsorgt. Da muß man sich keine falschen Illusionen> machen, daß es an der nächsten Ecke gleich wieder was passendes gibt.
Das kommt sicherlich darauf an, welche Kenntnisse man hat. Allgemein
Hardware oder uC-Programmierung ohne speziellen Hintergrund wird es
sicherlich schwer. In Halbleitertechnik/Mikroelektronik sieht es
vermutlich ähnlich aus, weil da in Deutschland im Moment nicht viel los
ist. Wenn man aber Spezialkenntnisse im Bereich Energietechnik hat, wird
man sicherlich auch mit Ü50 im Moment vergleichsweise gute Chancen
haben. Und dann bleiben natürlich noch die ganzen Projektleiter- und
Vertriebsjobs, da werden wohl auch eher ältere gesucht.
> Bist du heute mit dem falschen Fuß aufgestanden, oder wurdest schon mit> der Nudelrolle gekämmt?
Was soll dieser Angriff? Da lobe ich dich & deine geistreichen Texte und
was ernte ich - Pöbeleien.
Mark Brandis schrieb:>Vielleicht ist "Wilhelm Ferkes" ja ein Pseudonym.
Also bitte! Der Name ist genau so echt wie Mark Brandis. Die
Personalabteilungen sollen bitte danach googeln.
Aber Stefan, du hast ein wenig Recht. Meine Kenntnisse in der E-Technik
sind breitbandig, aber auch nirgendwo besonders spezialisiert. Ich
könnte jetzt z.B. mal einen CAN-Bus-Treiber aus dem Ärmel schütteln. Daß
ich in der Lage bin, mich in ein neues Thema einzuarbeiten, geht aus
Zeitgründen leider oft unter. Ich verstehe auch die Zusammenhänge zu
zeitgerechtem Bedarf, keine Frage.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Ich> könnte jetzt z.B. mal einen CAN-Bus-Treiber aus dem Ärmel schütteln.
Einen IC designen? Oder was verstehst du unter CAN-Bus-Treiber?
Wilhelm Ferkes schrieb:> Daß> ich in der Lage bin, mich in ein neues Thema einzuarbeiten, geht aus> Zeitgründen leider oft unter.
Hier spielt sicherlich das Alter eine Rolle. In etwas Neues einarbeiten
können junge oft schneller.
Robert schrieb:> So langsam verstehe ich diese Sache mit Gallileo. Wenn offiziell die> Erde eine Scheibe ist (= alle guten Ings finden Arbeit) und jemand> erdreistet sich zu sagen "die Erde ist eine Kugel" (= es gibt auch gute> Ings, die sich schwer tun mit Arbeit finden), dann muss man diese Person> natürlich bestrafen. Sonst wackelt ja die Glaubensillusion.
ne, die Sache mit Galileo hast du nicht verstanden,
da gings nämlich nicht um Scheibe oder Kugel, das hatte schon ein oller
Grieche geklärt,
sondern darum ob sich die Sonne um die Erde dreht oder nicht
Stefan L. schrieb:>Einen IC designen? Oder was verstehst du unter>CAN-Bus-Treiber?
Ja, hätte auch funktioniert. Hatte ja als Schwerpunkt Mikroelektronik.
Die LPC2000 von Philips/NXP waren zeitweise so schlecht, daß man auf
Grund der Errata Ausweichsoftware schreiben mußte, damit CAN überhaupt
funktioniert.
Die hatten wohl zu viele Frischlinge in der Abteilung, und
Time-To-Market.
Eine Bewerbung mit 50 in solch einem Unternehmen wie Philips, ist aber
auch aussichtslos.
>Hier spielt sicherlich das Alter eine Rolle. In>etwas Neues einarbeiten können junge oft schneller.
Genau. In neue Dinge einarbeiten, geht mit 18 schneller als mit 40.
Erfahrung spielt keine Rolle mehr. Ich hab doch schon oft genug
beschrieben, etwas über 18 zu sein. 50 wird aber jeder auch mal (oder
gelegentlich auch nicht), das kommt ganz automatisch. Und was macht man
aber bis 67?
Daher verstehe ich manche Fragen hier auch nicht, z.B. daß man morgen
schon wieder eine Anstellung bekommt, mit 5 Bewerbungen und 3 Zusagen?
Nee, das klappt etwa mit 30 noch.
Ich werde mir wohl mal ein paar alte Knacker über 50 um mich herum
organisieren müssen, und mich selbstständig machen. Da dürfte auch
Know-How sein. Die Rolling Stones spielen auch noch. Und wie!
Wilhelm Ferkes schrieb:> Erfahrung spielt keine Rolle mehr.
Doch. Es muss eben die Richtige sein.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Ja, hätte auch funktioniert. Hatte ja als Schwerpunkt Mikroelektronik.> Die LPC2000 von Philips/NXP waren zeitweise so schlecht, daß man auf> Grund der Errata Ausweichsoftware schreiben mußte, damit CAN überhaupt> funktioniert.
Nur weil man Mikroelektronik studiert hat, kann man nicht einfach einen
ASIC aus der Tasche schütteln. Vor allem nicht, wenn darin einiges an
Analogtechnik enthalten ist.
Stefan L. schrieb:>Nur weil man Mikroelektronik studiert hat,>kann man nicht einfach einen ASIC aus der>Tasche schütteln.
Den ASIC-Entwurf, macht ja im Studium auch niemand. Da bedarf es einer
Mitarbeit einer konkreten Firma, die sowas macht.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Den ASIC-Entwurf, macht ja im Studium auch niemand. Da bedarf es einer> Mitarbeit einer konkreten Firma, die sowas macht.
Eben, deswegen hat es mich gewundert, dass du das Studium, und nicht
deine Berufserfahrung erwähnt hast. In anderen Threads hast du immer nur
erzählt, dass du dich mit uralten Mikrocontrollern beschäftigst. Für
einen Vollblut-Mikroelektroniker wäre aber doch eher Verilog und FPGA
angesagt.
> Ich werde mir wohl mal ein paar alte Knacker über 50 um mich herum> organisieren müssen, und mich selbstständig machen. Da dürfte auch> Know-How sein.
@ Wilhelm Ferkes
Schreib mir wenn du soweit bist, dann komm ich endlich aus dem
Betonstaub und es wird was Gscheites gmacht.
;-)
Namaste