Hallo,
ich übe mich gerade im (theoretischen) Verständnis mit
Operationsverstärkern. Wenn ich jetzt z.B. über einem Shunt eine
Spannung abgreife und mit einer OPV-Schaltung verstärken möchte, dann
empfiehlt das Lehrbuch ja einen Differenzverstärker. Kann ich, unter der
Voraussetzung, daß der Shunt (quasi als letztes Bauteil in der
Schaltung) direkt an Masse liegt, dann nicht auch eine einfache,
nichtinvertierende Grundschaltung nehmen? Masse des Shunt und
Ausgangsspannung OPV würden sich dann ja beide auf den gleichen
Bezugspunkt beziehen. Negtive Ströme lassen sich so nicht messen, ist
klar und egal, weshalb als weiterer Effekt auch nur eine positive
Versorgungsspannung für den OPV erforderlich ist.
Oder ist das doch zu einfach gedacht?
HAllo,
sollte genauso funktionieren, wird auch in der Praxis oft so gemacht,
dass man unterhalb der Mosfets dann auf Massebezug den Shunt einbaut und
dort direkt einen Spannungsverstärker einbaut.
Kannst du, wenn du eine OpAmp nimmst, der auch knapp unter 0 messen
kann, wie ein LM324, aber du solltest nicht nur den OpAmp-Eingang,
sondern auch den zweiten OpAmp-Eingang (meist üeber den Widerstand der
die Verstärkung einstellt) mit dem einen Anschluss des Shunts verbinden
und den Rest der Schaltunt der sich darauf bezieht, und nicht weit weg
vom Shunt, wo durch hohe Ströme das Massepotential verzerrt ist.
In einem Akt großer Freude, als ich gerade mein Steckbrett füttern
wollte, kam LTspice gestern in mein Leben. Ich dachte hurra, viel Zeit
gespart und spiele im Moment nur noch damit. Wenn ich die von mir weiter
oben vermutete Schaltung mal simuliere, kommt am Ausgang aber etwas
anderes raus. Das Programm hat ein paar Macken (Ausgang OPV 100 kV, wenn
nicht geerdet, mal warnt das Programm davor mal nicht etc.), aber für
Lau wirklich super. Ist vielleicht auch ein RTFM-Problem ...
Jedenfalls kommt bei anhängender Schaltung laut Simulation - 200 mV am
Ausgang des OPV heraus, während ich + 200 mV erwartet hätte, da ich ja
den nichtinvertierenden Eingang genommen habe. Programm wahrscheinlich
fehlerfrei, also mein Fehler. Bitte um Erklärung.
Du hast beim Opamp die beiden Eingänge vertauscht. Ein normaler Opamp
würde in diesem Fall ausgangsseitig in die Begrenzung laufen. Da du aber
einen stark idealisierten Opamp genommen hast, geht die Ausgangsspannung
gegen unendlich und wird nur durch irgendwelche numerischen Fehler
abgebremst :)
> da ich ja den nichtinvertierenden Eingang genommen habe.
Das habe ich erst jetzt gelesen. Du kannst aber aus einer invertierenden
Verstärkerschaltung nicht einfach eine nichtinvertierende machen, indem
du die Eingänge vertauschst. Ein nichtinvertierender Verstärker sieht
anders aus: Operationsverstärker-Grundschaltungen
> Bitte um Erklärung.
Nimm dein Steckbrett.
Da du deine Schaltungen nach trial and error aufbaust wohl der
schnellere Weg, als in der Simulation die OpAmp-Eingänge (nochmal) zu
vertauschen.
+ und - sind NICHT die Versorgungsspannungsanschlüsse des OpAmps. Man
sollte besser einen realen nehmen, der auch eine Versorgungsspannung
braucht.
Yalu X. schrieb:> Du kannst aber aus einer invertierenden> Verstärkerschaltung nicht einfach eine nichtinvertierende machen, indem> du die Eingänge vertauschst.
Oh wie peinlich, danke. Jetzt stimmt's natürlich auch. DEN Fehler mache
ich jedenfalls nicht noch mal ...