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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Umsteigen oder nicht?


Autor: Micha (Gast)
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Hallo Forum,

ich habe folgendes Problem :

Derzeit beschäftigt in der Automobilbranche Unternehmen ~3000MA, 64k 
Brutto,
SW-Entwicklung, nette Kollegen, wenig Karriere-Chancen.

Könnte in die Unterhaltungselektronik-Branche wechseln:
PL-Stelle, definitiv mehr Verantwortung, Reisetätigkeit, Firma <100MA,
Gehalt > 70k Brutto.

Tendiere zu "deutscher Sicherheit" - also dazu, die Stelle nicht zu 
wechseln u.a. wegen Familie.
Beide Stellen sind in meiner Nähe. Das höhere Gehalt lockt jedoch 
sehr...

Stand jemand vor ähnlichen Entscheidungen? Wie habt ihr euch entschieden 
und warum?

Autor: Sebastian (Gast)
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Ganz unabhängig vom Geld stellt sich dabei auch eine andere persönlöiche 
Frage: Fühlt man sich zur Verantwortung hingezogen, oder empfindet man 
es eher als unnötigen Streß, such als Projektleiter graue Haare wachsen 
zu lassen? Oder ist Entscheidungskompetenz eher das, was der bisherige 
Arbeitsplatz vermissen läßt?
Manch einer fühlt sich ja unterfordert; ich persönlich würde einen 
ruhigen Job für 64k einem stressigen mit 70k allemal vorziehen. Alles 
Ansichtssache.

Autor: M. E. (mirgo)
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Wie lange biste denn schon bei deinem jetzigen AG? Und warum sind die 
Karrierechancen bei nen ~3000MA Unternehmen bei dir so gering? Das 
Problem hat man doch eher bei den kleinen Firmen. Reisetätigkeit würde 
ich auch nicht unterschätzen, gerade mit Familie...

Autor: Sascha (Gast)
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Micha schrieb:

> Tendiere zu "deutscher Sicherheit" - also dazu, die Stelle nicht zu
> wechseln u.a. wegen Familie.
> Beide Stellen sind in meiner Nähe. Das höhere Gehalt lockt jedoch
> sehr...
>
> Stand jemand vor ähnlichen Entscheidungen? Wie habt ihr euch entschieden
> und warum?

Ich frage mich wirklich, warum Du das hier zur Diskussion stellst. Ich 
für meinen Teil würde das erst mal mit meiner Frau bereden, und NUR mit 
Ihr.

Das ist ja kein Minijob, sondern schon eine Tätigkeit, in der Du den 
Großteil Deiner Zeit verbringen wirst. Daher würde ich mir zu aller erst 
nicht die Frage stellen, ob Du dafür geeignet wärst, ob sich das 
kohletechnisch oder vom workload her lohnt, sondern ob es 
familienverträglich ist.

In meinem Fall ist es so, dass wir das 'Berliner Modell' fahren: beide 
40 Stunden, unsere Tochter hat im Sommer Einschulung, mit momentan 
Ganztagskita und später Ganztagsschule und Hort alles im Lot. In Berlin 
kein Thema und völlig normal.
In Westfalen, da wo wir ursprünglich her kommen, wirst du dagegen als 
asozial hingestellt, wenn beide arbeiten 'müssen' (ob beide nach einer 
akademischen Ausbildung gar 'wollen', wird gar nicht in Betracht 
gezogen). 'Och, die arme Frau, bringt denn der Mann nicht genug nach 
Hause?!'

Fakt ist aber, dass 2x Vollzeit selbst bei guter externer Betreuung 
schon grenzwertig sind, vor allem wenn Kinder älter werden. Wg. der 
anstehenden Einschulung der Kurzen wird das bei auch eher runter- statt 
hochgefahren (obwohl wir beide mehr 'könnten').
Meine Eltern stammten eher aus 'einfachen' Verhältnissen. Als Kind 
empfindet man es vielleicht anders, aber im Rückspiegel betrachtet kann 
ich froh sein, dass sie stets die Gelegenheit hatten, zur Stelle zu 
sein, wenn es mal 'brannte'.

Wenn Du stattdessen als einziger verdienst, macht mehr Verantwortung die 
Sache aber auch nicht einfacher. Gut, es ist vielleicht 1 Urlaub mehr 
drin, aber dann kann es gut sein, dass du im Hotelzimmer an der Telko 
teilnimmst, während Deine Lieben am Strand braten. Gerade solche Männer 
sind der Kassenschlager der Scheidungsanwälte. Je größer die Diskrepanz 
zwischen Dir und Deinem Partner ist, desto größer auch die Gefahr, dass 
es Dir unbemerkt aus dem Ruder läuft.

Wir Männer machen sehr viel mit uns selbst aus bzw. argumentieren gern 
mit der Karriere unter dem Deckmantel der 'Verantwortung'. Unabhängig 
Deiner persönlichen Situation (die hier keiner kennt), würde ich das 
ernsthaft familienintern prüfen.

Natürlich kann Dir hier jeder die Meinung geigen, sicherer Job auf der 
einen Seite, Krise oder Nicht-Krise, Probezeit beim anderen Arbeitgeber, 
blabla... aber die einzig wichtige Antwort bekommst du zuhause. Und nur 
dort.
Ein Job lässt sich immer ersetzen, Deine Familie nicht.

Autor: willibald (Gast)
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Micha schrieb:
> SW-Entwicklung

Micha schrieb:
> PL-Stelle

Das sind sehr verschiedene Tätigkeitsfelder, die Anforderungen 
unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Dass jeder bewährte Entwickler 
irgendwann "reif" ist für einen Projektleiter-Posten, ist ein Märchen.

Was die anderen geschrieben haben (besprich es mit deiner Familie) ist 
völlig richtig. Ich möchte aber noch hinzufügen, sei ehrlich mit dir 
selber: Wirst du als PL genau so gut und gerne arbeiten wie als 
Entwickler?

Das Geld allein macht es auf Dauer nicht. ">70k" klingt im ersten Moment 
toll, aber überschlag mal, wieviel von dem Zuwachs am Ende bei dir 
ankommt.

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