Hallo zusammen !
Da sich meine Zivi-Zeit dem Ende nähert überlege ich im Moment ob ich
Medizintechnik studieren soll oder ob ich lieber Elektrotechnik studiere
und mich dann im Master auf Medizintechnik spezialisiere. Insgesamt soll
es schon etwas in der Fachrichtung sein.
Kennt sich jemand aus der Branche aus, welcher Weg "besser" ist oder hat
jemand schon Erfahrungen sammeln können, die mir bei meiner Entscheidung
helfen könnten ? Welche Vorteil hat beispielsweise ein
Medizintechnikstudium ?
Zu meiner Person kann ich noch sagen, dass ich am liebsten in der
Forschung und Entwicklung tätig werden möchte.
Danke schonmal für jede Hilfe !
Elektro ist allgemeiner , Med zu speziell. Momentan ist man da gut
gefragt, aber wenn die Branche gesättigt ist, sieht es schlecht aus.
Ich habe es selber erlebt: 7 Jahre Erfahrung in der Medizintechnik und
keine Stelle bekommen. Jetzt arbeite ich in der Verteidigung. Die zahlen
mehr.
Mach Elektro- oder Maschinenbau. So bist du allgemein aufgestellt. Im
Master kann man sich problemlos spezialisieren. Ich arbeite hier an
Magnetresonanztomographen für die Medizin. Hab Elektrotechnik studiert.
Die meisten Leute hier sind Physiker oder Elektro-Ingenieure, obwohl die
Uni sogar einen Studiengang für Medizintechnik anbietet. Fazit: Man
kommt problemlos in speziellere Fachgebiete rein, weil man eben sein
Fach wirklich beherrscht. Bei den Spezialstudiengängen läuft man halt
Gefahr, weder Fisch noch Vogel zu sein.
Ich würde mich nicht auf Medizintechnik konzentrieren, sondern lieber
allgemein bleiben. Auch in der Med, wo ja alle hinwollen, sind die
Stellen begrenzt. In vielen Regionen ist da gar kein Bedarf, z.B. in
Nordhessen hat man keinen Mangel an Ingenieuren, wie Entwicklungsleiter
K.U.Ritter kürzlich verlauten liess.
Anfragen und Bewergungen an die Firma Braun sind daher wenig
aussichtsreich. Man scheint aber massenhaft welche zu haben, sodass sich
mancher schon zu Abwehrmassnahmen genötigt sieht, um sich vor
allzuvielen Anfragen zu schützen:
http://www.xing.com/profile/KaiUwe_Ritter
Zitat im Profil: "alle Ingenieurstellen besetzt!"
Hab Medizintechnik studiert.
Du kannst damit (sehr) gut bezahlte Stellen abbekommen.
In der Forschung und Entwicklung sucht man aber sicher mehr so
E-Techniker und Physiker.
Im Bereich Qualität kannst du mit nem Medizintechnik Studium allerdings
sehr gut was anfangen... Gerade die Medizintechnik hat ein sehr strenges
Dokumenten- und Q-lastiges wesen.
Mach einfach was und mach das was du machst gut und alles is schick :-)
Es kommt sehr darauf an, was du machen willst.
Medizintechnik ist ein sehr breites Spektrum. Eine Liege ist genauso
Medizintechnik wie ein Defibrilator. Dementsprechend breit ist das
Studium. Das ist Vor- und Nachteil. Der Anteil für Elektrotechnik ist
oft zu klein. Ich kenen Medizintechnikunternehmen, die deshalb in der
Entwicklung niemanden einstellen, der Medizintechnik studiert hat!
Du hast als Alternative Elektrotechnik angegeben. Daher vermute ich,
dass du auch im Bereich Medizintechnik eher Elektrotechnik machen
willst? Eventuell wäre für dich ein E-Technik Studium mit
Vertiefungsrichtung Biomedizinische Technik eine Option?
> Der Anteil für Elektrotechnik ist oft zu klein. Ich kenen> Medizintechnikunternehmen, die deshalb in der Entwicklung> niemanden einstellen, der Medizintechnik studiert hat!
Das hört sich etwas unlogisch an. Was meinst Du genau?
Das vermittelte Elektrotechnikwissen in Medizintechnikstudiengängen ist
nicht viel mehr als das, was ein Techniker in seiner Ausbildung hat. Für
die Entwicklung von Schaltungen ist dies viel zu wenig. Deshalb werden,
wie Ede schon selbst festgestellt hat, bevorzugt Physiker und
E-Techniker eingestellt.
Schau dir einfach mal die Verlesungspläne für Medizintechnik an. Da gibt
es dann eine Grundlagenvorlesung Elektrotechnik über 2 Semester, in der
das gesamte Wissen vermittelt werden soll.
Ein Freund von mir ist Prof an einer FH, die Medizintechnik anbietet. Er
bietet das Anschlusspraktikum an. Darin sollen einfache EKG Verstärker
aufgebaut werden, allerdings nicht einfach nur kopiert. Er will auch
vermitteln, warum was wie gemacht wird und wo die technischen
Schwierigkeiten liegen. Er hat große Probleme, weil die Studenten total
überfordert sind, weil Wissen fehlt.
Mit einer Medizintechnikausbildung wird es daher in der Entwicklung
schwer.
Wenn man allerdings im Bereich QM/RA arbeiten will, ist die Ausbildung
passend.
Ich plädiere für Elektro. Allgemein genug, um überall zu starten.
In der Medizintechnik wird auch nicht mehr so gut verdient, wie noch vor
Jahren. Ein Bekannter war bei einem Herzschrittmacherhersteller, hat
sich gerade vom Acker gemacht.
Martin Kluth schrieb:> Ein Bekannter war bei einem Herzschrittmacherhersteller, hat> sich gerade vom Acker gemacht.
Etwa Biotronik in Berlin? Was waren denn seine Gründe?
Vielleicht hilf das weiter:
Beitrag "Warum sind die Gehält im Osten so niedrig?"
Ich glaube auch, dass die Arbeitsbedingungen im Osten auch nicht so toll
sind. Viele von drüben erzählen mir was von veralteten Geräten,
schlechter Ausstattung und Mangelwirtschaft.
Das o.g. Profil ist ein gutes Beispiel: Der Herr hat Automotive gemacht,
um dann in die Medizinbranche zu wechseln. Offenbar braucht man keine
grossartigen Medizinkenntnisse, um dort Entwicklungen zu machen und zu
leiten. (?)
Ede B. schrieb:> dass ich am liebsten in der> Forschung und Entwicklung tätig werden möchte.
Dann such doch fix ein Praktikum in der Firma Deiner Träume. Dann weißt
Du mehr.
Martin Kluth schrieb:> In der Medizintechnik wird auch nicht mehr so gut verdient
Kommt drauf an, wo man ist. Ich habe eine Weile Kernspin gemacht, da war
die Bezahlung gut.