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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Umstieg Festanstellung auf Freiberuflich


Autor: Spleen () (spleen)
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Hallo,

ich arbeite schon seid 1,5 Jahren bei einer kleinen Softwarefirma als 
Softwareentwickler in BaWü. Vorher habe ich einen Informatikstudium mit 
dem Bachelor abgeschlossen. Nun werde ich ein Masterstudium beginnen und 
werde trotzem als Freelancer bei dem Unternehmen tätig sein. Die Arbeit 
wird dabei nicht in der Firma sondern von zu hause aus verrichtet. 
Studium muss ja finaziert werden :) Die Arbeitszeit veringert sich 
dadurch natürlich von 40 auf 15h die Woche.

Leider habe ich ablout keine Ahnung wo ich meine Gehaltsvorstellung 
ansetzen soll. Klar habe ich mich informiert was ein freiberuflicher 
Softwareentwickler pro Stunde bekommt. Doch sind die Rahmenbedingungen 
(Erfahrung, Fulltimejob, ...) nicht mit meinen vergleichbar.

Meine Tätigkeiten sind hauptsächlich:
- Systemdesign
- Webprogrammierung in ASP.NET und Javascript mit C# im Hintergrund
- Datenbankzugriff mit dem Entity Framework
- Datenbankentwicklung und -administration MS-SQL

Könnte mir jemand ein paar Tipps geben was ich als Freelancer alles 
erwarten kann:
- Stundenlohn (einheitlich oder nach Tätigkeit gestaffelt)
- technische Ausstatung vom Unternehmen gestellt
- Telefonkosten
- Erstattung der Fahrtkosten zum Unternehmen
- ...

danke im Voraus

Autor: Dieter (Gast)
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Dich erwarten Null Euro die Stunde, weil Du keinen Auftrag bekommen 
wirst. Es gibt viel zu viele Möchtegernprogrammierer ohne Erfahrung.

Autor: Sascha (Gast)
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Bei mir ist es ähnlich, ich beginne gerade ein Fernstudium. Habe 
allerdings 10 Jahre Erfahrung als SW-Entwickler. Gerade diese Zeit halte 
ich für sehr wichtig. Die ersten paar Jahre bist du nur Grünschnabel, 
hast zwar viele Ideen, aber kaum Berufs- UND Lebenserfahrung, kennst den 
Markt noch nicht gut genug, hast noch nicht genügend 'genetzwerkt' usw.

Ich würde Dir empfehlen, bleib angestellt und reduziere Deine 
Stundenzahl. Bei mir sind's von 40 (+x) auf 30. Mein Chef weiß, dass ich 
als Familienvater theoretisch auch mal irgendwann in die Lage käme, 
Elternzeit nehmen zu wollen. Gerade da scheint momentan wirklich ein 
Umbruch stattzufinden, zumindest bei uns war das vor ein, zwei Jahren 
noch nicht in den Köpfen drin. 'Klar, kein Problem', war bei mir die 
Antwort. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir nicht großartig intern 
weiterbilden (außer vielleicht mal Business English oder so), so dass 
die GL sich sicher freut, wenn Leute sich privat weiterbilden und es 
selber tragen.

Fernstudium kostet ja auch was (bei mir knapp 300/Monat, WBH), da fände 
ich den gleichzeitigen Sprung in die Selbstständigkeit als sehr 
fahrlässig. Bei mir verdient meine Frau voll mit, das wär finanziell 
vielleicht noch OK. Aber diese Ungewissheit, dieses ganze organisieren, 
ich weiß nicht... wenn ich 'n Studium anfange, bin ich erstmal total 
geplättet von dem ganzen neuen und dem Berg von Aufgaben, da wär ich 
dankbar um jedes bißchen gewohnte Struktur in anderen Belangen und kann 
mich gedanklich um die neuen Dinge kümmern.
Die Gefahr ist halt, dass Du das Studium schleifen lässt, weil Du Dich 
bei Deinem alten Arbeitgeber in neuer Position ganz anders bewähren 
musst.

Aber wie gesagt, nach - sorry - popeligen anderthalb Jahren wäre 
Selbstständigkeit für mich eh' keine Option. Du musst bedenken, wenn 
beides schief geht, stehst Du mit leeren Händen da, keine finanzielle 
Absicherung, kaum was eingezahlt, kaum ALG, Krankenkasse läuft weiter, 
Studiengebühren müssen bis Vertragsende- oder -Ausstieg weitergezahlt 
werden. Dazu kaum Langzeitkontakte geknüpft in der kurzen Zeit, kein 
Netzwerk aufgebaut.

Autor: Jens Martin (jens-martin)
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Spleen () schrieb:
> ich arbeite schon seid 1,5 Jahren bei einer kleinen Softwarefirma als
> Softwareentwickler in BaWü.

Der Job soll also auf "privat" umgestellt werden.

> Leider habe ich ablout keine Ahnung wo ich meine Gehaltsvorstellung
> ansetzen soll.

- Es gibt kein Gehalt,
- als "Freiberufler" schreibst du Rechnungen
- Freie Berufe sind von der MwSt. (USt.) befreit
- zu klären ist ob Programmierer ein freier Beruf ist

>
> Könnte mir jemand ein paar Tipps geben was ich als Freelancer alles
> erwarten kann:

> Das was du verhandelst.

