Hallo,
wir haben einen DSL Anschluss für 40 Teilnehmer.
Meist reicht das auch wirklich aus, jedoch kommt es manchmal vor, dass
einzelne die Leitung dicht machen.
Wie lässt sich elegant jeder IP aus dem Pool der durch dhcp zugewiesenen
Adressen eine Bandbreite von 1/40 der DSL Bandbreite garantieren?
Falls die Leitung mehr hergibt, sollen natürlich auch mehr als 1/40 pro
Nutzer genutzt werden können, es soll nur niemand so viel Bandbreite für
sich beanspruchen können, dass die anderen weniger als ihre 1/40 zur
Verfügung haben.
Zuerst dachten wir an etwas wie Wondershaper, doch das unterscheidet
nicht zwischen verschiedenen Rechnern. Fällt unsere Anforderung unter
QoS? Handelt es sich um ein verbreitetes Problem bzw gibt es eine oft
benutzte Lösung?
Schonmal Danke für alle Anregungen
Ich befürchte, dass ich dir leider nicht helfen kann.
Jedoch währe es ggf. noch sehr interessant, wie der hardwaretechnische
Aufbau aussieht.
Sind alle Rechner mit einem großen Switch (Ethernet) verbunden?
Normalerweise behandelt ein Switch alle Ports gleich, so dass jedem Port
die selbe Datenmänge zur Verfügung steht.
Wenn du z.B. einen 4er Switch nimmst steht jedem Port 1/4 der Datenrate
zu.
Kommt dahinter noch ein 4er Switch so steht jedem Port noch 1/16 der
Datenrate zu etc.
Alex schrieb:> Fällt unsere Anforderung unter QoS?
Ja. Am gescheitesten richtet man das am Router ein, sofern es dieser
beherrscht. Können bspw. alle Modelle von Lancom, auch die alten.
Kann der Router 'Traffic Shaping' ? wenn ja dann ist es genau das was du
möchtest. es garantiert allen teilnehmern einen teil der Bandbreite. Was
hast du denn für einen DSL Anschluss? Surfen mit 1/40 * 16000kbit/s ist
auch nicht soo spannend.
Grüße
A. R. schrieb:> Normalerweise behandelt ein Switch alle Ports gleich, so dass jedem Port> die selbe Datenmänge zur Verfügung steht.>> Wenn du z.B. einen 4er Switch nimmst steht jedem Port 1/4 der Datenrate> zu.> Kommt dahinter noch ein 4er Switch so steht jedem Port noch 1/16 der> Datenrate zu etc.
Das ist eine sehr interessante Hypothese, die mit der Realität jedoch
ebensowenig übereinstimmt wie die Schreibweise des Wortes "Datenmänge"
korrekt ist.
Selbst wenn es so wäre, nützte es nichts, denn die in einem LAN
verfügbare Bandbreite ist ganz erheblich größer als die des
DSL-Anschlusses.
Hier ist ein Router mit entsprechenden
Priorisierungs-/Partitionierungsmöglichkeiten gefordert.
je es sollte mit QOS gehen, aber erwarte nicht zu viel. Denn das Problem
ist wenn jemand ein Download macht das die Daten ja erst durch deine
DSL-Leitung gehen und der router dann eh nichts mehr machen kann. (Der
router müsste ans andere Ende der leitung). Es gibt zwar die möglichkeit
die bestätigungspackete zu verlangsamen aber das geht nicht bei
anwendungen die über UDP arbeiten (Sykpe, einige Spiele).
Wenn 100% geht mit QOS ist die Upload-Bandbreite gleichmäßig zu
verteilen - aber das so
Okay:
- der Aufbau sieht so aus, dass wir über mehrere Switches (auf 2 Ebenen)
an einen Rechner mit zwei Netzwerkkarten gehen. Der ist dann ans Modem
angeschlossen.
- Bisher lief dort eine BSD Basierte Distribution darauf (pfSense,
basiert auf m0n0wall). Da sind wir jetzt völlig offen und flexibel.
- Schonmal gut zu wissen, dass es fertige Router gibt, die das können,
geht das auch auf unix/linux Systemen?
- Anschluss ist VDSL 50, selbst wenn alle gleichzeitig saugen, ist genug
für alle da, jedenfalls für normales Surfen/E-Mails.
- Die UDP Problematik nehmen wir in Kauf.
Auf jeden Fall schonmal gut zu hören, dass es sowas schon gibt.
Da der Upload auch deutlich schmaler als der Download ist, ist meist
auch eher der Upload dicht, was dann natürlich zur Folge hat, dass
Downloaden ebenfalls beeinträchtigt wird.
Wenn wir also erstmal nur den Upload Kanal regeln, wird das uns in den
allermeisten Fällen sehr weiterhelfen.
Alex schrieb:> - Anschluss ist VDSL 50
Das schränkt die Auswahl natürlich ein. Ältere Geräte kommen da nicht in
Frage, weil deren Datendurchsatz viel zu gering ist. Geeignet wäre z.B.
ein aktueller Lancom 1681V.
Alex schrieb:> Bisher lief dort eine BSD Basierte Distribution darauf (pfSense,> basiert auf m0n0wall).
pf sollte sowas können, siehe altq(4). Damit brauchst du eigentlich
nichtmal die Plattform zu wechseln.
Apropos VDSL50: hat die Kiste dann auch das PPPoE gemacht (d. h. der
Anschluss wird nur mit einem Modem bedient), oder habt ihr davor noch
einen echten Router gehabt?
Jörg Wunsch schrieb:> Apropos VDSL50: hat die Kiste dann auch das PPPoE gemacht (d. h. der> Anschluss wird nur mit einem Modem bedient), oder habt ihr davor noch> einen echten Router gehabt?
Genau, der Rechner macht auch das PPPoE.
Danke für den Hinweis zu altq, das ist sehr interessant.
Der Lancom 1681V kostet natürlich ordentlich Geld, was bestimmt auch
gerechtfertigt ist. Schöner ist es natürlich, wenn wir es mit altq
hinbekommen.
Alex schrieb:> Zuerst dachten wir an etwas wie Wondershaper, doch das unterscheidet> nicht zwischen verschiedenen Rechnern. Fällt unsere Anforderung unter> QoS? Handelt es sich um ein verbreitetes Problem bzw gibt es eine oft> benutzte Lösung?
Einen Router besorgen, der http://tomatousb.org/ laufen lassen kann.
Diese Opensource-Firmware hat ein ziemlich geniales QoS integriert.
Du kannst damit z.B. allen Filesharing-Applikationen die niedrigste
Prioritaet zuweisen, VoIP wiederrum hohe bzw. die hoechste. Alle
HTTP-Packete mit >512Kb werden niedrig priorisiert, alle <=512Kb
wiederum hoch. Und so weiter, damit kann man endlos spielen. Das
Frontent macht das alles ziemlich einfach.
Funktioniert prima hier.
Hier noch eine huebsche Doku dazu:
http://tomatousb.org/tut:using-tomato-s-qos-system
Das laeuft wirklich kugelsicher hier, mit einer hohen zweistelligen
Nutzerrate. Stromausfaelle sind den Kisten auch relativ Wust.