Hallo liebes Forum,
ich lese schon einige Zeit fleißig mit nun aber bin ich leider nicht auf
eine Lösung gekommen.
Ich möchte sehr kleine Ströme (pA Bereich, AD549) messen und das ganze
soll letztlich sogar in einem Faradaykäfig von statten gehen. Nun mein
Problem: Ich bastle natürlich eine Anleitung nach (Rouzrokh A. et al.
"Construction, calibration, and validation of a simple patch-calmp
amplifier for physiology education." Adv Physiol Educ 33: 121-129,
2009.), anbei auch ein Auszug der das Netzteil behandelt. Mir ist grob
soweit alles klar, bis auf die Tatsache, dass ich das Bezugspotential
auf die Netzerde legen soll. Macht das Sinn? Ist dies nicht die Idee
eines Bezugspotentials, dass sie NICHT noch irgendwo sonst anliegt?
Gemessen werden soll gegen Erde.
Im Gegenzug kann ich mir Vorstellen, wenn ich 0V und GND nicht verbinde,
dass ich eben keine absoluten Messwerte erhalte, also sagen wir einmal
100 mV eben als bsp. -80mV ausgegeben werden da sich bestimmt irgendwie
Potentialdifferenzen aufbauen.
Was mich eigentlich wirklich verwirrt ist: wenn ich mehrere Geräte
benutze die allesamt ordentlich geerdet sind und ich verwende zwei
solcher Netzteile, wie würden sich dann die Bezugspotentiale zueinander
verhalten?
Zusätzlich habe ich gelesen, dass eben der GND NIE direkt an Masse
gelegt werden soll sondern nur über einen 1..100 nF Kondesator und
zusätzlich sollte zur Funkenstörung ein Netzfilter verwendet werden?
Wodurch ich wiederum keinen Potentialausgleich hätte oder??????
DANKE für Eure Antworten!
Grüße,
Andreas
> dass ich das Bezugspotential auf die Netzerde legen soll
Meist kann man sich das nicht aussuchen, sondern Anlagenteile sind
geerdet oder so. Schutzklasse I oder Schutzklasse II.
Deine Schaltung ist aber zu viel des Guten.
Für 78L15, also unter 100mA sind die Elkos VIEL zu gross (allerdings
sind auf der Platine 1A Regler, da geht's), um den Faktor 10 zu gross.
Die höhere Kapazität für zu kleinerem Stromflusswinkel und damit
grösseren Störungen. Mach sie kleiner, und rück sie näher an die Regler.
C3, C4, C5, C6, C9, C10, C11, C12 entfallen ersatzlos. 50V sind mehr als
nötig.
Ausserdem sollte Masse als Sternverdrahtung ausgeführt werden, und nicht
als lange dünne Leitung. Am Sternpunkt erdest du dann auch (falls das
nötig ist).
> Zusätzlich habe ich gelesen, dass eben der GND NIE direkt an Masse> gelegt werden soll sondern nur über einen 1..100 nF Kondesator
Wenn GND nicht mit Erde verbunden werden muss, sondern ganz frei in der
Luft rumhängt (Schutzklasse II Geräte), dann muss er über einen Klasse Y
Kondensator verbunden werden, damit zumindest induzierte Hochfrequnz
abgeführt wird.
Andreas schrieb:> Ich möchte sehr kleine Ströme (pA Bereich, AD549) messen und das ganze> soll letztlich sogar in einem Faradaykäfig von statten gehen.
Wenn es mit Batterie nicht einfacher ist, wirst Du wohl beim Trafo evtl.
genauer hinsehen müssen.
1. Sollte er nicht in Deine Schaltung strahlen. Den Trafo würde ich erst
mal weit weg positionieren um Einstrahlung zu verringern.
2. Aus Deiner Käfig-Anordnung schließe ich, daß HF im Spiel ist. Dann
werden wieder Netzfilter, Durchführungskondensatoren, geschirmte
Wicklung und andere Spielerei interessant.
3. Die hohe Kunst ist dann wahrscheilich den richtigen Massepunkt für
alle Teile zu finden um Brummschleifen zu vermeiden.
4. Wundere Dich nicht über Fehlmesseungen durch neumodische
Leuchtstoffröhren-Störstrahlung im kHz-Bereich.
MaWin schrieb:> Mach sie kleiner, und rück sie näher an die Regler.
Mavin man sollte die Elcos am Eingang möglichst nahe an den
Gleichrichter rücken, weil zwischen Gleichrichter und Elco fliesen die
hohen Spitzenströme. Zwischen Elco und Spannungsregler bereits viel
weniger.
Ansonsten wenn der einzige Erdungspunkt dieses Netzteiles am Ausgang ist
kann man das schon so machen. Den 7812 sollte man allerdings auch wie
den 7912 isoliert montieren, weil dessen Befestigungsfahne auch
Massepotential hat, die aber vermutlich unsauberer ist. Direkt an die
Anschlussbeine der Panungsregler gehört jeweils ein 100nF Kondensator
mit möglichst niedrigen seriellen Verlustwiderstand.
Den Elco am Ausgang würde ich weglassen.
Ralph Berres
Hallo,
@Mawin & Oszi40: super VIELEN DANK!
Dann werde ich auf jeden Fall die Tipps zur Verbesserung der Platine
beherzigen. Zu den Werten der Elkos hätte ich noch eine Frage: Sind die
zu großen Kapazitäten "schädlich" oder kann man das so lassen .. nach
dem Motto viel hilft viel? Denn wenn ICH anfange die Werte zu
verkleinern dann kann es doch sein, dass ich einen zu Grunde liegenden
"höheren" hSinn bezüglich der Verhältnisse zueinander, zunichte mache?
Das Netzteil war sowieso so gedacht dass es extern sein soll. Der
Verstärker soll im Faradaykäfig sein und mit einem 1,5m geschirmten
Kabel mit der Kontrolleinheit (Gain, Feedback Resistor Reed Switch,
Filter etc.) verbunden werden die natürlich auch außerhalb liegt. Der
Käfig und alles was sich darin befindet wird an Masse am Verstärker
gelegt.
Nochmals vielen Dank!
So "Kleinigkeiten" wie richtig erden sind ja auf dem Gebiet schon sehr
wichtig und ich wollte nicht schon hier nen Fehler machen.
Hier nochmal der Link zum Paper:
http://advan.physiology.org/content/33/2/121.abstract
@MaWin
...muss eingestehen, dass ich das mit dem Stromflusswinkel gerade
nachgelesen und erst jetzt verstanden habe. Tut mir leid. :D Ich werde
einen 10VA 18V 278mA Trafo verwenden und somit die 1000µF oder noch
weniger nehmen?
Ich habe im Forum die Regel: "1000µF per A" gefunden ... stimmt das?
Grüße
Andreas
10000uA pro A.
Volllaststrom
Siebelkogrösse [in Farad] = -----------------------------------------
(Trafospannung * 1.4 - 2) * (Ripple in %)
Ripplespannung [in V] = Volllaststrom [in A] x 0.01 / Siebelkogrösse
[in Farad]
1000uF passen also für deinen 287mA Trafo, 100mA Regler,
denn es darf mehr als 1V Spannungsverlust pro Halbwellse
sein vor deinem 15V (doer 12V) Regler. So 2V sind ok.