> Aus Sicht deines jetzigen Arbeitgebers kostet du:

- Dein Gehalt (Brutto = das was du von den Koste siehst)
- AG Anteil an den Sozialversicherungen
- Berufsgenossenschaft
- Urlaub
- Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
- Abrechnungsaufwand für KV, ALV, RV, BG, Knappschaft etc. ppp
- Personalabteilung, Schulung ...


> - Stundenlohn (einheitlich oder nach Tätigkeit gestaffelt)

Gibt es nicht, du rechnest dann nach (Zeit)Aufwand ab

> - technische Ausstatung vom Unternehmen gestellt

d. h. Raum, Heizung, Mittagessen übernimmst du,
Einmalkosten der AG (Auftraggeber)

> - Telefonkosten

Na toll

> - Erstattung der Fahrtkosten zum Unternehmen

- Reisezeit nach Aufwand inkl. Kilometerkosten

Autor: Arc Net (arc)
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Jens Martin schrieb:
> Spleen () schrieb:
>> ich arbeite schon seid 1,5 Jahren bei einer kleinen Softwarefirma als
>> Softwareentwickler in BaWü.
>
> Der Job soll also auf "privat" umgestellt werden.
>
>> Leider habe ich ablout keine Ahnung wo ich meine Gehaltsvorstellung
>> ansetzen soll.

Z.B. http://www.gulp.de/kb/st/stdsaetze/sstext_AlterErf...

> - Es gibt kein Gehalt,
> - als "Freiberufler" schreibst du Rechnungen
> - Freie Berufe sind von der MwSt. (USt.) befreit

Nein, nur von der Gewerbesteuer und IHK. Meistens (da Umsatz/Gewinn 
unter den Grenzen liegen) auch von aufwendigerer 
Buchführung/Jahresabschlüssen befreit.

> - zu klären ist ob Programmierer ein freier Beruf ist

Auch wenn es mittlerweile eigentlich anders sein sollte, hängt es vom 
guten Willen des Finanzamts ab.

Autor: Claudio H. (bastelfinger)
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Als Freiberufler hast du am Anfang etwa doppelt soviel Streß wie ein 
Angestellter.

Als erstes ein formloses Schreiben ans Finanzamt, dass du ab jetzt 
freiberuflich arbeitest. Du bekommst dann eine Steuernummer.

Dann die Krankenkasse (oder privat?) anschreiben, du muss dann deinen 
Jahresverdienst schätzen und 300-500 € Beitrag pro Monat bezahlen.

Dann an deiner Präsentation arbeiten, Telefonnummer, email-Adresse, eine 
kleine Homepage, sollte alles seriös sein.

Dann deinen Lebenslauf bei Gulp o.ä. einstellen. Und schon kommen die 
Projektanfragen :-)

Mit deiner Berufserfahrung sehe ich das nicht so kritisch. Wo kommst du 
genau her? Ich bin in Karlsruhe, falls du ein paar Tipps und Kontakte 
willst, lad mich mal auf ein Bier ein.

Autor: Jens Martin (jens-martin)
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Claudio H. schrieb:
> Als Freiberufler hast du am Anfang etwa doppelt soviel Streß wie ein
> Angestellter.

Gefühlt, aber das ist Quatsch.

>
> Als erstes ein formloses Schreiben ans Finanzamt, dass du ab jetzt
> freiberuflich arbeitest. Du bekommst dann eine Steuernummer.

Ja und? Du addierst deine Einnahmen, ziehst die Ausgaben ab und zahlst 
darauf genau festgelegte Steuerprozente. Das konnte man schon immer auf 
einem Bierdeckel machen.

>
> Dann die Krankenkasse (oder privat?) anschreiben, du muss dann deinen
> Jahresverdienst schätzen und 300-500 € Beitrag pro Monat bezahlen.

Wenn er noch studiert gibt es das sehr günstig.

>
> Dann an deiner Präsentation arbeiten,
> Telefonnummer, > email-Adresse,

Das ist jetz nicht ernst gemeint oder?


> kleine Homepage, sollte alles seriös sein.

Visitenkarte reicht am Anfang, auch im Netz.

>
> Dann deinen Lebenslauf bei Gulp o.ä. einstellen. Und schon kommen die
> Projektanfragen :-)

Hat er doch schon, geht um Umwandlung.

>
> Mit deiner Berufserfahrung sehe ich das nicht so kritisch. Wo kommst du
> genau her? Ich bin in Karlsruhe, falls du ein paar Tipps und Kontakte
> willst, lad mich mal auf ein Bier ein.

Er sollte lieber zur Handelskammer gehen, die haben wenigstens Ahnung 
und Förderprogramme und Adressen und ....

Autor: Claudio H. (bastelfinger)
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Jens Martin, schreib doch mal bitte, ob du gerade Angestellter bist.

Autor: Michael S. (technicans)
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>Er sollte lieber zur Handelskammer gehen, die haben wenigstens Ahnung
>und Förderprogramme und Adressen und ....
...und Seminare wo man wirklich korrekte Informationen zur
Existenzgründung bekommt und nicht so viel gefährliches Halb-
wissen wie hier.

Autor: Jens Martin (jens-martin)
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Claudio H. schrieb:
> Jens Martin, schreib doch mal bitte, ob du gerade Angestellter bist.

Selbständiger Unternehmer, seit über 30 Jahren.

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